Archiv: Donnerstag, 6. Oktober 2011
:: Wo bin ich eigentlich? ::
In den letzten Wochen blogge ich nicht besonders viel – wurde schon gefragt, ob ich krank sei. Also, nein, ich bin nicht krank, auch wenn sich gerade eine Erkältung durch meinen Körper räkelt. Aber der werd ich’s ungemütlich machen, damit sie sich nicht häuslich einrichtet.
Zunächst mal habe ich eine Art kreatives Low. Ich nähe so gut wie gar nicht, obwohl es an Projekten nicht mangeln würde. Das Gefühl, mich nicht aufraffen zu können, kenne ich eigentlich gar nicht, zumindest nicht in puncto nähen. Ich denke, der Umzug steckt mir noch arg in den Knochen, zumal hier noch vieles unfertig ist, wenngleich es wyrd. Die meisten Dinge kann ich nicht selbermachen und solange ich darauf warten muß, daß andere loslegen, damit ich selbst tätig werden kann, mache ich (offenbar) einfach mal Pause. Sehr ungewohnt für mich, aber vielleicht zeigt mir mein Körper damit auch, daß er nun mal Ruhe braucht. Und diese Ruhe fülle ich, wie ich schon schrieb, mit Kochen und Kchenexperimenten.
Dann habe ich vor ein paar Wochen eine Erkenntnis gehabt, die mich echt erschüttert hat. Ich bin normalerweise eine Frau, die sehr konsequent an etwas arbeitet, wenn sie sich einmal ein Projekt vorgenommen hat. Ich glaube, nur auf diese Weise bin ich überhaupt fähig, große Quilts oder Fitzelkram zu nähen. Doch es gibt eine Sache, die ich bisher immer nur angefangen und dann wieder verworfen habe: das Schreiben. Mengenmäßig habe ich in meinem Leben locker soviel Material produziert, daß es für eine ganze Enzyklopädie reichen würde, aber ich habe es meist nur bis zur Hälfte geschafft, bevor ich das Gefühl hatte, daß eh niemand Wert auf meine Ergüsse legt oder daß ich schlicht nicht bewältigen kann, was ich mir vorgenommen hatte. Völlig bescheuert in Anbetracht von 450 Blogleserinnen täglich, hm? Es ist jedoch so, daß ich recht weit gefächerte Interessen habe und daß ich im Grunde meines Herzens davon überzeugt bin, daß die Welt kein weiteres feministisch-spirituell-kreatives Buch braucht. Oder überhaupt ein Buch von mir. Dabei war “ich will ein Buch schreiben und veröffentlichen” immer ganz oben auf meiner will-ich-im-Leben-tun-Liste…und ist es noch. Immerhin messe ich mich nicht mit anderen Autorinnen, weil ich das per se für Schwachsinn halte, der eine nur dazu bringt, das eigene Potential nicht zu entfalten – und von sowas hab ich ein für allemal die Nase voll. Ich bin eine, ich kann was, basta. Selbstermächtigung, rrrraaaa!
Daß es mir beim Schreiben an Durchhaltevermögen mangelt, hat mich jetzt so richtig gekitzelt. Und nun schreibe ich jeden Tag ein bißchen. Wohin das führt – oder ob es überhaupt wohin führt – weiß ich mal wieder nicht. Aber ich geh das jetzt an und will meine selbstaufgestellte Hürde überwinden. Übrigens paßt das zu meiner Challenge für 2011, die da lautete: lerne etwas Neues. Wäre doch toll, wenn ich lernen würde, daß ich auch mal was zuende schreiben kann.
Und da ich gerade woanders viel schreibe, wird dann wieder nicht gebloggt. Dabei hätte ich soviele interessante Themen, die mir auf der Zunge liegen, z.B. was ich inzwischen von Bio-Anbau halte, welche Medien ich als Feministin überhaupt noch ertrage und was ich für unseren Garten plane.
Demnächst, Ihr Lieben.
