Archiv: Januar 2012
:: Der Rosen- & HimbeerQuilt ::
…ist aus einer Moda-Jelly-Roll und grauem Uni entstanden. Mal ein ganz anderes, wilderes Muster.
Gequiltet diagonal in Random-Lines. 56 x 43” ( ca. 142 x 110 cm) groß. Rückseite aus schwarzem Kuschelfleece. Maschinenwaschbar bei 30° C.
Aufgrund seiner Größe eignet er sich als Kniedecke, als Sesselüberwurf oder als Highlight auf Bett und Sofa.
Ich würde ihn gern verkaufen oder vertauschen – falls eine Interesse hat, bitte Mail an amala ät schlampengoettin de.
Edit: dankeschön, der Quilt ist vertauscht
:: Deckchen vom Sohn ::
Am Wochenende haben mein Sohn und ich zusammen genäht. Seit seinem ersten Projekt hat sich bereits eine Menge verändert. Die Nähmaschine war am Anfang eine unbekannte Größe, die komische Sachen (und seltsame Geräusche) gemacht hat, die er nicht logisch oder einleuchtend fand. Da kam es vor, daß er zu arg am Nähgut zog, was die Naht verrutschen ließ, oder daß er zu sehr am Faden riß, bis dieser aufgab. Das hat sich komplett geändert; er kriegt jetzt richtig Gefühl für seine kleine Janome.
Wir haben ein Deckchen in der Quilt-As-You-Go-Methode genäht, also die Stoffe direkt auf das Vlies aufgenäht und es später mit Rückstoff verstürzt. Ich habe nur eins gemacht: die knappkantige Verschlußnaht, die einmal rungsum läuft. Alles andere – incl. Stoffe aussuchen, bügeln, nähen, Zierstich, wenden, Perle aufnähen etc. – hat mein Sohn gemacht. Mit viel Liebe. Und wirklich superakkurat *vor Stolz platz*
:: WochenendRückblick ::
[Wetter] Kann ich eigentlich gar nicht beurteilen, weil es praktisch nicht hell geworden ist *hmpf* Kalt, grau, ungemütlich.
[Gemacht] Meine Verkältung gepflegt (das ist was Anderes als eine Erkältung btw). Vorm Kamin rumgelungert und gelesen. Genäht, allein und mit dem Sohn. Beim Badezimmerfliesen zugeguckt (oh ja, es wird!). Imbolc-Ritual mit der Familie.
[Gehört] Cat Stevens. Icon Of Coil. Garland Jeffreys. And One.
[Gelesen] Dr. Christine Volm: Rohköstliches.
[Getrunken] Wasser und Tee.
[Gegessen] Erdnußsuppe. Vollkorn-Gemüse-Pizza. Disco Stew. Obst. Haferkekse.
[Gedacht] Ach, so einiges. Vielleicht fasse ich das mal separat zusammen.
[Gelacht] Wir haben mal wieder zwei Folgen Alf geguckt – es gibt in der Serie definitiv so einige Kalauer, bei denen ich mich bepieseln könnte.
[Gefreut] Über ein Telefonat, das mir einiges an Klarheit geschenkt hat. Über die Wahnsinnsnähfortschrittes meines Sohnes. Über eine Mail, auf die ich seit 17 Jahren gewartet habe.
[Geärgert] Eigentlich nicht.
[Gelernt] Eine Menge über die Eßbarkeit von Baumblättern und -knospen. Ich freu mich schon, wenn sie austreiben
[Gekauft] Nichts.
[Bewegt] Ganz zaghaft geradelt und prompt muckt der Fuß wieder. Ich brauche neue Schuhe! Stattdessen ein bißchen Yoga und Hanteltraining, außerdem mit dem “Bergsteigerknautschi” rumgespielt. In einem Jahr zerknicke ich Straßenlaternen mit zwei Fingern.
