Archiv: Oktober 2011
:: Mützen ::
Für diese Tasche hat Tita mir zwei und meinem Sohn eine Mütze gestrickt. Ich bin total verliebt! Sie sind alle schön weich und sitzen einfach perfekt. Das Bild ist leider nicht so prickelnd (wie knipst frau schwarze Mützen?!), aber meine Häkelmütze trag ich seit gestern dauerhaft
Vielen Dank! Das war wirklich ein schöner Tausch.
:: Wanderpakete ::
Mein “Baby”, das Jahreszeiten-Wanderpaket, war wieder einmal bei mir zu Gast und ich habe mir diese tollen Strümpfe von Zambonie und eine stimmungsvolle Karte von Spinntante ausgesucht:
Außerdem war das Wanderpaket 1 auch mal wieder hier. Gefunden habe ich allerdings nur eine Karte von taste_it:
Vielen Dank an Euch alle
:: Erschöpft ::
Ich fühle mich erschöpft. Nicht bloß ein bißchen müde, nicht krank, sondern richtig erschöpft. Seit Mai umgezogen und renoviert, noch immer nicht fertig. Die letzte Woche war die Schlimmste seit langer Zeit, hat mich den Rest meiner Kraft gekostet und mich ausgebrannt. Mein Körper fühlt sich bleischwer an. Hier und da undefinierte Schmerzen, mir ist es zu kalt, dann wieder schnell zu warm. Habe keinen Hunger auf gar nichts, am allerwenigsten auf Brot und Getreide. Hier mal ein Apfel, da ein bißchen Tofu, dann reicht es schon wieder. Empfinde auch kein Verlangen nach irgendeiner Nahrung, weder auf Frisches noch auf Grünes und nicht mal für Pommes mit Ketchup kann ich mich begeistern. Mag nur Wasser trinken, davon reichlich. Will keine Säfte, nur hin und wieder Tee. Kommunikation nervt mich gerade, hatte davon in der letzten Woche mehr als genug. Es gab so viel Unfrieden, so viel Enttäuschung und Angst. Vielleicht stürze ich gerade kopfüber in ein Low hinein. Schlafen funktioniert auch nicht wirklich. Wenige Stunden, dann liege ich wach und schaue meinen Gedanken beim Abspulen zu.
Seit dem Umzug komme ich nicht so wirklich ans Nähen. Es sind einige Sachen entstanden, aber lustvoll war das nicht. Habe früher jeden Tag vier, fünf Stunden genäht, jetzt kann ich mich nicht motivieren. Schaue die Stoffe an, die mir nichts sagen, schaue meine Pfaffi an und fühle mich traurig, weil mir einfach nichts einfällt. Meine Kreativität braucht Ruhe und inneren sowie äußeren Frieden, um sich zu entfalten. Das gibt es aber gerade nicht.
Ja, und die Sache mit der Kommunikation. Ich habe den Großteil meines Lebens damit zugebracht, nicht das zu sagen, was ich wirklich meine. Seit zwei, drei Jahren etwa ist das anders. Ich weiß, daß ich den meisten Leuten zu direkt, zu offen bin. Es fällt mir schwer, das, was ich meine, in Zuckerwatte zu verpacken (darum beneide ich immer Commissario Brunetti – das könnte ich nie). Ich ecke an, werde wahlweise für hämisch, arrogant, zickig, knallhart oder gemein gehalten – dabei versuche ich eigentlich bloß, verbindlich zu kommunizieren.
Vielleicht fehlt mir auch einfach das Sonnenlicht. Was ich mit in die Dunkelheit nehme, weiß ich immer noch nicht. Das Bedürfnis nach Ruhe, aber das war’s dann schon.
Ach, ich armes Hascherl.
:: Trinken ::
Bruker hat mal geschrieben, daß mensch nur trinken soll, wenn sich ein Durstgefühl meldet. Das sehe ich ganz anders. Schon bevor ich Durst empfinde, schon lange bevor meine Lippen trocken werden, habe ich jede Menge Flüssigkeit verloren – einfach durch’s Rumsitzen. Wenn ich aktiv bin, z.B. beim Kochen oder Nähen und insbesondere natürlich bei stärkerer körperlicher Anstrengung, verliere ich Wasser, dessen Verlust ich zunächst mal gar nicht bemerke. Ein erwachsener Körper besteht ja zu etwa 75 % aus Wasser, das vorrangig in den Zellen gespeichert wird. Wenn ich Flüssigkeit verliere, aber nichts nachkommt, wird das Zellwasser aktiviert, also aus den Zellen mobilisiert und abgezogen. Die Eigenschaften von Zellen, die nicht mehr ordentlich bewässert sind, verändern sich. Mineralstoffe können nicht mehr ordentlich aufgeschlüsselt und transportiert werden. Und am Ende steht wie für jedes Lebewesen ohne Wasser der Tod, auch für Zellen.
