Kategorie: Rezepte
:: DienstagsDelight ::
Ich gebe zu, diese Erdbeertörtchen waren keine große Backkunst meinerseits, denn die Vollkorn-Dinkel-Torteletts habe ich aus dem Bioladen. Für günstiger, weil bereits abgelaufen (sowas kratzt mich nicht, wenn das Produkt noch ok ist). Aber – sie waren soooo lecker! Mal im Ernst, Erdbeeren…! Und immerhin der Vanillepudding kommt nicht aus Tüte oder Packung, sondern ist selbst angerührt.
Also: fertige Torteletts mit einer zerlassenen Mischung aus dunkler Kuvertüre und einem Stückerl Kokosfett bestreichen, trocknen lassen. Pudding nach Packungsanleitung Rezept anrühren und aufbringen, dann mit Erdbeerscheibchen belegen. Wenn man sie zwei Stunden ziehen läßt, verbinden sich die Aromen noch besser. Echt köstlich.
[Werbung] Ein Rezept für Pudding ohne Tüte (Vanille und Schoko) gibt’s übrigens in meinem Buch
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:: Wochenend-Küchenkram ::
Nach ein paar Wochen Zwangspause wegen Beinverletzung entere ich so allmählich wieder die Küche. Schnippeln, Rühren, Kochen, Backen, Brutzeln, Mischen und Rumprobieren ist definitiv ein Hobby und es hat mir sehr gefehlt, mich da kreativ austoben zu können. Aber jetzt! Heute Morgen habe ich erstmal eine Art Tofu-”Käse”-Rolle fabriziert, in Anlehnung an ummantelte Frischkäsezubereitungen. Das Photo ist extra-schön mit Plastikdose. Ging aber nicht anders, weil ich die Rolle meiner begeisterten Familie unter den Messern wegraffen mußte
Die “Käse”-Rolle geht so: 200 g Tofu natur + etwas Brühpulver + 1 Knoblauchzehe + 20 Umdrehungen Pfeffer aus der Mühle + 1 TL Dijon-Senf + 1 EL Weißweinessig + 2 EL Rapsöl pürieren. 100 g Mandelblättchen ohne Fettzugabe in einer beschichteten Pfanne anrösten, bis sie leicht bräunen. Abkühlen lassen, dann eine handvoll auf Frischhaltefolie auslegen. Die Tofumasse daraufgeben und mit mehr Mandeln bestreuen, dann die “Käse”-Rolle fest in die Frischhaltefolie einschlagen, dabei die Tofugeschichte mit den Mandeln ummandeln ummanteln. Die Enden von der Folie fest verzwirbeln und die Rolle für zwei Stunden in den Kühlschrank legen. Dann wird sie schön schnittfest. Geht bestimmt auch mit grob geschrotetem Pfeffer, Kräutern und anderem.
Das Zweite, das ich heute gemacht habe, ist ein Schokokuchen, den ich diese Woche schon bei Elster bewundert habe. Das Originalrezept gibt es hier, ich habe es jedoch abgewandelt. Vollwertig würde ich den Kuchen nach wie vor nicht nennen, aber immerhin ist jetzt Vollkornmehl drin^^ Mein Rezept geht so: 300 g Vollkornmehl + 40 g Kakaopulver (das einzige, das ich ohne Säureregulator gefunden habe, ist von Dr. Oetker) + 240 g Rohrohrzucker + 2 TL Weinsteinbackpulver + 1/2 TL Steinsalz vermischen. 250 ml Wasser + 80 ml Rapsöl dazugeben und alles mit dem Schneebesen verrühren. In eine gefettete Ofenform geben und bei 175° C 40 Minuten backen. Rausnehmen und abkühlen lassen.
Für den Guß 120 g Rohrohrzucker + 4 EL Margarine + 3 EL Sojamilch + 2 EL Kakaopulver in einer Casserole verrühren, einmal aufkochen und dann auf den Kuchen träufeln. Erkalten lassen. Dank Vollkornmehl kriegt man auch kein Sodbrennen, wenn man zwei Stücke futtert.
