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Archiv: September 2011

:: NYB-Monatstausch September ::

Mein NYB-Blöckchen in diesem Monat habe ich von Chilipatch bekommen, in einer meiner Lieblingsfarben violett:

Vielen herzlichen Dank, ich finde es total schön :D

Amala Krähenfeder, 16.09.2011, 13:50 | Abgelegt unter: Täusche | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: WochenendRückblick ::

…heute mal am Dienstag.

[Wetter] Sommerlich und sonnig, sehr stimmungsaufhellend.

[Gemacht] Auf dem Stoffmarkt in Ludwigshafen gewesen und mir die ersten eigenen Gardinen ever gekauft. Und sie genäht. Lange im Wald gewesen, Schneckenhäuser gefunden und Brennesseln gesammelt.

[Gehört] Rauschen im Ohr. Heute geht’s zum HNO. Schon enorm, wie lästig sowas sein kann.

[Gelesen] Die Aufbauanleitung für ein Regal. Blogs. Und ich habe mir Anregungen für die Gestaltung unserer Diele geholt.

[Getrunken] Brennesselsüppchen. Darjeeling. Quasselwasser.

[Gegessen] Kürbis vom Blech. Bohnenauflauf, schön scharf.

[Gedacht] Es hapert nicht an Ideen, sondern nur am Durchhaltevermögen.

[Gelacht] Nicht, daß ich wüßte. Fühl mich grad etwas mau.

[Gefreut] Über die Zutraulichkeit von Ivy. Über die Fortschritte im Haus.

[Geärgert] Kein bißchen.

[Gelernt] Mach’s für Dich selbst oder Du kannst es direkt lassen.

[Gekauft] Gardinenstoff, Jersey, ein paar Batiks. Baumarktkram, wieder einmal.

[Spirituelles] Habe endlich meine Beifuß-Smudge-Sticks wiedergefunden und meinen Altar komplett eingeräumt. Er steht nun auch am richtigen Platz. Jetzt muß nur noch was in meinem Zimmer gerichtet werden, dann kann ich ihn endlich mal wieder dekorieren. Das fehlt mir!

[Und sonst so?] Die glänzenden Kastanien in meiner Hand erinnern mich daran, daß der Sommer nun weiterzieht und es nach innen gehen wird, demnächst. Habe dazu nicht die geringste Lust, mir wäre eher nach zwei Monaten Sommersonne bei 30° C. Und ich habe festgestellt, daß ich das allererste Mal in meinem Leben überhaupt keine Geburtstagswünsche habe, nicht mal Stoff oder Patchworkkram.

[Ausblick auf die nächste Woche] Habe am Donnerstag einen wichtigen Termin, der mich hoffentlich weiterbringen wird in puncto Mobilität.

Amala Krähenfeder, 13.09.2011, 14:38 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: Monatsblöckchen September ::

Das Blöckchen für diesen Monat habe ich von Stephanie bekomme, eine tolle Teekanne:

Vielen Dank, auch für das Herzchen :)

Amala Krähenfeder, 13.09.2011, 14:23 | Abgelegt unter: Täusche | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: Das Jahreszeiten-Wanderpaket ::

Mein “Baby” war das erste Mal bei mir, seit es gestartet ist, und ich habe mir die folgenden schönen Dinge ausgesucht:

  • Strickstulpen und Strümpfe von Tita
  • Gartenzwergseife von Alicia
  • vier Weihnachts-Tags und eine Karte von Taste_it
  • Bambi-Seife von rumpelstilzelchen38
Vielen Dank, die Sachen sind alle total schön :)
Aus dem Paket entfernt habe ich zwei zermatschte Massagebars von Alicia und eine Marmelade von Taste_it, die ausgelaufen war:
Aufgefüllt habe ich das Paket mit einer großen Dreieck-Tasche aus japanischen Patchworkstoffen.
Amala Krähenfeder, 11.09.2011, 19:09 | Abgelegt unter: Täusche | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: Umstellung auf vegan ::

Inspiriert zu diesem Artikel hat mich eine liebe Freundin (die hier ungeoutet bleibt, zumindest meinerseits^^), die den Entschluß gefaßt hat, auf vegan umzustellen. Ich habe gemerkt, daß es viele Fragen gibt, und da habe ich mir gedacht, da sie damit bestimmt nicht allein dasteht, schreibe ich mal was zur Umstellung auf vegane Ernährung in meinem Blog. Vielleicht inspiriert das ja die eine oder andere meiner Leserinnen, ebenfalls diesen Schritt zu tun ;)