Wenn mal eine handvoll Zellen abstirbt, scheint das erstmal gar nicht schlimm, schließlich sind wir Menschen im Grunde ja eh so eine Art Zellenstaat, in dem ständig Zellen sterben und sich wieder erneuern. Nur gibt’s zwei Probleme: ohne Wasser kein Leben. Kommt kein Wasser nach, können keine Zellen neugebildet werden. Und richtig doof ist es, wenn Zellen sterben, deren Verlust wir nicht mal eben achselzuckend hinnehmen können.
Die Trinkempfehlung für eine Frau lautet 2 Liter täglich. Dieser Allgemeinplatz berücksichtigt weder das Alter, das Gewicht, die Ernährungsweise noch die Arbeit (im Sinne von körperlicher, geistiger oder seelischer Anstrengung, die verrichtet wird) der Frau. Auch eventuelle Vorerkrankungen / Medikationen, die Jahreszeiten / Tageszeiten und der Zyklus werden nicht berücksichtigt.
Ich trinke momentan etwa 3 bis 4 Liter täglich, wobei diese sich aus etwa 3 – 3,5 Litern Wasser und 300 ml Tee zusammensetzen, + / – jeweils ein bißchen. Viele Frauen haben Probleme, so viel Flüssigkeit aufzunehmen, weswegen ich öfter gefragt werde, wie ich das überhaupt schaffe. Ich glaube, das, was mir am meisten dabei hilft, ist ganz schnöde mein Durstgefühl, wobei frau sich das nicht wie ein ich-bin-gerade-40-Tage-durch-die-Wüste-marschiert-und-bis-auf-die-Knochen-dehydriert-Durstgefühl vorstellen darf. Es ist eher das Bedürfnis, meine Schleimhäute zu befeuchten und mich zu “gießen”. Vielleicht steckt dahinter auch einfach ein guter Kontakt zu der Wasser-Seite in mir, mal spirituell gesprochen. Durch meine erhöhte Wasseraufnahme haben sich viele Dinge positiv verändert, aber ich führe nur mal zwei an: meine Haut ist reiner und ich habe (wohl auch durch die Verwendung von Stoff- statt Plastikbinden) keinerlei Harnwegsinfekte mehr.
Dieses Durstgefühl war definitiv nicht immer vorhanden. Ich erinnere mich noch an Diskussionen, in denen meine Mutter haareraufend meinte, das Kind (= ich) würde bald verdursten, weil es den ganzen Tag nix getrunken hat. Ich habe mir mein Durstgefühl antrainiert. Früher fand ich z.B. Wasser in jeder Form einfach widerlich und konnte es nur als Saftschorle oder in Teeform herunterbringen. Nach und nach habe ich den Saftanteil in der Schorle reduziert, bis das Wasser irgendwann nur noch nach Wasser schmeckte (aber es waren ja drei Tropfen Saft drin, was für mich eine prima Psychokrücke war). Dann ging aber nur stark kohlensäurehaltiges Wasser. Ich erinnere mich noch an den Besuch bei einer Bekannten, die mir stilles Wasser kredenzte. Ich hab’s irgendwie runtergewürgt bekommen, weil ich höflich sein wollte, aber Pfuideivi! Nach ein paar Jahren fiel mir dann auf, daß ich ständig Blähungen hatte, obwohl ich nix Blähendes gegessen hatte. Das war dann wohl die Kohlensäure. Ich probierte wieder stilles Wasser, fand es genauso schrecklich wie zuvor, und kaufte mir stattdessen nur leicht kohlensäurehaltiges Wasser. Übel! Die Umstellung habe ich nur hinbekommen, weil ich das Wasser stark kühlte und weil die Blähungen weniger wurden. Zwischenzeitlich habe ich wieder auf Saftschorlen umgestellt und den Saftanteil dann wieder reduziert, diesmal jedoch schneller als ehedem.
Dann kamen massive Probleme mit meiner Laktoseintoleranz hinzu. Rückblickend kann ich gar nicht verstehen, wieso ich nicht schon damals den Schritt von Milch und Milchprodukten weg machte, sondern mit laktosefreien Sachen rumhantierte, aber ok. Jedenfalls führten mich meine Magen-Darm-Probleme dann doch endlich zum stillen Wasser. Aber nur eine Marke war ok, die anderen schmeckten bitter oder metallisch. Und es ging auch nur wirklich gut gekühlt (super Sache für meinen Magen, ja wirklich…). Als wir schließlich nach Baden umzogen, animierte mich meine Vermieterin dazu, mal das Leitungswasser zu probieren. Es schmeckte süß! Viel besser als jedes Quellwasser (und ich glaube, meine Männer haben die Flaschen- und Kistenschlepperei nie vermißt). Und viel günstiger.
