Archiv: März 2011
:: Weitergeblockt ::
Gestern sind gleich vier Blöckchen vom Amish Circle fertig geworden.
Block 56 (Gasoline Lamp):
Block 30 (First Robin):
Block 56 (Double Pinwheels):
Und Block 74 (Shetland Pony):
:: Gedanken zu veganer Vollwertigkeit ::
Gestern haben wir Zucchinigratin gemacht und das erste Mal veganen Käse verwendet – mit Aroma. Aber ich wollte ihn wenigstens mal probiert haben, damit mir mein mitziehender Mann nicht sagen kann, ich hätte gekniffen. Also: Zucchini in Scheiben schneiden, in eine Auflaufform einschichten. Aus Sojamilch, gekörnter Gemüsebrühe, Thymian, geriebenen Nüssen, Pfeffer und frischem Knobi ein Dressing rühren und darüberträufeln. Veganen Käse reiben, darüberstreuen und bei 200° C etwa 30 min. überbacken.
Sah gut aus.
Schmeckte ganz schrecklich.
Vielleicht lag’s am Aroma, aber die cheddarartige Note war einfach zu wuchtig, richtig penetrant. Was mich betrifft, muß ich diesen veganen Käse nie wieder haben. Sobald wir den Vitamix haben, möchte ich mal den “Käse” aus diesem Buch selbermachen, der wird nämlich u.a. aus Cashewkernen, die ich sehr liebe, hergestellt.
Der vegane Käse mit Aroma hat bei mir einige Gedanken zu Vollwertveganismus angestoßen. Bei unserem letzten Besuch in einem Biosupermarkt war ich ganz überrascht, wie viele vegane Produkte mit Aroma angeboten werden, von Gummibärchen über Aufstriche bis hin zu sog. “Fleischersatzprodukten” (wobei ich diese Bezeichnung total beknackt finde, weil sie suggeriert, daß Fleisch das Wahre ist und Pflanzen nur ein Surrogat – dabei sind Pflanzen die Mütter der Zivilisation). Aromastoffe halte ich jedoch genau wie Emulgatoren, Konservierungstoffe & Co. – kurz die ganze Palette von fröhlichen Beistoffen – für nicht für den Verzehr geeignet. Obwohl wir glauben sollen, daß diese Stoffe okay für uns sind, wissen wir ja inzwischen eigentlich, daß sie es nicht sind. Aber natürlich können wir das ignorieren oder uns darauf konditionieren (lassen), daß wir sie problemlos vertragen. Einen weiteren Nachteil bei der Verwendung von Aromastoffen sehe ich darin, daß wir schlicht vergessen, wie naturbelassene Nahrung schmeckt. Was macht die Entfremdung mit uns?
Jedenfalls wurde mir klar, daß “Puddingveganismus” nichts für mich ist – entweder vollwertig oder gar nicht. Ich bin nicht bereit, denaturierte Lebensmittel zu mir zu nehmen, seien sie nun vegan oder nicht. Da müssen dann halt vollwertige Alternativen her. Vollwertigkeit scheint aber in der veganen Welt eine eher untergeordnete Rolle zu spielen – kenne zwar viele vegane Blogs, aber kein einziges vollwertveganes (würde mich über Linktips freuen!).
:: Forumssampler, Ersatz für Block 14 ::
Da ich ja keine 3D-Blöcke für meinen Sampler haben möchte, habe ich diesen Stern als Ersatz für das 3D-Pinwheel genäht. Interessanterweise sieht er dem regulären 18. Block ziemlich ähnlich, wie Ihr demnächst sehen werdet
:: Amish Circle, Block 103 ::
Nach der fußbedingten Nähpause geht es nun auch endlich mit meinem Amish Circle Letter Quilt weiter – fast drei Monate habe ich nicht an ihm genäht.
Das ist Block Nr. 103 (Crazy Patches).
:: FrühlingsPortemonnaie ::
Für New Moon aus dem KTF habe ich dieses Portemonnaie genäht – Vorgabe: grün und violett.
Die Stoffe stammen aus derselben Serie wie die, die ich für diese Taschen vernäht habe.
Ich hoffe, es gefällt
:: Bärlauch ::
Der 21. März mag Frühlingsanfang sein – für mich jedoch ist der Frühling erst da, wenn der Bärlauch aus der Erde gekommen ist. Dieses Jahr fällt das sogar mal zusammen
Gestern waren wir in unserem Bärlauchwald, haben das kräftige Grün zusammen mit (noch sehr kleinem) Giersch abgerupft und uns direkt in die Münder gesteckt. Wonnevoll! Am Abend gab’s die erste Bärlauchbrühe der Saison und in den kommenden Wochen werden wir einige lukullische Köstlichkeiten wie Bärlauchquiche, Pellkartoffeln mit Bärlauchrahm etc. zaubern und außerdem ein bißchen (!) Pesto machen.
