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Kategorie: Ernährung

:: Von Schönheit und Tod – oder: wie mensch Grausamkeit salonfähig macht. Ein patriarchales Stück Kultur ::

Zur Zeit gibt es in der staatlichen Kunsthalle Karlsruhe eine Ausstellung mit dem Titel “Von Schönheit und Tod”. Gezeigt werden ausschließlich Werke, deren zentraler Aspekt Tierkadaver sind. Einen kleinen Einblick gibt dieses Video.

Wie die Veranstalterin Prof. Dr. Müller-Tamm schon richtig sagt, ist das ein “schwieriges”, “widerständiges Thema”, wenngleich sie ebenfalls behauptet, daß sich die ausgestellten Künstler mit größtem Respekt den Tierkörpern gewidmet hätten. Dr. Holger Jacob-Friesen spricht im Video davon, daß die Bilder den Zweck hätten, ihren Auftraggebern “etwas Dekoratives in ihre großen, repräsentativen Räumlichkeiten zu geben”.

Was sagt das über uns, unsere Gesellschaft, unseren Umgang mit Tieren und nicht zuletzt über unser Verständnis vom Tod?

Für mich ist es widersinnig, daß der Tod in unserer Gesellschaft stark tabuisiert und gleichzeitig in solchen Zusammenhängen als “etwas Dekoratives” betrachtet wird. Womöglich ist die Kunst der einzige Weg, der uns, die wir durch Christentum und Patriarchat weit von einem entspannten Umgang mit so etwas Natürlichem wie dem Tod entfernt wurden, geblieben ist, uns diesem essentiellen Thema zu nähern. Es ist einfacher, Tierkadaver zu betrachten als sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen. Das Christentum verspricht uns, daß wir niemals final sterben werden, wenn wir nur brav und folgsam sind, sondern daß auf uns die Auferstehung des Fleisches und der Seele warten. Das gilt natürlich nicht für Tiere. Sie sind uns nicht ähnlich und wir sind keine Tiere – wer diese Grenze zieht, vermag vielleicht in den Bildern, in den glasigen Augen, verrenkten Gliedern und in Blut und Unschlitt Kunst und Schönheit zu erkennen. Ich vermag es nicht.

Die Ausstellung bedient den Glaubenssatz, daß die Tiere uns untertan seien, daß wir mit ihnen – gottgegeben – tun und lassen können, was immer wir wollen, was immer in unserer Macht steht. Wir können sie konsumieren, sie ausbeuten, am Ende töten und verschlingen, wenn uns der Sinn danach steht. Wir können ihren Tod, ihr Leid Kunst nennen. Ich mutmaße, daß die Ausstellung eher ungewollt unsere bigotte Sichtweise auf Tiere karikiert, indem es dort auch Bilder zu sehen gibt, in denen Hunde und Katzen als Gefährten der Menschen dargestellt werden. Es ist doch so: ein Huhn, eine Kuh, ein Schwein kann der moderne, westlich-patriarchale Mensch essen, aber Hunde und Katzen sind unsere Freunde – und Freude ißt mensch nicht. Nicht hier. Nicht wir.

Für mich paßt diese Ausstellung trefflich in die dunkle Jahreszeit, zu Weihnachten. Wenn ich mir, was selten genug vorkommt, jetzt die Werbeblättchen durchlese, springen mir auf vier, sechs, zehn Doppelseiten zerlegte Tiere entgegen, vier weitere Doppelseiten widmen sich Milchprodukten. Diese Blättchen scheinen mir wie eine Kurzzusammenfassung unserer Glaubenssätze und damit auch unserer Ängste. Das, was wir fürchten, kultivieren wir. Wir fürchten den Tod, also gibt es zum Hochfest des Patriarchats jede Menge Tierkadaver und Tierleidprodukte, runtergespült mit genug Alkohol, damit wir uns auch wirklich nachhaltig vergiften. Wir feiern die Geburt des Lebens mit Massenmord und Leichenschmaus. Warum sind die Werbeblättchen keine Kunst? Vielleicht weil sie – anders als das Video – nicht von Klaviermusik untermalt sind, die suggiert, es handele sich um Kultur und nicht bloß um ein Abbild menschlicher Doppelmoral, menschlicher Grausamkeit.

Was siehst Du?

