Kategorie: Ausflüge

:: Weihnachten….hier ::

Heute Nachmittag sind mein Mann und ich in einer wichtigen Mission aufgebrochen: Äpfel kaufen. Als ich noch in Wuppertal gelebt habe, hätte ich wohl nie gedacht, daß es so kompliziert sein könnte, ein bißchen Obst einzukaufen, aber damals kannte ich auch nur das, was es eben in einem städtischen Supermarkt so gibt, nämlich Obst, das zig Normwerten entspricht, wie auf dem Ei gepellt ausschaut – und das garantiert unreif oder geschmacksneutral verkauft wird.

Im September hatte ich sozusagen meine Apfel-Erleuchtung. Auf dem Heimweg aus dem Elsass haben wir bei einem Obstbauern in der Pfalz einen Sack voller kleiner, keinen Normwerten entsprechenden Äpfel gekauft. Glückseligkeit! So gute Äpfel hatte ich in 32 Lebensjahren noch nicht gegessen. Neulich dann hat mein Mann eine Kiste mitgebracht, die er von einem Zusammenschluß von Obstbauern in der näheren Umgebung erstanden hat. Enttäuschend. Für die Sorte viel zu säurehaltig, kein bißchen mürbe, einfach nur sauer und fad. Um das Obst nicht wegwerfen zu müssen, habe ich daraus Apfelkuchen mit Dinkel-Mürbeteig, Haselnußmarzipan, Vanillepudding und diversen Gewürzen gebacken und einen riesigen Topf Mus werde ich aus dem Rest auch noch kochen.

Aber trotzdem wollte ich Äpfel haben, von denen man auch spät am Abend einen essen kann, ohne direkt Sodbrennen zu bekommen. Daher also unser Ausflug heute. In der Südpfalz gibt es Orte, an denen alle zwei Meter Verkaufsstände aufgebaut sind. Hier bekommt man Obst und Gemüse direkt vom Erzeuger. Und ich bin ehrlich: nicht einmal die Öko-Sachen waren in der Stadt von so guter Qualität. Heute haben wir einen Obstbaumeister gefunden, auf dessen Hof neben Äpfeln auch Birnen, Mirbellen, Pfirsiche, Himbeeren und allerlei mehr angebaut wird [und wenn im Mai die Pfirsichsaison begonnen hat, werde ich ihn spätestens erneut heimsuchen und dann Pfirsichmarmelade einkochen, bis mein Vorratsschrank platzt...]. Wir hatten ein sehr nettes Gespräch über seinen Hof und seine Produkte und am Ende verließen wir ihn mit 6 Kilo Äpfeln im Gepäck.

Einen Teil davon haben wir nun an unseren wunderbar nach Harz duftenden Tannenbaum gehängt – nach den Feiertagen wird er geplündert und ich werde dann wohl nochmal so einen Kuchen backen. Und den anderen Teil esse ich direkt. Kein Wunder, daß die nordischen Götter durch Äpfel verjüngt werden. Irgendwie hat mir diese Apfel-Odyssee ins Gedächtnis gerufen, wie wichtig diese Frucht für unsere Vorfahren war, als Vitamin-C-Quelle, die einen gesund durch den langen, dunklen Winter brachte.

Auf dem Rückweg sind wir durch Kandel gekommen, wo an den Adventswochenenden “Christkindlesmarkt” ist. Es war komplett leichtsinnig, diesen Markt bei gefühlten -15° C ohne Schlupfsack und Sitzkissen zu besuchen (das lag nämlich beides wohlverstaut auf der warmen Ofenbank daheim…) und ich habe auch nur 10 Minuten ausgehalten. Aber es war so wunderschön….das meine ich, wenn ich an Weihnachtsmarkt denke. Viele Handarbeiten bzw. handwerklich hergestellte Sachen (Töpferwaren, Genähtes, Krippen + Figuren, Gestricktes, außergewöhnliche Dekorationen, hausgemachte (Kartoffel)Lebkuchen und vieles mehr), kaum Freß- oder Glühweinbuden, nicht so überlaufen, nicht so kommerziell – und dazu die gemütliche Altstadtatmosphäre zwischen dem Katzenkopfpflaster und den prächtigen Fachwerkhäusern. Einfach umwerfend. Ich hätte gern Photos mitgebracht, aber mir sind ehrlich die Finger abgefroren.