Inzwischen hänge ich also am Wasserhahn und trinke das Kraneberger mit viel Genuß. Es ist das beste Wasser, das ich bisher getrunken habe, und ich bin immer wieder über seine Süße, seine Milde glücklich.
Leitungswasser wird in Deutschland scharf kontrolliert, was jedoch leider nichts daran ändert, daß es belastet sein kann. Als potentielle Quellen für diese Belastung kommen einmal veraltete oder schadhafte Rohrleitungen in Frage. Und andererseits die Gewässerbelastung als solche. Wenn frau bedenkt, wie fulminant Medikamente genommen und auch wieder ausgeschieden werden und welchen verheerenden Einfluß Massentierhaltung und moderne Landbewirtschaftung haben, erklärt sich das von selbst. Quellwasserverfechterinnen führen genau das immer an. Das Problem, das ich jedoch bei abgefülltem Quellwasser sehe, ist die Belastung durch die Plastikflasche bzw. genauer gesagt durch die darin enthaltenen Weichmacher. Glasmehrwegflaschen finde ich insofern keine echte Alternative, weil es sehr viel Energie verbraucht, diese zu sammeln, zu transportieren, zu waschen, zu befüllen, neuzuetikettieren etc. Ich glaube, was bei der ganzen Diskussion um mögliche Schadstoffe in Wasser, Boden, Luft und Co. ganz gern vergessen wird, ist die Tatsache, daß unsere Erde ein geschlossenes System ist. (Leider) geht nichts verloren.
Ich habe für mich beschlossen, daß das Trinken von Leitungswasser in jeder Hinsicht ein Gewinn ist. Keine Schlepperei, keine Vorratshaltungsprobleme wegen Stauraumverlust, keine Transportwege, dafür aber ständige Verfügbarkeit. Und obendrein ist es wirklich günstig. Außerdem nehme ich durch’s Kochen, Teetrinken und so eh schon jede Menge Leitungswasser zu mir, so daß es meiner Ansicht nach keinen Sinn macht, einen Teil meines Wasserbedarfs durch teure Abfüllwässer zu decken.
Und wie trinkst Du so?
:: Indisch vegan in Karlsruhe ::
Gestern waren mein Mann und ich in Karlsruhe indisch & vegan essen, und zwar hier. Vor Jahren waren wir schon mal dort und die Qualität ist immer noch hervorragend. Ich hatte das Okra-Tomaten-Gemüse, mein Mann die gebackenen Auberginen, dazu gab es Gewürzreis. Nachdem wir darum gebeten hatten, daß keinerlei tierische Zutaten wie z.B. Ghee verwendet werden, war es absolut problemlos, die vegetarischen Gerichte in vegan zu bekommen (und da ich ne Laktoseintoleranz habe, kann ich definitiv sagen, daß es vegan war *g*).
Leider hatte ich keine Kamera dabei und die Handybilder werden immer so äääääh, so daß ich unser Essen nicht knipste. Jedenfalls war es zähneringend lecker
Zum Thema Barrierefreiheit: zwei Stufen muß frau bewältigen, um ins Restaurant zu kommen. Das Klo ist dann auf derselben Ebene und die Kabinen meines Empfindens nach auch recht groß. Bezweifle allerdings, daß frau das bei kompletter Rollstuhlpflichtigkeit ohne Leichtathletikvorbildung schafft.
:: Gorgeous! ::
Gestern ist das neue Puscifer-Album “Conditions Of My Parole” erschienen. Welche Reinhören mag, der seien die Songs “Green Valley”, “Toma” und “The Rapture” empfohlen.
Ich find den ja einfach unglaublich. Sex für’s Ohr.
:: WochenendRückblick ::
[Wetter] Sonnig, klar und kalt.
[Gemacht] Mal wieder eine Baumarktrunde. Fähre gefahren. In der Pfalz gewesen. Spazieren. Kartoffeln geklaubt. Einen Fußboden verlegt.
[Gehört] Viel R.E.M. Und außerdem The Green Apple Sea. Und ein Hörbuch von Tess Gerritsen, gelesen von der großartigen Mechthild Großmann.
[Gelesen] Dewey und ich. An dieser Stelle mal ein Dankeschön an die Stadtbibliothek Karlsruhe, die immer wieder tolle Bücher in meinen Weg wirft. Wörtlich übrigens.
[Getrunken] Malzbier. Darjeeling.
[Gegessen] Kostenlosen Kartoffelbrei. Endivien. Bohnengratin. Blumenkohlcurry.