Amala Krähenfeder, 20.12.2011, 15:41 | Abgelegt unter: Ernährung,Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

:: Das “red” in Heidelberg ::

Heute hatte ich wieder einen Termin in Heidelberg und natürlich verbanden mein Mann und ich das erneut mit einem leckeren Essen. Diesmal ging es ins red, einem vegetarisch-veganem Bio-Restaurant unweit der Innenstadt.

Am kalt-warmen Büffet kann frau sich nach Lust und Laune selbstbedienen; der befüllte Teller wird dann abgewogen (100 g für 1,85 € finde ich absolut gerechtfertigt). Am Büffet gibt es die Tagessuppe (immer vegan), wirklich viele kalte Antipasti und Salate, warme Gerichte und eine Dessertauswahl. Ich war positiv davon überrascht, wie viele vegane Sachen angeboten werden, wie Ihr anhand meines Tellers sehen könnt:

Im Uhrzeigersinn, bei 12 startend: eingelegter Fenchel, scharfer Kichererbsensalat, Kartoffelsalat mit Räuchertofu, gekeimter Quinoasalat, Spitzkohlsalat, Kichererbsendip, Blumenkohlsalat, Berglinsensalat. In der Mitte oben gegrillte Paprika, darüber in Wein eingelegte Zwiebeln, und in der Mitte unten marinierte Riesenbohnen. Heute gab es an warmen veganen Speisen gegrillte Zucchini, eine Kartoffel-Champignon-Spitzkohlpfanne und Falafel (außerdem das Tagesricht, welches auch immer vegan erhältlich ist, welches wir jedoch nicht gegessen haben). Und das Beste: es gibt täglich einen veganen Kuchen und sogar vegane Trüffel! Meinen Kuchen – Kirschstreusel – werde ich allerdings erst gleich zusammen mit einem Tee verputzen, denn das Essen war üppig und sättigend :)

Die veganen Speisen sind mit der Veganblume oder einem V gekennzeichnet und leicht zu erkennen, sogar vom Rolli aus. Für einige Sachen vom Büffet braucht Frau Rollstuhlfahrerin allerdings Hilfe, da es zweistöckig aufgebaut ist.

Inzwischen war ich ja schon öfter auswärts vegan essen, aber das red ist bisher der Höhepunkt.

Zum Thema Barrierefreiheit: das Restaurant ist barrierefrei erreichbar und durch seine Großzügigkeit auch gut befahrbar. Nach telefonischer Reservierung habe ich sogar netterweise einen Platz extra an der Heizung bekommen und die Stühle auf meiner Tischseite waren schon weggeräumt, damit ich mit dem Rolli direkt einparken konnte. Ein Behindertenklo gibt es leider nicht.

Amala Krähenfeder, 08.12.2011, 21:03 | Abgelegt unter: Behinderung,Ernährung,Unterwegs | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

:: Nochmal Smoothies ::

Ich bin mutiger geworden, was die Zusammensetzung meiner Smoothies angeht. Anfangs habe ich mir den Rat von Smoothie-Expertinnen zu Herzen genommen, die meinen, daß frau erstmal nur wenige Zutaten verwenden soll, die sie pur definitiv mag. Also nahm ich meist Feldsalat oder jungen Spinat als Grundlage.

Inzwischen habe ich mehr Variablen in meinen Smoothies drin. Grünkohl ist unglaublich lecker (und gar nicht bitter, wie ich zunächst argwöhnte). Petersilie ist großartig (und nicht dominant). Brombeerblätter rocken (und schmecken auch irgendwie nach Brombeere). Wirklich überrascht hat mich aber Rosenkohl. Der hat ja einen ziemlich einzigartigen Eigengeschmack, der in Smoothies jedoch nicht so ausgeprägt ist. Ganz schlimm war allerdings Selleriegrün, das den Smoothie für mich verhagelte.

Seit ich darauf achte, wie ich meine Smoothies zusammenstelle – nämlich mit einem hohen Anteil an cremigen Früchten -, bin ich echt im Smoothie-Himmel. Wobei ich das Wort Smoothie bekloppter finde, je öfter ich es sage oder schreibe. Smoothie. Smoothie. Smoothie. Also nee.