[Spirituelles] Imbolc. Es ist absolut faszinierend, wie die Jahreskreisfeste ihre ganz eigene Energie mit sich bringen, die sich dann in allen möglichen (und unmöglichen) Lebensbereichen wie von selbst manifestiert und gelebt werden will bzw. Raum einfordert.
[Und sonst so?] Über die Gartengestaltung nachgedacht.
[Ausblick auf die nächste Woche] Einen kleinen Quilt beenden. Einen großen Quilt anfangen. Wichtiger Termin, Take II.
:: Pilgern auf Japanisch & Woher-kriegst-Du-Dein-Eiweiß-Suppe ::
In letzter Zeit habe ich einige Filme über’s Pilgern geschaut. Am meisten Material gibt es zum Camino Frances, dem Jakobsweg, und einige dieser Filme sind echt schrecklich. Vielleicht gehört das Leiden ja zum Christentum dazu, aber ich finde es stinklangweilig, wenn ich mir zwei Stunden anhören soll, wie rumgejammert wird, weil der Pilger sein Leben mit Mitte 50 noch immer nicht auf die Kette gekriegt hat *schnarch!* Neulich habe ich jedoch eine echte Pilger-Filmperle aufgetan: 88 – Pilgern auf Japanisch. Der Autor Gerald Koll geht den (angeblich) ältesten Pilgerweg der Welt, der die japanische Insel Shikoku umrundet. Während der 1300 km klappert er 88 Tempel ab, spricht mit den Leuten, die ihm begegnen, und versucht herauszufinden, was “Henro Boke” bedeutet, ein Begriff, den er von einem japanischen Pilger hat, dem er auf dem Jakobsweg begegnet ist. Der Film hat mich absolut begeistert. Er ist tiefgründig, lustig, mitunter skurril, zeigt eine Menge von der Landschaft, setzt sich mit den Pilgerwehwehchen auseinander und spart auch nicht mit Reflexionen. Außerdem gibt’s eine Menge Infos zum japanischen Way Of Life. Bei manchen Filmsequenzen fragte ich mich zwar, warum zum Geier sie es in den Film geschafft haben (beispielsweise ein Telefonat, bei dem Koll moniert, daß er und sein Gesprächsgegenüber schon lange keinen Sex mehr hatten *lol*), aber die Mischung stimmt. Das Buch werde ich mir nun auch noch anschaffen, so toll fand ich den Film.
Und weil Pilger ja Eiweiß brauchen, hab ich heute eine asiatisch angehauchte Erdnußsuppe gekocht – nix für schwache Gemüter, weil mit Habanero-Chili. Und das geht so:
200 g Erdnüsse zusammen mit 4 gepellten Knoblauchzehen, 3 TL gekörnter Gemüsebrühe, dem Saft von 1/2 Zitrone, 1 EL Sojasauce, 1 TL roter Currypaste, 750 ml Wasser und einem ordentlichen Stück Habanero-Chili (ohne Kerne und weiße Häutchen) im Blender mixen, bis eine homogene Creme entstanden ist. Diese in einen Topf umfüllen, einmal aufkochen und servieren.
:: “Teebeutel”: Lunchbag-Tutorial ::
Regelmäßig treffen mein Mann und ich uns in seiner Mittagspause, um gemeinsam zu essen. In der Regel bereite ich dafür Brote, einen Rohkostsalat, Obst und ein Getränk vor, was alles in einer Tasche transportiert werden muß, da wir meist in die Natur fahren und da picknicken (wenn es kalt ist, notfalls im Auto).
Dafür habe ich nun diesen “Teebeutel” genäht (Ode an die kleine Thermoskanne voller Tee, die wir mitnehmen), einen Lunchbag. Er bietet genug Platz für zwei Brotdosen, besagte Thermoskanne, ein bißchen Obst und sogar Besteck.