Morgen mache ich Vollkornpizza mit allerlei frischem Gemüse drauf. Und Ihr so?
:: Vollkorn-Zitronenkuchen ::
Während heute die Sonne schien und sich dick aufgeplusterte “Rotkehlchen-Bällchen” im Garten tummelten, habe ich vollkornigen Zitronenkuchen gebacken. Ganz unkompliziert und total lecker.
4 gestrichene EL vollfettes Sojamehl (Soja-Allergiker nehmen Kichererbsenmehl) mit 8 EL Wasser aufschlagen, dann 75 g Rohrohrzucker untermischen. 250 g Dinkel- oder Weizenvollkornmehl mit 1 Packung Backpulver und dem Abrieb von 1 unbehandelten Zitrone vermengen. Die Mehlmischung sowie 200 g Margarine unter die Sojamehlmasse rühren, bis ein glatter Teig entstanden ist. Den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech bringen und bei 200° C 20 min. backen. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und mit einer Gabel in kurzen Abständen Löcher in den Teig pieken. Den Saft von 2 Zitronen mit 125 g Rohrohrzucker vermischen und auf den noch warmen Kuchen träufeln.
:: Ein Tag mit den Shoshonis ::
“Wer behauptet, daß Essen nicht glücklich macht, kann einfach nicht gut kochen” (mein Mann).
Ich habe in meinem WochenRückblick ein Kochbuch erwähnt, das im Shoshoni Yoga Retreat in Colorado (USA) entstanden ist. Die Autorinnen Anne Saks und Faith Stone präsentieren auf rund 200 Seiten eine Auswahl ihrer köstlichen Speisen, mit denen sie normalerweise Besucherinnen und eingesessene Yoginis des Retreats erfreuen. Alle Rezepte sind bis auf die Verwendung von Honig als Süßungsmittel vegan, aber der Honig kann ohne Weiteres durch Agaven- oder Fruchtdicksaft, Stevia oder auch Zucker ersetzt werden, wie ich selbst ausprobiert habe. Neulich schrieb ich ja schon über yogische Ernährung und weil das gerade “mein” Thema ist, hat mich das Kochbuch natürlich umso mehr angesprochen. Die Hauptzutaten sind viel frisches Obst und Gemüse und außerdem Vollkornmehl, was mir richtig gut gefällt, denn damit koche auch ich am liebsten.
An diesem Wochenende haben wir drei Rezepte des Kochbuchs in abgewandelter Form zubereitet, inspired by Shoshoni Yoga Retreat sozusagen. Zunächst mal hatten wir Arme Ritter mit Bananen zum Frühstück. Klingt ein bißchen ungewohnt, ist aber wirklich köstlich. 1 vollreife Banane wird mit 1 TL Vollkornmehl, 375 ml Pflanzenmilch, 1 TL Zimtpulver, 1 EL Agavendicksaft und 1 Prise Salz fein püriert. Dann werden nacheinander Vollkorn(toast)brotscheiben in diese Sauce getunkt und bei mittlerer Hitze in der Pfanne ausgebacken, bis sie von beiden Seiten gelbgolden sind. Dazu hatten wir Dattelsirup bzw. süß-scharfe Mangosauce. Arme Ritter habe ich als schwere, sehr süße Sache in Erinnerung, aber diese Variante ist nur ganz zart süß, nicht mächtig und sehr knusprig.
Am Nachmittag haben wir Brownies gebacken, in Ermangelung diverser Fruchtdicksäfte ebenfalls in Variation. 2 Becher Vollkornmehl, 2 TL Backpulver, 1 Prise Salz, 1/2 Becher Kakaopulver und 2 EL Rohrohrzucker werden in einer Schüssel vermischt. 120 g Ananasfruchtfleisch wird zusammen mit 1/2 Becher ungesüßtem Apfelmus, einem 3/4 Becher Multivitaminsaft ohne Zuckerzusatz und dem Mark einer Vanilleschote püriert. Die trockenen werden mit den feuchten Zutaten zu einem glatten Teig gerührt, der in eine Ofenform gefüllt bei 175° C 35 Minuten ins Rohr kommt. Ihr seht das Bild – braucht es Worte?
