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Archiv: Juli 2012

:: Bedenke, woran Du glaubst V ::

Eigentlich wollte ich meine “bedenke, woran Du glaubst”-Reihe noch ein bißchen fortsetzen, mich als nächstes Jesus zuwenden, dann Maria Magdalena, dann den frühen christlichen Gemeinden, Paulus, den frühen Kirchenvätern wie Justinian, Augustinus und Origenes. Vielleicht hätte ich auch noch eine Exkursion ins Mittelalter gemacht oder in die frühe Neuzeit. Auch immer in Hinblick auf die heutige Situation der Frauen in den christlichen Kirchen.

Aber irgendwie….

Beim Aufräumen meiner alten, uralten Dokumente auf dem neuen Notebook bin ich auf einige Seminararbeiten, Papers und Referat-Hand-Outs aus meiner Studienzeit gestoßen. Interessant, das alles mal wieder zu lesen, meine Zweifel am Wüstengott, an der Kirche, recht bald (2. Semester) auch an meinen Profs, die sich zwar rühmten, Wissenschaftler zu sein, auf meine hartnäckigen Fragen letztlich aber immer nur ein “Gottes Wege sind unergründlich” rauswürgen konnten. Dann die christliche Gemeinschaft von Studierenden. Nach außen hin alle gut Freund, innendrin dasselbe banale Gehacke und Gehetze wie in anderen Gruppen auch.

Im Moment habe ich überhaupt keine Lust, weiterhin meine Lebenszeit dafür zu geben, mich mit dem Christentum und der Kirche auseinanderzusetzen. Ich denke schon, daß meine Artikel diesbezüglich wichtig sind, aber je mehr ich mich mit der Absurdität und bigotten Logik des Christentums befasse, desto mehr Zorn regt sich auch in mir. Die christliche Kirche hat gerade uns Frauen so viel eigene Identität genommen und sie durch eine ausbeuterische Denk- und Handlungsmaxime ersetzt, daß mir zur Zeit einfach nur übel und kalt wird, wenn ich daran denke. Und wenn ich sehe, daß dieses patriarchale, hierarchische Gebilde sich immer noch auf den Schultern von dienstbaren, devoten, gehorsamen Frauen trägt, dann verstehe ich einfach nicht, wieso nicht mehr Frauen ihren Verstand, ihr Gefühl gebrauchen, um sich klarzumachen, was und wem sie da dienen, und stattdessen ihre Kraft, ihre Energie, ihre Kreativität und ihre Zeit für sich nutzen. Für mich heißt stillschweigende Duldung auch nichts anderes als einem krankhaften System zuzuarbeiten.

Abschließen möchte ich diesen meinen Artikelzyklus mit einem Zitat von Gail Murray:

Sieh,
Trotz allem, was Du getan hast,
Bin ich noch hier,
Und es hat mich gefährlich gemacht und klug,
Und Bruder,
Du kannst mich nicht mehr parfümieren und unterdrücken und zur Hure machen.
Ich hab selbst was zu tun in dieser Haut
Und auf diesem Planeten.
Amala Krähenfeder, 31.07.2012, 13:26 | Abgelegt unter: Gynozentrisches,Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 7 Kommentare

:: WIP: PflaumenblütenQuilt ::

…die erste Runde ist genäht, nun folgt die zweite.

Irgendwann einmal wird der Quilt aus 39 Blöcken à 10 x 10” und einem bunten Border bestehen und rund 60 x 88” groß sein.

Bloß quilten werde ich ihn wohl erst in ein paar Jahren. Wie auch das BlueberryPie- und das AutumnStars-Top.

Amala Krähenfeder, 30.07.2012, 15:26 | Abgelegt unter: Zaubergarn & Sticheleien | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: WochenendRückblick ::

[Wetter] Nachdem es die ganze Woche tropisch-heiß-feucht war, hat es am Samstagmorgen endlich zu regnen begonnen. Jetzt ist es kühler, aber trotzdem sonnig. Schön, mal wieder nicht am Bettlaken festzukleben.

[Gemacht] Mit der ganzen Familie im Schloßpark Schwetzingen gewesen, gepicknickt und photographiert. Blumen geschnitten. Ein bissel gehaushaltet. Eine DVD geguckt (“Drive”, fand ich ganz gut). Im Garten gesessen. Das perfekte Sommerkräuter-Salatdressing angerührt. Hab’s alles in allem langsam angehen lassen.

