Kategorie: FamilienLeben
:: KinderPyjama in 128 gesucht ::
Hat eine meiner Leserinnen einen abgelegten KinderPyjama in 128 aus Flanell, Frottee oder Nicki für meinen Sohn? Wir würden ihn gern kaufen
Falls ja, freue ich mich über Mail an amala ät schlampengoettin.de
Dankeschön
:: Imbolc ::
Über die Jahreskreisfeste wird überall so viel geschrieben, da reih ich mich mal nicht ein. Aber Imbolc-Stimmung hat’s bei uns ganz doll; die Sonne lachte heute golden vom strahlendblauen Himmel, Schnee- und Eisreste tummeln sich im Garten und auf den Dächern, im Ofen knacken Eichenscheite und bei – 10° C fühle ich mich hier definitiv wie in Badisch-Sibirien…und dabei spitzen schon die Narzissen und Krokusse aus der Erde.
Meine Familie und ich haben dieses Jahr keine Stroharbeiten gemacht und stattdessen ein kleines Räucher- und Feuerritual gefeiert, rund um den Kamin, das Herz des Hauses. Für die Göttin gab es ein Tabakopfer (Tabak wächst hier bei uns der Region, also von wegen Kulturgutklau), für den Hausgeist Beifußrauch und für uns einen kleinen Wunscherfüllungszauber.
Obwohl es noch mitten im Winter ist (und sich auch so anfühlt), blicke ich schon auf den Winter zurück. Dieser jetzt kam mir gar nicht so lang, hart, dunkel vor wie die Winter der letzten zehn, fühnfzehn Jahre. Ich glaube, das liegt – total unromantisch – daran, daß ich meinen Vitamin-D-Haushalt jetzt im Griff habe. Wieso die Kassen Vitamin-D-Bluttests nicht bezahlen, werde ich nie verstehen. Und ich schaue nach vor. Was will ich noch in diesem Winter machen? Vor allem einen Quilt für meinen anderen Mann, der bisher unbequiltet ist, während der andere schon kuscheln kann. Und ein neues Projekt starten, davon die Tage mehr.
:: Deckchen vom Sohn ::
Am Wochenende haben mein Sohn und ich zusammen genäht. Seit seinem ersten Projekt hat sich bereits eine Menge verändert. Die Nähmaschine war am Anfang eine unbekannte Größe, die komische Sachen (und seltsame Geräusche) gemacht hat, die er nicht logisch oder einleuchtend fand. Da kam es vor, daß er zu arg am Nähgut zog, was die Naht verrutschen ließ, oder daß er zu sehr am Faden riß, bis dieser aufgab. Das hat sich komplett geändert; er kriegt jetzt richtig Gefühl für seine kleine Janome.
Wir haben ein Deckchen in der Quilt-As-You-Go-Methode genäht, also die Stoffe direkt auf das Vlies aufgenäht und es später mit Rückstoff verstürzt. Ich habe nur eins gemacht: die knappkantige Verschlußnaht, die einmal rungsum läuft. Alles andere – incl. Stoffe aussuchen, bügeln, nähen, Zierstich, wenden, Perle aufnähen etc. – hat mein Sohn gemacht. Mit viel Liebe. Und wirklich superakkurat *vor Stolz platz*
:: Abendgespräch ::
Mein Mann und mein Sohn waren vor zwei Wochen im Wald unterwegs, von wo sie Tannenzapfen mitgebracht haben. Durch die Wärme im Haus haben diese sich jetzt geöffnet, so daß die Samen herausfallen. Nach dem Abendessen saßen mein Sohn und ich also am Küchentisch und knabberten diese Tannennüßchen.
Er: “Die sind so lecker! Kann ich morgen welche davon in die Schule mitnehmen?”
Ich: “Nein, Deine Schulfreunde finden Dich jetzt schon komisch genug.”
Männer (im Hintergrund) : *wegbrech*
:: BeerenMarmelade ::
Marmelade einzukochen ist die ideale Ferienbeschäftigung, finde ich. Was gibt es Besseres, als im Januar einen beerigen Gruß aus dem Sommer aus der Tiefkühltruhe hervorzuziehen und daraus süßes Fruchtmus zu kochen, für die kommenden kalten Tage?
Unsere Etiketten sind mit Liebe handgemacht.
