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Archiv: Donnerstag, 27. Januar 2011

:: Nicht so roh ::

Ich lebe seit über 13 Jahren ovo-lakto-vegetabil, 8 Jahre davon vollwertig. Seit ein paar Monaten laufen mir jetzt  in unregelmäßigen Abständen Roh- bzw. Urköstler über den Weg. Wenn sowas passiert, bin ich ja grundsätzlich geneigt, zu glauben, daß das bedeutet, ich soll mich mehr mit dem Thema befassen. Also habe ich mich eingelesen, Blogs gestöbert, Bücher gewälzt.

Als das mit der Vollwertigkeit losging, gab es überhaupt keinen Zweifel, daß dies die gesündere Alternative zur Nichtvollwertigkeit ist. Das zeigte sich auch nach wenigen Tagen der Vollwertkost am eigenen Leib. Aber in puncto Roh- bzw-. Urkost sind die Geister und meine eigenen Erfahrungen dermaßen geteilt, daß ich schlicht zu keiner echten Meinung dazu gelange.

Das für mich interessanteste Argument der Roh- bzw. Urköstler ist, daß gekochte Nahrung (angeblich) Giftstoffe entwickelt, auf die das Immunsystem anspricht. Angeblich weist darauf auch die Amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hin, aber ich hab dazu jetzt nix auf deren Seite gefunden.

Das für mich interessanteste Argument gegen Roh- bzw. Urkost ist, daß unser Darm im Laufe der Evolution einen Teil seiner Länge einbüßte (womöglich durch die Gewöhnung an über Feuer zubereiteter, gegarter Nahrung – es ist halt nicht wegzudiskutieren, daß die Entdeckung des Feuers zur Nahrungszubereitung ein wesentlicher evolutionärer Faktor für uns Menschen ist) und daß Rohkost für uns demnach nicht so gut verdaulich und verwertbar ist. Wenn dem so ist, resultieren daraus letztlich Mangelerscheinungen.

Ein Problem in Sachen Meinungsbildung über Roh- bzw. Urkost besteht für mich darin, daß ich einige Vertreter dieser Kostform nicht ernstnehmen kann, wie etwa Herrn Konz. Ich finde es einfach brandgefährlich, Kranken Heilung zu versprechen, wenn sie der Urkost folgen. Und einige Dinge, die dieser Erfinder der Urkost von sich gegeben hat, finde ich schlicht indiskutabel und menschenverachtend. Geht gar nicht.

Ich schätze, ich bleibe erstmal bei meiner ovo-lakto-vegetabilen Vollwertkost. Gekocht. Und manchmal was Rohes dazu.

Amala Krähenfeder, 27.01.2011, 14:59 | Abgelegt unter: Ernährung | RSS 2.0 | TB | 12 Kommentare
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