Kategorie: Machungen
:: Der Tag des ersten Krokus’ ::
Gestern Abend habe ich angefangen, meinen Batik-Bar-Quilt zu quilten, diesmal in Längsreihen. Bin immer wieder fasziniert davon, wie einfach das mit dem Anschiebetisch geht. Heute Morgen war mein ganzes Zimmer in goldenes Sonnenlicht getaucht. Ich habe mir einen Stuhl ans Fenster geschoben und das erste Sonnenbad in diesem Jahr genommen. Die Sonne küßte meinen Quilt und brachte die Farben zum Leuchten. Seelenfarben, dachte ich.
Am Mittag hatten mein Mann und ich eine Verabredung zum Essen. Wir haben den AsiaWok im Nachbarort besucht, zum ersten Mal. Das Essen war lecker, aber das Lokal war sehr laut, grell, unfreundlich. Kein Ort zum Verweilen. Demnächst Take-Away und Essen im Auto.
Danach waren wir kurz in den Feldern. Wahnsinn, dieses Sonnenlicht! Im Januar! Am Wegrand sah ich die erste Krokusblüte des Jahres, sonnengoldgelb, putzmunter. So fühle ich mich auch. Dieser Winter hat mich nichts ausgemacht (ich glaube, es liegt am Vitamin D).
Beim Importieren dieses Bildes hat mein Rechner irgendeinen Fehler gemacht. Oben Goldruten im Sonnenlicht, unten die Schnurrhaare vom Fietz. Zwei Dinge, die ich sehr liebe. Paßt doch.
Heute Nachmittag mische ich Tees und Gewürze, das ganze Haus duftet schon danach. Später mache ich das Quilting fertig und vielleicht das Binding. Imbolc-Gefühl. Am Tag des ersten Krokus’.
:: BeerenMarmelade ::
Marmelade einzukochen ist die ideale Ferienbeschäftigung, finde ich. Was gibt es Besseres, als im Januar einen beerigen Gruß aus dem Sommer aus der Tiefkühltruhe hervorzuziehen und daraus süßes Fruchtmus zu kochen, für die kommenden kalten Tage?
Unsere Etiketten sind mit Liebe handgemacht.
Freude, Liebe, Dankbarkeit, Ofenglut, Sommerhitze und schöne gemeinsame Frühstücke haben wir hineingerührt: wie es sich für Hexen gehört, rund und rund und rund.
:: Holzfeuer ::
Um nichts in der Welt möchte ich die Wärme und die Behaglichkeit eines Holzfeuers missen.
Endlich…unser Ofen brennt.
:: WochenendMachungen ::
Fühlte mich kalt und unbehaglich am Morgen. Unser Holzofen ist noch nicht angeschlossen und darum saß ich in zwei Deckel gemuckelt und mit Strickmütze auf meinem Kuschelsessel, schrieb Tagebuch für das Schattenbuchprojekt, las Interessantes über Rohkost und ließ mich von Ivy bemurkeln.
Beim Frühstück ereilte mich wieder einmal die Brotunlust. Mein Mann schlug vor, ich sollte mir doch eine Kraftbrühe kochen, weil ich auch so erschöpft aussähe (bin ich ja auch). Also Kohlraben, Staudensellerie, Lauch und Karotten zusammen mit Lorbeerblättern und Petersilie ausgekocht, zwei Stunden lang. Aus rohköstlicher Sicht ein Unding, aus Sicht der TCM der Knaller. Ich finde sie lecker und schlürfe sie genußvoll.
Nachmittags in unserem Heimatdorf unterwegs gewesen. Die DHU baut hier einen Teil ihrer Pflanzen an. Das Gelände sieht aus wie ein Lehrgarten, will mich da unbedingt mal schlau machen, ob es Führungen gibt. Lustig: das Aconit, das mich schon vor x Erkältungen bewahrt hat, kommt direkt von hier. Grüße von daheim. Hier mal was dazu.