Freude, Liebe, Dankbarkeit, Ofenglut, Sommerhitze und schöne gemeinsame Frühstücke haben wir hineingerührt: wie es sich für Hexen gehört, rund und rund und rund.
:: Erster Quilt meines Sohnes ::
Zu Weihnachten hat mein Sohn die langersehnte Nähmaschine bekommen, die SewMini von Janome. Natürlich gab es dazu Stöffchen, Vlies, Nadeln, Garn – eben alles, was des Jungquilters Herz begehrt. In den letzten Tagen wurde dann in mehreren Etappen ein erster, einfacher Quilt aus einem Weihnachtspaneel genäht. Mit viel Gegiggel, Erzählen und Singen.
Ich habe mich bewußt sehr zurückgehalten und nur erklärt, was wie funktioniert und welche Tricks es gibt. Ich glaube, das war für meinen Sohn und für mich gleichermaßen eine wichtige Erfahrung: er bekommt Nähkompetenz und das Gefühl, daß ich ihm das alles zutraue (und dadurch traut er es sich auch zu), und ich lerne mal wieder, ihn auch auf Gebieten, in denen ich mich gut auskenne, seinen eigenen Weg gehen zu lassen. Es ist spannend, was dabei passiert, so zwischen uns.
Jetzt ist das gute Stück fertig und wird geliebt, beschmust, herumgetragen und gestreichelt. Schööööön
:: Jahreswechsel ::
Ich hoffe, Ihr seid gut rübergekommen? Unser Jahreswechsel vollzog sich in aller Stille. Wir haben Raclette gemacht, ein bißchen orakelt und dann eine DVD über den Jakobsweg geguckt. Um Mitternacht stießen wir mit Kindersekt an, schauten ein bißchen Feuerwerk und um 0.22 Uhr lag ich im Bett *lol*
Am Neujahrtag waren mein Mann und ich lange unterwegs, im Wald, auf dem Berg, in den Feldern. Die Welt war ganz still und kam mir angesichts der von Alkoholflaschen überquellenden Glascontainer verkatert vor. Wir haben Babyschnecken getroffen und Wildkräuter genascht. Für einen Moment blitzte sogar die Sonne durch.
Wie gehe ich ins neue Jahr? Mit leichtem Gepäck. Keine Vorsätze, schon gar keine Diätpläne – das ist auch gar nicht nötig. Ich habe nur ein paar Wünsche, an die ich mich erinnern will: mehr Gelassenheit, mehr Bewegung, sowas eben. Ich habe einen neuen Quilt angefangen, der wahrscheinlich mal ein Wandbehang für das Wohnzimmer werden will. Und auch mein Sohn näht fleißig vor sich hin.
Und das hier ist unsere scheue Ivy, die sich nie berühren ließ. Die Finger an ihrem Flauschebauch sind übrigens die Meinen. Cat-happy-ending.
:: WeiheNächteRückblick ::
Unser erstes Weihnachten im eigenen Haus war so, wie wir es uns gewünscht haben: gemütlich, druckfrei, kleindimensioniert. Den 24. Dezember haben wir komplett vorm Kamin bzw. unterm Lichterbaum verbracht. Am meisten gerührt hat mich das Geschenk meines Sohnes: er hat schon seit einer Weile Stöffchen gesammelt und von seinem Taschengeld gekauft, weil er sich sehnlichst eine eigene Nähmaschine gewünscht hat. Und für mich hat er dann die schönsten fünf FatQuarter eingepackt. Da hatte ich echt Pipi inne Augen. Natürlich konnte ich das Geschenk nicht annehmen, aber diese Geste fand ich so wunderschön…
Am 25. Dezember waren mein Mann und ich auf dem Turmberg, sind spazieren gegangen / gerollert und haben Brombeerblätter genascht.
Am Nachmittag habe ich die große Nähmaschineneinweisung für meinen Sohn gemacht und wir haben angefangen, einen einfachen Weihnachtsquilt aus einem Paneel zu nähen. Für mich ist es eine schwierige Lektion, ihn einfach machen zu lassen und die Ansprüche, die ich an meine Näharbeiten habe, außen vor zu lassen.
Gestern dann waren mein Mann und ich in der Pfalz unterwegs, am Weintor. Abends spielte uns der andere Mann auf der Harfe vor – da könnte ich stundenlang zuhören.
