Archiv: Februar 2011
:: Keeping it simple ::
Eine meiner Lieblings-simplen-Freuden ist, daß ich keinen Wecker habe, der mich morgens rausklingelt – das tut er nur in Ausnahmefällen, so etwa zehnmal im Jahr maximal. Ich gehe schlafen, wenn ich müde bin, und stehe erst auf, wenn ich meine, genug geschlafen zu haben. Und wenn ich will, kann ich sogar tagsüber ins Bett krabbeln, relaxen oder schlafen.
Noch eine simple Freude: Naturschätze aufsammeln. Schöne Kiesel, Eicheln, Federn – all die tollen Sachen, über die andere einfach achtlos hinwegstapfen.
Obwohl mein Mann und ich gern kochen und ich finde, uns würde mindestens ein Stern gebühren, lieben wir die einfachen Gerichte nicht weniger: Pellkartoffeln mit einem frischen Kräuterquark, ein fluffiger Pfannekuchen mit Äpfeln und eine Scheibe Vollkornbrot mit Butter und Salz. Und bei Getränken mag ich es an jedem Tag so einfach, wie es nur geht: Wiesentaler Leitungswasser. Meiner Ansicht nach das Leckerste überhaupt.
Jetzt, wo ich darüber nachdenke, fallen mir immer mehr simple Freuden ein, die mein Leben Tag für Tag bereichern.
Welche einfachen Freunden genießt Du?
:: Buntstift-Täschchen ::
Für Janina habe ich ein Buntstift-Täschchen genäht:

Im Tausch dafür bekomme ich von ihr Tags.
Vielen Dank schonmal!
:: Teewichteln ::
Heute habe ich mein Teewichtelpaket von Inghinn erhalten. Sie hat mir einen total genialen Riesen-MugRug genäht, auf dem mittig “Make Tea Not War” zu lesen ist – Teil meiner Signatur im PW-Forum
Dazu hat sie mir einen Darjeeling und ein Set bestehend aus Mini-Teekanne samt Tasse eingepackt.
Die Tasse kam leider gemeuchelt bei mir an. Ich versteh das nicht. Das ist die dritte von insgesamt drei Tassen, die in den letzten zwölf Monaten an mich gesendet wurden, und die allesamt zerbrochen zugestellt wurden. Mein Mann hat schon orakelt, daß das bedeutet, daß ich genug Tassen hätte. Ist ja Quatsch
Liebe Inghinn, du hast mir damit eine riesige Freude gemacht. Vielen Dank *drück*
:: GeburstagsKalender ::
Diesen tollen Geburtstagskalender mit passender Karte und Geschenkanhänger hat Emmily für mich gemacht:
Dafür habe ich ihr diesen XL-Teekannenuntersetzer genäht:
Vielen Dank!
:: Mutter, Hausfrau und TROTZDEM Feministin ::
Das “trotzdem” in der Überschrift habe ich deswegen in Großbuchstaben geschrieben, weil dieser Artikel im Grunde ihm gewidmet ist, diesem kleinen Wörtchen.
So, wie ich die Überschrift formuliert habe, gestalten sich viele Diskussionen zum Thema Emanzipation / Feminismus bei gleichzeitiger Hausfrauen- und Mutterschaft. “Wie? Du als Feministin bist Hausfrau und Mutter?!”. Fehlt eigentlich nur ein Blick, der sowohl Erschütterung als auch Bedauern ausdrückt.
Was für Bilder von Feministinnen und auf der anderen Seite von Hausfrauen und Müttern andererseits stecken dahinter? Ich trenne hier übrigens bewußt provokant, auch sprachlich, durch “auf der einen – auf der anderen Seite”. Ich kann keine allgemeingültige Antwort darauf geben, sondern lediglich mutmaßen – anhand der emotionalen Reaktion auf mein Outing, Hausfrau, Mutter und zeitgleich Feministin zu sein. Und anhand von Beobachtungen (persönliche Gespräche, Blogs, Forendebatten und Co.). So ent-wickelte sich für mich ungefähr folgender Konsens, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Feministin = Frau, die frauenrelevante Themen in jeder Hinsicht (politisch, kulturell, …) aufarbeitet. Selbstfindung. Infragestellung patriarchaler Werte. Gleichstellungswunsch.
Hausfrau & Mutter = Frau, die sich den Bedürfnissen von Mann und Kind unterordnet und ihnen dient. Aufgabe des Selbst. Untermauerung patriarchaler Werte.
Auf den ersten Blick sieht das wirklich nach unvereinbaren Gegensätzen aus, aber ich will mal versuchen, das aufzuschlüsseln.
