Archiv: April 2011
:: Henderl-Wandbehang ::
Im PQF gab es jüngst einen Hühner-Swap, an dem ich als große Henderlfreundin natürlich teilnehmen mußte. Gestern trudelten die Blöckchen bei mir ein und ich war so begeistert, daß ich mich direkt ans Vernähen gesetzt habe, anstatt noch ein Projekt auf Halde daraus zu machen. Hier ist das Ergebnis:
Das Sashing habe ich aus Naturleinen gemacht, das Binding aus einem Stoff, den ich total toll finde – so toll, daß ich nie wußte, was ich aus ihm machen soll. Phew, ich bin über meinen Schatten gesprungen!
Das pickende Huhn oben links hat Brigitte genäht, das brütende Huhn unten links ist von mir.
Die Henne in der Mitte oben stammt aus Patchsilvias Stall, die unten ist von fischerin41.
Das Siebenmeilenhuhn oben rechts ist von mir, das rechts unten von Nähnadel.
Nach dem Piecen des Tops kam es mir etwas fad vor, weswegen ich noch jede Menge bunte Eier ergänzt habe. Happy hens keep their eggs
Insgesamt ist der Behang etwa 25 x 17” groß.
:: Warme Hühnchen ::
Die Geschichte, die zum 66. Block – Warm Chickens – gehört, finde ich einfach niedlich: die Tochter der Farmer steckt Hühnerküken in ihre Stiefel, weil ihre Eltern ihr gesagt haben, diese halten bei Schnee warm. Hach ja.
Außerdem wurden folgende Blöcke fertig:
(19 – Surprise Quilting)
(72 – Softball Game)
(15 – Comfort)
Im Augenblick bin ich in einem guten Flow
:: Koma ::
Als ich 1998 aufhörte, tote Tiere zu essen, war mir nicht klar, was mein Milch- und Eikonsum bedeutet – schließlich kaufte ich ja nur Bio. Bio, so dachte ich, würde bedeuten, daß die Hühner draußen rumlaufen dürfen, daß die Kühe auf der Weide stünden. Das suggerierten nicht nur die hellgelb-grünen Verpackungen mit Wiese und Blümchen und fröhlichen Tieren darauf, das suggerierten auch die Medien und sogar die Politik. Ich war überzeugt davon, guten Gewissens tierliche Produkte mit Biosiegel kaufen zu können. Mir würde niemand vorwerfen können, Eier von Knast-Hennen oder Milch von gequälten Kühen zu mir zu nehmen. Ich war viel aufgeklärter, bewußter und nachhaltiger als die meisten anderen – eine richtige Gutmenschin.
Wenn mir die Fakten bewußt gewesen wäre, hätte ich schon viel früher auf Eier und Milch verzichtet, soviel ist sicher. Was ich nicht begreife: die Fakten der sog. Nutztierhaltung sind verfügbar. Einmal googlen, schon bin ich mit mehr Material versorgt, als ich überhaupt sichten kann. Wieso habe ich diese Möglichkeit, mich zu informieren, nicht genutzt? Warum hat es bis jetzt gedauert, bis ich aus dem Koma erwacht bin?
Ich denke, das hat damit zu tun, daß die Fakten schlicht unangenehm sind. Ich kann mein Gewissen nicht länger mit der Bio-Lüge von den glücklichen Tieren beruhigen, wenn mir klar ist, daß Bio-Hühner genauso auf Drahtgittern stehen, genauso gerupft, krank und gequält sind wie Knast-Hühner bzw. daß Bio-Kühe genauso von ihren Kälbern getrennt, dauergeschwängert und eingesperrt werden wie Knast-Kühe. Ein Faktor ist sicherlich auch die Prägung. Wer von uns kennt nicht die Lüge von der Milch, die’s macht, oder davon, daß wir Calcium nur durch Milchprodukte bekommen? Obendrein haben wir unser Leben lang mit Tierprodukten gekocht und gegessen – das kennen wir und wir müßten ja umdenken, wenn wir das ändern wollten. Und das ist entsetzlich unbequem.
Luise F. Pusch hat vorgeschlagen, die Subjekte in einem Text gegen andere auszutauschen, um klarzumachen, was eigentlich in einem Text steckt. Tausche ich Landwirt gegen Mann, Kuh gegen Frau und Kalb gegen Kind aus, entlarvt das schier Entsetzliches:
Mann hält Frau seit fünf Jahren in dunklem Keller ohne Sonnenlicht gefangen. Um ihre Milch abzapfen zu können, schwängert er sie regelmäßig, nimmt ihr aber 24 Stunden nach der Geburt das Kind weg, um es nach wenigen Monaten, in denen es mangelernährt und an Bewegung gehindert wurde, zu töten und seine Leiche zu verkaufen. Nach der fünften Schwangerschaft bringt der Mann die völlig entkräftete Frau um und verkauft ihr Fleisch und ihre Haut.
Wenn Menschen das einander antun, sind wir schockiert. Was für Monster. Aber wir tun das tagtäglich unseren Mitgeschöpfen an, ganzen Völkern von ihnen.
Welche von Euch mal einen Blick in Bio-Legebatterien werfen will, kann das hier tun.
Was braucht es, um aus dem Koma zu erwachen?
:: Weiter im Text ::
Die nächsten vier Blöckchen für den Amish Circle sind fertig geworden:
(80 – Laundry Machine)
(35 – Pinwheel Blocks)
(64 – Wood Stove)
(65 – Hexagons)
Im Moment fällt es mir leicht, mich dazu zu motivieren, weiterzumachen. Ich empfinde so eine Art grimmige Entschlossenheit, den Quilt nicht nur angefangen zu haben, sondern ihn wirklich zu beenden. Wobei “grimmig” nicht “knurrig”, sondern eher “unverrückbar” oder so bedeutet
:: MonatsSwaps ::
Im PQF habe ich mich sowohl für den Monatsblöckchen- als auch für den New-York-Beauty-in-Batik-Swap angemeldet. Ich habe mir Teetasse und -kannen in natur-braun-türkis-vielleicht-etwas-rosa bzw. NYBs in bunten Farben gewünscht.