Mich haben einige Leserinnen gefragt, was wir die Tage über gegessen haben, daher schreibe ich Euch das hier mal: am 24. haben wir einen grünen und einen Bohnensalat, geschmorte Pilze, Aioli, Sojawürschtel und Kartoffeln aus der Kaminglut gehabt. Am 25. gab es Kartoffelknödel, Rotkohl und den Rest grünen Salat sowie eine Spekulatius-Tiramisu. Und gestern hatten wir Kartoffelgratin, Kräuter-Erbsen und den Rest Rotkohl.
:: NikolausNachlese ::
Um 6.30 Uhr weckt mich Gekicher und Geraschel aus der Küche, und leises Geklingel. Mein Sohn schleicht umher, befühlt seinen gefüllten Nikolausstrumpf und hat vor Aufregung rote Bäckchen. Ob der Nikolaus da war und den Lebkuchen gegessen hat, den wir vor die Tür gestellt haben? Wir schauen nach. Tatsächlich, bis auf einen Krümel ist alles weg, und sein Esel hat sich auch die Möhre schmecken lassen. Jetzt wird ausgepackt. Strümpfe, Hüttenschuhe, eine Ausstechform für Fledermauskekse (der Nikolaus hat einen coolen Geschmack, denke ich) und einen Reflektor für die Jacke. Glückliches Kindergrinsen, aber die Freude ist erst perfekt, als auch wir alle ausgepackt haben. Die Männer, kleine und große, verlassen das Haus und ich krabbel nochmal ins Bett. Vorm Einschlafen denke ich, wie schön ich es finde, daß mein Kind nicht nach mehr verlangt hat oder nach anderen Dingen und freue mich, daß er noch gar nicht weiß, daß er am Abend noch ein Buch bekommen soll, das zu groß war für den Strumpf. Unerwartete Geschenke sind doch eigentlich die Besten…
Mittags heize ich den Ofen an – bin darin mittlerweile richtig gut und ja, es ist eine Wissenschaft für sich, vor allem wenn frau auf “Glanzrußentwicklung” verzichten möchte. Ivy springt auf meinen Schoß, denn das tut sie seit zwei, drei Wochen ohne Angst. Jetzt kann ich zwischendurch sogar aufstehen und mich aus der Decke, auf der sie liegt, herauswühlen, ohne daß sie aufspringt. Unsere scheue Katze halt, nicht wahr? Für mich gibt es nichts Schöneres, als mich von Katzen bebrüten und bemurkeln zu lassen. Die schrei-pinke Decke ist übrigens ein Erbstück und herrlich warm, allerdings spiele ich schon länger mit dem Gedanken, sie zu einer Quiltrückseite werden zu lassen *hüstel*
Nachmittags mache ich einen Abstecher in mein Nähzimmer, wo der angefangene Weihnachtsquilt auf mich wartet. Ich habe mir ja schon mal einen genäht, der mir aber für’s Kuscheln im Bett zu klein und zu steif ist. Der neue Weihnachtsquilt besteht aus einer Jelly Roll, einer Menge Unistoff und einer Polarfleece-Rückseite.
Am frühen Abend holt mein Mann mich ab, damit wir einkaufen und unseren Sohn an der Schule einsammeln können. Im Hofladen komme ich wie immer mit der Verkäuferin ins Gespräch und sie erzählt mir vom Feldsalat-Irrsinn: der Großmarkt nimmt ausschließlich gewaschene Ware an, was bei 200 kg Feldsalat ein Akt ist (wiegt mal 1 kg Feldsalat ab…). Und wenn auch nur ein gelbes Blatt dabei ist, werden die gesamten 200 kg nicht abgenommen! Mich empört sowas maßlos. Zum Abschied schenkt sie mir Kohlrabi- und Rettichblätter und betont: für mich, nicht für die Kaninchen (die ich eh nicht habe).
Wieder daheim packe ich mein Vichtelpaket aus, helfe ein bißchen beim Kochen und später abends lasse ich mich wieder bemurkeln. So geht der Tag auch rum…
:: Holzfeuer ::
Um nichts in der Welt möchte ich die Wärme und die Behaglichkeit eines Holzfeuers missen.
Endlich…unser Ofen brennt.


