Zum Abendessen schließlich hatten wir Tempeh Tandoori. Dazu wird ein Stein Tempeh in Würfel geschnitten und in wenig Öl goldbraun gebraten. Aus der Pfanne heben. Knoblauch und Zwiebeln nach Belieben im verbliebenen Öl anbraten, dann mit 500 ml passierten Tomaten ablöschen. 3 TL scharfes Currypulver dazugeben und 5 Minuten einköcheln lassen. Dann 500 ml Sojajoghurt, 300 g aufgetaute TK-Erbsen und Gemüsebrühpulver nach Geschmack unterrühren. Vorsichtig erhitzen, damit der Joghurt nicht ausflockt. Mir persönlich war das alles noch nicht scharf genug, also habe ich Chilisauce Marke Ohnmachtsanfall untergerührt – sehr fein. Dazu gab es übrigens Basmati.
Und obwohl ich heute gar nicht yogisch durchaus über mein bloßes Hungergefühl hinweggefuttert habe, fühle ich mich nicht voll oder beschwert. Die Sache mit low-fat und low-sugar ist wirklich prima. Wenn Ihr also auf der Suche nach einem unpopulären, aber wirklich sauguten Kochbuch seid, dann liegt Ihr hier richtig. Es gibt übrigens auch einen zweiten Band
:: Süß & salzig ::
400 g Zartbitterkuvertüre zusammen mit 20 g Kokosfett bei schwacher Hitze schmelzen lassen. 1/2 TL Zimtpulver unterrühren. In der Zwischenzeit 100 g Mandelblättchen ohne Fettzugabe in einer beschichteten Pfanne anrösten. Sobald sie leicht zu bräunen beginnen, vom Herd nehmen und einige Prisen Salz* untermischen.
Die geschmolzene Kuvertüre auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech mit einem Spatel ausstreichen und mit den gesalzenen Mandelblättchen bestreuen. An einem kühlen Ort erstarren lassen. Mit einem scharfen Messer Sollbruchstellen in die Schokolade ritzen, dann mit den Händen zerbrechen.
*Salz ist nicht gleich Salz. Ich verwende niemals sog. Tafelsalz, weil es eine reine Chemiebombe ist (Natriumchlorid). Besser sind Meersalz (vor allem Fleur de Sel) und Steinsalz (da mag ich am liebsten Salz aus dem Himalaya, das ist ja fast regional).
:: Pakoras & OkraCurry mit Joghurt ::
Ich versuche jetzt seit fünf Minuten, eine Einleitung zu unserem heutigen Abendessen zu schreiben, aber bisher traf nichts den Kern der Sache. Also schreibe ich es unverblümt und frei von der Leber weg: es war phantastisch. Das Beste aller indischen Gerichte, die ich je gekocht habe (und das waren viele). Es war nah dran an der Erkenntnis des Göttlichen
Vielleicht könnt Ihr meine Begeisterung verstehen, wenn ich Euch erstmal die Story von den OkraSchoten erzähle. Okras liebe ich seit fast 20 Jahren. Damals gab es sie in unserem ganz normalen Supermarkt in Wuppertal zu kaufen, bis sie eines Tages von der Bildfläche verschwanden. Einen AsiaMarkt gab es damals nicht in Wuppertal bzw. bot der türkische Supermarkt, der auch ein paar asiatische Nudeln und Saucen im Angebot hatte, keine frischen Okras an. Meine einzige Chance, Okras zu futtern, bestand darin, richtig teuer indisch essen zu gehen, und das hieß ja nun nicht unbedingt, daß die Okras auch gut schmeckten. Als wir nach Karlsruhe zogen, entdeckte ich bei unserem Stamm-Inder ein OkraGericht auf der Karte. Und das ist wirklich unglaublich gut. In einem AsiaMarkt hier in Karlsruhe stolperte ich wenig später dann auch über frische Okras. 100 g (das sind so ca. 8 bis 10 Stück) in einer Styroporschale mit Frischhaltefolie verschweißt für 3,79 €. WTF?! Dafür war ich einfach zu geizig. Und dann bekam ich den Tip, mal den anderen, versteckter gelegenen AsiaLaden auszuprobieren, weil der viel mehr frisches Gemüse anböte. Erster Eindruck: wow, die haben auch mehr Gewürze, mehr Saucen, mehr Reissorten, mehr nette Goodies (ich sag nur: GrünteeNudeln). Zweiter Eindruck: mah! Okras! Frisch! Zu einem vernünftigen Preis! Alle meine! Harhar! Kurz gesagt, ich schwebe jetzt wieder im OkraHimmel und bin selig. Okras rocken <3
So, nun zum wichtigen Teil, den Rezepten.