Ich habe ein Tutorial dazu gebastelt, auch als Dankeschön für all die Freebies, in deren Genuß ich schon gekommen bin. Wenn eine von Euch den Teebeutel nachnäht, würde ich mich riesig darüber freuen, wenn Ihr mir ein Bild von Eurem fertigen Lunchbag an amala ät schlampengoettin.de schicken würdet
Ich wüßte außerdem gern, wie verständlich und auch anfängerinnentauglich mein Tutorial ist – falls Ihr dazu eine Meinung habt, würde ich mich freuen.
Den genauen Materialbedarf kann ich nicht wirklich angeben, weil das Tutorial sozusagen beim ersten Lauf entstanden ist. Ich bin viel zu faul, um neue Schnitte mit Nesselstoff vorzunähen *ähem* Die Bilder hier zeigen also den Prototypen. Der Lunchbag ist ideal dazu geeignet, Reste zu verwerten. Ich habe Patchworkstoffe und Leinen vernäht, aber eigentlich funktioniert alles, was mit Nadel und Faden bearbeitet werden kann. Könnte mir z.B. vorstellen, daß der Teebeutel total hübsch mit alten Kartoffel- und Kaffeebohnensäcken ausschauen würde. Ihr braucht also Stoffe für die Außen- und Innenseite, für die Griffe und die Besteckaufbewahrung, außerdem Thermolam als Futter, rund 50 cm (Häkel)Spitze und natürlich das übliche Näh-Equipment.
Den Schnitt habe ich mir auf dicker Malerfolie erstellt. Die läßt sich gut mit einem Edding bemalen, ausschneiden und aufbewahren (dazu falte und loche ich sie und hefte sie dann in einem Ordner ab). Wenn Ihr auf Vergrößern klickt, könnt Ihr die Maße ablesen, und dann entsprechend eine Schnittvorlage konstruieren (Vorlage ohne Nahtzugaben). Mit Hilfe der Vorlage schneidet Ihr jeweils zwei Stücke Thermolam und Innenstoff MIT Nahtzugaben aus.
Außerdem braucht Ihr für die Henkel zwei Stücke Stoff à 14 x 4”.
Da ich bei der Gestaltung der Taschenaußenseiten einige Reste verwenden wollte, habe ich die Thermolamteile direkt benäht. Vorteil: ich verschwende praktisch nix, gestalte “as I go” und quilte direkt mit.
Für die Rückseite habe ich einen Rosenbordürenstoff und Leinen verwendet. Den Rosenstoff habe ich oben auf’s Thermolam gelegt und ihn leicht mit Sprühkleber fixiert. Den Leinenstoff habe ich recht auf rechts auf den anderen Stoff gelegt und zwar so, daß die Kante, an der ich nähen will, bündig liegt. Guckt Euch das Bild an, das erklärt es viel einfacher. Absteppen, bügeln und dann die Stoffe auf die Größe des Thermolams zurückschneiden. Sieht dann so aus:
Zum Quilten habe ich mir zarte Hilfslinien mit Bleistift gezogen. Quilten und Fäden wo nötig vernähen (will sagen: Fäden, die am Taschenrand enden, schneide ich einfach ab).
Für die Gestaltung der Vorderseite habe ich Stoffstücke von 4 1/2” Breite und mit unterschiedlichen Längen zu einem Streifen aneinandergenäht, gebügelt und dann mit Sprühkleber auf der rechten Seite des Thermolamstücks für die Taschenvorderseite fixiert. Dann wieder Leinen wie bei der Rückseite bündig auflegen, absteppen, bügeln und anschließend im Bereich der bunten Stoffe nach Belieben quilten.
Für den “Teebeutel”-Schriftzug habe ich ein Stück Butterbrotpapier verwendet, auf dem ich den Schriftzug vorbereitet habe. Das Papier habe ich mit Nadeln festgesteckt und die Schrift nachgenäht. Wichtig: langsam nähen und den Stich sehr klein einstellen. Wenn Ihr nicht ganz so perfekt arbeitet, bekommt es einen Hauch Shabby-Look. Fäden vernähen und dann erst das Papier entfernen. Beide fertigen Taschenaußenseiten beiseite legen.