Wie wahrscheinlich überall gibt es auch im Feminismus vielerlei Abstufungen. Distel hat das hier so wunderbar auf den Punkt gebracht, daß ich einfach auf ihren Artikel verweise. Da wird deutlich, daß ich bei meiner obigen laxen Definition von Feministin vieles in einen Topf geworfen habe, was vielleicht gar nicht zusammengehört, was aber durchaus oft zusammengedacht wird (behaupte ich jetzt mal ganz frech nach der Lektüre einiger Blogs und Forendiskussionen). Ich picke mir hier beispielhaft den Gleichstellungswunsch heraus. Tatsächlich gibt es den sog. Gleichstellungsfeminismus, dessen Ziel es ist, Frauen und Männer gleichzustellen. Vielleicht komme ich einfach nicht mit Alice Schwarzer und Emma klar, aber mir drängt sich dabei immer der Gedanke auf, daß der Gleichstellungsfeminismus nicht konsequent genug ist. Zwar werden gleiche Löhne für Frauen und Männer bei gleicher Arbeit gefordert, aber auf der anderen Seite schien mir nie Thema zu sein, daß Frauen dann auch Wehr- oder Ersatzdienst leisten müssen. Okay, inzwischen ist das Thema Wehrdienst durch, aber die Frage nach einem Zeitraum obligatorischer sozialer Arbeit für Menschen aller Geschlechter bleibt für mich bestehen. Gleichstellung kann meiner Meinung nach nicht heißen, daß frau / mann sich nur die Rosinen rauspickt.
Der matriarchale Ansatz wäre, erstmal grundsätzlich nach der Definition von Arbeit zu fragen. Das patriarchale System, in dem wir nun mal leben, entlohnt ausschließlich formelle Arbeit monetär. De facto werden aber zwei Drittel der tatsächlich anfallenden Arbeit unentgeltlich von Frauen erledigt (Quelle: Kirsten Armbruster). Dazu zählen die Versorgung der Familie, der Haustiere und des Haushalts, die Pflege von Kranken, die Gestaltung und Instandhaltung von Gärten und Gräbern, “Taxi”fahrten für Kinder, Einkaufen und vieles mehr. Oder wie der Inspektor es so schön bei Miss Marple sagt: “Die Arbeit der Hausfrau endet nie”. Für ihre Arbeit erhält die Hausfrau jedoch keinerlei geregelte monetäre Vergütung. Sie ist darauf angewiesen, daß der Mann sein durch formelle Arbeit verdientes Geld an sie weitergibt. Zwar bleibt zu hoffen, daß er das gern und in Anerkennung ihrer informellen Arbeit tatsächlich tut, aber im Grunde basiert dieses System auf dem Wohlwollen des Mannes gegenüber seiner Frau. Das System würdigt demnach die acht Stunden formeller Arbeit des Mannes auf eklatant andere Weise als die rund 16 Stunden informeller Arbeit der Frau. Und bevor jetzt ein sie-ist-schon-wieder-männerfeindlich-Aufschrei losgeht: das Ganze darf auch andersrum gedacht werden und mag dabei sogar noch aufschlußreicher sein, wenn wir uns vorstellen, daß ein Mann nach 16 Stunden Schwerstarbeit schlicht keinen müden Cent erhält.
Wie wichtig ist die Arbeit, die eine Hausfrau und Mutter verrichtet? Meiner Ansicht nach bildet diese Arbeit die Grundlage allen menschlichen Lebens auf diesem Planeten. Sie gebiert Kinder und steckt viele Jahre in deren Aufzucht (Gebärmacht). Sie sorgt dafür, daß das soziale Leben läuft. Sie fördert, tröstet, hört zu, pflegt und versorgt ihre Familie (Sozialmacht). Sie trifft jeden Tag unzählige enorm wichtige Entscheidungen: ihr Konsumverhalten kann ganze Wirtschaftszweige entstehen und auch wieder vergehen lassen (Konsummacht). Durch das, was sie auf den Tisch bringt, übt sie direkten Einfluß auf die Gesundheit ihrer Familie aus (Ernährungs- / Versorungsmacht). Durch die Werte, die sie an ihre Kinder weitergibt, kann sie aktiv die Zukunft gestalten (Bildungsmacht). Durch die Pflege von Alten und Kranken hat sie Zugang zu medizinischem Wissen (Versorgungsmacht) und zu den Überlieferungen früherer Generationen (hier fehlt mir noch ein schönes, knackiges Wort). Kurz und gut, Mütter und Hausfrauen üben Macht aus. Im Kontakt mit anderen Müttern und Hausfrauen fange ich allmählich an, die Hoffnung zu schöpfen, daß sich das Bild der devoten 50er-Jahre-Hausfrau und -Mutter eines Tages in Wohlgefallen auflösen möge. Daran können wir aktiv arbeiten.