Mit den Smoothies gerate ich aber auch an eine gewisse Grenze, die mir anerzogen worden ist. In meiner Familie war ganz klar festgelegt, was frau roh ißt und was nicht. Und was frau trinkt und was sie ißt. Rosenkohl z.B. gehörte zu den nicht-roh zu essenden Gemüsen. Brombeerblätter wurden gar nicht gegessen, geschweige denn getrunken. Mangos zählten zu den roh zu essenden Früchten – Mangosaft war unbekannt. Klingt vielleicht ein bißchen banal, aber durch meine Smoothies fällt mir derzeit stark auf, wie sehr ich doch eben Kind meiner Eltern bin (ich hau trotzdem weiterhin mein Gestrüpp in den Blender).

In den letzten sieben Tage habe ich weiterhin meinen Smoothie getrunken, aber dafür den Rohkostanteil wieder etwas reduziert, meist aus Faulheit oder weil mich das kältere Klima eher zu warmen Gerichten tendieren ließ. Ich merke das sofort. Nicht, daß es mir damit nicht gut geht – dann würde ich das sofort wieder ändern -, aber es ist spürbar. Ich brauche wieder mehr Schlaf, habe öfter mal Verspannungen und leichte Schmerzen. Wenn jetzt die akute ich-will-Geschenke-nähen-und-verpacken-Zeit vorbei ist, möchte ich den Rohkostanteil wieder erhöhen.

Was ich auch merke: ich bin definitiv nicht soweit, Rohkost so zu essen. Also ohne Zubereitung, einfach von der Hand in den Mund. Mal ein Möhrchen knabbern, ok. Aber Fenchel, Sellerie, Pilze, was auch immer bereite ich zu, d.h. schnippel es, mische es mit anderen Zutaten, schmecke es ab und richte es nett an. Das hat auch was mit meiner Erziehung dazu zu tun, was als Mahlzeit angesehen wird. Naja, und es macht mir Freude, schmeckt lecker und spricht mich an.

Amala Krähenfeder, 30.11.2011, 19:49 | Abgelegt unter: Ernährung | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

:: Fremd- und Selbstbewertung ::

Ich denke darüber nach, inwiefern sich die Fremd- und Selbstbewertung meiner Person durch meinen Umstieg auf vegane Ernährung verändert hat. Verändert hat sich jedenfalls eine ganze Menge – das war ja auch gewollt. Wenn ich keinen Wunsch nach Veränderung verspürt hätte, wäre ich heute noch Ovo-Lakto-Vegetarierin.

In der Anfangszeit habe ich meine Ernährungsumstellung als Experiment bezeichnet, aus Selbstschutz. Wenn ich es als Experiment deklariere, kann mir ja niemand – nicht mal ich selbst – einen Strick daraus drehen, wenn ich irgendwann sage, ok, Veganismus klappt nicht für mich / ich mag das Essen nicht / ich fühle mich eingeschränkt /mir geht es damit nicht gut. Indem ich es als Experiment bezeichne, lasse ich mir eine Hintertür auf. Eigentlich habe ich das nicht für mich gemacht. Ich kann dazu stehen, wenn ich erst von einer Sache überzeugt bin, sie ausprobiere und dann feststelle, es funktioniert nicht. Es ändert nichts an meiner Liebe und Akzeptanz für mich. Was mich hingegen verletzen würde, wäre die Häme und Schadenfreude Dritter, die möglicherweise auf mich niederprasseln könnte, wenn ich zugeben müßte, daß Veganismus trotz aller Motivation und Überzeugung für mich nicht das Wahre ist. Vor allem die Medien erziehen uns ja dazu, Genuß an Schadenfreude, Häme und Gemeinheit zu haben und was gibt es Geileres, als auf jemandem rumzuhacken, der (vermeintliche) Schwäche zeigt? Nicht zu verachten ist auch Kritik, die in Form von Rat-Schlägen daherkommt. Probier x und y, Du hast nicht richtig dies und das, blabla. Qualitativ gibt es einen Unterschied zwischen Menschen, die mir ihre Erfahrungen mit-teilen, damit ich sie vielleicht selbst mal ausprobieren kann, und solchen, die mit spitzer Zunge meine Fehler und Unzulänglichkeiten sezieren, um mir auf’s Auge zu drücken, was ich ihrer Meinung nach besser machen sollte – um sich selbst zu profilieren. Welche Macht im Erteilen eines Rats liegen kann, ist mir übrigens erst so richtig aufgegangen, als ich mit den zwölf wilden Schwänen anfing, anno dazumal. Ich weiß nicht, ob ich es immer hinbekomme, tatsächlich bloß meine Erfahrungen zu teilen, ohne solche selbstaufwertenden Rat-Schläge zu erteilen. Ich hoffe es, glaube es aber nicht.