Bei der Umstellung werden wir aufs Heftigste mit unseren Vorurteilen, mit gesellschaftlichen kolportierten “Weisheiten” und Glaubenssätzen konfrontiert. Solange vegane Ernährung nur ein Gedankenspiel ist, bleiben die Ängste und Unsicherheiten gemäßigt, aber wenn es zum praktischen Teil geht, kann frau durchaus Angst verspüren. Ist vegane Ernährung wirklich gesund, oder sind alle Veganerinnen Spinnerinnen, die vor lauter Mangelerscheinungen Zuckungen haben (aber davon nichts auf ihren Blogs schreiben)? Wie soll ich die Anfangsphase überstehen? Was kann ich dann überhaupt noch essen? Was kommt körperlich, geistig seelisch auf mich zu? Und wie wird mein soziales Umfeld damit umgehen?

Ich denke, wenn Du Dich dazu entschlossen hast, vegan zu werden, hast Du Dich bereits mit dieser Kostform auseinandergesetzt oder wirst das in Zukunft tun. Jedenfalls kann ich Dir dazu nur raten. Erstens wird Deine Unsicherheit schwinden, wenn Du in puncto veganer Ernährung firm bist, und zweitens kannst Du dann auch Kritik und der leider hin und wieder auftretenden Anfeindung von Omnis und Vegetarierinnen Fakten entgegenhalten. Die meisten Menschen, die Veganerinnen kritisieren oder für ungesunde Spinnerinnen halten, haben nämlich selbst oft allenfalls ein vages Halbwissen (trifft durchaus auch auf Ärztinnen zu).

Wie gesund vegane Ernährung ist, hängt definitiv davon ab, wie Du sie betreibst. Wenn Du Dich ausschließlich von Kartoffelchips und Schokolade ernährst (ja, beides gibt es vegan), dann ist das ungesund – was Dir vermutlich einleuchtet. Meinem Sohn habe ich das Prinzip gesunder veganer Ernährung stark vereinfacht erklärt, indem ich sagte, es ist wichtig, bunt zu essen. Sowohl von den Farben her als auch bezüglich der Auswahl. Es bringt halt nichts, ausschließlich Paprika, diese aber in allen Regenbogenfarben zu essen.

Ein Argument, das immer gern gegen vegane Ernährung aus dem Hut gezogen wird, ist die Sache mit dem Vitamin B12. Wenn Du danach im Internet suchst, wirst Du wahrscheinlich mehr Material dazu finden, als Du jemals lesen können wirst, weswegen ich mal wieder flott zum Punkt komme. Wir brauchen Vitamin B12. In unserer industriell erzeugten und extrem sauberen Nahrung ist es praktisch ausschließlich in tierischen Produkten enthalten, obwohl es jetzt auch im Sanddorn gefunden wurde und es immer wieder Mutmaßungen gibt, daß es auch in anderen Pflanzen stecken könnte. Um mich mit Vitamin B12 zu versorgen, nehme ich einmal in der Woche 1000 i.E. (= internationale Einheiten). Ansonsten achten wir beim Einkauf auf vegane Produkte, die mit Vitamin B12 angereichert sind, wie etwa Obstsaft oder Frühstücksflocken. Ein Argument der Omnis lautet, daß es unnatürlich sei, sich vegan zu ernähren, und dann Vitamintabletten zu nehmen. Ich frage zurück, wie natürlich es ist, 83 kg Fleisch im Jahr zu vertilgen, das von Tieren stammt, die monatelang in ihren eigenen Exkrementen hockten und niemals Tageslicht sahen. Das ist eben Ansichtssache.

Dann gibt es noch die Sache mit dem Vitamin D. Die Haut ist selbst in der Lage, Vitamin D herzustellen, vorausgesetzt, Du kommst tagtäglich 15 Minuten mit nackten Armen in die Sommersonne. Wintersonne ist zwar auch nett und wichtig, aber Sommersonne ist Vitamin-D-technisch das Beste. Tatsächlich leiden in unseren Breitengraden genauso viele Omnivorinnen wie Veganerinnen unter Vitamin-D-Mangel. Vitamin D gibt es ebenfalls als vegane Tabletten.

