Archiv: Mittwoch, 30. November 2011
:: Nochmal Smoothies ::
Ich bin mutiger geworden, was die Zusammensetzung meiner Smoothies angeht. Anfangs habe ich mir den Rat von Smoothie-Expertinnen zu Herzen genommen, die meinen, daß frau erstmal nur wenige Zutaten verwenden soll, die sie pur definitiv mag. Also nahm ich meist Feldsalat oder jungen Spinat als Grundlage.
Inzwischen habe ich mehr Variablen in meinen Smoothies drin. Grünkohl ist unglaublich lecker (und gar nicht bitter, wie ich zunächst argwöhnte). Petersilie ist großartig (und nicht dominant). Brombeerblätter rocken (und schmecken auch irgendwie nach Brombeere). Wirklich überrascht hat mich aber Rosenkohl. Der hat ja einen ziemlich einzigartigen Eigengeschmack, der in Smoothies jedoch nicht so ausgeprägt ist. Ganz schlimm war allerdings Selleriegrün, das den Smoothie für mich verhagelte.
Seit ich darauf achte, wie ich meine Smoothies zusammenstelle – nämlich mit einem hohen Anteil an cremigen Früchten -, bin ich echt im Smoothie-Himmel. Wobei ich das Wort Smoothie bekloppter finde, je öfter ich es sage oder schreibe. Smoothie. Smoothie. Smoothie. Also nee.
Mit den Smoothies gerate ich aber auch an eine gewisse Grenze, die mir anerzogen worden ist. In meiner Familie war ganz klar festgelegt, was frau roh ißt und was nicht. Und was frau trinkt und was sie ißt. Rosenkohl z.B. gehörte zu den nicht-roh zu essenden Gemüsen. Brombeerblätter wurden gar nicht gegessen, geschweige denn getrunken. Mangos zählten zu den roh zu essenden Früchten – Mangosaft war unbekannt. Klingt vielleicht ein bißchen banal, aber durch meine Smoothies fällt mir derzeit stark auf, wie sehr ich doch eben Kind meiner Eltern bin (ich hau trotzdem weiterhin mein Gestrüpp in den Blender).
In den letzten sieben Tage habe ich weiterhin meinen Smoothie getrunken, aber dafür den Rohkostanteil wieder etwas reduziert, meist aus Faulheit oder weil mich das kältere Klima eher zu warmen Gerichten tendieren ließ. Ich merke das sofort. Nicht, daß es mir damit nicht gut geht – dann würde ich das sofort wieder ändern -, aber es ist spürbar. Ich brauche wieder mehr Schlaf, habe öfter mal Verspannungen und leichte Schmerzen. Wenn jetzt die akute ich-will-Geschenke-nähen-und-verpacken-Zeit vorbei ist, möchte ich den Rohkostanteil wieder erhöhen.
Was ich auch merke: ich bin definitiv nicht soweit, Rohkost so zu essen. Also ohne Zubereitung, einfach von der Hand in den Mund. Mal ein Möhrchen knabbern, ok. Aber Fenchel, Sellerie, Pilze, was auch immer bereite ich zu, d.h. schnippel es, mische es mit anderen Zutaten, schmecke es ab und richte es nett an. Das hat auch was mit meiner Erziehung dazu zu tun, was als Mahlzeit angesehen wird. Naja, und es macht mir Freude, schmeckt lecker und spricht mich an.