Und jetzt sitze ich auf meinem Kuschelsessel vor dem Kamin, in dem die Scheite knackend zu Glut zerfallen, auf meinen Füßen schlummert Luna und einen großen Pott Tee samt Apfelkuchen habe ich gerade eben auch noch verdrückt. Es duftet nach Holzfeuer, Harz, Äpfeln, geriebener Zitronenschale, Muskatblüte und Getreide. Draußen sind’s -18° C und meine Dachrollos sind festgefroren – darum werde ich mir gleich mal eine Schlafbrille nähen, denn ich mag nicht um 8 Uhr von der Dämmerung geweckt werden. Vielleicht nähe ich auch noch zwei, drei Goodies für liebe Menschen, dann kann ich mir dabei noch ein bißchen mein aktuelles Hörbuch vorlesen lassen. Wenn ich auf die Terrasse hinaustrete, kann ich die Feuer in den Kaminen der Nachbarhäuser brennen hören. Der Schnee glitzert im spärlichen Licht, das von unserem Tannenbaum in den Garten fällt.

So fühlt sich Weihnachten an…hier. Und bei Dir?

Amala Krähenfeder, 19.12.2009, 22:28 | Abgelegt unter: Ausflüge | RSS 2.0 | TB | 5 Kommentare

:: Weihnachtsmarkt aus RollstuhlPerspektive ::

Gestern waren wir in Speyer auf dem Weihnachtsmarkt. Nachdem ich ja jetzt ein LandEi bin und nur selten in eine größere Stadt komme, ist es immer wieder faszinierend, wie wuselig es dort ist. Allerdings empfinde ich es dort als ziemlich relaxed, sogar wenn viel los ist. Vorbildlich finde ich die Stadt auch in Sachen Barrierefreiheit. Viele Geschäfte haben entweder direkt eine Rampe montiert, können eine solche in wenigen Sekunden an ihre Treppenstufe(n) anlegen oder verfügen, wenn sie zur Einkaufsstraße hinaus nur eine Treppe haben, über einen rolligeeigneten Seiteneingang. Und viele günstig gelegene Behindertenparkplätze gibt’s auch (die lobenswerterweise auch nicht von Nichtbehinderten zugeparkt werden). Drei Daumen hoch!

Am Nachmittag war der Weihnachtsmarkt mäßig besucht. Bunte Lichter, die trötenden Hupen des Kinderkarussells und eine wilde Duftwolke nach Bratwurst, Paradiesäpfeln und Lebkuchen begleiteten uns auf unserem Weg die Stände entlang.

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Das Bild zeigt eigentlich ganz gut meine Perspektive aus dem Rollstuhl heraus. Ja, nach ner Stunde Weihnachtsmarkt hat man definitiv Nackenschmerzen ;)

Das einzige Manko in Sachen Barrierefreiheit waren Kabelabdeckungen, die für Rollis und Kinderwagen doch sehr steil waren, aber meist konnte man diese ganz gut umfahren, indem man einen anderen Weg nahm.

Zufälligerweise bin ich über einen Laden “gestolpert”, der mir noch nie aufgefallen ist, obwohl ich schon so oft an ihm vorbeigegurkt bin, nämlich ein Klamottengeschäft für große Größen. Dort hat mein persönliches Weihnachtswunder stattgefunden, ich hab nämlich auf Anhieb eine passende, superbequeme und warme Hose gefunden. Woar. War auch bitternötig! Auf dem Nachhauseweg haben wir bei einem Hofverkauf gehalten und Spitzkohl, Pastinaken und hausgemachte Bärlauchnudeln eingekauft. Obwohl ich schon über ein halbes Jahr hier lebe, staune ich immer wieder darüber, wie stark sich die Gemüse, die man hier bekommt, von denen, die in Wuppertal im Supermarkt angeboten werden, unterscheiden. Sowas Gutes hat man da einfach nicht kaufen können.