Pakoras sind in Kichererbsenteig ausgebackene Gemüsestückchen. Da kann frau das nehmen, was gerade da ist bzw. was weg muß. Bei uns war das heute Paprika, Zucchini, Blumenkohl und Karotte. Zwiebelringe, vorgegarte Kartoffeln, Pilze, Grünkohl, grüne vorgekochte Bohnen und Tofustückchen sind ebenfalls sehr lecker, und wahrscheinlich funktioniert auch sonst alles, was sich in Teig wenden läßt. Das Gemüse wird in 4 bis 5 mm dicke Scheiben geschnitten. Der Teig wird aus 1 Becher Kichererbsenmehl, 3/4 Becher Wasser, 1 TL Garam Masala, 1 TL gekörnte Gemüsebrühe, 1/2 TL Chilipulver und 1/4 TL Cumin mit dem Schneebesen in einer Schüssel angerührt – er sollte nicht zu wässrig sein, sondern gut an den Gemüsestücken haften bleiben. Der rohe Teig schmeckt übrigens ziemlich widerlich, also nicht die Schüssel ausschlecken
Das Gemüse im Teig wenden, dann in der Fritteuse oder in einer zu einem Drittel mit Fett gefüllten Pfanne 4 Minuten ausbacken. Nicht zuviel auf einmal verarbeiten, sonst pappt alles zusammen. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen, fertig – links im Bild. Dazu passen alle Arten von Dips. Ich hatte jetzt einen scharfen Mango-Tamarinden-Dip und KnoblauchPickles, vorn im Bild.
Für das Curry wird gemischtes Gemüse geputzt, gewaschen, in mundgerechte Stücke geschnitten und mit 2 EL Öl beträufelt bei 200° C für 20 min. im Ofen gebacken. Es darf noch bißfest sein, wenn es rauskommt. Diesen Arbeitsschritt mache ich gern bereits am Vortag oder am Nachmittag vor dem Abendessen. Eine große Zwiebel und Knoblauch nach Belieben (bei mir heißt das übersetzt: rund 8 Zehen) pellen und würfeln. 300 g Okras waschen, von den Ansätzen befreien und quer in 5 mm dicke Scheiben schneiden. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln, Knoblauch und Okras dazugeben und ein paar Minuten anbraten, bis die Zwiebeln glasig werden und die Okras zart bräunen. Etwas Wasser (nicht zu viel!) angießen, einen Deckel auflegen und die Hitze reduzieren, dann 3 bis 5 Minuten kochen, bis die Okras bißfest sind. Nun kommt das Currypulver dazu. Neulich hatte ich darüber schon mal was geschrieben und 1 1/2 EL sind auch für dieses Gericht eine gute Menge. Kurz anbraten, dann direkt das Ofengemüse und noch ein bißchen Wasser angießen und ein paar Minuten schmurgeln lassen. 250 g ungezuckerten Sojajoghurt mit 1 EL Kichererbsenmehl verrühren. Diese Mischung unter das Gemüse ziehen. Welche mag, schmeißt auch noch eine gewürfelte Tomate dazu, das gibt der ganzen Geschichte ein bißchen Säure. Ein paar weitere Minuten unter gelegentlichem Rühren köcheln lassen, bis die Sauce eine angenehme und nicht zu suppige Konsistenz hat. Fertig. Dazu gibt es GewürzBasmati, der mit Gewürznelke, Kardamom und Zimt gekocht wurde.