[Genäht] Ich habe meinen nächsten Quilt begonnen, den ich “PflaumenblütenQuilt” nenne. Auch er ist ein Modell in meinem allerliebsten Jelly-Roll-Quilt-Buch von Pam & Nicky Lintott. Als ich ihn das erste Mal sah, dachte ich, er sei füchterlich kompliziert und langwierig zu nähen, aber das ist er gar nicht.

[Bewegt] Ein bißchen Yoga im Schloßpark, aber insgesamt war ich einfach froh, mal nicht klitschnaß geschwitzt zu sein.

[Gehört] Gurunam Singh. David Peace: Tokio im Jahr Null. Das Hörbuch fand ich anstrengend. Nachdem ich mich irgendwann an den wirren Stil gewöhnt hatte, entwickelte es sich zu einer soliden Geschichte, bis am Ende der Notbehelf jedes Schreiberlings kam: alles nur ein Traum, gar nicht passiert, hahaha. Was für eine Zeitverschwendung.

[Gelesen] Mary Daly. Immer noch, immer wieder. Außerdem Har Darshan Kaur: Yoga für Frauen. Da steht einiges drin, was ich ganz schön sexistisch finde.

[Getrunken] Unmengen Leitungswasser.

[Gegessen] Japanische Soba-Buchweizennudeln mit viel gemischtem Gemüse und Tofu. Romanesco mit Kartoffelpüree und Vollkornbratlingen. Bohnenauflauf mit Paprika und Champignons, dazu Rösti. Salat.

[Gedacht] I walk in beauty.

[Gefreut] Über die Abkühlung, wirklich.

[Geärgert] Über nichts. Fühl mich wirklich ausgeglichen und im Flow.

[Gelernt] Manchmal ist die Erwartung von Schmerz schlimmer als der Schmerz selbst.

[Gekauft] Ich habe mich dazu durchgerungen, mir ein neues Notebook zu kaufen. Wie immer bei solchen Anschaffungen trauere ich eigentlich meinem alten, vertrauten Gerät hinterher, weil es für mich mehr ist als nur ein Ding, das ich benutze. Der Neue und ich müssen erst noch Freunde werden, obwohl es toll ist, daß alle Tasten funktionieren und die Auflösung so gestochen scharf ist.

[Spirituelles] Mit dem Mann über unser LammasRitual nachgedacht, wie es werden soll, wann wir es machen. Eine Mala für eine liebe Freundin von mir gemacht.

[Und sonst so?] Ich kann nix mehr von Star Wars hören. Nicht die Melodie, nicht die G’schichterln, nix von Kampfdroiden und auch sonst nix. Vielleicht in 10 Jahren mal wieder.

[Ausblick auf die nächste Woche] Drei Termine, einer davon sehr wichtig für mich. Ich hoffe, ich kann etwas, das mein Leben vermutlich wie nichts anderes beeinflußt hat, klären und auf den richtigen Weg bringen. Bin zuversichtlich.

Amala Krähenfeder, 29.07.2012, 19:49 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: Dharti Hai ::

Dharti Hai

Akash Hai

Guru Ram Das Hai

θ

Die Erde ist

Die Geister sind

Das Göttliche ist

Amala Krähenfeder, 28.07.2012, 20:05 | Abgelegt unter: Yoga | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

:: Kundalini-Yoga & die Göttin ::

Kundalini-Yoga und Sikhi sind eng miteinander verwoben. Sikhi ist eine monotheistische Religion und obwohl sie das Weibliche nicht wie die anderen monotheistischen Religionen als böse, unrein oder anderes diffamiert, wird das schöpferische Element, wird Gott als männlich geglaubt. Soweit ich es verstanden habe, besteht im Sikhi der Anspruch, in Geschlechterfragen unaufgeregt zu agieren, also beispielsweise Menstruation und Geburt nicht als unrein, aber auch nicht als Vorgänge, in denen sich weibliche Kraft entfaltet, zu betrachten. Desweiteren werden das weibliche und das männliche Prinzip als zwei Teile eines Ganzen empfunden und meine Yogalehrerin sagt, daß das auch mittels des Adi-Shakti-Symbols deutlich wird.

Hm.