Interessant finde ich Gespräche mit Omnis oder Vegetarierinnen, die mal mehr, mal weniger unterschwellig an mich die Forderung stellen, mehr als überkorrekt vegan zu sein. Sind Deine Schuhe aus Leder? Werden Deine Medis tiergetestet? Klebt an Deinem Grünzeug ein Fliegenbein? AHA! Dann bist Du keine Veganerin! Mir kommt’s ja immer so vor, daß diese Feststellungen mit so einer Art tiefempfundener Erleichterung verbunden sind – Göttin sei Dank, nicht mal die Veganerin ist 100 % vegan! Aufschlußreich sind auch die Bemerkungen, die auf bestimmte vegane Produkte abzielen. Du ißt Tofu? Pah, dann hast Du Dich niemals wirklich vom Fleischverzehr gelöst. Veganerinnern, die Tofu und Sojahack essen, sind untrue. Warum ißt Du solche Ersatzprodukte, wenn Du doch angeblich Fleisch eklig findest? Es werden alle Register gezogen.

Inzwischen gehe ich auf diese Art von destruktiver Gesprächsführung nicht mehr ein. Ich lächle dann abwesend und nicke oder sage allenfalls “genau, Du hast ja sooo Recht!”. Ich kann das, weil ich mich selbst samt meiner Entscheidungen und Handlungen ok finde. Eigentlich sogar mehr als ok, aber das sag ich besser nicht so laut. Sich selbst anzunehmen, zu lieben, toll zu finden, ist wieder so eine Sache, bei der andere nur drauf warten, sie in Fetzen reißen zu können. Dann geht das Gemunkel los: ah, die war schon immer so arrogant und eigenbrödlerisch, die hat sich ja noch nie was sagen lassen.

Woher kommt das eigentlich, das Gefühl von Selbtachtung, Selbstliebe? Eigentlich geht es ja in unserem schönen System eher darum, gleichzumachen, sich anzupassen, Anforderungen und Erwartungen zu erfüllen. Woher kommt, wie ich mich selbst bewerte? Warum ist meine Selbstbewertung so positiv, auch – oder vielleicht gerade – wenn andere mich doof finden? Wie so viele andere bin auch ich nicht zur bedingungslosen Selbstliebe erzogen worden. Frau kann das also lernen und sich antrainieren. Sich selbst zu vertrauen, der eigenen Wahrnehmung und Intuition zu trauen. Sich selbst geduldig und behutsam in heiterer Gelassenheit bei den kleinsten (selbst)kritischen Gedanken zu korrigieren. Nein, ich wollte nicht mehr denken, daß mein Hintern zu groß ist – ich denke jetzt lieber, daß er wunderbar rund ist. Ja, die Tante Trude sagt, daß ich Eier und Milch brauche, um gesund zu sein, und ich finde es total lieb von ihr, daß sie sich um mich Gedanken macht, aber für mich geht es gut ohne.

Veganismus hat für mich definitiv eine Dimension, die über Nährwerte, Rezepte und vegane Restaurants hinausgeht. Diese Dinge reichen tief in Spiritualität, Psychologie, Kommunikation und All-Eins hinein.

Amala Krähenfeder, 22.11.2011, 20:33 | Abgelegt unter: Ernährung,Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 7 Kommentare

:: Was Rohkost mit mir macht ::

Direkt zu Beginn: ich habe nicht auf 100 % Rohkost umgestellt und das ist nach wie vor nicht mein Ziel. Ich bin nicht davon überzeugt, daß 100 % roh das Richtige für mich ist, also setze ich es nicht um, anstatt mich unter Druck. Doch ich habe den Rohkostanteil in meiner Ernährung stark erhöht.

Im Alltag sieht das so aus, daß ich eine, oft sogar zwei Mahlzeiten durch Rohkost ersetze. In der Regel mache ich mir nachmittags einen grünen Smoothie und esse zu meinem späten Abendbrot nochmals Rohkost (manchmal pur, manchmal mit Brot dazu). Mit insgesamt vier kleineren Mahlzeiten fahre ich besser als mit drei größeren. Der Blutzucker bleibt stabil und die Pausen zwischen den Mahlzeiten sind trotzdem vier, fünf, manchmal sechs Stunden lang.