Die Männer waren fleißig, haben Lattungen verschraubt, Türen abgeschliffen, Rigipswände aufgestellt, alte Ofenlöcher verputzt. Ich habe nur ein bißchen Stoff zugeschnitten. Am Spätnachmittag haben wir Lebkuchen gebacken, nach diesem Rezept hier. So lecker! Bloß schmeckt frau den Zucker nicht raus, obwohl soooo viel drin ist. Aber veganer Lebkuchen ist nicht so oft zu finden und der hier ist praktisch vollwertig. Naja, fast. Vielleicht. Ein bißchen.
Abends dann wieder gelesen und Tee geschlürft. Die Männer werkeln noch immer, ich höre ihnen nur zu.
Denke darüber nach, wie viel ich gerade wem von mir geben mag. Fühl mich heute schwer und müde, auf eine gute Weise.
:: Ein Schritt in Richtung Subsistenz ::
Zu unserem Haus gehört ein großer Nutzgarten. Die Familie, die das Haus vor uns bewohnte, hat hier ihren Eigenbedarf erwirtschaftet und darüber hinaus sogar noch Angebautes verkaufen können. Überhaupt gibt es hier bei uns im Ort noch ziemlich viele Kleinbauern – auch ein Grund, wieso dieser Tage ständig Traktoren und uralte Trecker durch unsere Straße tösen. Jedenfalls schafft dieser Garten für uns die Möglichkeit, ein Stück auf unserem Weg Richtung Selbstversorgung weiterzugehen. Ich mache mir da eigentlich nichts vor: mit zwei Behinderten der in der Familie werden wir niemals vollständig autark sein (können), denn erstens ist die Arbeitskraft schlicht vermindert und zweitens werden wir immer Zeug brauchen, das wir nicht selbst herstellen können. Ich glaube auch nicht, daß es darum geht, völlig autark zu sein. Vielmehr ist es uns wichtig geworden, weniger abhängig zu sein und mehr selbst zu machen bzw. zu können. Ich fühle mich nicht gut damit, mich allein darauf zu verlassen, daß meine Männer irgendwann vielleicht Rente bekommen oder daß für mich eines Tages das Sozialamt / mein Kind / die Suppenküche sorgt. Lieber möchte ich mich ermächtigen und mir neue Fähigkeiten aneignen, mit denen ich auch später ein gutes Leben haben werde.
Was mir grundsätzlich gefallen würde, wäre ein Permakulturgarten. Permakultur bedeutet – kurz gesagt – daß im Garten eine sich selbst aufrechterhaltende Kultur angelegt wird, mit möglichst vielen, breitgefächerten Nischen und Lebensräumen. Dazu gehören u.a. Bäume, Sträucher, Hecken, Stauden, Kräuter (auch sog. Unkräuter), Gemüsepflanzen, ein Teich, Kleintiere usw. Von der Fläche her würden wir so eine Permakultur sogar anlegen können, allerdings gibt’s dabei einen gewaltigen Haken: ich möchte keine Kleintiere halten. Vielleicht eines Tages Hühner, aber zur Zeit muß ich mir leider eingestehen, daß ich es nicht schaffen würde, mich in angemessener Weise um sie zu kümmern. Von Ziegen, Hasen, Schweinen und Enten mal ganz zu schweigen.
Was ich mir praktikabel vorstellen könnte, wäre ein Garten im Sinne der dreiphasigen Bewirtschaftung. Das bedeutet, daß die Beete so genutzt werden, daß sie pro Jahr dreimal Ertrag bringen, zumindest wenn das Wetter und alle anderen Umstände mitspielen. Den Gedanken, das ganze Jahr hindurch ernten zu können, finde ich super. Diese Form des Anbaus erfordert dann allerdings auch wieder das Rupfen von sog. Unkraut, worauf keiner von uns wirklich scharf ist.
Ich habe noch nicht rausgefunden, ob bzw. wie ich Permakulturelemente mit dem dreiphasigen Anbau kombinieren kann, so daß wir vielleicht etwas weniger Ertrag haben (Himmel, wer braucht schon 250 Mairüben, so auf einen Schlag?), dafür aber auch weniger Unkraut rupfen müssen. Vielleicht ist das auch einfach eine Frage des Ausprobierens.