Die Bemühungen, die Kluft zwischen Frau und Mann zu überwinden, beispielsweise durch Sadhanas zum Thema “Honoring The Divine Feminine”, finde ich gut, aber längst nicht konsequent genug. Mir geht es darum, Frauen zu ermächtigen, ihre eigene Identität – losgelöst vom Mann und vom männlichen Betrachter, Wertvorgeber, Tonangeber – zu finden, zu erkennen und umzusetzen. Eine Religion, die einen männlichen Schöpfer anerkennt, kann meiner Ansicht nach nicht dazu angetan sein, Frauen ernsthaft auf ihrem Weg zur eigenen Macht und zur eigenen Identität voranzubringen, weil Frauen dann immer wieder versucht wären, sich mangels einer weiblichen Alternative doch wieder mit Gott-dem-Schöpfer zu identifizieren, was freilich nur dann funktioniert, wenn weite Teile der weiblichen Identität, des Frauseins auf der Strecke blieben.

Nun habe ich ja eine gynozentrische Welt- und Selbstsicht, was sich auch in meiner Spiritualität niederschlägt. Ich akzeptiere das Männliche als Teil der Welt, aber dessen Belange sind einfach nicht mein Thema, wenngleich ich echte Dialoge mit selbstdenkenden, selbstreflexiven Männern schätze. Das Göttliche ist für mich weiblich und ich nenne es Göttin (zum Göttlich-Männlichen bitte auch hier entlang).

Ich poste hin und wieder Mantras. In diesen wird das Göttliche immer als “God”, “Father”, “He” (also “Gott”, “Vater”, “Er”) bezeichnet, zumindest wenn ich den englischen Übersetzungen trauen darf (und da ich weder Gurmukhi noch Sankrit beherrsche, bin ich auf diese Übertragungen angewiesen). Falls eine meiner Leserinnen dieser Sprachen mächtig ist, würde ich mich sehr freuen, zu erfahren, wie es mit dem Genus des Göttlichen in den Originaltexten ausschaut! Würde ich ein Mantra auf Deutsch oder Englisch (oder in anderen Sprachen, die ich verstehe) singen, in denen es um Gott, den Vater, ihn, den Allmächtigen, den Schöpfer geht? Nö, würde ich nicht. Denn so erfahre ich das Göttliche eben nicht, wieso soll ich es dann für mich “falsch” benennen, zudem Sprache doch so eine mächtige Sache ist? Gleichzeitig fühlen sich Mantras für mich jedoch richtig an, sie klingen und wirken in mir und tun mir gut.

Ich habe mich gefragt, ob ich nun inkonsequent bin. Oder ob meine Energie eben der Erkenntnis Göttin-ist-Frau folgt und ich, wenn es in Mantras heißt “Gott der Schöpfer” automatisch im Geiste “Göttin die Gebärerin” ersetze (ja, tu ich). Für mich als Freifliegerin ist es eigentlich nicht wichtig, ob Mantras einer monotheistischen Religion entspringen, sofern sie für mich funktionieren (weil erlaubt ist, was funktioniert, und Recht hat, wer heilt). Kundalini-Yoga entspringt ja auch nicht meinem Kulturkreis und funktioniert trotzdem glänzend. Kali, der ich sehr verbunden bin, kommt nicht aus Westeuropa. Und der Reis, den ich esse, wurde schockierenderweise auch nicht regional angebaut.

Meine abschließende Erkenntnis:

ja mei…

P.S.: mir ist gerade noch eingefallen, daß es durchaus Bestrebungen gibt, die Mantras ohne das Wort “Gott” mit Festlegung auf männliches Genus zu übertragen, z.B. durch allgemeinere Formulierungen wie “Great Creative Infinite” oder “Divine Spirit”.

Amala Krähenfeder, 26.07.2012, 15:25 | Abgelegt unter: Gynozentrisches,SchaMagisches,Yoga | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

:: Blumen selberschneiden ::

Als ich noch in der Stadt lebte, kamen meine Blumen von der Floristin. Hier auf dem Land gibt es eine Alternative: Blumenfelder, auf denen sich frau ihre Blümchen selbst aussuchen und schneiden kann. Ungefähr im April geht es mit Narzissen und Tulpen los, im Sommer folgen dann Lilien, Gladiolen und Stauden und bis zum ersten Frost gibt es Sonnenblumen und Dahlien. Je nach Experimentierfreudigkeit der Blumenfeldbesitzerin auch anderes.