Indem ich den Anspruch, 100 % roh zu essen, habe fallen lassen, habe ich nun auch keinen Druck bei der Auswahl und Zubereitung meiner rohen Speisen. Als Grundlage nehme ich immer lebendiges Obst und Gemüse und wenn die AddOns nicht mehr keimfähig / lebendig sind – ja mei.

Mein Blender reicht für viele Rohkostzubereitungen, doch trotzdem habe ich mir nun noch eine Rohkostreibe gekauft, mit der ich auch feine Scheiben, Stiftel und Juliennestreifen hinbekomme. Dadurch hat sich die Auswahl von Zubereitungen nochmal erhöht, beispielsweise mache ich mir zur Zeit gern Waldorfsalat.

Der erhöhte Rohkostanteil hat ziemlich interessante Auswirkungen auf mich. Was mir im Moment am stärksten auffällt, ist mein höheres Energielevel. Ich brauche weniger Schlaf und anders als in sämtlichen Jahren zuvor machen mir das graue Wetter und das abnehmende Tageslicht nichts aus. Ich bin frisch und fit anstatt müde und “gemütlich”. Und ich habe – ebenfalls anders als in allen Jahren zuvor – keinerlei Depris oder melancholische Momente.

Mein Bauch ist flacher, meine Sinne wacher und obwohl ich ständig mit erkälteten, magenkranken, schniefenden Leuten konfrontiert bin, werde ich nicht krank. Ich habe weniger Schmerzen und mein Körper erträgt Belastungen besser, d.h. er produziert keine Schmerzzustände.

Für mich sind das richtig gute Gründe, meinen Kurs weiterzufahren. Bin gespannt, wohin das führen mag…

Amala Krähenfeder, 19.11.2011, 18:25 | Abgelegt unter: Ernährung | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

:: Veganes Raclette ::

Zweimal im Jahr – im November und Dezember – machen wir Raclette. Das war bisher immer so und das sollte auch nach der Ernährungsumstellung so bleiben. Mein Mann wollte dazu gern zwei vegane Käse ausprobieren, die es im Handel gibt, und die laut Hersteller schmelzen. Ich hingegen mag vegane Käse wegen der darin enthaltenen Aromastoffe nicht und habe mir stattdessen eine vollwertige Cashew-Creme mit Gemüsebrühe angerührt.

Da sich bei uns Raclette immer über zwei Abendessen erstreckt, planen wir ein paar unterschiedliche Zutaten ein. Pellkartoffeln, Ciabatta und ein paar grundlegende Dinge wie Kräuterbutter, Jalapenos, Saucen etc.  werden an beiden Abenden gereicht. Gestern hatten wir Erbsen, einen Salat mit weißen Riesenbohnen, vegane Frankfurter und Sojaschnitzel sowie Zucchini und Auberginen, die in Scheiben geschnitten gegrillt wurden.

Heute gab es mit selbstgemachter Kräuterbutter gefüllte Champignons, gegrillte Paprika, süß-saure Möhrenrohkost und marinierten Tofu.

Die beiden veganen Käse schmelzen und bräunen nicht. Zumindest nicht so, wie frau das von Kuhmilchkäse kennt. Und nicht so, wie wir es erwartet hätten. Insofern war die Cashew-Sahne die bessere Alternative, denn sie verteilt sich ausgezeichnet, bräunt und ist definitiv käsiger im Geschmack als die veganen Käsesorten. Das hier ist ein Bild von der gratinierten Cashew-Creme:

Von dem Grillgemüse war ich eigentlich am meisten begeistert. Sooo lecker, vor allem mit einem Hauch Kräutersalz.

