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:: Erschöpft ::

Ich fühle mich erschöpft. Nicht bloß ein bißchen müde, nicht krank, sondern richtig erschöpft. Seit Mai umgezogen und renoviert, noch immer nicht fertig. Die letzte Woche war die Schlimmste seit langer Zeit, hat mich den Rest meiner Kraft gekostet und mich ausgebrannt. Mein Körper fühlt sich bleischwer an. Hier und da undefinierte Schmerzen, mir ist es zu kalt, dann wieder schnell zu warm. Habe keinen Hunger auf gar nichts, am allerwenigsten auf Brot und Getreide. Hier mal ein Apfel, da ein bißchen Tofu, dann reicht es schon wieder. Empfinde auch kein Verlangen nach irgendeiner Nahrung, weder auf Frisches noch auf Grünes und nicht mal für Pommes mit Ketchup kann ich mich begeistern. Mag nur Wasser trinken, davon reichlich. Will keine Säfte, nur hin und wieder Tee. Kommunikation nervt mich gerade, hatte davon in der letzten Woche mehr als genug. Es gab so viel Unfrieden, so viel Enttäuschung und Angst. Vielleicht stürze ich gerade kopfüber in ein Low hinein. Schlafen funktioniert auch nicht wirklich. Wenige Stunden, dann liege ich wach und schaue meinen Gedanken beim Abspulen zu.

Seit dem Umzug komme ich nicht so wirklich ans Nähen. Es sind einige Sachen entstanden, aber lustvoll war das nicht. Habe früher jeden Tag vier, fünf Stunden genäht, jetzt kann ich mich nicht motivieren. Schaue die Stoffe an, die mir nichts sagen, schaue meine Pfaffi an und fühle mich traurig, weil mir einfach nichts einfällt. Meine Kreativität braucht Ruhe und inneren sowie äußeren Frieden, um sich zu entfalten. Das gibt es aber gerade nicht.

Ja, und die Sache mit der Kommunikation. Ich habe den Großteil meines Lebens damit zugebracht, nicht das zu sagen, was ich wirklich meine. Seit zwei, drei Jahren etwa ist das anders. Ich weiß, daß ich den meisten Leuten zu direkt, zu offen bin. Es fällt mir schwer, das, was ich meine, in Zuckerwatte zu verpacken (darum beneide ich immer Commissario Brunetti – das könnte ich nie). Ich ecke an, werde wahlweise für hämisch, arrogant, zickig, knallhart oder gemein gehalten – dabei versuche ich eigentlich bloß, verbindlich zu kommunizieren.

Vielleicht fehlt mir auch einfach das Sonnenlicht. Was ich mit in die Dunkelheit nehme, weiß ich immer noch nicht. Das Bedürfnis nach Ruhe, aber das war’s dann schon.

Ach, ich armes Hascherl.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Donnerstag, 20. Oktober 2011 und wurde abgelegt unter "FamilienLeben". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

6 Kommentare

  1. Feona Malea:

    Nun, dann kann ich dir nur raten, höre auf deinen Körper und höre auf, dich selber immer anzutreiben … lasse dich treiben. Essen und trinken jedoch ist wichtig – aber auch hier kann man ja einige Zeit kürzer treten … wenn du genug trinkst und auch schaust, dass es mit den Vitaminen und Mineralien passt.

    Bei meinem Burn-Out ging es mir auch so ähnlich … nur hab ich das selber gar nicht so gemerkt. Also lieber ein paar Gänge runterschalten … was macht es schon, wenn die Sachen erst in ein paar Wochen fertig werden? Wer hetzt dich? Wenn du dich nach Ruhe sehnst – dann nimm sie dir! Es bringt nichts, sich auszupowern, bis gar nichts mehr geht und dein Körper zeigt dir grad eindeutig die Grenzen auf. Lausche nach innen und höre auf dich!

    Und wenn man dir was Gutes tun kann … dann meld dich :) *drückt mal sachte*

    Alles Liebe
    Feona

  2. Amala Krähenfeder:

    danke feona *drück* das ist lieb.

  3. caroona:

    Also ich freue mich über jede Person, die klipp und klar sagt, was sie meint. Lieber unangenehme Dinge deutlich auf den Tisch als zwischen den Zeilen rumwurschteln.

    Dieses Bleigefühl kommt ja leider oft so ganz schleichend. Pass auf Dich auf und kümmer Dich erstmal um Dich.

  4. Ima:

    Ich kann auch nur sagen: gönn’ dir Ruhe und hör’ auf deinen Körper. Das ist nicht immer einfach, aber sicher das Beste was du tun kannst. :) Wir brauchen halt manchmal mehr Ruhe als andere, oder vielleicht haben wir auch nur besser gelernt die Signale zu erkennen.

    Ich bin gerade aber auch einfach ziemlich matt, hab oft Kopfschmerzen und sowas von keine Lust auf (verbale) Kommunikation.

    Wegen der Kommunikation: also mir ist jemand der offen und ehrlich sagt was er denkt lieber, als dieses ganze weichgespülte drumherum gerede. Natürlich ist Takt auch etwas schönes, aber wenn ich die Wahl hab ist mir schnörkelose Ehrlichkeit lieber als die falsche Freundlichkeit, die man allerorten um die Ohren gehauen bekommt. Ich bin auch jemand der recht direkt ist und wenn jemand ein Problem damit hat sage ich meist: Bei mir weißt du wenigstens woran du bist, wenn du wirklich zuhörst und nicht nur hörst, was du willst. ;)

  5. Alruna:

    Pass auf dich auf! Den Worten von Feona Malea ist nicht viel hinzuzufügen.
    Und wenn dir Licht fehlt, hilft vielleicht Johanniskraut.
    Alles Liebe, Alruna

  6. Amala Krähenfeder:

    ja, im moment schnurgel ich mich daheim ein, lese viel und mache sonst nur das, wonach es mich gelüstet. mein mann hat mir netterweise drei bücher und lebkuchen mitgebracht – ich bin also grad echt versorgt :)

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