Für die kommenden Wochen habe ich mir erstmal zwei Bücher besorgt, einmal das Standardwerk für Selbstversorger und dann ein total nützliches Bändchen, dessen Erstauflage von 1904 ist. Zweiteres ist übrigens auch das Buch, das findet, daß 250 Mairüben im Mai eine tolle Idee seien *g*In beiden Büchern gibt’s übrigens auch große Kapitel zum Thema Vorratshaltung, was ich enorm spannend finde. Bisher habe ich nur eingekocht bzw. Kräuter durch Trocknung und Einlegen haltbar gemacht, aber ich glaube, ich muß unbedingt mal Beeten, Sellerie und Rüben im Keller überwintern.
:: Kompliziert vegan in Frankreich ::
Gestern waren mein Mann und ich im Elsass. In Soufflenheim haben wir die Potéries (Töpfereien) besucht, ein Geschenk gekauft und etwas für uns. Ich liebe Getöpfertes und könnte jedesmal die ganzen Läden leerkaufen (abgesehen von Buttertöpfen und Schneckenservierpfannen *brrr*).
Danach waren wir in einem Hypermarché, der sich aus veganer Sicht als komplette Enttäuschung erwies. Der Markt ist ungefähr so groß wie zwei Fußballplätze und er hat nicht einmal eine Miniecke mit veganen Produkten, weder in der Kühlung noch so. Es gab sage und schreibe zwei vegane Aufstriche, von denen 80 Gramm rund 4 € gekostet hätten, aber dafür zwei komplette Regalreihen nur voller Milch in Plastikflaschen. Als ich an dieser Unmenge Milch vorbeirollerte, dachte ich daran, daß in jeder Flasche Milch bis zu sieben Tropfen Eiter enthalten sind und vergleichsweise viel Blut – bei den ganzen Flaschen da dürften rein statistisch gesehen ein paar Flaschen Eiter und Blut zusammenkommen. Tja, ich krieg schon die Krise bei einem Tropfen Eiter, der in Form eines Pickels daherkommt. Welche mehr über die “gute” Milch lesen mag, hier entlang bitte.
Ich gehe ja nicht oft einkaufen und war gestern von den Ausmaßen der Fleischtheken regelrecht geschockt. Besonders fies fand ich die Theke mit Halal-Fleischprodukten. Was Halal bedeutet, ist hier gut zusammengefaßt. Ich verzichte jetzt mal darauf, Euch anhand von Videos zu zeigen, was Halal für die geschächteten Tiere bedeutet, die vorher meist nicht betäubt werden, aber welche das interessiert, kann ja einfach mal danach suchen.
Eigentlich wollten mein Mann und ich ein paar Sachen für ein Picknick einkaufen, aber unsere Ausbeute bestand letztlich aus einem Baguette, einer Dose Kichererbsenpaste (Hummus) und zwei Bananen. Tjoa, das finde ich schon traurig. Wir ließen es uns aber trotzdem schmecken und zuckelten dann gemütlich über Wissembourg, die Südpfalz und schließlich Germersheim nach Haus zurück. Ich lebe jetzt schon zwei Jahre in Baden und fühle mich dennoch immer wieder wie im Urlaub – ich liebe die Landschaft hier total. Wenn jetzt noch das Meer näher wäre, wäre es kaum auszuhalten
Und hier kommt noch mein WochenendRückblick:
[Wetter] Sonnig und sommerlich mit tiefblauem Himmel. Hach ja.
[Gemacht] In Frankreich gewesen. Entrümpelt. Ausgeruht.
[Gehört] Tess Gerritsen-Hörbücher (Blutmale und Die Chirurgin). Moby.
[Gelesen] Ein paar Blogs.
[Getrunken] Frischgepreßten O-Saft. Leitungswasser. Zu wenig Tee.
[Gegessen] S.o. – und deftige Pfannekuchen als Gratin. Rezept folgt.
[Gedacht] An kommende Quiltprojekte.
[Gelacht] Eher gelächelt.
[Gefreut] Über ein Großprojekt, das uns die kommenden Monate beschäftigen wird.
