Archiv: Oktober 2010
:: Gesegnet ::
Am Morgen rufen mich Teekochgeräusche in die Küche. Wochenendspätstück.
Eine Hühnerbande im Ofenholz.
Einen Halloweenkürbis kaufen.
Und Hoccaido.
Waldluft schnuppern am schönen Trifels.
Mit Picknick.
Ich fühle mich gesegnet.
:: Magnesium ::
“Ich bin nicht krank, ich brauch nur Magnesium” – so in etwa könnte ich die letzten Monate, vielleicht sogar Jahre für mich zusammenfassen. Wann es begonnen hat, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Wahrscheinlich viel früher, als ich gemessen an handfesten Symptomen sagen kann. Die kamen erst nach der Einnahme von Diclofenac, als ich plötzlich Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck hatte. Klar, gelegentlich hatte ich in meinem Leben auch schon nächtliche Wadenkrämpfe, Lidzucken, innere Unruhe und andere “Zipperlein”, die aber verschwanden, wenn ich sie hartnäckig genug ignorierte.
Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck jedoch konnte ich nicht mehr ignorieren, ich war nämlich plötzlich nicht mehr ich selbst. Ich latschte also zum Hausarzt, für den es offenbar schön bequem war, meine Symptome auf die Schilddrüse zu schieben. Hätte ja theoretisch auch gepaßt, wenn sich nicht aufgrund des Gesamtbildes was Anderes als Ursache abgezeichnet hätte. Schade aber auch.
Mich macht diese schulmedizinische Ansicht vom Menschen völlig irre. Ich kenne viele Ärzte, die ihre Patienten als praktisch blinde Piloten eines Körpers betrachten, mit null Peil und null Interesse – und oft genug mit null Hirn. Es gibt Ärzte, die reagieren richtig sauer, wenn frau Vorschläge für die Diagnostik / Diagnose macht.
Dank Suchmaschine stieß ich also auf die Magnesiumhilfe. Als ich mich dort einlas, kamen mir spontan die Tränen. Ich dachte: wow, beschreiben die da mich? Daß Elektrolyte lebenswichtig sind, ist ja völlig klar, aber da ich mich vollwertig-vegetarisch ernähre und jetzt nicht die total Ahnungslose in puncto ausgewogener Ernährung bin, dachte ich wirklich, sowas “Banales” könne es nicht sein. Je weiter ich las, desto klarer wurde, daß ich wohl schon ziemlich lange an Magnesiummangel leide, daß dieser aber nie erkannt wurde. Stattdessen wurde ich auf allerlei andere Krankheiten hin behandelt, die womöglich ohne individuell für mich angepaßte Magnesiumzufuhr gar nicht erst (ggf. auch nur symptomatisch) entstanden wären. Das haut mich echt um.
Bislang sind nur ein paar Tage vergangen, in denen ich Magnesium oral zuführe, aber die Arrhythmien und die Hypertonie werden bereits besser. Ich kann’s gar nicht glauben.
Und weil ich denke, daß es vielleicht noch vielen anderen so gehen könnte, wollte ich das mal mit Euch teilen, auch wenn das ein enorm persönlicher Eintrag geworden ist
:: Schon wieder ein Wochenend-Eintrag ::

Am Wochenende war ich zweimal an der erst kürzlich entdeckten Quelle. Mir fiel auf, daß sich mein spirituelles Fingerspitzengefühl dort irgendwie taub und wie mit Wachs oder Gummihandschuhen überzogen anfühlt. Wenn ich versuche, diesen Ort zu erspüren, komme ich nicht weit. Es ist, als hätte sich der Ortsgeist in sich zurückgezogen. Vielleicht nervt ihn die Straße oder die Einfassung der Quelle. Gleichzeitig bin ich mir sicher, daß die Quelle ein Ort des Kontaktes zu den Andersweltlichen war und weiterhin sein könnte: Wasser und Berg, Baum und Stein – alles vorhanden, aber alles gnadenlos dressiert, in Form gebracht und gezähmt. Da würde ich mich als Ortsgeist auch verkrümeln.
Wir haben Dinkel-Spekulatius gebacken und den ersten Rotkohl der Saison gekocht, ganz klassisch mit Knödeln und Sojawürsteln. Was für ein Genuß! Zwischendrin habe ich Marzipankartoffeln gemacht, die reißenden Absatz fanden, und demnächst möchte ich mal “Gewürzmonde” mit Schokoüberzug machen. Ich nasche selbst kaum etwas davon, aber ich liebe es, Konfekt und Pralinen zu fertigen. Nächstes Wochenende werde ich Brennesseln sammeln und daraus ein Süppchen kochen. Die neuen Pflänzchen sehen einfach zu lecker aus.
