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Archiv: Januar 2011

:: Nicht so roh ::

Ich lebe seit über 13 Jahren ovo-lakto-vegetabil, 8 Jahre davon vollwertig. Seit ein paar Monaten laufen mir jetzt  in unregelmäßigen Abständen Roh- bzw. Urköstler über den Weg. Wenn sowas passiert, bin ich ja grundsätzlich geneigt, zu glauben, daß das bedeutet, ich soll mich mehr mit dem Thema befassen. Also habe ich mich eingelesen, Blogs gestöbert, Bücher gewälzt.

Als das mit der Vollwertigkeit losging, gab es überhaupt keinen Zweifel, daß dies die gesündere Alternative zur Nichtvollwertigkeit ist. Das zeigte sich auch nach wenigen Tagen der Vollwertkost am eigenen Leib. Aber in puncto Roh- bzw-. Urkost sind die Geister und meine eigenen Erfahrungen dermaßen geteilt, daß ich schlicht zu keiner echten Meinung dazu gelange.

Das für mich interessanteste Argument der Roh- bzw. Urköstler ist, daß gekochte Nahrung (angeblich) Giftstoffe entwickelt, auf die das Immunsystem anspricht. Angeblich weist darauf auch die Amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hin, aber ich hab dazu jetzt nix auf deren Seite gefunden.

Das für mich interessanteste Argument gegen Roh- bzw. Urkost ist, daß unser Darm im Laufe der Evolution einen Teil seiner Länge einbüßte (womöglich durch die Gewöhnung an über Feuer zubereiteter, gegarter Nahrung – es ist halt nicht wegzudiskutieren, daß die Entdeckung des Feuers zur Nahrungszubereitung ein wesentlicher evolutionärer Faktor für uns Menschen ist) und daß Rohkost für uns demnach nicht so gut verdaulich und verwertbar ist. Wenn dem so ist, resultieren daraus letztlich Mangelerscheinungen.

Ein Problem in Sachen Meinungsbildung über Roh- bzw. Urkost besteht für mich darin, daß ich einige Vertreter dieser Kostform nicht ernstnehmen kann, wie etwa Herrn Konz. Ich finde es einfach brandgefährlich, Kranken Heilung zu versprechen, wenn sie der Urkost folgen. Und einige Dinge, die dieser Erfinder der Urkost von sich gegeben hat, finde ich schlicht indiskutabel und menschenverachtend. Geht gar nicht.

Ich schätze, ich bleibe erstmal bei meiner ovo-lakto-vegetabilen Vollwertkost. Gekocht. Und manchmal was Rohes dazu.

Amala Krähenfeder, 27.01.2011, 14:59 | Abgelegt unter: Ernährung | RSS 2.0 | TB | 12 Kommentare

:: Schweigen ::

Mir kommt meine ganze Welt so still vor, weil ich nicht nähen kann. Seit dem 1.1. Fußschmerzen, Schwellung, Quarkwickel, entzündungshemmendes Gel und vor allem Schonung. Es ist schon besser, aber nicht gut. Nächste Woche Orthopäde.

Wenn ich nicht nähen kann, bin ich nicht ich selbst. Ich dachte immer, Schreiben sei meine Berufung, aber das Nähen macht mich noch glücklicher. Noch ganzer. Es entspricht mir.

Mein Mann baut mir eine Handsteuerung für die Nähmaschine. Wenn sie wieder schnurrt, geht es mir besser – Fußverknacksung hin oder her. Dann bin ich bereit, auch wenn es lange dauert.

Aber jetzt ist meine Welt so laut vor lauter Schweigen…

Amala Krähenfeder, 26.01.2011, 14:21 | Abgelegt unter: Behinderung | RSS 2.0 | TB | 4 Kommentare

:: Gelb-rotes Wanderpaket ::

Wieder einmal war das gelb-rote Wanderpaket bei mir. Es hat mir viel Spaß gemacht, darin zu stöbern, und wenn ich mehr vorbereitet hätte, hätte ich gern noch mehr behalten. Jedenfalls mußten die folgenden Sachen unbedingt bei mir bleiben:

  • eine traumschöne Deckeldose von ArteP
  • drei Keramikschildkröten von Topaz
  • eine Perle vin ISR

Vielen Dank!

Aufgefüllt habe ich das Paket mit einem CandyBag, also einer großen Umhängetasche, deren Innenfutter und Henkel aus einem bunten Gemüse- und Obststoff von Farmer John bestehen und deren Außenseite gelb mit filigranen orangenen Kringeln ist (hab leider kein Photo gemacht).

Dieses Gewürz habe ich aussortiert:

Amala Krähenfeder, 25.01.2011, 20:16 | Abgelegt unter: Täusche | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: Verkloppt ::

So zumindest fühle ich mich nach meiner fetten Zahn-OP am Donnerstag, die immerhin vier Stunden dauerte. Ich bin total zugeschwollen, habe Ohrenschmerzen, krieg den Mund nicht auf und mir tut alles weh. Fiebrig fühl ich mich auch, habe aber kein Fieber. Das alles sind Spätfolgen meiner schweren Krankheit. Helau.