Sowohl Vitamin B12 als auch Vitamin D solltest Du nicht einfach fröhlich in Dich reinschaufeln, sondern erstmal Deinen Status mittels Blutuntersuchung bei Deiner Ärztin erheben lassen (mußt Du selbst bezahlen). Wie bei allem gilt nämlich auch bei Vitaminen: zuviel des Guten schadet. Ich selbst gehe alle sechs Monate zum Blutcheck, aber diese Frequenz ist meiner chronischen Erkrankung und weniger meiner Vitaminmangelpanik geschuldet. Aber wenn sie schon mal zapfen, dann macht das eine Röhrchen den Seitanbraten auch nicht fett.

Was kannst Du als Veganerin überhaupt noch essen? Pflanzen, Wasser, Salz. So einfach ist das eigentlich. Jedenfalls ist es das, solange nicht unsere moderne Lebensmitteltechnologie ins Spiel kommt, die es nämlich schafft, auch in Petersilienaroma noch Schweineschwarten unterzubringen. Bäh! Wenn Du viele fertig zubereitete Speisen zu Dir nimmst, zu denen auch Bäckerbrot, Salatsaucen, Süßigkeiten und Co. gehören, solltest Du bei Deinen ersten veganen Einkäufen die Zutatenlisten checken oder im Falle der Bäckerei mit den Verkäuferinnen sprechen. Schon erstaunlich, wo überall Milchpulver, Süßmolkenpulver und Trockenhühnereiweiß drin steckt. Es schadet auch nicht, die Zutatenlisten hin und wieder durchzugucken, weil diese sich durchaus ändern können. Eine kleine Übersicht über (möglicherweise) nicht-vegane Zusatzstoffe gibt es hier. Wenn Du Dich dazu entscheidest, Dich nicht nur vegan zu ernähren, sondern auch bei Kosmetik, Kleidung etc. auf tierliche Produkte zu verzichten, erweitert sich die Liste. Pseudoerbse hat eine sehr informative Page zum Thema vegane Kosmetik erstellt, zu finden hier. Was Medikamente betrifft – da schrieb ich auch schon mal von meinem Dilemma, denn zwei Medikamente, auf die ich lebensnotwendig angewiesen bin, werden weiterhin an Tieren getestet. Das gefällt mir nicht, aber ein spontaner Tod mit 33 würde mir noch weniger gefallen.

Jetzt stehst Du also im Supermarkt Deines Vertrauens in der ausufernden Gemüseabteilung. Es sieht alles ganz frisch und bunt aus, aber Dir fällt einfach kein magenfüllendes Abendessen ein, das sich aus dem Kram kochen ließe. Der absolute Frustmoment für jede Neuveganerin. Daher mein Tip: such Dir vorher ein einfaches Rezept heraus, das Du nachkochen wirst. Im Internet gibt’s haufenweise vegane Rezepte. Auf meinem Blog hat’s ein paar und in der rechten Sidebar findest Du weitere vegane Blogs, wo Du fündig werden kannst. Ansonsten hilft Dir wieder eine Suche im Netz.

Für die ersten zwei, drei Wochen könntest Du es hilfreich finden, erstmal keine abgefahrenen Zutaten zu verwenden, die Du bisher nicht auf Deinem Speiseplan hattest. Alle Veganerinnen sind von Sojamilch hingerissen? Mag sein, aber vielleicht schmeckt sie für Dich ganz scheußlich – also frustrier Dich nicht. Vielleicht kommt der Tag, an dem Dein Körper Dir mittels Heißhunger mitteilt “Sojamilch! Sofort!”, aber wenn nicht, dann eben nicht. Vielleicht wirst Du Sojamilch auch für immer und ewig verabscheuen und kommst besser mit Hafer-, Reis-, Dinkel- oder Mandelmilch klar. Da hilft nur ausprobieren und das kann Dir niemand abnehmen. Ich z.B. finde Sojasahne im Tee schreiend widerlich, aber Hafersahne ist toll (und flockt nicht aus). Alle Veganerinnen schwafeln von Seitan, aber Du findest den Anblick von Seitanaufschnitt spooky? Dann kauf das Zeug nicht. Tofu gilt als Allrounder, aber Du kriegst ihn nicht runter? Laß ihn im Supermarktregal stehen.