Heute wird mein Schattenbuch für die nächsten drei Monate zu mir zurückkehren. Ich bin schon sehr gespannt auf die bisherigen Einträge von Feuerseele und Corvina – und ich freue mich, daß es während der dunklen Zeit und der Rauhnächte bei mir ist.

Amala Krähenfeder, 03.12.2009, 12:14 | Abgelegt unter: Ausflüge | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: One Lazy SunDay ::

Ich liebe es, sonntagsmorgens aufzuwachen, nur um festzustellen, daß es gerade mal 9 Uhr ist und ich mich ruhig nochmal umdrehen kann. WochenendSpätstück erst um 13 Uhr, mit Tee, selbstgebackenem Vollkorn-Walnuß-Brot, Kirschmarmelade, Chilikäse – und mein Magen spielt mit. Gespräche entspinnen sich, während sich die Teekanne leert, und es werden Pläne für den Nachmittag gemacht. Heute: Schloßpark Karlsruhe.

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Als wir so durch den botanischen Garten gondelten und ich die herrlichen Blumen bewunderte, mußte ich plötzlich an die lange Zeit im Krankenhaus denken.

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Das war es vor allem, was mir damals fehlte: Sonne, Wind im Haar, draußen sein.

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In diesen weißen, hohen Räumen habe ich nach Farben gehungert und nach Formen. Vielleicht habe ich deswegen danach erst das Stricken und als das nicht mehr ging das Nähen angefangen.

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Ich hätte heute jede einzelne Blüte photographieren können, bloß um diesen Moment festzuhalten, unter dem blauen Himmel, im Sonnenschein, während die Insekten um mich herbrummen und Spatzen auf meinem Rolli landen (!).

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Am Seerosenteich habe ich mich auf eine der weißen Bänke inmitten kleiner Buchenhecken gesetzt und meine Beine auf die Sitzfläche des Rollstuhls gelegt. Ich weiß selbst nicht so ganz, warum, aber dann hab ich mir die Hosenbeine hochgeschoben und meine Strümpfe ausgezogen. Noch vor zwei Monaten hätte ich das nicht getan, aus Angst davor, daß jemand meine Beine und die Narben sehen könnte. Heute war es mir egal – der Nachmittag war zu schön für solche Gedanken. Geguckt wurde schon, aber auch das war mir egal. Ich bin eben so.  Außerdem mußte ich an die Aktbilder denken, die Anfang September entstehen werden.

Auf dem Heimweg haben wir an einem Hof gehalten und uns Blumen vom Feldverkauf geholt, Dahlien und Sonnenblumen. Und Zuhause hat uns unsere liebe Nachbarin einige Karotten, Flaschentomaten und zwei riesige Gurken geschenkt. Ich muß an Maria Mies denken, die schrieb “ein Garten ist großzügig”. Ich bin gespannt, was unser Garten nächstes Jahr hervorbringen wird…vielleicht können wir uns dann revanchieren.

Heute geht es mir besser als an den letzten Tagen. Ich habe für mich Klarheit gefunden, ehrliche Kommunikation sei Dank.

Und jetzt: Abendessen.

Wie war Dein Sonntag?

Amala Krähenfeder, 16.08.2009, 19:42 | Abgelegt unter: Ausflüge | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

:: Speyer ::

Während unser Filius heute bei einem Freund war, sind Weazel und ich nach Speyer rübergegondelt, um ein paar Dinge zu erledigen. Bisher kannten wir lediglich die Haupteinkaufsstraße, aber ich habe das Gefühl, Speyer erschließt sich dem Besucher vor allem, wenn man jene verläßt und durch die kleinen Gassen bummelt. Schöne Cafés und wirklich tolle Läden säumten unseren Weg kreuz und quer durch die Altstadt. Besonders gefreut hat mich die Entdeckung eines Teeladens, in dem es Tassen und Kannen von Dunoon gibt *stöhn* Natürlich brauchte ich noch eine weitere Teetasse, schließlich hab ich erst einen ganzen Schrank voll…

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Außerdem hab ich endlich eine Idee, was ich gern zu meinem Geburtstag im nächsten Monat machen möchte. Ich hoffe, daß es klappt…wenn es sicher ist, berichte ich gern mal darüber :) Weazel und ich verkrümelten uns schließlich in eins der schönen Cafés und ließen die Beine baumeln.