An den Feldrändern sind Kassen aufgestellt, an denen Preisschilder hängen und wo frau sich Messer zum Schneiden borgen kann. Die Blumenfelder sind anders als z.B. Erdbeerfelder nicht bewacht; die Bezahlung erfolgt auf Vertrauensbasis. Laut unserer Hofverkäuferin hier im Ort sind die meisten Leute ehrlich, obwohl es natürlich auch solche gibt, die Blumen stehlen, die Felder oder Stauden beschädigen und zumindest versuchen, die Kasse aufzubrechen.

Für mich sind die Blumenfelder eine Wonne. Sie verschönern die Landschaft, laden zum Photographieren ein, sind eine summende Bienenweide und die Blumen sind dermaßen frisch, daß sie locker 10 bis 14 Tage durchhalten. Außerdem gibt es so keinerlei Verpackungsmüll und die Blumen werden auch nicht erst durch die halbe Welt geschippert, bis sie bei mir sind. Es gibt eigentlich nur den Nachteil, daß ich immer jemanden brauche, der für mich durch die Felder geht und die Blumen schneidet, denn der Rolli würde da definitiv streiken.

Gibt es solche Blumenfelder auch bei Euch? Nutzt Ihr sie?

Amala Krähenfeder, 24.07.2012, 11:44 | Abgelegt unter: Unterwegs | RSS 2.0 | TB | 8 Kommentare

:: Rakhe Rakhanhar ::

Rakhe Rakhan Har Aap ubarian

Guru ki Paeri pa-i kaj savarian

Hoa aap da-i-al manaho na visarian

Sadh jana kai sang Bhavajal tarian

Sakat nindak dusht khin ma-eh bidarian

Tis sahib ki tayk Nanak manai ma

Jis simrat sukh ho-i sagalay dukh ja-eh

Amala Krähenfeder, 23.07.2012, 21:09 | Abgelegt unter: Yoga | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: WochenendRückblick ::

Ich glaube, einen WochenendRückblick, der einem WochenRückblick folgt, hatte ich hier auch noch nicht. Heute also zum ersten Mal :)

[Wetter] Ragnarökartiger Regen und kühl gestern, Sonne mit Riesenwolken und warm heute.

[Gemacht] Gestern war ich magenkrank, wozu auch der Besuch in der Sehnsuchtsküche unheimlich gut paßte, echt mal. Die Schuldigen waren Chili-Nüsse, die noch nicht mal scharf waren, sondern mir einfach nur wie ein Brikett im Magen lagen. Dislike! Im Restaurant jedenfalls haben mein Mann und ich an einer Tombola teilgenommen und den ersten und dritten Preis gewonnen (wobei ich finde, daß mein dritter Preis – 1 kg Kartoffelsalat – eigentlich den erste Preis war, nomnom!). Heute sind wir mit der Fähre in die Pfalz rüber und haben keinen Biergarten gefunden (entweder zu oder Hochzeit oder komplett voll). Später haben wir einen vollwertigen Zwetschgenkuchen mit Zimt gebacken. Und nachher….vielleicht n Film?

[Genäht] Einen Block für meinen Harry-Potter-Quilt. Total schön geworden.

[Bewegt] Ein paar Yogaübungen, aber keine ganzen Kriyas. Keine Zeit, leider.

[Gehört] Daumendicke Bremsen, die an mir vorbeischwirrten. Grashüpferzirpen. Rheinwellen. Den Akkuschrauber. Wind in den Kornähren. Oldtimer-Traktoren. Ansonsten David Peace: Tokio im Jahre Null. Nirinjan Kaur.

[Gelesen] Mary Daly. Ein Flyer über die Gefährlichkeit von Mikrowellenöfen.

[Getrunken] Leitungswasser. Magentee. Assam FOP.

[Gegessen] Vermaledeite Chili-Nüsse. Salat, auch aus Kartoffeln. Toast mit Curry-Tofu-Streich, selbstgemacht. Sommergemüse aus der Pfanne mit einem Reis-Amaranth-Quinoa-Bratling. Grüne Bohnen, Paprika und Strohpilze aus dem Wok (den ich nicht habe) mit Basmati. Jede Menge Obst (hier heißt es Obschd).

[Gedacht] Es ist schön, wenn er Schmerz nachläßt.

[Gefreut] Über Näh-Planungen mit meinem Sohn für die Sommerferien.

[Geärgert] Nüsse! Grrr!