Was soll ich sagen? Kocht und genießt es.
:: Mit Biryani gefüllte Paprika ::
Von den Mahlzeiten der vergangenen Tage und aus der Aufstrichproduktion sind einige Reste übrig geblieben – was gäbe es für ihre Verwertung Besseres als ein saftiges Biryani mit viel Gemüse? Vom Ergebnis bin ich so begeistert, daß ich es sicher nochmal ohne die Reste machen werde, allerdings ist es dann natürlich zeitaufwendiger.
Das waren unsere Reste: 2 dünne Stangen Lauch, 3 Paprikaschoten, 1 Müslischale voll gekochter roter Linsen, 1 handtellergroßes Stück Mango, 1 Teller gekochter Basmatireis, 1/2 Bund glatte Petersilie und ein haselnußgroßes Stück Ingwer. Wir haben außerdem noch gebraucht: etwas Rapsöl, eine ordentliche Menge Knoblauch, 1 1/2 EL Currypulver*, 2 Lorbeerblätter, Gemüsebrühpulver und Wasser.
Den Knoblauch pellen und hacken. Den Lauch putzen, waschen und in feine Ringe schneiden. Den Knoblauch im Rapsöl anbraten, bis er zart bräunt, dann den Lauch 2 Minuten mitschmoren. Mit dem Currypulver bestäuben, kurz anrösten (max. 30 Sekunden), dann 200 ml Wasser und etwas Gemüsebrühe dazugeben, den Deckel auflegen und das Ganze 3 Minuten köcheln lassen.
Das Mangofruchtfleisch zerdrücken oder fein hacken. Den Ingwer schälen und auf einer Rohkostreibe fein reiben.
Reis, Linsen, Mango, Ingwer, Lorbeerblätter und soviel Wasser, bis eine “schlotzige” Masse entstanden ist, dazugeben. Ein paar weitere Minuten schmurgeln lassen, dann vom Herd nehmen, die gehackte Petersilie unterheben und die Lorbeerblätter rausfischen. Die Masse in die ausgehöhlten Paprikas füllen, mit dem Rest den Boden einer Gratinform bedecken und die Paprikas daraufsetzen. Bei 200° C ca. 20 Minuten backen.
* Ich kann nur davon abraten, fertig gekauftes Currypulver zu verwenden. Da die Gewürze bereits in der Fabrik vermahlen werden, gehen die ätherischen Öle, die für Geschmack und Wirkung zuständig sind, großteilig flöten. Das Currypulver für das Biryani habe ich aus Chilischote, Koriandersamen, Kurkumawurzel, Senfsaat, Kardamom, Zimtrinde, Gewürznelken, weißem Pfeffer, Cumin und Paprikaflocken selbst vermahlen, was mit einem anständigen Mörser flott gemacht ist.
:: Dattelbrot ::
Aufgabe 48 meiner 101-Dinge-Liste ist erledigt: Dattelbrot backen. Dattelbrot ist für meinen Mann und mich seit bestimmt 15 Jahren (oh mei, wir sind echt schon über die Hälfte meines Lebens zusammen…) DAS Weihnachtsgebäck. Allein schon mit seiner Zubereitung und dem zarten Zitronenaroma, das beim Backen durch das Haus zieht, stimmen wir uns auf eine gemütliche Vorweihnachtszeit ein, und wenn wir es dann später verputzen, am besten mit Tee und bei Kerzenlicht, ja, dann ist das wirklich der Gipfel an Behaglichkeit für mich.
Hier kommt das Rezept: 400 g entsteinte Datteln und 150 g entsteinte Backpflaumen hacken. Mit 125 g Margarine und 350 ml kochendem Wasser verrühren, bis das Fett geschmolzen ist. Abkühlen lassen.