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Im Dom waren wir diesmal nicht. Er ist nur bedingt rollstuhltauglich und überdies ein bißchen karg. Vielleicht bin ich aber auch nur verwöhnt, weil ich schon so oft im Kölner Dom und der Lübecker Marienkirche war ;)

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Einer meiner großen Wünsche für “irgendwann mal” ist eine neue Kamera. Meine kleine Casio ist zwar prima zum Mitnehmen und macht auch schöne Schnappschüsse, aber ich hätte gern eine Kamera, mit der ich näher an ein Objekt herangehen bzw. auch heranzoomen kann. Gerade vom Rollstuhl aus macht mir die Distanz zum Objekt manchmal phototechnisch zu schaffen.

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Diese goldene Winke-Katze mußte ich unbedingt haben. Stand auch schon lange auf meiner geheimen Kitsch-Wunschliste. Linus wollte sie mir abends natürlich direkt wegschnappen, aber nix da. Diese Katze winkt nur für mich *Sternchenaugen bekomm* Allerdings werde ich dem Nikolaus wohl mal Linus’ Adoptionwilligkeit einer weiteren Winke-Katze mitteilen ;)

Beim Abendbrot haben wir Pläne für das nächste Gartenjahr geschmiedet. Bisher hatten unsere Vermieter ja jedes “Un”kraut mit einem Vernichtungsmittel beseitigt, was es bei uns nicht gibt. Im Gegenteil, ein Teil des jetzigen Rasens soll Gemüsebeet werden. Außerdem wollen wir einen Holunder zu uns holen, sofern er sich ansiedeln mag. Ich weiß schon, man sagt, daß Holunder entweder freiwillig kommt – oder gar nicht. Aber hoffentlich hat er Lust, bei unseren Versuchen, den Garten wiederzubeleben, mitzumachen. Hat jemand von Euch Buchtips in Sachen “Gemüsegärtnern für Anfänger”?

Zeit für einen Darjeeling in der neuen Tasse.

Amala Krähenfeder, 12.08.2009, 20:50 | Abgelegt unter: Ausflüge | RSS 2.0 | TB | 7 Kommentare

:: Der Königsstuhl ::

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…sieh mein Land, wie es friedlich unterm Abendrot atmet…

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…und wo sich in der erwachenden Nacht geheime Plätze zeigen…

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…und wo alte Bäume vom Gestern träumen…

Ich weiß, warum die Götter auf Bergen leben.

Amala Krähenfeder, 04.07.2009, 17:22 | Abgelegt unter: Ausflüge | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

:: Urlaubslaune ::

Heute hatten meine Männer frei und das bedeutet: ausgiebiges Spätstück und danach viel Zeit für schöne Sachen. Haigal hat mich zu meinem liebsten Stoffhändler gefahren, wo ich einen traumschönen Leinenstoff mit Erdbeeren gefunden habe. Den werde ich nicht zerschnippeln, never! Aber trotzdem weiß ich schon, was ich mit ihm vorhabe: er soll zu einem langen Tischläufer für unseren Eßtisch werden. Mit hellgrünem Garn gequiltet bestimmt ein edler Hingucker. Auf dem Rückweg haben wir beim Chinesen im Ort eine Kleinigkeit gegessen und einen Jasmintee geschlürft.

Daheim warteten schon der andere große und der kleine Mann auf uns. Wir haben miteinander gespielt, im Garten geprotscht und abends gemeinsam gekocht. Natürlich mal wieder Spargel.

Weazel und ich sind nach dem Essen zu einem Ausflug aufgebrochen, und zwar in ein Feld- und Waldgebiet, das direkt hinter unserer Hauptstraße im Ort beginnt. Am Eingang dieses Gebiets steht eine kleine Kapelle.

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Für mich ist sie die Göttin in ihrem strahlendblauen Mantel, der dieselbe Farbe hat wie der Himmel hier.