Orientier Dich bei der Umstellung erstmal an Deinen Vorlieben. Du stehst auf asiatische Küche? Dann schnippel Dir Paprika, Morcheln, Bambus, Broccoli und Zwiebeln in eine Pfanne, lösch das Ganze mit Gemüsebrühe oder Kokosmilch ab und gib etwas Chili hinzu, dazu Reis. Du magst deftige Hausfrauenskost? Dann mach Dir einen zünftigen Kartoffelbrei mit Röstzwiebeln, dazu einen veganen “Leberkäse” und ein Bierchen. Für manche Umsteigerinnen ist es am Anfang sehr wichtig, sog. Fleischersatzprodukte zu essen, weil Essen eben auch was mit Erinnerung, Prägung und Gewohnheit zu tun hat. Für andere ist das nicht so relevant und sie stürzen sich mit Begeisterung auf Gemüse und Obst pur. Im Laufe meiner veganen Zeit habe ich immer weniger dieser “Ersatzprodukte” gekauft, weil mir nichts fehlt und ich keinen Ersatz für Fleisch brauche.

Überhaupt halte ich es für kontraproduktiv, wenn Du krampfhaft versuchst, tierliche Produkte zu ersetzen. Zu Beginn meiner Umstellung habe ich das auch probiert und war ziemlich enttäuscht davon, wie z.B. vegane Käse schmecken (mir nämlich gar nicht). Rückblickend empfand ich es als einfacher, mir einen alternativen, kreativen Weg zum Ziel zu suchen. Statt Tierkäse oder veganem Käse verwende ich inzwischen Cashewschmand zum Überbacken von Gratins, Flammkuchen und Pizzen. Statt geriebenem Parmesan zu Pasta nehme ich frische Kräuter, geröstete Sonnenblumenkerne oder schlicht Kräutersalz. Probier aus, was für Dich funktioniert, und wirf nicht gleich das Handtuch, wenn die ersten Versuche schauerlich schmecken. Meinen veganen Durchbruch hatte ich erst, als ich aufhörte, Zutaten durch andere ersetzen zu wollen (das war auch der Moment, wo mein veganes Experiment zum Veganismus wurde^^).

Genau wie das Abendbrot kann auch das Frühstück am Anfang eine Zitterpartie sein, denn was kannst Du statt Wurst und Käse essen? Such DIr vegane Neuigkeiten für Deinen Gaumen. Ich selbst fand am Anfang z.B. diese Hefe-Aufstriche zum Kotzen und habe mir lieber frische Pestos gemixt oder Aufstriche auf Sonnenblumenkern-Basis gekauft. Diese stelle ich inzwischen gern selbst her, aber das ist eine andere Geschichte. Hier habe ich ein paar einfache Rezepte für Brotaufstriche gepostet, aber es gibt noch unendlich viel mehr zu entdecken. Wenn Du bisher Müsli gefuttert hast, probier dazu Pflanzenmilch oder -joghurt. In Verbindung mit dem ohnehin nussig-getreidigen Müsli ist der Eigengeschmack der Pflanzenmilch für den Anfang nicht so heftig und vielleicht magst Du sie ja auch auf Anhieb. Mir hat es gut gefallen (und gefällt es immer noch), zum Frühstück mit frischem Obst und Gemüse loszulegen, z.B. in Form von Obstsalat, Tomatenscheiben auf einem Kräutermargarine-Toast, Radieschen auf Vollkornbrot oder Gurkenscheiben zum Knabbern. Der Handel bietet inzwischen auch viele vegane Aufschnitte und Würstchen an, s.o.

Meiner Erfahrung nach verändert sich der eigene Geschmack, wenn vegane Ernährung konsequent betrieben wird – das ging nicht nur mir und meiner Familie so, auch viele andere Veganerinnen berichten davon. Ich mag heute sehr viele Lebensmittel, die ich zu nicht-veganen Zeiten ganz eklig fand, wie etwa Oliven, Salate, rote Beete, Avocado etc. Vielleicht ist das die Art unserer Körper, uns den Weg zu “buntem Essen” zu öffnen. Den Gedanken finde ich ermutigend. Überhaupt bin ich heute viel experimentierfreudiger und kreativer, was die Auswahl meiner Lebensmittel und ihre Zubereitung angeht. Durch vegane Ernährung habe ich Unverträglichkeiten überwunden: konnte früher keine Backtriebmittel und nichts Scharfes vertragen, bekam von beidem Aufstoßen, Sodbrennen und Durchfall. Jetzt kann ich beides wieder essen, ohne Probleme zu bekommen. Ich vermute, das hängt damit zusammen, daß mein Körper sich nicht ständig mit dem tierlichen Eiweiß auseinandersetzen muß, das in der Menge, wie wir es im Westen zu uns nehmen, schlicht unverträglich ist, und jetzt wieder Kapazitäten frei hat für derartige Experimente. Ich finde das großartig :) Übrigens habe ich in meiner nicht-veganen Zeit solche Berichte von Veganerinnen nicht geglaubt oder wenigstens skeptisch beäugt, aber es ist wirklich so.

