Archiv: Dezember 2010
:: Strike! ::
Ha! Ich hab’s geschafft! Im Oktober standen noch rund 50 To Do’s auf meiner Nähliste, incl. einem Quilt (s.u.) und anderen größeren Sachen. Mein Ziel: zum Jahresende die Nadeln fallen lassen und alles geschafft haben.
Okay, der Storybook-Quilt ist als Einziges nicht fertig geworden, aber für die letzten beiden Blöckchen fehlt mir derzeit die Inspiration.
Ansonsten ist ALLES fertig.
*sich selbst auf’s Podest heb*
Die Tage gibt’s Bilder von der Tischdecke, die aus meinem QuiteWhiteQuilt geworden ist.
Rutscht fröhlich rüber
:: WeihnachtsNachlese ::
Unser Weihnachten war genau so ruhig, entspannt und kleindimensioniert, wie wir es uns gewünscht hatten. Wir haben viel Zeit füreinander gehabt, ohne uns auf die Pelle zu rücken. Wir haben (vor)gelesen, Brettspiele gemacht, Amseln gefüttert, genäht, gekuschelt, vorm Kamin rumgelümmelt, den Wintergarten entgnomt, einen Ausflug in den Schnee gemacht und noch einen in den Nebel, Kuchen gebacken, Tee geschlürft und ein sinnhaftes, herzberührendes Yulritual miteinander geteilt.
Ich bin absolut davon überzeugt, die allertollsten Weihnachtsgeschenke meines ganzen Lebens bekommen zu haben: handgemachte Apfelholzrunen und eine Kollektion der schönsten Photos von Weazel.
Morgen werde ich anfangen, die Äpfel von unserem Lichterbaum zu pflücken. Aus den Ersten werde ich Bratäpfel machen, die ich zu Gnocchi, Rosenkohl und einer Frischkäsesauce serviere.
Wie war’s bei Euch?
:: AndersweltQuilt ::
Dieser Quilt entstand aufgrund einer schamanischen Reise für meine Freundin Claudia.
Größe: 60 x 80”, also etwa 1,50 x 2,00 m. Maschinengenäht und -gequiltet.
Die Geister haben ja schließlich keine Ahnung, wie voll mein Zeitplan ist *g*
:: Blaues Wanderpaket ::
Wieder einmal war das blaue Wanderpaket bei mir zu Besuch. Ich habe mir ausgesucht:
- zwei Seifen von Cristi
- ein Seifensäckel von Tita
- eine 3D-Grußkarte von Countryqueen
Vielen Dank dafür!
Aufgefüllt habe ich das Paket mit einer Umhängetasche mit Gummizug. Von der habe ich auch ein Bild gemacht, aber das muß ich mal nachreichen.
:: Pekannuß-Shortbread-Kuchen ::
150 g Vollkornweizenmehl, 100 g kalte Butter und 50 g Zucker schnell zu einem Shortbreadteig verkneten. In eine Quicheform drücken und bei 180° C 15 min. vorbacken.
In der Zwischenzeit 200 g Pekannüsse grob hacken. In einer Pfanne 150 g Zucker und 50 g Butter bei mittlerer Hitze und unter ständigem Rühren karamelisieren. Dann mit etwa 100 ml Sahne ablöschen. Die Nüsse und 1 TL Zimtpulver untermischen. Alles auf den Teigboden geben.
Bei 200° C 10 min. fertigbacken.
200 g Schlagsahne steifschlagen und damit den Kuchen beziehen.
Nix für Kalorienzähler.
:: Schäfchen im Kräutergarten ::
Ja, ich hab’s getan: noch ein Schafskissen genäht
Mit kräuterigen Stoffen.
Gefällt mir persönlich noch besser.
Hach ja.
Möööh!
:: Schäfchen zählen ::
Dieses Kissen habe ich nach einer Vorlage von Laurraine Yuyama (PatchworkPottery) genäht.
Eigentlich sollte das Schäfchen demnächst eine andere Frau in den Schlaf blöken, aber ich weiß gerade nicht, ob ich es über mich bringe, es tatsächlich zu verschenken…
:: Im Fluß ::
Die-sich-immer-verändert besuchte mich am Samstag. “Laß es sein, wie es will”, sagte sie und ringelte sich durch meine Gedanken. Ich ließ es sein und bekam eine verlockende Zukunftsmusik geschenkt. Ob es wird? “Es wyrd-wyrd-wyrd”, singt sie jetzt. Und ich lausche ihr.