Eine kleine Weile geht es zwischen den Feldern hindurch: grün-silberne Ähren, Mohnblumen, Spitz- und Breitwegerich, Löwenzähne, Kamillen, Kornblumen, Schachtelhalm. Am Wegrand grasen Schafe, ein Stück weiter hoppelt ein Känguruh über die Weide.

blumchen

Unvermittelt betreten wir den Wald. Hier duftet es ganz anders, herber, frischer, und je weiter wir dem Weg folgen, desto kühler und feuchter wird es. Hollerbäume säumen den Wegrand und aromatisieren die Abendluft. Ein Vogelkonzert findet zu unseren Köpfen statt und vor uns trottet ein Fuchs über den Pfad. Ein Hase folgt ihm, dann noch einer. Wer jagt hier eigentlich wen? Schnecken mit und ohne Häuschen ziehen ihre silbrigen Schleimspuren über die Steinchen, Mistkäfer krabbeln schnell zur Seite, wenn der Rollstuhl naht.

holler

Ich breche mir eine Hollerdolde ab und sammle junge Erdbeerblätter. Allmählich wird es immer kühler, denn die Sonne sinkt, und da freue ich mich auf einen heißen Tee im Hexenhaus. Wir passieren ein besonders dichtes Waldstück. Mücken schwirren um uns her, die Vogelstimmen haben sich verändert. Es ist dunkel geworden zwischen den Bäumen und mir ist kalt. Genau in dem Moment glimmt die Sonne durch die Bäume und lockt uns zu sich.

abend

Wir folgen ihr hinaus auf einen von saftigem Klee überwucherten Weg, der sich zwischen zwei Getreideäckern hindurchschlängelt. Mein Rolli bleibt ab und zu stecken, aber mit ein bißchen Hilfe geht es gleich weiter. Es duftet nach jungem Getreide, nach Kräutern und nach Abend. Eine Viertelstunde später sind wir zurück auf asphaltierten Straße. Das Dorf empfängt uns mit dem Geruch nach Gegrilltem, mit freundlichen Menschenstimmen und Wärme.

Daheim pflanzen wir ein paar Walderdbeerschößlinge in den Garten. Ob sie angehen werden? Und jetzt gibt es Tee aus frischen Erdbeerblättern und Holderblüten. Unglaublich, wie intensiv er schmeckt.

Ich bin zuhause. Im Urlaub. Zuhause.

Amala Krähenfeder, 22.05.2009, 22:42 | Abgelegt unter: Ausflüge | RSS 2.0 | TB | 6 Kommentare

:: erster Frühlingssonnenschein mit kalten Ohren ::

Nachdem Weazel und ich beschlossen hatten, den Tag nicht bei Handwerksgetöse auszusitzen, ist der Dienstag noch richtig schön geworden. Vom KiGa aus sind wir erstmal nach Duisburg gefahren, wo es einen Hexenladen gibt. Den wollte ich seit Jahren mal angucken und ich war schon froh, daß wir es überhaupt noch vorm Umzug geschafft haben. Die Freude darüber verflüchtigte sich allerdings leider schlagartig, als wir die Ladentür öffneten. Ich meine, ist ja ne tolle Sache, wenn jemand beschließt, daß er in seinem Laden rauchen will. Mich als Nichtraucher stößt das total ab. Ich hätte mich gern länger umgesehen und vielleicht auch was gekauft. Aber so? Ich meine, sogar die Mineralien dort stanken verquarzt. Nääää. Also rückwärts rausgetaumelt. Und obwohl wir nur wenige Minuten drin waren, mußte ich abends alle Klamotten in die Waschmaschine stopfen. Brrr…

Nach dem Abstecher nach Duisburg fuhren wir also nach Krefeld zur Burg Linn (bekannt durch den jährlich stattfindenden Flachsmarkt). Da sind wir rund eine Stunde über das Gelände geschlendert / gerollert, haben Frischluft und Sonnenschein getankt. Und das Beste: no Handwerker. Es war so schön, das erste Mal nach dem Winter wieder draußen zu sein, und Schlupfsack sei dank konnte ich das auch wirklich genießen. Schade, daß ich meine Kamera nicht dabei hatte.