Für die Henkel werden die Stoffstreifen längs mittig gefaltet und gebügelt. Aufklappen. Jeweils die beiden Längsaußenseiten ein knappes 1/2” nach innen falten und wieder bügeln, das sieht dann so aus:
Jetzt wieder mittig falten, gut bügeln und beidseitig knappkantig absteppen. Die (Häkel)Spitze mittig auf den beiden Henkeln mit Stecknadeln fixieren und aufsteppen. Die fertigen Henkel sehen so aus:
Für das Besteckfach habe ich ein Stück Leinen, das von der Rückseite übrig geblieben ist, rundum erst 1/4” und dann nochmals 1/4” umgebügelt und es nur an der Oberseite abgesteppt, damit es nicht ausfranst. An der linken, der rechten und der unteren Seite habe ich es dabei direkt auf ein Stück des Stoffs für die Innenseite aufgesteppt. Damit das Besteck in der Innentasche nicht herumrutscht, habe ich vier einzelne Kammern abgesteppt (die des Teelöffels nochmal quer, damit er nicht in der Kammer versinkt):
Jetzt wird der Teebeutel zusammengesetzt. Dazu legt Ihr die gestaltete Vorderseite so vor Euch hin, daß Euch die schöne Seite anguckt. Darauf wird ein Henkel fixiert. Ich habe es so gemacht, daß die Außenkanten der Henkel jeweils 2” im Außenrand des späteren Taschenkorpus entfernt sind. Wichtig: die Henkel so auflegen, daß die (Häkel)Spitze nach unten zeigt und Euch nicht anguckt. Drauf legt Ihr das Stück Innenstoff OHNE Besteckfach, und zwar rechts auf rechts. Demnach guckt Euch vom Innenstoff die linke, “nicht-schöne” Seite an. Absteppen. Sieht dann so aus:
Dasselbe mit der Rückseite des Taschenkorpus’ und dem Innenstoff mit Besteckfach wiederholen. Wieder darauf achten, den Henkel richtig einzulegen. Alle Nadeln entfernen.
Jetzt werden die beiden genähten Teile aufgefaltet und rechts auf rechts fixiert. Achtet darauf, daß jeweils die beiden Außen- und die beiden Innenseiten sich berühren – nicht mischen
Wichtig: besonders gründlich den Bereich abstecken, wo Außen- und Innenseite sich berühren. Wenn hier geschlampert wird, sieht frau es später ziemlich deutlich.
Jeweils die Längsseiten sowie die Taschenböden absteppen, dabei beim Taschenboden der Innenseite eine Wendeöffnung lassen. Bild vergrößern verdeutlicht, was ich meine.
Nun wird der Scheinboden genäht, indem die quadratischen Aussparungen aufgefaltet und Naht auf Naht aneinander gelegt werden. Absteppen. Sieht dann so aus:
Für alle vier Ecken wiederholen. Dann die Tasche durch die Wendeöffnung wenden. Wenn Ihr sauber gearbeitet habt, sehen die Ecken so aus:
Ecken gut ausarbeiten. Wendeöffnung abstecken und schließen. Innenbeutel in den Außenbeutel stecken. Den Teebeutel einmal ringsum am oberen Rand absteppen, das gibt Stabilität.
Tee kochen, Bütterkes schmieren und picknicken
:: Quiet Day ::
Gestern hätte ich meinen wichtigen Termin gehabt, vor dem ich so aufgeregt war. Ich wachte mit Kopfschmerzen auf und dachte, ich würde lieber daheim bleiben. Oder eigentlich vielleicht auch nicht, immerhin ist es doch wichtig. Mein Mann und ich fuhren hin, fast eine Stunde, waren zu früh dran. Besuchten den Neckar. Immer noch zu früh. Kehrten ein, tranken heiße Sojaschokolade mit Chili. Dann war es soweit. Herzklopfen. Ich dachte, ohbittebittebitte, es hängt soviel davon ab. Ein Blick in die Augen meines Gegenübers. Da stimmt was nicht. Er sagt, er hat es vergessen. Hat den Termin, hat mich vergessen. Es war, als hätte jemand den Stecker rausgezogen. Ganz plötzlich keinen Strom mehr, keine Energie. Bleischwer und müde. Später saß ich im Auto und heulte vor Enttäuschung und Wut. Ich fasse es nicht, hab ich immer wieder gesagt. Ein langer Heimweg, Schmerzen, Halsweh. Den Rest des Abends wurde ich nicht warm, nicht einmal vorm Kamin. Ging früh ins Bett, wollte nichts mehr sehen oder hören. Nachts fühlte ich mich fiebrig und krank.