[Geärgert] Über die üblichen Verdächtigen. Hat alles schon so’n Bart.
[Gekauft] Ein Geschenk. Schokolade.
[Spirituelles] Eine Begegnung.
[Und sonst so?] Ich bin müde, fühle mich aber im Flow.
[Ausblick auf die nächste Woche] Zig Termine. Monatsblöckchen nähen auf Vorrat.
:: Schatten- und Tagebuchprojekt 3.0 ::
Seit zwei Jahren gibt es das Schattenbuchprojekt. Die aktuelle Runde läuft noch bis Ende Juni, so daß ich jetzt schon einmal vorfühlen möchte, ob es für ein nächstes Schattenbuchprojekt überhaupt Interessentinnen gibt.
In den letzten Jahren hat sich herauskristallisiert, daß der Begriff “Schattenbuch” eigentlich zu eng gefaßt ist, weil er impliziert, daß nur magischer Content in die Bücher hineingehört. Es hat sich jedoch gezeigt, daß Magie / Spiritualität und Alltag meist so untrennbar miteinander verbunden sind, daß es unsinnig ist, eine künstliche Trennung aufrechtzuerhalten. Aus diesem Grund habe ich den Titel “Schatten- und Tagebuchprojekt” gewählt. Fortan sollen die Bücher also sowohl mit explizit magischen, aber zusätzlich mit Artikeln aus dem Alltag gefüllt werden.
Ich habe mal ein Brainstorming gemacht, was ich mir für Content vorstellen könnte:
- Naturbeobachtungen (Wald, Garten, …) im Laufe des Jahres
- Jahreskreisrituale bzw. Ideen dafür
- Gedanken zu Alltagsthemen
- “erzähl von Dir”
- Rituale und Ideen zu allen anderen Anlässen (sowohl im Lebenskreis [Schwangerschaft, Geburt, Namensgebung, Eheschließung, Geburtstage und Co.] als auch anderes [FrauenSpiri, Familienrituale, SchaMagisches, ...])
- Rezepte
- Gedichte / Lieder / Geschichten
- Orakel / Tarotlegungen
- Buchvorstellungen
- Zeichnungen und Bilder
- Photos und Ausdrucke
- Anleitungen und Anregungen für Kreatives
- und vieles mehr
Neu ist auch, daß ich diesmal vier Mitfrauen suche anstatt bisher drei. Bislang war es so, daß das eigene Buch für drei Monate zu Besuch war, bevor es zur letzten Station aufbrach, doch diesmal möchte ich, daß jede ihr eigenes Buch erst nach einem vollen Jahr wiederbekommt.
Hier noch die Regeln in Kurzfassung:
- Jede geht mit einem Blankobuch an den Start. Dies muß folglich vor dem 1.7.11 angeschafft werden.
- Das Buch darf DIN A 6 bis DIN A 4 Format haben, liniert, kariert oder komplett blanko sein.
- Die Bücher werden ausschließlich versichert verschickt.
- Die Bücher wandern das erste Mal am 1.7.2011 und dann alle drei Monate jeweils zum Monatsersten. Zum 1.7.2012 kehren sie zu ihren Besitzerinnen zurück.
- Die Bücher sind pfleglich zu behandeln. Keine möchte Kaffeeränder, Wasserschäden, herausgerissene Seiten oder sowas in ihrem Exemplar wiederfinden.
- Da es sich in den letzten Runden als praktikabel herausgestellt hat, bitte ich die Teilnehmerinnen (sobald die Gruppe feststeht), sich in der Geistereiche zu registrieren. Dort werde ich ein nur für die Schattenbuchfrauen einsehbares Unterforum einrichten, in dem wir die Organisation abwickeln und uns austauschen können. Natürlich ist keine dazu gezwungen, am weiteren Forenbetrieb teilzunehmen.
- Die Beiträge können handschriftlich oder am Computer verfaßt (und dann ausgedruckt und eingeklebt) werden. Bei der Wahl des Schreibmittels (Tinte, Kulli, …) soll darauf geachtet werden, daß dahinterliegende Seiten nicht beschädigt werden.