Ich buk Apfelkuchen mit Gewürzrahm und vollwertiges Dattelbrot. Es gab Tofufisch und Rösti, geknackte Pekannüsse und schwelendes Kaminfeuer. Spät am Abend unterm fast vollen Mond ein Besuch im Glitzerwald, wo wir Äpfel in die Bäume hängten und Ähren auslegten. Runen mit dem Gehstock in den Schnee geritzt und meinem Mann ein unerwartetes Geschenk gemacht.
Genäht habe ich auch, ein Mammutprojekt wurde fertig. Bilder demnächst. Und eine Kulturtasche für mich – ich fahre Anfang des neuen Jahres fort: Zeit für mich und meinen einen Mann, der andere hütet Kind und Haus und Hof.
Heute haben wir liebe Menschen besucht, viel geredet und gelacht. Jetzt tut mir alles weh, aber das ist okay. Mein Bett und ein Hörbuch warten, während der Schnee drippelnd vom Dach herunterschmilzt.
Unsere Hausgeistin freut sich über Hochprozentiges auf dem Kamin.
Ich bin angefüllt mit guten Gedanken und Gefühlen. Alles fließt und ich mit ihm.
:: Nähgläser getauscht ::
Von Sonnenblume habe ich diese beiden Nähgläser bekommen – und als Dreingabe einen tollen Nikolausstiefel. Herzlichen Dank dafür!
Als Gegentausch erhält Sonnenblume dafür Gewürze und Tee.
:: Aggressionen ::
Aggressionen hat jede. Wir Frauen machen ja oft die Erfahrung, daß unsere Aggressionen gar nicht wahrgenommen werden, entweder weil sie per se verboten werden (“Mädchen sind immer lieb und still und brav”) oder weil sie abgewertet werden (“Frauen zicken rum”). Allein der patriarchale Umgang mit Aggression – Gewaltausübung, Dominanz, Macht-über – scheint einigen wenigen Frauen, meist Hollywooddarstellerinnen oder Computerspielfigurinnen, erlaubt zu sein. Mir scheint’s sogar so, als würden viele Männer und Frauen die eiskalten und knallharten Actionfrauen anziehend, cool oder sexy finden. Echte Männinnen eben, komplett pratriarchal dressiert und zurechtgestutzt.
Uns wird heute ja noch immer weisgemacht, daß wir als Menschheit gar nicht soweit gekommen wären, wenn wir nicht aggressiv (gewesen) wären. Da frag ich mich, wie Hochkulturen vor dem Patriarchat entstehen und so lange bestehen konnten. Für mich bleibt das wahrscheinlich leider für immer ein Rätsel, das ich aus meiner durch das Patriarchat geprägten Sichtweise nie voll erfassen werde. Ich kann eingeimpfte Glaubenssätze und Wertvorstellungen zwar objektivieren und in neue Zusammenhänge bringen, ich kann versuchen, matriarchale Werte umzusetzen und zu integrieren, aber um mich rum und vermutlich auch in mir drin verbleibt vieles, was patriarchal ist.
Ich glaube, daß wir zu oft “Kampf” und “Wettbewerb” miteinander verwechseln. Warum fällt es uns so schwer, die andere so stehen zu lassen, wie sie ist? Steckt dahinter der Glaubenssatz, selbst nie gut genug zu sein? Da wir alle gleichgut, gleichwertig sind, ist es eine Freude, sich der Unterschiede bewußt zu werden, sich aneinander gutmütig und spielerisch zu messen und vor allem voneinander zu lernen, ohne Konkurrenzgedanken, ohne Frust. Ich merke aber schon jetzt, wo mein Sohn die erste Klasse besucht, daß die Kinder zum Konkurrenzdenken herangezogen werden. Besser, schneller, klüger, durchsetzungsfähiger sein als andere ist ein tägliches Thema. Ich hoffe nur, wir schaffen es, diesen Druck daheim zu entschärfen.
Wie kann mensch mit Aggressionen konstruktiv umgehen? Ich für meinen Teil backe Hefekuchen, wenn ich aggressiv bin. Der wird wunderbar fluffig. Oder ich werde anderweitig körperlich tätig. Das wirkt allerdings nur bei Aggressionen, die nicht durch konkrete Grenzüberschreitungen oder Übergriffe von außen ausgelöst werden. Bei diesen muß ich den Auslöser abstellen, sonst handle ich ins Leere hinein.