Heute tut mir noch der Hals weh und ich mag nicht reden, aber ich fühle mich sehr ruhig und bei mir. Habe mir entgegen meiner Gewohnheit Tee gekocht, aber die Halsschmerzen sind hartnäckig. Mein Körper fühlt sich müde und träge an, wie früher nach sehr viel Sport. Ich genieße die Stille im Haus, die nur vom Knacken der Holzscheite im Kamin unterbrochen wird. Gut, daß heute ein grauer, nieseliger Tag ist, das dämpft die Welt noch ein bißchen mehr.
Schneckenhausgefühl.
:: SeelenfarbenQuilt ::
Mein erster Quilt in 2012 (seit November habe ich vier Quilts genäht, das finde ich mal gesondert erwähnenswert). Genäht aus der Honeysuckle-Strip-Tease-Bun von Island Batiks und weißem Uni von FabriQuilt. Das Binding habe ich aus Überbleibseln der Streifen gemacht und habe trotzdem noch einige übrig. Mal gucken, was daraus wird. Insgesamt hat dieser Quilt nur 11 Tage in Anspruch genommen – ich bin schnell geworden
Der Quilt ist ca. 58 x 83” groß und mit zartgelbem Polarfleece hinterlegt. Gequiltet wie immer in Random-Lines, diesmal längs. Wie frau sehen kann, wasche ich meine Stoffe nicht vor, sondern scheuche erst den fertigen Quilt in die Waschmaschine, der dadurch ein bißchen schrumpft und diesen famosen Crinkle-Vintage-Used-Look bekommt. Gefällt mir total gut, richtig gemütlich.
Mein nächster Quilt wird nochmal ein Bar-Quilt, diesmal aber nicht für mich
Und danach wartet ein anderes Muster auf mich. Bin ganz gespannt.
:: Craft From My Stash III: Gewürztee-Tischdecke ::
Nachdem ich mich nicht von meiner Madras-Tischdecke trennen konnte (ich habe zwei Tage mit mir gerungen und am Ende eingesehen, daß ich das gute Stück nicht hergeben kann), habe ich kurzerhand noch eine ähnliche genäht. Intern läuft sie unter dem Namen “Gewürztee-Tischdecke”, aber ins Wanderpaket ist sie doch als Madras-Tischdecke eingegangen, weil der Anhänger schon geschrieben war. Ähem.
28 x 28” groß. Gequiltet mit Spiced-Tea-Quiltgarn (heißt wirklich so). Schokobraunes Binding. Schön. Finde ich.
Die Madras-Tischdecke ziert jetzt meinen orange-gelb-holzigen Altar und macht sich sehr fein.
Und mein SeelenfarbenQuilt ist gerade in der Waschmaschine. Bilder morgen. Mei, war ich fleißig
:: Der Tag des ersten Krokus’ ::
Gestern Abend habe ich angefangen, meinen Batik-Bar-Quilt zu quilten, diesmal in Längsreihen. Bin immer wieder fasziniert davon, wie einfach das mit dem Anschiebetisch geht. Heute Morgen war mein ganzes Zimmer in goldenes Sonnenlicht getaucht. Ich habe mir einen Stuhl ans Fenster geschoben und das erste Sonnenbad in diesem Jahr genommen. Die Sonne küßte meinen Quilt und brachte die Farben zum Leuchten. Seelenfarben, dachte ich.