Noch etwas ganz Wichtiges: natürlich weiß keine von uns, was die kommenden Monate bringen werden. Persönliche Hochs und Tiefs, Streß, Krankheiten und Co. sind weder plan- noch vermeidbar und dafür hatte auch in den beiden vorigen Runden jede Teilnehmerin Verständnis. Eine “Mindestmenge” an Bucheinträgen gab es bisher nicht und sowas finde ich auch absurd. Allerdings wünsche ich mir, daß sich nur Interessentinnen melden, die willens sind, sich hin und wieder ein paar Minuten für das Projekt zu nehmen, so daß am Ende keine ein nur auf wenigen Seiten beschriebenes Buch zurückbekommt.
Sollten sich mehr als vier Interessentinnen melden, entscheidet wie immer das Los
Edit: bis zum 26.4.11, Mitternacht, könnt Ihr Euch noch melden.
:: Was wurde aus…? ::
…der Sammlung sakraler Texte? Ich habe von genau einer Frau etwas für die Sammlung bekommen und erkläre das Projekt leider für gescheitert. Vielleicht war’s auch nicht der richtige Zeitpunkt. Ich sammle einfach privat weiter. Unter Umständen wird daraus eines Tages mal ein PDF oder so.
…dem Schattenbuchprojekt 2.0? Die Bücher sind gerade bei der vorletzten Station, nämlich bei der jeweiligen Eigentümerin. Es ist so ein tolles Projekt *schwärm*
…GuerillaGiving? Ich hatte gehofft, daß ich im Zuge meines Fitter-Werdens öfter dazu käme, Geschenke auszulegen, aber leider ist dem nicht so. Von Oktober 2009 bis November 2010 war ich out of order wegen Schultergedöne und jetzt bin ich seit Januar außer Betrieb wegen Fußgedöne. Ich komme nicht oft raus (außer zu Ärzten), und da macht es für mich nicht soviel Sinn, Geschenke auszulegen. Das Projekt liegt also nur auf Eis wegen gesundheitlichen Problemen, aber wenn ich dann HOFFENTLICH endlich mal nicht mehr so marode bin, geht es weiter. Geschenke sind schon einige verpackt und etikettiert
:: Machungen ::
Die Zeitqualität um Samhain herum hat etwas ganz Eigenes. Ich habe das Gefühl, das ganze Jahr 2010 sei an mir vorbeigerauscht wie ein D-Zug und erst jetzt bin ich in ihm angekommen. So sehr, daß ich manchmal schon glaube, mich in einer Art großem Wackelpudding zu befinden, der meine Bewegungen schwerfällig und meine Gedanken träge macht. Die große Entschleunigung im Herbst.
Mein Sohn hat diese Woche Schulferien und obwohl ich es genieße, mehr Zeit mit ihm zu verbringen, fällt mir doch auf, wie arg ihm der Schulalltag fehlt. Ich mache mir keine Illusionen: das wird wohl nicht so bleiben, bis er irgendwann seinen Abschluß macht, aber es freut mich ungemein, daß er die Schule mag und lernen will. Für ihn ist es eine Zeit des großen Umbruchs. Schrift und Schriftlichkeit werden immer wichtiger. Er schreibt jetzt auf, was eingekauft werden muß, was wir kochen sollen, was die Katzen in meiner Abwesenheit anstellen und vieles andere mehr. Überall im Haus finde ich Briefchen und Notizen von ihm. Noch schreibt er das Z verkehrt herum, noch enden viele Wörter mit -a statt mit -e / -er.
Gestern haben wir Marmelade gekocht. Das Aufschreiben des Rezepts war ihm zu mühselig, also hat er es kurzerhand gezeichnet.
Während im Garten die Weinblätter fallen, sitze ich an der Nähmaschine und quilte meinen StargazingBeauty. Für mich das erste größere NewYorkBeauty-Projekt und alles andere als perfekt, aber ich liebe es trotzdem (oder gerade deswegen) heiß und innig. Allmählich geht es auch mit anderen Nähereien voran. Bis Ende des Jahres soll noch ein Quilt fertig werden, von dem ich gerade mal die Hälfte aller Blöcke genäht habe.