Ein besonderes Thema ist Käse. Ich hatte dazu hier schon mal was gepostet. Ich habe acht bis zehn Wochen gebraucht, meine Sucht nach Käse zu überwinden. Ich träumte nicht von Kuhmilchkakao, Vollmilchschokolade oder Spiegeleiern, sondern von einer fettigen Käsepizza. Als mir dann aufging, daß der Milch- und Käseindustrie die Sache mit den Casomorphinen bekannt ist und daß sie meine Sucht knallhart ausbeutet, hat mich das schlicht wütend gemacht, denn ich werde stinkig, wenn mensch mit manipulieren will. Bye-bye, Käse.

Körperlich ändert sich aber noch etwas: frau nimmt ab. Nun bin ich übergewichtig und das wird sich vermutlich aufgrund meiner Gehbehinderung und der damit verbundenen eingeschränkten Beweglichkeit auch nur in Maßen ändern, aber ich habe bloß durch die Umstellung auf vegan eine Kleidergröße verloren, bin nicht mehr so aufgebläht und habe wieder ein Kinn :) Übrigens hätte ich vor der Umstellung niemals behauptet, aufgebläht zu sein, denn so habe ich mich nicht empfunden, aber bereits nach einer Woche veganer Kost war meine Magengegend deutlich flacher, und das fiel auch anderen auf. Neben dem positiven Effekt auf das Gewicht und die Verdauung sorgt vegane Ernährung auch für ein verbessertes Hautbild.

Auch seelisch-geistig ändert Veganismus etwas. In meiner vegetarischen Zeit fand ich es immer total albern, was für ein Gewese Veganerinnen um ihre Lebensweise machen, aber wenn Du einmal erfahren hast, wie gut Veganismus tut, wie kreativ, vielfältig und in jeder Hinsicht nährend er ist, dann wirkt das weit über Deine Küche hinaus. Gerade wenn Du Dich aus ethischen Gründen für den veganen Weg entscheidest, verändert Dich das. Wenn Dir klar ist und Du Deine Augen nicht mehr davor verschließt, welches Desaster Massentierhaltung für Tier, Mensch und Erde ist, dann bewegt das was in Dir. Ein paar Wochen nach meiner Umstellung hatte ich sowas wie eine Krise, weil ich nicht mehr ertragen konnte, was hinter omnivorer Kost steckt, und obwohl ich versucht habe, mich behutsam auszudrücken (habe z.B. niemandem Leichenfresserin oder Kadaverkonsumentin genannt), fiel es mir immer schwerer, einen echten Dialog mit Omnivorinnen über Veganismus zu führen. Eigentlich hatte ich das hehre Ziel, eine gemäßigte Veganerin zu sein, aber sorry, das hat nicht geklappt. Ich renne nicht missionierend herum, weil ich es selbst lästig finde, wenn andere mich missionieren wollen, aber ich habe schlicht keine Lust mehr auf Gespräche, in denen mit Omnis mitteilen, daß sie ja nur ganz wenig Fleisch aus artgerechter Haltung essen, daß sie ja auch Sojamilch trinken würden, wenn die nicht so nussig schmecken würde, daß sie sich Sorgen um meine Gesundheit machen und blablabla. Ich lebe entspannter ohne diese sinnlosen Debatten, und wenn jemand wirklich Interesse an Veganismus hat, dann merke ich das und bin gern zu Auskünften bereit.

Spannungen im direkten sozialen Umfeld (also nicht im Internet) habe ich praktisch gar nicht erlebt. Es gibt zwar immer wieder skurrile Situationen, z.B. bei (Kinder)Ärztinnen, aber diskriminiert fühle ich mich nicht. Bin allerdings auch keine Frau, die sich groß diskriminieren läßt^^

Vegane Ernährung verändert etwas an der Wahrnehmung. Sie wird klarer und kritischer, nicht nur in sozialen Belangen. Meine spirituellen Antennen haben sich stark verfeinert und ich kann meinen Bauch nun wieder deutlicher “hören”. Ich achte mehr auf meine Intuition, auf mein Gefühl und den ersten Eindruck, und ich traue meiner Wahrnehmung heute noch mehr als früher.