[Gedacht] Ich will Kuchen, habe aber keine Lust, einen zu backen.
[Gelacht] Als die alte Haustür aus den Angeln fiel.
[Gefreut] Über die neue Haustür. Und über einen total lieben Brief.
[Geärgert] Über den Staub. Ich putz hier bis Weihnachten gar nix mehr, wo doch jede Woche was neues rausgemeißelt wird
[Gelernt] Nicht alles ist teilbar.
[Gekauft] Äpfel, Birnen, Zwiebeln und – Baumarktkram.
[Spirituelles] Verbundenheit gespürt. Eine Warnung ausgesprochen.
[Und sonst so?] Gefroren. Iiiih, es ist ja sooo kalt geworden!
[Ausblick auf die nächste Woche] Ein plöder Termin, sonst hoffentlich viel Zeit zum Nähen.
:: Freeganism: Kartoffeln ::
Während eines Spaziergangs in der herrlichen Oktobersonne kamen wir an einem abgeernteten Kartoffelacker vorbei. Wobei der Begriff “abgeerntet” meiner Ansicht nach nun wirklich nicht zutraf. Das Kartoffelkraut und ein Teil der Knollen fehlten, ansonsten war das Feld noch voll bestückt – will sagen: pro Quadratmeter lagen noch ca. 20 Kartoffeln herum. Ein Teil davon war zerplatzt bzw. zerquetscht (ich vermute, durch die Sortiermaschine bzw. den Traktor), ein anderer Teil war grün, aber ein ziemlich großer dritter Teil bestand aus absolut eßbaren, festen, goldbraunen Kartoffeln mit intakter Schale.
Was soll das?
Am Rande dieses Ackers kam mir die Galle hoch (bin halt nicht so nah am Wasser gebaut, sonst hätte ich sicherlich geheult). Ich mußte an das gesamte theoretische Wissen denken, das derzeit auch in Bloggerinnenkreisen kursiert: daß per se etwa ein Drittel aller in Deutschland hergestellten Nahrungsmittel direkt auf dem Müll landen, ohne daß auch nur eine einzige Konsumentin sie zu Gesicht bekommen hätte. Daß auch hierzulande immer mehr Menschen mit immer weniger auskommen müssen. Daß unser System ein System des Mangels – des absichtlich und willentlich herbeigeführten Mangels – ist. Aber angesichts dieses Kartoffelackers verpuffte die Theorie.
Mein Sohn – sieben Jahre alt – stand mit offenem Mund neben mir. “Mama, es ist doch unrecht, das, was die Göttin uns schenkt, verkommen zu lassen, oder?”. Ja, find ich auch. Also stapfte er los und sammelte Kartoffeln, einen ganzen Arm voll. Leider hatten wir keine Tüte und keinen Korb dabei, so daß er lediglich eine Portion für vier Personen zusammensuchen konnte – binnen zwei Minuten, übrigens. Ich bin mir sicher, das, was dort noch immer liegt, könnte ein ganzes Dorf satt machen.
Daheim wurden die Kartoffeln geschält, gekocht und zu Stampfkartoffeln verarbeitet.
Nächste Woche werden wir wieder zu diesem Feld gehen, dann aber mit Körben. Ich möchte so viele Kartoffeln klauben, wie ich tragen kann. Bevor ich sie auf dem Feld verrotten lasse, esse ich lieber drei Wochen lang jeden Tag was anderes mit Kartoffeln – die sind ja gut lagerbar und obendrein enorm wandlungsfähig. Falls es deutlich mehr wird, als wir selbst bewältigen können, könnte ich immer noch ein Schild an die Straße stellen, daß ich Kartoffeln zu verschenken habe.
Ich würde es toll finden, wenn auch andere Menschen Kartoffeln aufsammeln gingen. Wichtig ist halt, daß Ihr den Bauern, auf dessen Feld Ihr klaubt, um seine Erlaubnis bittet. Meiner Erfahrung nach reagieren Landwirte auf solche Anfragen hin ziemlich freudig, immerhin zeigen wir ihnen damit, daß wir ihre Arbeit wertschätzen. Und bitte nicht vergessen: die meisten Landwirte haben selbst einen Hals auf die realitätsfernen Normvorgaben für Gemüse, Obst und Co.
Wer die Welt bewegen will, sollte zuerst sich selbst bewegen (Sokrates).
:: Ausstellung Schädelkult ::
Welche Lust auf ein bissel Kultur hat, kann bis zum 29. April 2012 ja mal in Mannheim vorbeigucken, wo es im Museum Weltkulturen eine Sonderausstellung zum Thema Schädelkult gibt. Laut Website ist das Museum incl. Sonderausstellung barrierefrei.