Amala Krähenfeder, 13.11.2011, 20:04 | Abgelegt unter: Ernährung | RSS 2.0 | TB | 4 Kommentare

:: Heidelberg ::

Da ich heute einen Termin in Heidelberg hatte, haben mein Mann und ich die Gelegenheit genutzt, im Anschluß im MoschMosch, einer japanischen Nudelbar, essen zu gehen. Bei Birdie hatte ich gelesen, daß es dort auch vegane Sachen gibt. Zunächst mal war ich positiv von der Heidelberger Innenstadt überrascht. Bisher kannte ich sie eigentlich nur von den mit dem Auto befahrbaren Hauptstraßen her und finde die Straßenführung, die Enge und das Fahrverhalten mancher Menschen da einen Alptraum – liegt vielleicht auch einfach daran, daß ich inzwischen so ein Landei bin und es hier in der Rheinebene schön platt ist, mit viel Platz in jede Richtung ;) Aber die Altstadt in Heidelberg – die nicht mit dem Auto befahren werden kann – ist wirklich toll. Viele interessante Geschäfte, die wir allerdings nur von außen anguckten, weil die meisten eben nicht barrierefrei sind, und unzählige nette Kneipen und Cafés. Demnächst wollen wir nochmal dorthin, allerdings mit Kameras bewaffnet :)

Dann ging es zum MoschMosch. Der Service war superfreundlich und bemüht, und es war gut, daß ich einen Tisch reserviert hatte. Hätte gar nicht gedacht, daß es an einem normalen Donnerstag derart gut besucht sein würde. Zur Vorspeise hatte ich Gyöza (Teigtaschen) mit Gemüsefüllung und danach Ramen (japanische Nudeln) in Brühe mit viel frischem Gemüse, Wakame-Algen und Tofu. Auf jedem Tisch stehen drei Flaschen mit Saucen (Soja-, Teriyaki- und Chilisauce, alles hausgemacht), mit denen frau sich das Essen pimpen kann. Laut Aussagen der Bedienung sind alle drei Saucen vegan.

Die Gyöza fand ich superlecker und habe sie in der ebenfalls sehr feinen Chilisauce fast ertränkt. Die Gemüse-Nudel-Suppe hingegen fand ich leider ziemlich fad, so daß ich mit Soja- und Chilisauce was zu retten versuchte. War eher nicht so berühmt. Mein Fazit: japanisches Essen brauche ich so bald nicht wieder.

Zum Thema Barrierefreiheit: das MoschMosch hat zwei Ebenen, die eine ist barrierefrei und dank breiter Tür und großzügiger Raumgestaltung auch mit einem überbreiten Rolli befahrbar. Für die zweite Ebene muß frau zwei einzelne Stufen überwinden. Die Toiletten sind ebenfalls nicht barrierefrei erreichbar. Sämtliche Bänke und Hocker, auf denen frau sitzt, haben keine Rückenlehnen, was ich schon ziemlich anstrengend fand. Das Personal bat Hilfe für das Überwinden der Stufen an – keine Selbstverständlichkeit.

Amala Krähenfeder, 10.11.2011, 22:17 | Abgelegt unter: Behinderung,Ernährung,Unterwegs | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

:: Damit grüne Smoothies lecker werden ::

Hab heute zufällig dieses Video gefunden, in dem Valya Boutenko erklärt, wieso manche grünen Smoothies nicht zum Trinken einladen, andere aber schon :)

Mit den süßen, fruchtigen Smoothies komme ich ganz gut klar und meine Kreationen sind auch wirklich lecker. Aber neulich wollte ich mir eine rohe Mangold-Petersilien-Avocado-Suppe machen – boar, war die eklig! Ich hatte noch Zitronensaft, Chili und Knobi dazugegeben und das Ganze mit etwas Salz aufgemotzt, aber es war definitiv nicht genießbar. Weiß jemand, worauf frau bei diesen deftigen, fruchtsüßefreien Smoothies achten muß?

Amala Krähenfeder, 10.11.2011, 12:47 | Abgelegt unter: Ernährung | RSS 2.0 | TB | 5 Kommentare

:: Vegane AdventskalenderExperimente II ::

Heute habe ich mal diese Getreidekugeln gefertigt, aus Haferflocken, Datteln, Walnüssen, Mandeln, etwas Margarine, Zimt und Kardamom. Mein Blender ist mit dem Teig nicht fertig geworden, so daß ich die Haferflocken nicht so schön zerschreddert bekommen habe, wie ich es gern wollte. Dann war der Teig zu zäh, also habe ich jede Menge Wasser dazugekippt, damit ich ihn überhaupt kneten konnte. Dann war der Teig wieder zu wässrig, also habe ich noch mehr Haferflocken untergeknetet. Und dann war der Teig zu un-süß, also kam noch Agavendicksaft dazu *schnauff* Kurzum nichts, was ich so wiederholen müßte. Aaaaber: das Ergebnis jetzt ist echt ok. Hätte mir nur gewünscht, daß es ohne das ganze Gekasper so geworden wäre. In der Küche bin ich eine faule Krähe und mag eben Rezepte, die mich schnell und möglichst unaufwendig zum Ziel führen.