Alles in allem betrachte ich meine Umstellung auf vegan als eine der besten und weitreichendsten Entscheidungen, die ich je getroffen habe.

Ich hoffe, ich konnte Dir mit diesem Artikel Lust auf ein veganes Experiment machen. Wer weiß, vielleicht führt das ja auch bei Dir zum Veganismus :)

Amala Krähenfeder, 10.09.2011, 14:22 | Abgelegt unter: Ernährung | RSS 2.0 | TB | 8 Kommentare

:: Mein Weg zu Ivy ::

Vor anderthalb Wochen, am selben Tag, als wir umgezogen sind, haben wir eine vierte Katze adoptiert. Ich schrieb hier schon mal davon. Ivy ist enorm scheu und das war wohl auch der Grund dafür, wieso sie ihre ersten drei Lebensjahre in der Arche war.

Die ersten Tage verbrachte sie im Häuschen des Kratzbaums und wenn ich mich ihr auf einen Meter näherte, erhob sie sich sofort und zog sich in die hinterste Ecke zurück. Die Blicke, die sie mir dann zuwarf, waren eine Mischung aus ängstlich und sauer. Ich glaube, kein Lebewesen kann dermaßen pissy gucken wie Katzen. Nicht mal ich.

Da wir normalerweise nur sehr wenige Leckerlies verfüttern, bin ich erst nach ein paar Tagen auf die Idee gekommen, eine Tüte davon zu öffnen und sie als Geschenk anzubieten, so nach dem Motto “ich komme in friedlicher Absicht”. Ivy fand die Leckerlies gleich toll und ich durfte sie in etwa 30 bis 20 cm Abstand zu ihr ablegen, wurde aber streng beäugt. Wenn ich versuchte, ihr die Leckerlies anzudrehen, wenn ich sie auf der ausgestreckten Hand hielt, sprang sie wieder auf und flüchtete.

Eine meiner guten Eigenschaften ist meine Ausdauer. Und was Ivy betrifft: die Tüte mit den Leckerlies. Ich habe also jeden Abend eine Viertelstunde lang vorm Kratzbaum Position bezogen (dagegen ist ein Workout im Fitness-Studio ein Witz, zumindest mit meiner Gehbehinderung) und in sehr gemächlichem Tempo ein paar Leckerlies ausgegeben. Das Erste, was sich änderte, war, daß Ivy auf einmal Lautäußerungen von sich gab. Ein sehr leises “Mau”, das eher wie eine Frage als wie eine Aufforderung klang. Unsere Fietzel ist da ganz anders. Wenn sie was will, dann gibt es ein forderndes und extrem herrisches “Äh! Äh!”. Im Dialog mit Ivy hab ich mich erstmal dumm gestellt. “Ja, was willst Du denn? Möchtest Du vielleicht ein Leckerlie, ja?”. Wahrscheinlich dachte Ivy, so doof wie ich bin, muß sie mir halt mal zeigen, was sie meint, mit dem Effekt, daß sie sehr schüchtern zuerst meine Fingerspitzen ableckte und sich dann – praktisch halb unfallmäßig – das erste Leckerlie von meiner Hand nahm. Davon waren sie und ich gleichermaßen so geschockt, daß ich mich setzen mußte und sie sich wieder ganz oben auf den Kratzbaum verzog. Aber es war passiert.

Als ich das nächste Mal mit der Tüte raschelte, kam Ivy mir – oh Wunder – entgegen, nämlich eine Kratzbaumstufe tiefer. Und wieder wurde gemietzt, nicht lauter, aber dafür öfter. Tatsächlich hat sie ein sehr feines Stimmchen, das zu ihrem schlanken, filigranen Körperbau paßt. Jetzt durfte ich ihr direkt die Leckerlies anbieten, aber sie hatte noch Scheu, sie von meiner Hand zu nehmen. Also legte ich sie ihr hin, zog aber meine Finger nicht weg. Und es klappte. Auf diese Weise verstrichen vier, fünf Tage. Mit der Tüte rascheln, mau-mau, dann gieriges Herunterschlingen und Dulden meiner Finger in der Nähe.

Wann immer ich am Kratzbaum vorbeikam, blieb ich mit etwas Abstand stehen und sprach mit Ivy. Der Effekt war überwältigend, denn Ivys Gesicht veränderte sich. Anfangs sah sie immer sehr verkniffen auf, preßte die Augen zusammen, rollte sich niemals gemütlich ein, sondern war immer bereit, direkt zu flüchten. Durch das viele Reden und die Leckerlies entspannte sie sich sichtlich. Ihr Gesicht wurde friedlicher und zufriedener, die Augen wurden nicht mehr zusammengekniffen.

