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Archiv: Mittwoch, 31. August 2011

:: Auf dem Berg und im Tal ::

Nach dem Frühstück stand fest, daß wir alle Sonne und Auslauf brauchen. Also ging es heute mal ins Grüne, anstatt weiterzumontieren und auszupacken: auf den Michelsberrig. Wie so viele Kraftorte (Berg, Stein, Baum und Quelle) ist auch er mit einer christlichen Kapelle gedeckelt worden, aber das kratzt weder den Ort noch mich. In der Sonne löst sich die Anspannung der letzten Wochen ganz gemächlich auf, meine Haut und Seele tanken auf. “Hallo”, sage ich, “ich wohn jetzt endlich hier”. Tatsächlich können wir von unserem Haus aus den Berg sehen. “Hallo”, sagt der Berg, “nimm Dir, was Du findest”.

Und ich finde nicht nur ein kleines Schneckenhaus, sondern zehn große. Das gab’s noch nie bei nur einem Spaziergang. Ich finde Brombeerblätter und Sanddorn, was ich alles genüßlich kaue, während über mir die Schwalben piourettieren. Ich finde inneren Frieden, so in Verbundenheit.

Später im Rheintal begegnen mir drei Graureiher auf einem Feld. “Wir warten”, sagen sie. “Ich nicht mehr”, sage ich und ziehe weiter.

Beim Bauern um die Ecke gibt es Kürbisse, Brombeeren und Erdbeeren. Ich bin verdutzt; als Ex-Stadtkind dachte ich immer, Erdbeeren gäbe es nur im Frühjahr. “Nö, siehste doch”, sagen die Erdbeeren und kichern. Stimmt natürlich.

In unserem Zaubergarten sind Hopfen, Hollerbeeren, rote und weiße Weinbeeren reif (die werden auch von Feldwespen und Hornissen besummt, die sehr zufrieden aussehen). Und Nesseln, die ich gierig als Brühe in mich hineinschlürfe. Im Laufe des Septembers werden wir jede Menge Quitten und Walnüsse ernten können – muß mir noch anlesen, wie ich das alles am besten konserviere, damit wir im Winter davon zehren können. Ich rufe die Alte in mein Leben. “Ich muß von Dir lernen”, sage ich. “Das siehst Du richtig”, sagt sie. “Fang mal damit an, daß Du mir ein Bier ausgibst”. Mach ich.

Danach bin ich wieder bereit, noch mehr Kisten auszupacken, aber nur ein paar. Schließlich will der Kürbis in den Ofen geschubst werden. “Mit Algen und Curry”, verlangt er. Ich nicke.

Amala Krähenfeder, 31.08.2011, 17:27 | Abgelegt unter: SchaMagisches | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare
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