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Archiv: Freitag, 28. Oktober 2011

:: Grüne Smoothies ::

Seit etwa einer Woche besteht eine meiner vier täglichen Mahlzeiten aus rund einem Liter grünem Smoothie. Inspiriert dazu hat mich das Buch “Vitalrohvolution” von Victoria Boutenko, von dem ich neulich schon schrieb. Daß frisches, am besten wildes Grün essentiell ist, war mir eigentlich schon immer klar und wird mir dank meines Sohnes auch immer wieder bewußt gemacht. Was ich bislang nicht wußte: im Kleinkindalter wird in einem recht schmalen Zeitfenster, das gerade mal zwei, drei Monate überspannt und direkt nach der reinen Milchkostphase einsetzt, für das ganze Leben festgelegt, welche Art von Nahrung und Speisen wir bevorzugen (Quelle: Victoria Boutenko, s.o.). Insofern erklärt sich mir, wieso mein Sohn natürliche Rohkost liebt und danach giert, während ich teilweise echt Schwierigkeiten habe, rohes Obst und Gemüse herunterzubringen – er hat von Anfang an keinen Zucker bekommen, dafür aber viel Obst und Gemüse und volles Korn, ich hingegen “durfte” jede Menge Zucker vertilgen (Säfte, Limonaden, Süßigkeiten etc.). Die Sache mit der frühkindlichen Prägung war für mich in dieser Woche echt ein Augen- oder vielmehr ein Herzensöffner, denn ich habe mir mein ganzes Leben lang anhören dürfen, daß ich zu dick sei (meist war das nur viiiiiiel charmanter formuliert *hüstel*). Kein Wunder! Für die frühkindliche Prägung war ich ja nicht selbst verantwortlich, sondern diejenigen, die für mich eingekauft und Speisen zubereitet haben. Ich will damit gar nicht die Verantwortung für mein Eßverhalten heutzutage abgeben, aber irgendwie ist es schon sehr befreiend, zu verstehen, was Prägung mit einer anstellt.

Die grünen Smoothies sind für mich ein genußvoller Weg, mehr Rohkost und vor allem mehr rohes Grün zu mir nehmen. Seit ich auf vegan umgestellt habe, hatte ich ja eh schon immer einen Jieper auf Salat, doch ist es scheinbar so, daß unser Grünbedarf mit etwas Salat einfach nicht gestillt werden kann – offenbar hat das auch was damit zu tun, daß wir schlicht zu schlappe Kiefermuskeln haben und die Grünkost gar nicht lange und gründlich genug kauen und damit aufschlüsseln können. Durch das Pürieren der Grünkost wird mir dieser Kauvorgang praktisch abgenommen, so daß ich die enthaltenen Nährstoffe gut umsetzen kann. Zum Vorverdauen behalte ich jeden Schluck Smoothie eine Weile im Mund (kauen braucht frau ja eigentlich nicht) und speichele ihn ein, bevor ich ihn schlucke.

Was hat sich in der einen Woche mit grünem Smoothies verändert? Zunächst einmal hat sich ein akuter Schmerzzustand deutlich verbessert. Ich führe das insofern auf die Smoothies zurück, weil dieser Zustand sich zuvor einige Wochen hartnäckig gehalten hat (und ich esse beileibe keinen Crap) und sich nach zwei Tagen mit Smoothies zu lösen begann. Ich habe mehr Energie, obwohl ich weniger Sonnenlicht abbekomme als in den Monaten zuvor (das macht sich vor allem darin bemerkar, daß ich weniger Schlaf brauche, was ich aus dem Herbst sonst gar nicht kenne). Ich fühle mich geistig wacher und rühriger. Und mein Körper zeigt mir auch, daß es ihm guttut – die Hosen passen besser, der Blutzuckerspiegel ist stabiler und meine Haut ist reiner.

Meine bisheriger Favoriten sind:

  • Feldsalat, Endivie, Birne, blaue Weintrauben, Clementine
  • Mangold, Mango, Birne, Zitrone, Dattel.
Die Smoothies schmecken, wenn frau sie gemäß der fünf Geschmacksempfindungen süß, sauer, salzig, scharf und bitter zusammenstellt, sehr ansprechend. Für die Herstellung eines Liters Smoothie brauche ich gerade mal fünf Minuten (incl. der Reinigung des Blenders).
Amala Krähenfeder, 28.10.2011, 13:35 | Abgelegt unter: Ernährung | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare
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