Vorgestern wagte ich mich einen Schritt weiter. Während sie gierig die Leckerlies futterte, berührte ich ihren Schwanz an der Spitze. Oha. Da wurde direkt gezittert und sich verkrümelt, allerdings kam sie von sich aus wieder hervor, um weitere Leckerlies abzustauben. Später lag sie entspannt auf dem Kratzbaum und ich dreistes Etwas legte ihr einfach eine Hand auf den Rücken. Drei Atemzüge lang duldete sie das, zitterte dann aber wieder und sprang auf, jedoch ohne zu flüchten. Ich blieb stehen, redete mit ihr und ließ sie dann in Ruhe.

Gestern dann der Durchbruch. Zum ersten Mal rollte sie sich zum Schlafen so ein, daß ihr Rücken und nicht mehr ihre Vorderseite in den Raum zeigte. Und sie knickte auch ihre Pfötchen unter die Brust, was sie bisher – wohl zum einfacheren Flüchten – auch nicht getan hatte. Abends raschelte ich wieder mit der Tüte, sie machte mau-mau und kam mir ein Stück entgegen. Ich legte ihr wieder Leckerlies hin, zog meine Finger nicht weg, aber diesmal berührte ich sie mit der anderen Hand, während sie futterte. Oh! Wieder ein Zittern, ein unsicheres Buckeln, aber die Leckerlies sind offenbar noch toller als die Angst groß. Ich durfte weiterfüttern und weiterstreicheln. Und als die Leckerlie-Ration durch war, durfte ich einfach so weiterstreicheln. Dabei ist sehr deutlich zu spüren, daß in Ivy zwei Geister miteinander ringen: einmal ihr “Glaubenssatz”, daß Menschen sie nicht berühren dürfen, und ihr Genuß. Hach, ich hab mir ein Loch in den Bauch gefreut :) Heute Mittag habe ich ihr vier Trockenfutterstücke hingelegt und durfte sie wieder streicheln. Und heute Nachmittag lag sie das erste Mal auf dem Sofa und schlief, akzeptierte sogar daß ich mich auf meinen Sessel lümmelte und las. Nur als mein Mann heimkam, war sie wieder – wusch! – auf dem Kratzbaum. Der Hippie ist ihr noch ein bissel suspekt (und er hat nie Leckerlies dabei) ;)

Aber nicht, daß Ihr jetzt denkt, ich würde Ivy mit Leckerlies mästen: es gibt immer nur eine genau abgezählte Portion, wie auch für die anderen Katzen.

Gnihihihi!

Amala Krähenfeder, 07.09.2011, 17:14 | Abgelegt unter: FamilienLeben | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

:: Cremige Tomatensuppe ::

Wieder so ein Rezept, das mir in seiner veganen Variante tausendmal besser schmeckt als mit Kuhmilchprodukten. Tomatensuppe an sich ist ja nicht sonderlich spektakulär, allerdings war diese hier so lecker, daß meine Familie et moi davon mal eben zwei Liter gelöffelt haben *ähem*

Wie bei allen Rezepten kommt es auch hier auf die Würzung an. Ich habe das schon öfter angesprochen: die gekörnte Gemüsebrühe von Naturata ist mit Abstand die Allerbeste. Ich habe Jahre damit zugebracht, eine wirklich gute Fertigbrühe zu finden, und sie toppt alle anderen um Längen. Die im Rezept angegebenen Pizzakräuter sind eine Mischung aus Basilikum, Majoran und Oregano; Liebstöckel könnte den Geschmack noch abrunden.

Hier also das Rezept:

1,5 kg Tomaten von den grünen Stielansätzen befreien und mit einer ordentlichen Menge Knobi im Blender zu einer sehr feinen, sämigen Masse pürieren. Mischung in einen großen Topf umfüllen und im Blender direkt Cashewsahne herstellen – Cashewkerne und Wasser im Verhältnis 1 : 2 feinpürieren. Cashewsahne ebenfalls in den Topf umfüllen und noch 300 ml Wasser extra hinzugeben. Suppe mit gekörnter Gemüsebrühe, 2 1/2 TL Zucker (Vollwertler nehmen stattdessen Agavendicksaft, aber den hatte ich grad nicht da), einigen Spritzern Tabasco, einem guten Schluck Sherry und einer handvoll Pizzakräutern abschmecken. Einmal aufkochen lassen. Durch die Cashews bekommt die Suppe Bindung und wird supercremig.