Die Wichtigkeit der mütterlichen und hausfraulichen Tätigkeit läßt sich übrigens auf den Punkt bringen: würden alle Frauen weltweit ihre informelle Arbeit niederlegen, würde es nur fünf Tage dauern, bis restlos alles zusammenbräche (Quelle: ebenfalls Kirsten Armbruster). Oder anders formuliert: unsere Arbeit bildet die Basis. Sie ist höllisch wichtig.
Durch die Bewußtwerdung der Relevanz und der de-facto-Macht meiner informellen Arbeit hat sich mein Selbstbild als Hausfrau und Mutter völlig verändert. Es ist nicht so, daß ich trotz meiner Hausfrauen- und Mutterschaft Feministin bin, sondern gerade wegen ihr.
:: Kulturtaschen-Tutorial ::
Nachdem ich einige Anfragen zur Anleitung für diese Kulturtasche erhalten habe, dachte ich, ich bastle einfach ein Tutorial. Ich hoffe, es ist so detailliert und präzise, daß auch Anfängerinnen gut damit zurecht kommen
Wenn Ihr noch Fragen habt, laßt von Euch hören. Die etwas seltsamen Farben der Photos wurden leider durch das Kunstlicht am Nähplatz verursacht.
Insgesamt braucht Ihr für die Tasche 12 Quadrate à 5 x 5”. Ich verwende meist zwei zueinander passende Stoffe.
Aus diesen nähe ich zwei Teile, die jeweils aus zwei Reihen zu je drei Patches bestehen:
Zur Stabilisierung verwende ich Thermolam. Ich schneide es freihändig zu, indem ich die beiden Stoffstücke auf das Vlies lege und rundum zurechtstutze.
Damit nichts verrutscht, fixiere ich die Stoffstücke mit Sprühkleber auf dem Thermolam. Nach Belieben quilten.
Jetzt können Applikationen, Perlen oder anderes Zierrat aufgebracht werden, was ich bei dieser Tutorial-Kulturtasche nicht gemacht habe.
Anschließend schneide ich den Stoff für die Innentasche freihändig zu, indem ich die gequilteten Außenteile als Schablonen benutze. Auf diese Weise erspare ich mir lästiges Ausmessen und die Arbeit mit dem Lineal.
Nun wird der Reißverschluß eingenäht. Dazu lege ich eines der Außenteile so hin, daß die rechte, “schöne” Seite nach oben guckt. Den Reißverschluß (30 cm) lege ich rechts auf rechts darauf, also so, daß der Zipper unten liegt:
Auf diesen wiederum lege ich ein Stück Innenstoff – so, daß dessen linke Seite nach oben guckt (ist hier im Bild schwer zu erkennen, weil ich einen Unistoff gewählt habe):
Alles wird gut mit Nadeln fixiert und dann gesteppt. Da ich entlang der Naht nicht sehen kann, wo die Zähne des Reißverschlusses sind, fühle ich immer kurz vor der arbeitenden Nadel nach ihnen. Wichtig ist, daß frau nicht über die Reißverschlußzähne näht. So sieht das Ganze dann fertig gesteppt aus:
Das Teil wird aufgeklappt und sieht nun so aus:
Um den Reißverschluß auch an die andere Seite anzunähen, lege ich das zweite Außenteil so vor mich, daß die schöne Seite nach oben guckt. Darauf lege ich das Teil mit dem Reißverschluß so, daß der Zipper wieder nach unten guckt. Mein Tip für Anfängerinnen: laßt Euch nicht davon irritieren, daß am Reißverschluß jetzt schon eine Außen- und eine Innenseite dranhängen. Betrachtet ihn isoliert für sich, das vereinfacht es ein wenig.
Darauf stecke ich das zweite Innenstoffteil so, daß seine linke Seite nach oben guckt.
Steppen. Dabei wieder fühlen, wo sich die Reißverschlußzähne befinden und nicht darübernähen. Nadeln entfernen und das ganze Teil aufklappen. Es sieht jetzt so aus:
Da erkennt frau sogar schon, daß es mal eine Tasche wird
Den Reißverschluß zu zwei Dritteln öffnen. Sowohl die Außen- als auch die Innenteile rechts auf rechts legen, rundherum steppen und dabei eine Wendeöffnung in der Mitte des Innenstoffbodens lassen:
Wenn frau eine ganz flasche Tasche für Papiere, Stifte oder sowas bräuchte, könnte sie den Beutel jetzt wenden. Welche einen Scheinboden einnähen will, fährt hier mit der Anleitung fort.