Derweil mache ich Quarkwickel, glotze soviel DVDs wie sonst in einem kompletten Jahr und mümmle Weißmehltoasts und Nudelsuppe.

Ich halte mich damit über Wasser, daß ich das alles nun auf einen Schlag hinter mir habe und nicht in zermürbenden Einzelsitzungen unter Lokalanästhesie. Und in vier Wochen knabbere ich Cashews. Mit Schale. Jawoll!

Ich hasse Zahngedöne.

Amala Krähenfeder, 23.01.2011, 18:48 | Abgelegt unter: Behinderung | RSS 2.0 | TB | 20 Kommentare

:: Von wegen Fruchtbarkeit ::

Bezüglich meines Blogeintrags über die Tatsache, daß ich eines Tages Kompost sein werde, ging mir heute mitten in der Nacht (Ihr würdet Euch wundern, wie viele meiner Blogmitteilungen ihren Anfang während der mitternächtlichen Schlaf-Pinkelpause nehmen *lol!*) durch den Kopf, wie schauerlich ich es finde, daß in der Göttinnen- und Frauen-Spiri so vieles auf “Fruchtbarkeit” reduziert wird. Fruchtbarkeitsgöttin, Fruchtbarkeitskult, Fruchtbarkeitsritual, FruchtbarkeitSchlagMichTot. Skurrilerweise werden ja auch viele archäologische Funde – wie etwa die Willendorferin und andere Frauenfigurinen – direkt als Fruchtbarkeitsgöttinnen oder Hinweise auf einen Fruchtbarkeitskult gewertet. Bei Irene Fleiss fand ich jüngst den Hinweis, daß aufufernde Fruchtbarkeit sicherlich nicht das erklärte Ziel unserer steinzeitlichen Vorfahrinnen war, denn die Aufzucht eines Kindes erfordert viiiiel Energie, auch in Form von Nahrung. Vielmehr deutet einiges darauf hin, daß unsere Vorfahrinnen die Geburtenrate kontrollierten und nur etwa alle sechs Jahre ein Kind bekamen (Quelle: ebd.). Die eigentliche Form weiblicher Macht besteht für Fleiss demnach darin, daß Frauen nicht einfach nur fruchtbar sind, sondern diese Fruchtbarkeit kontrollieren, d.h. das Kinderbekommen verweigern können.

Amala Krähenfeder, 18.01.2011, 16:03 | Abgelegt unter: Gynozentrisches | RSS 2.0 | TB | 6 Kommentare

:: Liebesbrief ::

Wah! Mein Sohn ist in der ersten Klasse und kaum, daß er schreiben kann, verfaßt er süßholzraspelnde Liebesbriefe!

Ich krieg mich gar nicht mehr ein.

Gnihihihihi!

:D :D :D

Amala Krähenfeder, 17.01.2011, 17:10 | Abgelegt unter: FamilienLeben | RSS 2.0 | TB | 6 Kommentare

:: 2012 ::

Die 2012-Hysterie geht mir auf die Nerven.

Die Erde wird sich nicht selbst auf ein “höheres Schwingungsniveau” heben – das ist mMn bloß eine Ausrede, um passiv zu verharren.

Die Menschen werden nicht plötzlich spiritueller, erleuchteter, heiliger, bewußter, verantwortlicher oder schlicht besser, bloß weil Ende nächsten Jahres ein altes Kalendersystem an sein Ende kommt. Vielleicht reflektieren wir mehr, weil wir neue Wege des Informationsaustausches gefunden haben und weil wir so langsam einsehen, daß endloses Wachstum, Dauerkonsum und gedankenloses Übernehmen künstlich eingeführter Denk-Sätze uns nicht glücklich machen.

Den Oberfrust zum Thema 2012 löste bei mir der gleichnamige EndzeitSchocker-ActionSpektakel-Kinofilm aus. Leute ohne einen Funken Menschlichkeit, ohne wertvolle, berührende oder sonstwie besondere Eigenschaften und Fähigkeiten, deren einziger “Vorteil” es ist, Geld wie Heu zu haben, überleben, während die anderen, die leider zu arm waren, sterben. Message: selbst wenn die Welt untergeht, kommt es darauf an, was du besitzt. Das Patriarchat überlebt also – es ist krisenfest.

Kann mir eine meiner Leserinnen einen kotzenden Smiley schenken?

Amala Krähenfeder, 15.01.2011, 20:31 | Abgelegt unter: Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 11 Kommentare

:: BlogAward ::

Diesen tollen Award habe ich von Inghinn und Isa bekommen. Vielen Dank!

Mit diesem Award sollen neue oder bisher eher unbekannte Blogs bedacht werden, die frau richtig gern liest. Außerdem soll frau diejenige verlinken, von der sie den Award hat.

Also, ich reiche diesen Award einerseits direkt an Inghinn zurück :) Und außerdem an Selket, deren Blog ich sehr inspirierend finde.