Da es im Anschluß schon ziemlich spät war und wir ausgerechnet heute was Aufwendigeres kochen wollten, haben wir kurzerhand beschlossen, bei unserem Lieblingschinesen zu essen. Yummy! Ich finde, diese vegetarischen klaren Suppen mit Gemüseeinlage sind fast das Beste am ganzen Essen. Und der Jasmintee, natürlich. Ich hoffe nur, in der neuen Heimat gibt’s auch so einen famosen Chinesen wie den hier.

Ach, verflixt. Ich hätte mir n Voodoo-Püppchen-Kit mitbringen sollen. Für die Handwerker. Weil die morgen bestimmt auch wieder so früh anfangen *grunz*

Amala Krähenfeder, 24.03.2009, 21:28 | Abgelegt unter: Ausflüge | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

Von wegen: besinnliche Rauhnächte

In den letzten Jahren hab ich die Rauhnächte immer total genossen, eine Zeit schamagischer Aktivität, der Innenschau und Besinnung. Dieses Jahr ist alles anders. Göttin sei Dank!

Heute waren wir in Venlo, denn im Endless ist mal wieder Ausverkauf mit grandiosen Angeboten. Und es war wohl auch das letzte Mal, daß ich dort war, denn von Karlsruhe jöckel ich da sicher nicht hoch. Menno.

Dafür habe ich da heute wirklich wunderschöne Sachen gefunden: eine Strickjacke, eine Jacke für den Frühling und mehrere Oberteile *freu* Im Anschluß sind wir ein bißchen durch die Innenstadt gerollert, die noch ganz weihnachtliche beleuchtet war. Allerdings war es trotz Schlupfsack bitterkalt.

Auf den Wegen hin und zurück haben Weazel und ich in aller Ruhe über die weiteren Schritte in Sachen Umzug reden können, da Haigal mit Linus daheim geblieben war (ich wollte dem Kleinen einfach keine zwei Stunden Autofahrt + Mama im Shoppingwahn antun, wo er sich nicht mal zwischendurch austoben kann).

Sylvester wird bei uns genauso still werden wie Weihnachten. Gemeinsam essen, aber nicht völlen, dann ein bißchen orakeln und gut. Wie verbringt ihr Sylvester?

Amala Krähenfeder, 27.12.2008, 23:41 | Abgelegt unter: Ausflüge | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

Herbst in Baden

Am Abend waren Haigal und ich in den Feldern unterwegs, während das goldene Herbstlicht seine Finger genüßlich über Feld und Flur streichen ließ und den Ahorn in Brand steckte…

…rotes Laub, das sich an Sommersonne sattgetrunken hat und sich nach Träumen sehnt…

(oh Mann, ich liebe meine Cam!)

…Feldfrüchte wie diese feinaromatischen Kürbisse…

 

…dickbauchige Hoccaidos räkeln sich in der Sonne…

…nebenan warten Gelb und Grün auf Bewunderer…

…und wer wird ihnen Gesichter schnitzen?

Erste Abendnebel ziehen auf, und während in der Ferne das Summes eines Traktors verklingt, legen sich die Hügel schlafen…

…Freund Adebar…ein zaghafter Gruß…

…Herbst in Baden…

Amala Krähenfeder, 21.10.2008, 02:42 | Abgelegt unter: Ausflüge | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

Dunkelromantische Herbstnacht

Gestern waren Weazel und ich zur “dunkelromantischen Herbstnacht”: ASP + Freunde gaben sich die Ehre und spielten in Wuppertal auf.

Das Konzert war total schöööön, wenngleich mich so manche Diskussion, die ich am Rande mitbekam, slightly amüsiert hat (“Ich bin kein Emo!” – “Aber du hast neon-pinke Ringelsocken an.” – “Ich bin trotzdem kein Emo!” – “Ahso…”).

Für mich war’s das erste Konzert bzw. sogar die erste größere Menschenansammlung seit 2005 (damals habe ich mir – wie könnte es anders sein – Diorama angeguckt und hab dann den Hauptact VNV Nation sausen lassen *gg*).

Und hier kommt noch ein Bild von Minerva aka Die Hutze:

Den angepissten Blick finde ich einfach kultig ;)

Amala Krähenfeder, 06.10.2008, 14:35 | Abgelegt unter: Ausflüge | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare
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