[Gelacht] Über Raucher, die eine Fluppe zwischen den Lippen haben und direkt unterhalb des Rauchen-verboten-Schilds stehen^^

[Gekauft] Jede Menge Obst und Gemüse: Pfirsiche, Brom- und Blaubeeren, Zwetschgen, Tomaten, Paprika, Stangenbohnen, Ruccola, Eichblattsalat, Radieschen. Und Sonnenblumen.

[Spirituelles] Der Landschaft zugehört. Meine Wurzeln noch ein bissel weiter in die Erde gesteckt.

[Und sonst so?] Ich will massiert werden.

[Ausblick auf die nächste Woche] Mittwoch ist der letzte Schultag, also werde ich versuchen, die drei letzten Tage ohne Kind auszukosten, so weit es geht: Yoga, Nähen, Lesen und laut Musikhören. Donnerstag und Freitag werden wir dann wohl unser Ferien-Näh-Projekt starten.

Amala Krähenfeder, 22.07.2012, 19:00 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

:: WochenRückblick ::

[Wetter] Juli bis Oktober in einer Woche: Sonne, Regen, Wind, Hitze, Kälte – wir hatten alles.

[Gemacht] In meinen Rhythmus zurückgefunden, wie ich es mir gewünscht hatte. Ich habe angefangen, meine Dokumente zu sortieren und dabei alte gespeicherte Chats gefunden, deren Zeit jetzt einfach abgelaufen ist, also lösche ich mich gerade quer durch meinen Speicher. Ich war mit einem Mann Blumen schneiden (die erste Sonnenblumen des Jahres) und am See, wo wir von Mücken vertrieben wurden. Ich war mit dem anderen Mann bei einem lästigen Termin, der jetzt auch noch Kreise ziehen wird. Ich habe viel in den Tag hineingeträumt, gelesen, gekocht, Tee getrunken und “rumgeprotscht”, wie es so schön heißt. Und das in vollen Zügen genossen, jawoll.

[Genäht] Nachdem meine muß-ich-machen-Nähprojekt-Liste allmählich sehr überschaulich geworden ist, habe ich mich endlich mal wieder einem eigenen Projekt zugewandt, nämlich meinem Harry-Potter-Applikations-Quilt, der vermutlich in etwa 80 Jahren fertig sein wird. Ich habe für ihn einen Block entworfen und genäht und bin gerade ganz verliebt. Außerdem habe ich eine Tasche für ein Wichteln genäht, die ich Euch leider nicht zeigen kann. Noch nicht.

[Bewegt] Geradelt und Yoga, wobei mir das Hin und Her des Wetters ein wenig auf die Kondition geschlagen ist. Ich bin aber ganz stolz auf mich, daß ich tatsächlich fast täglich eine Yoga-Kriya hinbekomme.

[Gehört] Jo Nesbø: Das fünfte Zeichen (fand ich richtig gut und die Auflösung überraschend). Harry Potter und die Kammer des Schreckens. Diorama. And One. Anne Clark. Moby. Gurudass. Nirinjan Kaur. Brendan Perry.

[Gelesen] Mary Daly. Die “Ägypten-Box”, eigentlich eine Art ausstellungsbegleitende Lektüre vom Museum in Speyer für Kinder zwischen 8 und 12, aber ich find’s richtig gut gemacht. Wieso gibt es sowas nicht für Erwachsene?

[Getrunken] Leitungswasser. Assam FOP.

[Gegessen] Von zwei Sachen habe ich Euch ja schon diese Woche die Rezepte gepostet. Ansonsten Rahmblumenkohl mit Kartoffelpüree und Salat, ein vorzügliches Spinat-Champignon-Curry mit Basmati und Tomaten-rote-Linsen-Dhal. Nom!

[Gedacht] Ich weiß, das ist jetzt nicht salonfähig, aber ich hab’s wirklich gedacht. Aus allertiefster Seele. “Fick Dich, Du Kackbratze”. Hach ja. Außerdem habe ich darüber nachgedacht, daß ich früher viele Dinge gemacht, gesagt, gedacht habe, mit denen ich es mir nicht gerade leicht gemacht habe in puncto Lebensfreude und…

[Gefreut] …wie froh ich darüber bin, daß es heute anders ist und ich mich in mir und meinem Leben so wohlfühle. Und über ein unerwartetes Geschenk habe ich mich auch gefreut.

[Geärgert] Internetforen sind keine demokratischen Landschaften. Und irgendwie habe ich einfach keine Lust mehr, meine kreative Energie in sowas reinzustecken.