2 EL vollfettes Sojamehl mit 4 – 5 EL Wasser schaumig rühren. Die abgeriebene Schale von 1 unbehandelten Zitrone und 150 g Rohrohrzucker unterrühren, zuletzt 350 g Weizenvollkornmehl und 150 g gehackte Walnüssse unterziehen. Hierbei entsteht ein sehr schwerer, kompakter Teigkloß. Nun die Dattelmischung mit dem Teig verrühren, bis er schön glatt und schwer vom Löffel reiß. In eine gefettete Kasten- oder Kranzform geben und bei 190° C ca. 60 min. backen.
200 g Zartbitterkuvertüre im Wasserbad zerlassen. Vom Herd nehmen und unter Rühren etwas abkühlen lassen. 1 TL Zimtpulver untermischen. Das Dattelbrot glasieren und die Kuvertüre trocknen lassen.
:: Vollwertiger ReisPudding, sehr unphotogen ::
Nachdem ich in letzter Zeit eigentlich nur Curry- und Asia-Rezepte gepostet habe (oh goodness!), dachte ich mir, es dürfte auch mal wieder was anderes sein. Heute kochen wir vollwertigen ReisPudding und das heißt konkret: vollwertig, sojafrei, glutenfrei, industriezuckerfrei. Als tierleidfrei kann ich meinen Pudding allerdings nicht bezeichnen (obwohl er vegan ist), denn wenn ich meine Getreidemühle anwerfe, gehen meine Katzen stiften. Weicheier.
10 Datteln und 100 g ganze Mandeln werden in 1 l Wasser für 1 Stunde eingeweicht und dann zu einer sehr feinen Sahne püriert. Ich habe dafür den Vitamix genommen, aber das geht auch mit einem guten Pürierstab. Wenn kein guter Pürierstab vorhanden ist, sollte frau vielleicht bereits gemahlene Mandeln verwenden. Dann wird 100 g Vollkornreis fein gemahlen – entweder in der Getreidemühle oder mit einer “schlagkräftigen” Kaffeemühle o.ä. – ich habe übrigens Vollkornbasmati genommen, aber es funktioniert auch jede andere Sorte. Die Mandel-Dattel-Sahne wir unter Rühren zum Kochen gebracht, dann vom Herd genommen. Mit einem Schneebesen das Reismehl einrühren, dann nochmals aufkochen, bis das Ganze andickt und Cremesuppenkoksistenz bekommt. In eine mit kaltem Wasser ausgespülte Schüssel geben und abkühlen lassen. Mir schmeckt der Pudding am besten, wenn er vorm Servieren ein bissel im Kühlschrank war und es dazu frische Früchte gibt.
In letzter Zeit lese ich vermehrt FoodBlogs und bin immer wieder ganz hin und weg, wie unglaublich liebevoll die Photos gestaltet, die Speisen angerichtet werden. Und bin beeindruckt von der Aufwendigkeit vieler Gerichte, den ellenlangen Zutatenlisten mit schwer zu beschaffenden Ingredienzien usw. Lesen tu ich das wahnsinnig gern. Ich merke aber auch, daß es mir beim Kochen zunächst mal ums Kochen geht und nicht ums FoodStyling. Es geht um gesunden Genuß für jeden Tag, also sollen meine Rezepte auch an jedem Tag kochbar sein und nicht nur sonntags oder in der Urlaubszeit. So schön ich gestylte FoodPhotos finde, so wenig sagen sie mir doch darüber, wie das Gericht aussieht, wenn ich es daheim in meiner kleinen, rumpeligen Küche nachkoche, dabei ist das doch der eigentliche Maßstab, den ich bei Rezepten anlegen muß und will. Und das Allerwichtigste: es muß schmecken und variiert werden können (weil ich nicht alles mag oder vertrage, weil es gerade ein anderes Obst oder Gemüse im Hofladen gab etc.). Also, das Auge ißt fraglos mit, aber eigentlich finde ich andere Kriterien als nette Photos wichtig.
Wie seht Ihr das?