Amala Krähenfeder, 15.01.2011, 20:19 | Abgelegt unter: Blogkram | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

:: Amish Circle Letter Quilt ::

Im Herbst bin ich im PQF über den Amish Circle Letter Quilt gestolpert. Oder erneut gestolpert, denn eigentlich liegt meine erste Begegnung mit diesem Quilt zwei Jahre zurück, kurz nachdem ich überhaupt zu nähen angefangen hatte.

Kurz zu seiner Geschichte: elf Amish-Frauen schreiben sich nach Ende ihrer Schulzeit einen sog. Circle Letter, um miteinander in Kontakt zu bleiben. Eines Tages hat eine von ihnen die Idee, jedem Brief eine Vorlage für einen Block beizufügen, welcher von Alltagsgeschehnissen inspiriert ist. Auf diese Weise ist jeder Block mit einer Geschichte aus dem Leben der Amish-Frauen verbunden. Rosemary Youngs hat die Blöcke und (Auszüge?) der Briefe in einem Buch zusammengestellt (ohne Anleitungen!). Es wechseln sich jeweils ein Applikations- und ein gepieceter Block ab.

Ich fand die Zusammenstellung und das Thema des Quilts faszinierend, dachte jedoch nicht im Traum daran, ihn eines Tages selber zu nähen, da ich glaubte, applizieren könne frau nur von Hand oder mit Satinstich – beides keine echten Alternativen für mich. Dann jedoch fand ich zuerst bei Lise Bergene eine Applikationsmethode, die für mich funktioniert: das komplette Motiv mit Vliesofix hinterlegen und mit Steppstich umrunden. Applikationen, die auf diese Weise gefertigt werden, besitzen für mich drei wichtige Vorteile: ich kann sehr genau arbeiten und daher auch futzikleine Teile applizieren, das Applizieren dauert nicht ewig und obendrein werden die Ränder der Motive nicht so fransig vom Gesamtbild her wie bei Satinstich (ist gewiß eine Sache der Übung, aber dafür fehlt/e mir schlicht die Geduld). Ich werde oft nach der Haltbarkeit von Applikationen, die auf diese Art gemacht werden, gefragt – meiner Erfahrung nach steht diese Satinstichapplikationen in nichts oder nicht viel nach (vorausgesetzt, das komplette Motiv wurde mit Vliesofix hinterlegt!). Ich habe mir vor über einem Jahr ein Kissen auf diese Weise gestaltet, das ich tagtäglich verwende, knuddle, falte und durch die Gegend werfe, ohne daß es der Applikation geschadet hätte.

Für meinen Amish Circle Letter Quilt habe ich mich also für die Steppstichvariante des Applizierens entschieden, zumal dieser Quilt in ferner Zukunft einmal meine Wand zieren und nicht mit ins Bett soll.

Der Amish Circle Letter Quilt besteht aus insgesamt 121 Blöcken, die mit einem Cornerstone-Sashing, ein oder zwei Einfassungsstreifen und einem Binding zusammengefügt werden. Seine fertige Größe wird einmal rund 95 x 95” betragen, also etwa 2,40 x 2,40 m. Was ich jetzt schon weiß: diese Riesendecke werde ich quilten lassen!

Ich habe mich für einen hellen, beigen Hintergrund entschieden, der sich allerdings aus verschiedenen Stoffen der entsprechenden Farbe zusammensetzt. Sämtliche anderen Stoffe nehme ich aus meinem Fundus und – vor allem für die Applikationen – aus meiner Restekiste. Ich versuche, mich an den Farben, die in den Blockentwürfen der Amish-Frauen zu sehen sind, zu orientieren, folge ihnen aber nur da, wo meine vorhandenen Stoffe es zulassen (und sich kombinieren lassen, ohne Augenkrebs zu erzeugen).

Klammheimlich habe ich nun schon seit Oktober an meinem Amish Circle Letter Quilt genäht und heute zeige ich euch die ersten 19 Blöcke.

(60 – Teapot)

(97 – Nine Patch)

(18 – Schoolhouse)

(17 – Maple Leaf)

(78 – Haystack Supper)

(47 – Four Patch)

(70 – Fruit Roll)

(43 – Eight-Pointed Star)

(92 – Storing Eggs)

(119 – Square In A Square)

(88 – Taffy Pull)

(5 – Raspberry Bushes)

(90 – Missing Puzzle Piece)

(95 – Fence Row)

(116 – Roadside Stand)

(26 – Butchering The Pigs)

(53 – Signature Squares)

( 2 – Fruit Trees)

(105 – Birdhouse)

Amala Krähenfeder, 14.01.2011, 15:19 | Abgelegt unter: Amish Circle Letter Quilt,Zaubergarn & Sticheleien | RSS 2.0 | TB | 4 Kommentare

:: Wahl zum übelsten Unternehmen des Jahres ::

Am 28. Januar werden in Davos die Public Eye Awards verliehen. Seit 2000 werden Unternehmen mit diesem Preis ausgezeichnet, die sich besonders verantwortungslos gegenüber Mensch und Umwelt verhalten.

Wer seine Stimme abgeben möchte, bitte hier entlang.

Amala Krähenfeder, 12.01.2011, 22:12 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare
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