Um den Scheinboden zu fertigen, werden in allen vier Ecken Abnäher gemacht. Dazu greife ich mit einer Hand durch die Wendeöffnung in eine Ecke und lege die Bodennaht auf die Seitennaht. Ungefähr so:
Welche es superpräzise will, mißt nun den Abstand zwischen Spitze und (künftiger) Naht – ich jedoch arbeite lieber nach Augenmaß. Je weiter innen die Abnähernähte gemacht werden, desto fächerartiger wird die fertige Kulturtasche. Nach dem Steppen sieht das dann so aus:
Hier sieht frau es nochmal beim Außenbeutel:
Ein kleiner Tip: wo frau nichts sehen kann, ist fühlen keine Schande
Will sagen: Ihr könnt nicht sehen, ob Ihr Boden- und Seitennaht wirklich präzise aufeinanderlegt. Reibt die Stoffe aneinander, da merkt Ihr dann recht zuverlässig, wenn die Nähte ineinandergreifen. Wenn frau gut gefühlt hat, sieht der Beutel nach dem Wenden so aus:

Die Ecken gut ausarbeiten. Die Wendenaht abstecken und steppen:
Nadeln entfernen, Innenbeutel in den Außenbeutel stecken. Fertig! Und so schaut der Kulturbeutel in schönem Licht aus:
:: Kuscheln in Rot und Lila ::
:: Taschen! ::
Seit meine Nähmaschine wieder schnurrt, seit das Schweigen in mir von ihrem wundervollen Tack – Tack – Tack unterbrochen wird, blühe ich wieder auf. Mein Fuß ist immer noch AUAAAA und braucht einfach noch Zeit, die er jetzt, wo ich eine Lösung gefunden habe, auch bekommen darf. Offenbar liegt es in meiner Natur, dann direkt maßlos zu werden. Ich habe mir die Woche rund 10 Meter Stoff gekauft, u.a. für zwei Quilts und eine frühlingshafte Tasche für mich. Die Quilts werden irgendwann mal genäht. Da ich sie künftig quilten lassen werde, kann ich mir mit der Fertigung ein bissel Zeit lassen, denn ich muß erstmal sparen (wie das Konzept von Sparen bei gleichzeitigem Stoffkauf funktionieren soll, ist mir jetzt noch nicht klar *lol*).
Meine Frühlingstasche ist gestern fertig geworden.
Mich erinnern die Farben an Schokomuffins mit Frischkäse-Himbeer-Frosting und dazu Tee.
Außerdem habe ich für das blaue Wanderpaket eine Kulturtasche genäht.
Diesen Schnitt hatte ich bisher noch nicht probiert und finde ihn schlichtweg famos.
:: MondAmulett ::
Indigo hat für mich ein Mondamulett geperlt und ich habe die Vollmondnacht genutzt, um es aufzuladen.
Soooo schön!
Vielen Dank.
Dafür werde ich ihr einen Patchwork-Kissenbezug nähen.
:: TeeNähereien ::
Im PQF habe ich mein erstes Wichteln organisiert: ein Teewichteln. Vorgabe: etwas Genähtes zum Thema Tee (z.B. Wandbehang, MugRug, Tassenwärmer, …), etwas Gekauftes (Tee, Kandissticks, Kekse, …) und eine Karte. Als mir die Idee für das Wichteln kam, ging es meinem Fuß noch gut, aber gefertigt habe ich die Kissenhülle für Angelika dann doch mit dem Handantrieb. Nähen unter erschwerten Bedingungen
Was auf dem Bild leider nicht so gut zu erkennen ist: der Hintergrund besteht aus ganz tollem Leinen, das ich gerade sehr liebe. Dazu habe ich für sie Rübli-Kekse, einen fruchtigen Grüntee, einen Teeclip in Kannenform und eine Karte eingepackt.
Und diese beiden MugRugs habe ich für das blaue Wanderpaket gefertigt, das demnächst wieder bei mir Station machen wird. Ich experimentiere gerade mit dem “nicht-so-ordentlich-Effekt”, will sagen: ich probiere, nicht allzu präzise zu nähen, denn dadurch bekommen die Sachen so einen netten Handgemacht-Touch. Handgemacht sind sie ja eh, aber perfekt ist auf Dauer einfach zu langweilig






