Am Mittag hatten mein Mann und ich eine Verabredung zum Essen. Wir haben den AsiaWok im Nachbarort besucht, zum ersten Mal. Das Essen war lecker, aber das Lokal war sehr laut, grell, unfreundlich. Kein Ort zum Verweilen. Demnächst Take-Away und Essen im Auto.
Danach waren wir kurz in den Feldern. Wahnsinn, dieses Sonnenlicht! Im Januar! Am Wegrand sah ich die erste Krokusblüte des Jahres, sonnengoldgelb, putzmunter. So fühle ich mich auch. Dieser Winter hat mich nichts ausgemacht (ich glaube, es liegt am Vitamin D).
Beim Importieren dieses Bildes hat mein Rechner irgendeinen Fehler gemacht. Oben Goldruten im Sonnenlicht, unten die Schnurrhaare vom Fietz. Zwei Dinge, die ich sehr liebe. Paßt doch.
Heute Nachmittag mische ich Tees und Gewürze, das ganze Haus duftet schon danach. Später mache ich das Quilting fertig und vielleicht das Binding. Imbolc-Gefühl. Am Tag des ersten Krokus’.
:: Rückgrat ::
Bis in meine späte Teenie-Zeit lief Kommunikation bisweilen so:
ich vertrat eine (meist unpopuläre) Meinung, für die ich sachliche Argumente hervorbringen konnte, und knickte auch bei Gegenwind nicht ein. Aus irgendeinem Grund rieb sich jemand daran; ob nun an der Meinung als solcher oder an meiner Vehemenz, spielt keine Rolle. Aus Frust über mich wurde dann das Thema, das bis dato nur zwischen mir uns dieser Person / diesem Personenkreis existiert hatte, auf andere Personen / Personenkreise ausgedehnt. Teilweise lief das richtig gehässig ab, aber mit der Erfahrung von heute würde ich das nicht mehr ausschließlich auf die durchdrehenden Hormone in der Pubertät schieben. Ganz dämlich waren wir als Teenies aber auch nicht. Es wurde also nicht “Amala hat XY gesagt und das finde ich voll doof / peinlich / falsch” weitergetratscht, sondern es wurde auf neutrale Formulierungen geachtet, sowas wie “Personen, die xy denken, sind voll doof und peinlich und liegen falsch” (meist wurde sogar noch eine Empfehlung angehängt, sowas wie “…und sollten fortan nur noch blablabla”). Meine Güte, war das clever! Und natürlich wußten alle, wer damit gemeint war. Auch ich. Wenn ich aber diejenige, die dieses pseudoneutrale Statement abgegeben hatte, zur Rede stellte und sagte “hey, ich weiß genau, daß du mich meinst. Wieso kommst Du nicht zu mir, damit wir das direkt besprechen können?”, dann kam immer die Ausrede, die mittels dieser pseudoneutralen Formulierung längst vorbereitet worden war. “Waaaas? Ich hab zwar gesagt, daß Leute, die xy meinen, total peinlich und doof sind, aber DICH PERSÖNLICH habe ich damit niiiiiiiiie gemeint! Du bist ja so ich-fixiert, daß Du überhaupt auf diese Idee kommst! Ich bezog mich damit lediglich auf eine ganz allgemeine Debatte. Und Du brauchst jetzt auch nicht mit diesem Thema XY anfangen, weil ich AB JETZT gar nicht mehr darüber reden will, ätsch!”. Damals dachte ich: feige Sau. Und ich hatte irgendwie die undefinierte Hoffnung, daß sich so eine Kinderkacke von selbst rauswachsen würde. Was für ne Art von Kommunikation soll das sein? Mir drängt sich da unwillkürlich das Bild einer Einbahnstraße auf, die in einer Sackgasse mündet.
Ich bin heute zu alt für diesen Scheiß.



