[Gelernt] Ich bin intolerant und pflege keinesfalls gewaltfreie Kommunikation.

[Gekauft] Gemüse und Obst im Hofladen. Lecker!

[Spirituelles] Habe nachgedacht über meine Form von Totenkult. Habe Kali Reis und den Ahninnen Geschenke gebracht. Geräuchert. Meditiert. Mantras gesungen. Zugehört. I am one with Her.

[Und sonst so?] Es gibt noch so viel zu entrümpeln. Im Keller sind noch einige “Überraschungskisten”, also Umzugskisten, von denen ich nicht mehr weiß, was drinsteckt. Die nehme ich mir aber erst in der dunklen Zeit vor. Diese Woche habe ich meinen KramSchrank aufgeräumt. Und festgestellt, daß ich dringend meinen Stoffschrank umräumen muß, damit mehr reinpaßt, ähem.

[Ausblick auf das Wochenende] Obst kaufen. Yoga machen. Und vor allem das Zusammensein mit meiner Familie genießen.

Amala Krähenfeder, 20.07.2012, 13:35 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 8 Kommentare

:: Vollwertiger ReisPudding, sehr unphotogen ::

Nachdem ich in letzter Zeit eigentlich nur Curry- und Asia-Rezepte gepostet habe (oh goodness!), dachte ich mir, es dürfte auch mal wieder was anderes sein.  Heute kochen wir vollwertigen ReisPudding und das heißt konkret: vollwertig, sojafrei, glutenfrei, industriezuckerfrei. Als tierleidfrei kann ich meinen Pudding allerdings nicht bezeichnen (obwohl er vegan ist), denn wenn ich meine Getreidemühle anwerfe, gehen meine Katzen stiften. Weicheier.

10 Datteln und 100 g ganze Mandeln werden in 1 l Wasser für 1 Stunde eingeweicht und dann zu einer sehr feinen Sahne püriert. Ich habe dafür den Vitamix genommen, aber das geht auch mit einem guten Pürierstab. Wenn kein guter Pürierstab vorhanden ist, sollte frau vielleicht bereits gemahlene Mandeln verwenden. Dann wird 100 g Vollkornreis fein gemahlen – entweder in der Getreidemühle oder mit einer “schlagkräftigen” Kaffeemühle o.ä. – ich habe übrigens Vollkornbasmati genommen, aber es funktioniert auch jede andere Sorte. Die Mandel-Dattel-Sahne wir unter Rühren zum Kochen gebracht, dann vom Herd genommen. Mit einem Schneebesen das Reismehl einrühren, dann nochmals aufkochen, bis das Ganze andickt und Cremesuppenkoksistenz bekommt. In eine mit kaltem Wasser ausgespülte Schüssel geben und abkühlen lassen. Mir schmeckt der Pudding am besten, wenn er vorm Servieren ein bissel im Kühlschrank war und es dazu frische Früchte gibt.

 

In letzter Zeit lese ich vermehrt FoodBlogs und bin immer wieder ganz hin und weg, wie unglaublich liebevoll die Photos gestaltet, die Speisen angerichtet werden. Und bin beeindruckt von der Aufwendigkeit vieler Gerichte, den ellenlangen Zutatenlisten mit schwer zu beschaffenden Ingredienzien usw. Lesen tu ich das wahnsinnig gern. Ich merke aber auch, daß es mir beim Kochen zunächst mal ums Kochen geht und nicht ums FoodStyling. Es geht um gesunden Genuß für jeden Tag, also sollen meine Rezepte auch an jedem Tag kochbar sein und nicht nur sonntags oder in der Urlaubszeit. So schön ich gestylte FoodPhotos finde, so wenig sagen sie mir doch darüber, wie das Gericht aussieht, wenn ich es daheim in meiner kleinen, rumpeligen Küche nachkoche, dabei ist das doch der eigentliche Maßstab, den ich bei Rezepten anlegen muß und will. Und das Allerwichtigste: es muß schmecken und variiert werden können (weil ich nicht alles mag oder vertrage, weil es gerade ein anderes Obst oder Gemüse im Hofladen gab etc.). Also, das Auge ißt fraglos mit, aber eigentlich finde ich andere Kriterien als nette Photos wichtig.

Wie seht Ihr das?

Amala Krähenfeder, 18.07.2012, 12:36 | Abgelegt unter: Rezepte | RSS 2.0 | TB | 8 Kommentare
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