Nebenher in einer Pfanne eine gewürfelte Zwiebel und je eine rote und eine grüne gewürfelte Paprikaschote in etwas Olivenöl andünsten. Als Einlage in die Suppe geben.

Noch ein Gedanke zur Verwendung von gekörnter Gemüsebrühe: normalerweise lautet die Dosierungsanleitung 1 gehäufter TL Brühe für 250 ml Wasser. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, daß es sich lohnt, zusätzlich noch einen Löffel für die Gesamtmenge zu verwenden, für einen Liter Suppe also 4 TL und 1 extra.

Liebe Andrea, falls Dir der Teller bekannt vorkommt…. ;)

Amala Krähenfeder, 05.09.2011, 19:31 | Abgelegt unter: Rezepte | RSS 2.0 | TB | 4 Kommentare

:: WochenendRückblick ::

[Wetter] Tropisch.

[Gemacht] Gefühlte tausend Umzugskisten ausgepackt. Möbel montiert. Meinen Nähplatz soweit startklar gemacht. Jippi!

[Gehört] Vor allem die Schlagbohrmaschine.

[Gelesen] Im ersten Schattenbuch, das im Zuge des Schattenbuchprojekts zu mir gekommen ist.

[Getrunken] Quasselwasser und Darjeeling. Wie immer.

[Gegessen] Viel Salat. Kürbissuppe.

[Gedacht] Wo kommt das ganze Zeug her?

[Gelacht] Irgendwo unter den Augenringen.

[Gefreut] Über meinen fertigen Nähplatz. Ein paar Dinge braucht’s noch, aber das Maschinchen schnurrt wieder.

[Geärgert] Über gebrochene Abmachungen.

[Gelernt] Der Vorwärtsgang ist unten.

[Gekauft] Einen Kohlrabi.

[Spirituelles] Meinen Altar eingeräumt und festgestellt, daß so manches von meinen Spiri-Sachen weiterziehen will.

[Und sonst so?] Mir mal wieder eine Osteo-Sitzung gegönnt.

[Ausblick auf die nächste Woche] Weitermachen!

Amala Krähenfeder, 05.09.2011, 12:46 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: Auberginen-Aufstrich ::

Aubergine ist noch so ein Lebensmittel, das ich in meiner nicht-veganen Zeit nicht ausstehen konnte. Zu bitter, zu lasch, irgendwie unangenehm. Dann wurde ich vegan und alles änderte sich :)

Mein Auberginen-Repertoire ist noch nicht besonders groß, aber diesen höllenleckeren Aufstrich muß ich unbedingt mit Euch teilen. Leider sieht das Bild wenig spektakulär aus, irgendwie wie Gummikotze im Tupperdöschen, aber ich schätze, die undefinierte graue Farbe läßt sich mit hellem Fruchtfleisch und dunkelvioletter Haut wohl nicht vermeiden.

So geht’s: eine Aubergine in dicke Scheiben schneiden und dünn mit Olivenöl bepinseln. Bei 200° C im Ofen backen, bis das Fruchtfleisch weich wird. Dann zusammen mit einer geschälten Zitrone (ohne weiß), zwei Zehen Knobi, 4 EL Sesamsaat, 2 TL gekörnter Gemüsebrühe, ein paar Spritzern Tabasco und ein paar EL Olivenöl im Blender pürieren. Falls die Masse zu zäh ist, ein bißchen Wasser addieren.

Die grünen Streifen auf dem Auberginen-Mus sind übrigens Reste von einer Avocado-Creme, die ich zuvor gemacht hatte. Bei sowas wasche ich den Mixbecher zwischendrin nicht extra aus.

Amala Krähenfeder, 02.09.2011, 20:43 | Abgelegt unter: Rezepte | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

:: Das System Wiesenhof ::

Welche die ARD-Reportage zu Wiesenhof noch nicht gesehen hat, sollte unbedingt mal danach suchen und sie angucken.

Natürlich stellt Wiesenhof diese Reportage als gezielte Attacke auf das Unternehmen dar.

Wiesenhof produziert übrigens ebenfalls Gemüse, so daß auch Veganerinnen eine klare Position zu diesem Unternehmen beziehen können.

Amala Krähenfeder, 01.09.2011, 20:55 | Abgelegt unter: Ernährung | RSS 2.0 | TB | 4 Kommentare
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