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Archiv: Dienstag, 18. Januar 2011

:: Von wegen Fruchtbarkeit ::

Bezüglich meines Blogeintrags über die Tatsache, daß ich eines Tages Kompost sein werde, ging mir heute mitten in der Nacht (Ihr würdet Euch wundern, wie viele meiner Blogmitteilungen ihren Anfang während der mitternächtlichen Schlaf-Pinkelpause nehmen *lol!*) durch den Kopf, wie schauerlich ich es finde, daß in der Göttinnen- und Frauen-Spiri so vieles auf “Fruchtbarkeit” reduziert wird. Fruchtbarkeitsgöttin, Fruchtbarkeitskult, Fruchtbarkeitsritual, FruchtbarkeitSchlagMichTot. Skurrilerweise werden ja auch viele archäologische Funde – wie etwa die Willendorferin und andere Frauenfigurinen – direkt als Fruchtbarkeitsgöttinnen oder Hinweise auf einen Fruchtbarkeitskult gewertet. Bei Irene Fleiss fand ich jüngst den Hinweis, daß aufufernde Fruchtbarkeit sicherlich nicht das erklärte Ziel unserer steinzeitlichen Vorfahrinnen war, denn die Aufzucht eines Kindes erfordert viiiiel Energie, auch in Form von Nahrung. Vielmehr deutet einiges darauf hin, daß unsere Vorfahrinnen die Geburtenrate kontrollierten und nur etwa alle sechs Jahre ein Kind bekamen (Quelle: ebd.). Die eigentliche Form weiblicher Macht besteht für Fleiss demnach darin, daß Frauen nicht einfach nur fruchtbar sind, sondern diese Fruchtbarkeit kontrollieren, d.h. das Kinderbekommen verweigern können.

Amala Krähenfeder, 18.01.2011, 16:03 | Abgelegt unter: Gynozentrisches | RSS 2.0 | TB | 6 Kommentare
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