Nächstes Wochenende müßten auch die Brennesseln soweit sein, daß wir sie zum ersten Mal ernten und zu einer kräftigen Suppe verarbeiten können. Yummy! Über die dunklen Monate bekomme ich meine Eisenversorgung ohne frisches, dunkelgrünes Blattgrün einfach nicht so ideal hin, und jetzt giere ich danach.
Was sind denn Eure liebsten Wildkräuterrezepte?
:: Sieben Segnungen ::
Meine letzten Tage waren voller wichtiger, aber irgendwie auch schwergewichtiger Gedanken: der Tsunami mit all seinen Folgen, Atomkraft, Gentechnik, Krieg-to-come. “Zwischendrin” noch üble Probleme mit meinen Kronen, die mir gestern eine zweistündige Sondersitzung in der Zahnklinik einbrachten, und eine Erkältung, durch die ich seit einer Woche praktisch ohne Stimme bin. Jetzt ist es an der Zeit, heiligen Raum um mich zu schaffen und mich auf die Dinge zu fokussieren, die mir guttun, die mich nähren, wärmen und durch den Alltag bringen. Ich entzünde Kerzen, lasse meine Messingglocke klingen und finde durch ihren hellen Ton ins Zentrum von mir selbst zurück. Ich bin gesegnet:
- das Album “Ark” von Brendan Perry ist einfach wundervoll. Sehr politisch, zeitkritisch und ernst, und dabei ist jeder Song ein Ohrwurm. Da hat sich das Warten gelohnt.
- Schmusekatzen. Schnurren alles wieder in Ordnung.
- Eispacks. Und eine Kopfschmerztablette zur richtigen Zeit.
- Das tiefempfundene: ich bin frei. Ich kann gehen oder bleiben, wie es mir behagt.
- Menschen, die ich nur durch’s Netz kenne und die weit von mir entfernt leben, denen ich mich dennoch nah und verbunden fühle. Freunde.
- Gutes Essen: Pepperoni, Bananenchips, Nudelsuppe abends um halb zehn.
- Soulfood: ein Schrank voller Stoffe, aufschlußreiche Tarotlegungen, Nachmittagsschläfchen, Darjeeling (Tee ist für die Seele und nicht für den Körper).
Womit bist Du gesegnet?
:: Kritik an Gentechnik ::
Ich habe heute ein aufschlußreiches und sehr informatives Interview mit Gentechnik-Kritiker Jörg Bergstedt gefunden.
Was ich sehr interessant finde: Bergstedt wird vielerorts als nicht glaubwürdig, als Selbstdarsteller, “Öko-Guru” und Spinner etc. dargestellt. Wem nutzt das?
:: Und was drauf? ::
Jüngst habe ich Euch das Rezept für unser neuerdings veganes Vollkornbrot gepostet und heute geht es um Brotaufstriche. Ich war schon ziemlich lang davon weg, eine lappige Scheibe Käse als Brotbelag für eine lukullische Köstlichkeit zu halten, weswegen ich mich mit viel Freude ans Austüfteln von veganen Aufstrichen gemacht habe (und weiterhin machen werde). Meine Männer und ich haben ja beschlossen, uns demnächst einen Vitamix anzuschaffen, mit dem die Zubereitung veganer Brotaustriche, Eissorten und Co. um einiges einfacher werden dürfte, aber bis dahin muß unser armer, altersschwacher Pürierstab sein Bestes geben. Hier mal unsere bisherigen Highlights:
Champignon-Tofu-Aufstrich: eine handvoll Champignons putzen, würfeln und in wenig Öl anbraten, abkühlen lassen (der Aufstrich dürfte auch mit rohen Pilzen funktionieren). Dann 50 g Tofu, die Pilze, 1/2 rote Zwiebel, Kräutersalz sowie Pfeffer und Knoblauch nach Gusto pürieren – fertig.
Tomaten-Tofu-Aufstrich: 50 g Tofu mit etwas Tomatenmark, 4 getrockneten Tomaten, Basilikum und Knobi nach Gusto sowie Pfeffer pürieren.
Möhren-Tofu-Aufstrich: 50 g Tofu mit 1 geraspelten Möhre, Kräutersalz, Zitronensaft, glatter Petersilie und weißem Pfeffer pürieren.
Tofu-Erdnuß-Aufstrich: 50 g Tofu mit 1 reifen Banane und 2 EL Erdnußmus sowie 1 TL Zimtpulver pürieren. Ist mir persönlich schon viel zu süß
Tofu finde ich eine prima Grundlage für Aufstriche, allerdings finde ich es schade, daß unser Pürierstab ihn nicht so richtig feinhäckseln kann – ist halt ein altes Gerät. Dann haben wir noch einige Gemüse-Aufstriche ausprobiert.
Rotes Pesto: einige in Öl eingelegte getrocknete Tomaten, ein Bund Basilikum und 1/2 rote Zwiebel pürieren. Kann noch mit Balsamico aufgemotzt werden.