Wie jedes Jahr zu Yule überlege ich auch jetzt schon wieder, ob ich die kleinen Aufmerksamkeiten für Freundinnen und Bekannte selbermachen oder kaufen soll. Eigentlich verböte es meine Quilterehre, etwas zu kaufen, aber uneigentlich fehlt mir die Zeit für eigene Projekte, was mich nörgelig macht. Mal sehen. Zum 1.1. möchte ich alle “Fremdprojekte” geschafft haben und frei für Eigenes das neue Jahr beginnen. Das wird der einzige Vorsatz bleiben, hoffe ich
Meine Salbei-Räucherzigarren sind nun komplett durchgetrocknet und werden Haigal und mich bei Heilungsritualen begleiten.
:: Dieser Oktober ::
Der Oktober bis jetzt ist für mich von einer blutdruckhochtreibenden Geschäftigkeit geprägt. Ich hatte das ganze Jahr über sehr relaxed genäht und geschafft und mir auch nie zuviel vorgenommen, aber gegen Jahresende häuft es sich massiv. Hier eine Wichtelaktion, da zwei Geburtstage, dann noch ein Quilt, ein Adventskalender und zwei Täusche. Ächz! Die Projekte für mich selbst bleiben gerade auf der Strecke, wie z.B. mein StargazingBeauty-Wandbild, das ich noch nicht einmal gequiltet habe. Gut, ich bin diese Verpflichtungen eingegangen, habe ja gesagt und werde alles fertigstellen, aber danach greife ich den Faden eigener Sachen wieder auf (ich denke an meinen Storybookquilt, dessen neun fertige Blöckchen an meiner Designwand hängen und mich locken).
Der Oktober ist aber bei aller Arbeit auch ein Monat der Auf- und Loslösung. Ich bin erst jetzt in 2010 angekommen, den “Rest” des Jahres habe ich nicht wirklich erlebt (ich fühlte mich eher gelebt). Ich wollte Pfirsichmarmelade mit Blüten einkochen, was ich – wie so viele andere schöne Dinge – nicht getan habe. Ich hatte ja jetzt seit letztem Oktober mit meiner Dauerschmerz-Arie zu tun, die sich endlich löst. Jetzt finde ich Zeit, in den Herbstsegnungen zu schwelgen: Pilze, Kürbisse, Weintrauben, Zwiebeln genau wie Nebel, Sonnenschein, Regen und gemütliche Kuschelnachmittage mit Tee und Büchern. Beeindruckt bin ich davon, wie sich zur Zeit Konflikte wie von selbst zu lösen scheinen. Selbst wenn ich auf Krawall gebürstet bin, lösen sich Probleme ohne viel Zutun. Da kann ich ganz entspannt bleiben. Herrlich! Übrigens habe ich das Gefühl, daß ich insgesamt viel relaxter geworden bin. Ich frage mich, woran das liegt?!
Spirituell ist der Herbst ja genau “meine” Zeit. Am Wochenende fand ich mich an einer Quelle wieder, wo ganz spontan und ungeplant ein wunderschönes Ritual vollzogen wurde. Ich habe viele Ideen für die kommenden Jahreskreisfeste und vor allem auch Lust, diese zu feiern. Ich genieße die nebligen Abende, den kalten Wind und die goldene Sonne (wenn sie mal durch die Wolken spitzt).
Neulich, bei der Lektüre der 12 wilden Schwäne, ist mir aufgegangen, daß diese mich jetzt seit dem Sommer 2009 begleiten. Wenn ich den Außenpfad durchgearbeitet habe, möchte ich das Buch nochmal am Streifen lesen und in seiner Gesamtheit bedenken. Angefangen haben wir mit rund 30 Menschen, jetzt ist der “harte Kern” auf etwa vier Leute zusammengeschmolzen. Zunächst hatte ich das sehr bedauert, aber inzwischen freue ich mich über die Verbundenheit und auch über das sehr persönliche Level, das wir miteinander gefunden haben.
So, ich gehe jetzt mal Tee kochen
Laßt es Euch gutgehen!


















