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Archiv: Donnerstag, 31. März 2011

:: Vegane LauchQuiche ::

Nein, nicht schon wieder ein Rezept, aber ich wollte Euch mal zeigen, wie der vegane Käse beim Überbacken wird.

Ich glaube, frau sieht ganz gut, daß er nicht zerläuft, wohl aber bräunt und sich mit der Füllung verbindet.

Und geschmeckt hat die Quiche…mmmh!

Amala Krähenfeder, 31.03.2011, 21:59 | Abgelegt unter: Ernährung | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

:: Wo fängt es an, wo hört es auf? ::

Seit ich mich mit veganer Ernährung auseinandersetze, sind wieder einige Gedanken und Gefühle bei mir zu Gast, die wahrscheinlich jede Vegetarierin und jede Veganerin kennt. Ich brauche mir keine Peta-Filme mehr anzusehen, um mir über den unsäglichen Umgang mit Tieren bewußt zu sein, über die menschliche Anmaßung und Arroganz unserer Mitschöpfung gegenüber. Ein Fußballer tritt eine Eule tot, einfach so, weil sie gerade da ist. Im Vogelpark im Nachbarort hocken Vögel in winzigen Käfigen und wiederholen monoton ihre Bewegungen – sie leiden an Hospitalismus. Unsere Katze Luna wurde in einer Mülltonne gefunden. Bloß drei winzige Streiflichter in diesem monströsen Tun.

Ich komme mir dabei immer so hilflos vor. Das, was ich tu und tun kann, scheint mir so wenig. Ja, gut, wir essen jetzt daheim vegan. Ja, okay, mein Sohn kam am Wochenende von sich aus und ohne daß wir das Thema nochmal angesprochen hätten zu uns und bat darum, fortan in der Schule vegetarisch essen zu dürfen (Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie stolz und glücklich mich das macht – allein, daß er es versuchen will! Von sich aus! <3 <3 <3). Ja, stimmt, ich bin jetzt Peta-Mitfrau. Und ja, dem Vogelparkbetreiber habe ich einen konstruktiven, höflichen Brief geschrieben, der keinen Zweifel daran läßt, daß ich mit der Vogelhaltung dort nicht einverstanden bin. Ich hab denen sogar Alternativen aufgezeigt. Aber trotzdem, irgendwie ist das so verdammt wenig.

Ist es wirklich wenig oder empfinde ich das nur so? Mein Mann sagt: “Du kannst nicht die ganze Welt retten”. Nein, wahrscheinlich nicht – eher killt mich mein Bluthochdruck. Aber wieso will ich eigentlich die ganze Welt retten? In diesem Zusammenhang mußte ich an etwas denken, daß ich in Luisa Francias Buch “Starke Medizin” las: wir Frauen haben so ein Weltretterinnensyndrom. Wir glauben, durch unsere Liebe, unser Tun könnten wir die Welt retten, selbst wenn sie sich in Form eines Serienvergewaltigers manifestiert. Wir powern unsere Energie und Kreativität schier maß- und endlos in diese Dinge rein, fühlen uns verantwortlich und wollen heilen. Vielleicht ist ja genau das die Wurzel. Einige Matriarchatsforscherinnen sagen, daß wir Frauen eine natürliche Heil- und Harmonisierungsgabe besitzen und uns von Natur aus verantwortlich für unsere Mitwelt fühlen. Ob das so ist – keine Ahnung. Ich weiß nur, daß ich echt aufpassen muß, wieviel Energie und Gedanken ich wohin fließen lasse, denn leider verliere ich mich dabei manchmal aus den Augen oder sorge mich krank. Im wahrsten Sinne des Wortes. Mein Mit-Leiden wird dann zum Leiden. Und das kann’s ja nicht sein. Wie geht Ihr damit um?

In Zusammenhang mit Krankheiten habe ich auch nochmal eingehend über Veganismus nachgedacht. Die Medikamente, die ich nehme, enthalten weder Gelatine noch Laktose oder andere tierische Bestandteile, aber viele werden an Tieren getestet. Es ist natürlich eine Perversion, daß Wirkstoffe, die es seit 60 oder 100 Jahren gibt, noch immer in Tierversuchen getestet werden, zumal wenn frau sich klar macht, worin diese Tierversuche bestehen (ich meine, ist es wirklich wichtig, zu wissen, wie sich ein Wirkstoff in einer Maus erhält, die zuvor zwei Monate lang nur mit Zucker gefüttert wurde? Welcher Mensch lebt denn so!?). Dürfen wir alles tun, was wir können, bloß weil wir es können?

Insgesamt fühle ich gerade sehr widersprüchlich. Mit der Entscheidung zum Veganismus geht es mir total gut, doch die zweifelsohne wichtigen, aber eben auch schwergewichtigen Gedanken drumherum schocken, deprimieren und paralysieren mich. Mal wieder, es sind ja keine unbekannten Gedanken.

Ich verspreche mir selbst, mich auf das zu fokussieren, was für mich machbar ist, und das Machbare auch wirklich umzusetzen. Und ich verspreche mir, darüber meine Lebensfreude nicht zu vergessen oder zu vernachlässigen.

 

Amala Krähenfeder, 31.03.2011, 12:32 | Abgelegt unter: Ernährung,Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 8 Kommentare
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