Linsenaufstrich: 150 g rote Linsen in Gemüsebrühe sehr weich kochen und abkühlen lassen. Mit Knobi, Kräuter nach Gusto, Tomatenmark, Salz, Pfeffer und evtl. etwas Balsamico mischen.
Kartoffelaufstrich: 200 g abgekühlte Pellkartoffeln (gern auch Reste vom Abendessen) mit frischem Knobi, glatter Petersilie, einem Schluck Rapsöl, Salz und Pfeffer verrühren. Erinnerte mich vom Geschmack her stark an Aioli. Könnte mir diesen Streich auch mit Knollensellerie oder Kürbis vorstellen.
Was mich mal sehr reizen würde, sind Aufstriche aus Sonnenblumenkernen, aber damit warte ich auf den Obermotzhäcksler…äh, Vitamix.
Und wie läuft’s so an der Veganerfront? Eier in purer Form (Rührei, Spiegelei, Omelette und Co.) fehlen mir gar nicht, aber ich habe mit Entsetzen festgestellt, daß meine liebste Sojawurst für auf’s Brot und auch meine liebsten Sojabratwürstchen Hühnereiweiß enthalten. Argh! Da hat mein innerer Schweinehund noch nicht das letzte Wort zu gesprochen. Und einen Kuchen haben wir auch noch nicht wieder gebacken (dafür nahm ich bislang Eischnee als Backtriebmittelersatz). Mal sehen.
Unsere “Sahnesößchen” machen wir jetzt komplett aus Sojamilch, was einfach nur lecker ist – meiner Meinung nach sogar noch besser als mit Kuhmilch. Am Wochenende hatte mein Mann einen Sojamilchreis gekocht, den wir all viel besser vertragen haben als Kuhmilchreis, der uns immer wie ein Brikett im Magen lag.
Was ich hingegen echt für ne Zumutung halte, ist Darjeeling mit Sojamilch oder Sojasahne. Zwar habe ich mir tapfer gesagt, daß ich die Kuhsahne nur vermisse, weil ich meinen Tee nun halt seit dreiunddrölfzich Jahren mit ihr getrunken habe, aber dieser nussige Sojageschmack übertüncht den Darjeelinggeschmack komplett. Da könnte ich auch heißes Wasser mit Sojasahne trinken. Nachdem ich einige Abende eher sauertöpfisch an meinem veganen Tee rumgenippt habe, bin ich eingeknickt und trinke ihn jetzt wieder mit Kuhsahne. Wenn ich das nächste Mal in einen Ökosupermarkt komme, werde ich mir Hafersahne / -milch kaufen und es mal damit probieren. Ich glaube, Cocosmilch scheidet wahrscheinlich von vornherein aus, oder?
Dann ist noch zu bemerken, daß ich seit rund zwei Wochen – also seit ich “veganer” esse – einen Wahnsinnsjieper auf Scharfes habe und derzeit einige Pepperonis am Tag vernichte. Find ich kurios.
:: Begin At The Beginning ::
Ich fühle mich verarscht. Nach der entsetzlichen Katastrophe in Japan werden hierzulande ein paar AKWs vorübergehend abgeschaltet, damit sich Schwarz-Gelb über die Wahlen retten kann. Danach geht’s dann munter weiter, oder wie? Das ist meiner Meinung nach bloße Augenwischerei. Vertreten die Menschen, denen wir durch die Wahl 2009 die Regierungsmacht über uns gaben, uns tatsächlich noch? Ich hoffe, diesmal gehen richtig viele Menschen wählen, auch und vor allem diejenigen, die sonst nicht von ihrer Wahlmacht Gebrauch machen. Und ich hoffe, bis zu den Wahlen haben wir die Bilder aus Fukushima nicht verdrängt, sondern erinnern uns daran, wie uns der Atem stockte, als wir im Fernsehen sahen, wie die Gebäude dort hochflogen, wenn wir unsere Kreuzchen machen.
Merkels Argument, daß ein Atomausstieg in Deutschland nichts bringen würde, wenn europäische Nachbarn nicht mitziehen, lasse ich nicht gelten. Unsere Kanzlerin sollte Mut beweisen und den Ausstieg für Deutschland veranlassen: nur durch zukunftsgerichtetes und verantwortliches Handeln kann national wie international etwas erreicht werden. Ich glaube, sie wird durch ihr Handeln (oder Nicht-Handeln) in der Atomfrage selbst bestimmen, ob sie als starke, visionäre Kanzlerin oder als rückgratlose Marionette der Energiekonzerne in die Geschichte eingehen wird.
Und was können wir tun, außer wählen gehen? Briefe schreiben, Petitionen wie diese hier unterzeichnen, auf die Straße gehen – und ganz “banal”: Strom sparen! Begin at the beginning.
P.S.: daß sog. Ökostrom unseren Energiehunger (derzeit?) nicht stillen kann, ist völlig klar. Aus diesem Grund ist es meiner Ansicht nach wichtig, unseren Energiebedarf zu senken, anstatt nur nach Wegen zu suchen, ihn zu decken.