Heute habe ich meine ersten Blöckchen von Petra Hoffmann erhalten:
Sind die nicht einfach wunderschön? *anschmacht*
Vielen Dank, Petra!
:: Noch’n Arztgespräch ::
Letzte Woche war ich beim Arzt. Er ist konventionell und hat es immerhin stoisch hingenommen, als ich mitteilte: “ich bin jetzt Veganerin”. Naja, fast stoisch. “Nur Pflanzen?” – “Jap.” – “Nicht mal Eier?”.
Heute dann ein Telefonat.
Er: “Der Wert XY ist etwas erhöht. Sie sollten sich mal nach einer xy-armen Ernährung umgucken.”
Ich: “Okay. Können Sie mir denn schon mal grob sagen, worauf ich achten muß?”
Er: “Nicht so viel Fleisch, vor allem keine Innereien.”
Mist.
:: WochenendRückblick ::
[Wetter] Sonnig und warm. Wobei es mir nicht warm genug sein kann.
[Gemacht] Fledermäuse beobachtet. Reifen wechseln lassen. Das blaue Wanderpaket sortiert. Auf der Terrasse gesessen. Ein wichtiges und längst überfälliges Gespräch geführt. Zwei Briefe geschrieben. Zu wenig genäht.
[Gehört] Das Hörbuch zu Frank Schätzings “Nachrichten aus einer unbekannten Welt”, sehr erheiternd und lehrreich. Massive Attack. Die Vögel im Garten, stundenlang.
[Gelesen] Luisa Francia – Die magische Kunst, das Glück zu locken. Ein Stück der Anleitung für mein neues Handy. Awww, ich bin so techniktalentfrei!
[Getrunken] Leitungswasser, Darjeeling und einen üppigen Ananas-Banane-Kokosnuß-Smoothie.
[Gegesssen] Eine supersimple und unglaublich köstliche Gemüsesuppe, die dank Rapsöl meine Geschmacksknospen zum Explodieren brachte. Apfelkuchen. Und den ersten Spargel der Saison. Killed by pleasure.
[Gedacht] Ich weiß noch nicht, ob ich mit meinem neuen Handy glücklich bin. Ich habe es mir gekauft, weil mein Altes unreparierbar im Eimer ist. Skepsis!
[Gelacht] Über eine Zeichnung. Ich glaube, so habe ich schon monatelang nicht mehr gelacht.
[Gefreut] Über eine intensive Begegnung von Seele zu Seele. Und über den Spargel…da habe ich eindeutig eine unheilbare Sucht.
[Geärgert] Über den Schrott, den die Zahnklinik “gute Arbeit” nennt. Mir rollen sich die Zehennägel hoch, wenn mir ein Arzt sagt, ich müsse mich an irgendwas gewöhnen – das heißt eigentlich nur: ich drehe Ihnen hier Schrott an und weil ich keinen Bock habe, meinen Job richtig zu machen, müssen Sie sich halt damit anfreunden. Von wegen! Am Samstag habe ich meinen nächsten Termin und werde da die Verantwortlichen auf Zuckerwürfelgröße zusammenfalten. Amala kann Origami.
[Gekauft] Das Handy. Und ne Speicherkarte. Und Kopfhörer. Nu is aber gut.
[Spirituelles] Öhm?
[Und sonst so?] Warum kann mein Sohn sich etwas merken, das ich nur einmal sagte, wenn es ihm gefällt – aber Aufräumanleitungen, die ich gefühlte achtzehntrilliardenmal mitgeteilt habe, nicht?!
[Ausblick auf die nächste Woche] Vier Termine, von denen ich drei doof finde. Schluß mit der Duldsamkeit. Ein Wichtelgeschenk zur Post bringen.
:: Veganer Apfelkuchen mit Pudding ::
Es gibt Tage, an denen wir einfach nicht aus der Küche kommen. Es fängt harmlos mit einem Frühstück an, steigert sich mit einigen fulminanten Aufstrichen und kulmuliert dann in einem Apfelkuchen mit Pudding. Für uns war es der allererste vegane Kuchen überhaupt, sieht frau mal von den Quiches ab, die allesamt deftig waren.
Klassischer Hefeteig mit Weizenvollkornmehl, darauf ein Pudding aus Cashewmus, Datteln, Wasser, Vanille und Vollkornreis und das Ganze gekrönt von mürben Äpfeln. No sugar added.
Zur Zeit denke ich ernsthaft darüber nach, ein Blog für vegane Rezepte zu eröffnen – größtenteils vollwertig. Ich find nur, ich bin ne lausige Food-Photographin.
:: Lebenszeit ::
Mir ging auf, daß ich für jeden gepieceten Block rund anderthalb Stunden und für jeden Applikationsblock etwa 45 Minuten brauche. Hochgerechnet wird mein Amish Circle Letter Quilt also eine Menge Lebenszeit von mir beinhalten bzw. sichtbar machen. Ich finde das großartig, wo ich meine Zeit doch so gern mit Nähen verbringe
25 – Roman Stripes
110 – Watering Can
68 – Maple Syrup
7 – Health Problems
:: Grufti-WP ::
Das Grufti-Wanderpaket war wieder einmal zu Besuch. Ausgesucht habe ich mir:
- Seife von Cristi
- Bodybutter von Gangkerl
- Sticky von Amy
- Kettenanhänger von ArteP
Herzlichen Dank!



