:: WokGemüse ohne Wok ::
Ich hab keinen Wok. Aber ich liebe WokGemüse bzw. überhaupt die asiatische Küche. Das Rezept für unser WokGemüse kommt ohne Wok aus; wir haben statt seiner einfach eine beschichtete Pfanne mit hohem Rand verwendet, die alle Zutaten fassen kann und sich hoch erhitzen läßt. Das hat auch mit Ceranfeld super geklappt.
Am Vorabend habe ich 400 g Tofu in Würfel geschnitten und ihn über Nacht in einer Marinade aus Sojasauce, Salz und Pfeffer ziehen lassen. Nicht-marinierten Tofu finde ich zwar ok, aber nicht wirklich lecker. Und noch ein Tip: gerade für asiatische Gerichte ist der importierte Tofu, den es in AsiaLäden gibt, besser geeignet als der Naturtofu, den es z.B. im Aldi gibt. Ich habe keine Ahnung, wie sie das machen, aber er ist viel cremiger ohne dabei zu zerfallen, und er hat einen deutlich besseren Eigengeschmack, kommt aber ohne Aromen und dergleichen aus.
Am nächsten Tag wird zunächst das Gemüse kleingeschnitten. Wir hatten einen halben Blumenkohl vom Vortag, drei Paprikaschoten, zwei Bambussprossen (das sind die spargelähnlichen Dinger auf dem Bild unten, die es bei unserem AsiaLaden in Lake schwimmend zu kaufen gibt), eine große Zwiebel und eine halbe Knolle Knoblauch.
In der Pfanne wird ein Öl erhitzt, das große Hitze aushält. Ich verwende eigentlich am liebsten Rapsöl, aber für die asiatische Küche darf es auch mal Erdnußöl sein. Die Tofuwürfel werden ohne die Marinade in dem Öl unter gelegentlichem Wenden goldbraun gebraten; das dauert knapp 10 Minuten. Dann werden sie aus der Pfanne gehoben. Anschließend werden die Gemüse in der Pfanne angebraten, bei scharfer Hitze. Zuerst kommt der Blumenkohl rein und darf 2 Minuten brutzeln, dann die Paprikastücke (1 Minute), dann Zwiebeln und Knoblauch (noch 1 Minute) und zuletzt die Bambussprossenstücke (noch 1 Minute). Nicht davon irritieren lassen, daß das Gemüse noch ziemlich knackig ist – das macht gerade den authentischen Wok-Geschmack aus. Gemüse aus der Pfanne heben.
Jetzt wird die Sauce gemacht. Wie Ihr wißt, koche ich oft und gern vollwertig, aber ich habe es bisher nicht hinbekommen, eine vollwertige WokSauce anzurühren, die meinen Gaumen befriedigt. Daher verwende ich für dieses Gericht zwei Fertigsaucen, die es im AsiaLaden gibt: Hoisinsauce und eine Pilzsauce. Ja, sie enthalten Geschmacksverstärker und ein paar E-Nummern, hinter denen sich sowas wie Essig- und Citronensäure, Kaliumsorbat und Xanthan verbirgt. Da ich sowas nicht oft esse, kann ich damit leben (das sage ich auch in Hinblick auf Weißmehl-Fertigsaucen-Raffinadezucker-Veganerinnen, die mir dann wieder Mails schreiben und sich darüber entsetzen, daß ich doch tatsächlich sowas zu mir nehme).
Die Sauce geht so: 500 ml kräftige Gemüsebrühe, die Marinade der Tofustücke, 6 EL Pilzsauce und 4 EL Hoisinsauce in die heiße Pfanne geben. Einmal aufkochen und ggf. mit etwas angerührter Speisestärke andicken (Schneebesen benutzen!). Das Gemüse und den Tofu dazugeben, noch einmal heiß werden lassen und mit Basmatireis servieren.
Hat eine von Euch eine vollwertige Alternative zur dunklen WokSauce für mich? Wäre sehr daran interessiert.
Eine Schale Reis ist natürlich für Kali.


