Amala Krähenfeder, 06.11.2011, 18:31 | Abgelegt unter: Ernährung,FamilienLeben | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: Adventskalender für vegane Kinder ::

In vier Wochen ist der erste Dezember und dann heißt es wieder: täglich ein Adventskalendertürchen öffnen und sich über Kleinigkeiten freuen. Meine Mama hat mir früher meine Adventskalender selbst befüllt, meist mit gekauften Süßigkeiten-Kleinteilen. Für meinen Sohn habe ich bisher Süßes und Non-Food-Sachen (mal ein Radiergummi, ein Pixibuch oder sowas) im Verhältnis 1 : 1 gemischt. Vorletztes Jahr hatte er mal einen Kalender, der mit Plastikspielzeug gefüllt war, aber das fühlte sich irgendwie nicht richtig, nicht echt an. Gekaufte Schoko-Kalender, die es in vegan gibt, fühlen sich nicht authentisch an, und mit einem Tee-Adventskalender kann ich ihm keine Freude machen. Letztes Jahr habe ich ihm ja einen Adventskalender genäht (hoppla, die Farben sind auf den Photos vielleicht ein bissel poppig…)  und der soll auch dieses Jahr wieder befüllt werden.

Bloß womit?

Nach einem Stadtbummel zum Thema “kleine, vegane Süßigkeiten – einzeln und ansprechend verpackt” stand fest, daß es wohl ein Ding der Unmöglichkeit ist, einfach was einzukaufen. Hin und wieder hat frau Glück, doch wenn es schon mal vegane Schokosachen gibt, sind sie aus Zartbitterschokolade, die mein Sohn zwar durchaus mal ißt, aber sicher nicht 24 Tage hintereinander.

Dann dachte ich, wieso nicht Süßigkeiten selbermachen? Sowas mache ich gern, ich weiß dann auch, daß es vegan ist, und obendrein ist das bestimmt nicht halb so ungesund wie gekaufte Leckereien. Geplant hatte ich erstmal folgendes:

  • Marzipankartoffeln / Gewürzmarzipanmonde
  • mit Marzipan gefüllte Datteln
  • Südfrüchte-Konfekt
  • schokolierte Backpflaumen / Cranberries / Mangos
  • Getreidekugeln
  • Florentiner
Heute habe ich mal einen ersten Versuch in puncto Marzipankonfekt gestartet: Datteln gefüllt mit Gewürzmarzipan, Mango-Marzipan-Konfekt (mit Krokant) und Ananas-Marzipan-Konfekt (mit Mandeln). Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden. Das gekaufte Marzipan ist viel zu süß! Werde also für die Adventskalendersüßigkeiten eigenes Marzipan machen, aus Mandeln und Agavendicksaft (wenn überhaupt). Mal gucken. Krokant ist ebenso süß, schmeckt richtig penetrant zuckerig und eignet sich daher auch nicht (habe ich noch nie zuvor gekauft, war mal ein Versuch). Stattdessen werde ich wohl angeröstete Haselnußstückchen nehmen. Bunte Zuckerstreusel oder Schokoladenblättchen probiere ich erst gar nicht. Ich glaube, ich werde statt der vielen Marzipansachen lieber nach getreidigen Alternativen mit Trockenfrüchten suchen. Habe mir heute mal ein Buch bestellt – die Autorin ist Vollwertlerin, was wohl bedeutet, daß sie auch Honig und Butter verwendet, aber das kann ich ersetzen (vegan ist mir wichtiger als vollwertig, wobei ich finde, daß ich verdammt nah an der Vollwert bin :mrgreen: ).
Ich werde berichten, wie es weitergeht. Wie macht denn Ihr das für Eure veganen Kinder?
Amala Krähenfeder, 03.11.2011, 14:56 | Abgelegt unter: Ernährung,FamilienLeben | RSS 2.0 | TB | 12 Kommentare
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