Genäht habe ich nicht viel. Nachdem ich in nur 24 Tagen einen komplett bestückten Adventskalender gefertigt hatte, brauchte ich mal ein bißchen Abstand zu meinem Nähplatz. Wenn die Zeit gekommen ist, zeige ich Euch, was in dem Kalender so drinsteckt
Allerdings ist nähprojekttechnisch noch immer kein Land in Sicht. In diesem Jahr habe ich mich zwar nicht in puncto Wichteleien übernommen, aber definitiv was Tauschgeschäfte und Geschenke angeht. Irgendwann lerne ich es. Bestimmt. Hoffe ich.
Die Männer haben den Wintergarten winterfit gemacht und dabei festgestellt, daß unsere Korbstühle komplett geschimmelt sind. So richtig fies grün und plüschig. Keiner hat es zuvor gesehen oder gerochen. Ich war echt geschockt. Aber wenigstens passen auf diese Weise nun alle Pflanzen in den Wintergarten und eigentlich waren die Stühle auch nicht wirklich bequem. Wenn wir für die nächste Sommersaison neue kaufen, werden es abwischbare!
Über dieses Sprüchlein mußte ich dann doch herzlich lachen. Es war nämlich unter einem am Kreuz baumelnden Jesus angebracht. Also, leide jammerfrei oder komm einfach runter. We have cookies
:: Wut ::
Im dritten Außenpfad der zwölf wilden Schwäne geht es noch einmal um Wut. Diesmal stellen die Autorinnen die These auf, daß frau ihre Wut und ihre (latenten, unterschwelligen) Rachegelüste gehen lassen muß, um wahrhaft spirituell zu sein und zu handeln.
Ich stoße mich daran. Und ich weiß, daß ich zumindest nicht jeden Teil meiner Wut gehen lassen will. Im Alltag ärgere ich mich hin und wieder über Lappalien, die es eigentlich gar nicht wert wären – aber dadurch, daß ich mich auch über Kleinigkeiten noch aufregen kann, spüre ich doch, daß ich lebe. Wenn mir alles herzlich gleich-gültig wäre, wäre ich nicht mehr ich. Solange ich mich durch die Wut über kleine Dinge nicht selbst verbittere und mir damit mein Sein vergälle, finde ich diese Wut für mich absolut okay und null schädlich.
Und dann gibt es auch die große Wut, die ich nicht ablegen kann oder will. Die Wut betrifft essentielle, existenzielle Dinge. Meine Unversehrtheit und die der Menschen, die ich liebe – zum Beispiel. Oder die Wut über Ungerechtigkeiten. Sowas eben. Ich empfinde diese Art von Wut durchaus nicht nur als negativ, denn in ihr liegt für mich eine große Energiequelle und eine gehörige Portion Kreativität. Wenn ich diese existenzielle Wut nicht mehr fühlen würde, würde ich abstumpfen. Dann würde ich mich nicht mehr darüber aufregen, daß in unserer Welt so vieles so gründlich schiefgeht – und wahrscheinlich würde ich dann resignieren, anstatt die Initiative zu ergreifen und dagegen anzugehen.
Aus dieser Auffassung heraus empfinde ich Wut durchaus als etwas, das eng mit meiner Spiritualität verknüpft ist. Würde ich diese Wut einfach loslassen, würde auch meine Spiritualität leiden.
Wo kommt das überhaupt her, daß viele Menschen denken, mensch muß möglichst alles los- und gehen lassen? Macht das Sinn bei Dingen, die mir guttun, obwohl sie gesellschaftlich vielleicht verpöhnt sind, wie z.B. Wut?
:: Dieser Oktober ::
Der Oktober bis jetzt ist für mich von einer blutdruckhochtreibenden Geschäftigkeit geprägt. Ich hatte das ganze Jahr über sehr relaxed genäht und geschafft und mir auch nie zuviel vorgenommen, aber gegen Jahresende häuft es sich massiv. Hier eine Wichtelaktion, da zwei Geburtstage, dann noch ein Quilt, ein Adventskalender und zwei Täusche. Ächz! Die Projekte für mich selbst bleiben gerade auf der Strecke, wie z.B. mein StargazingBeauty-Wandbild, das ich noch nicht einmal gequiltet habe. Gut, ich bin diese Verpflichtungen eingegangen, habe ja gesagt und werde alles fertigstellen, aber danach greife ich den Faden eigener Sachen wieder auf (ich denke an meinen Storybookquilt, dessen neun fertige Blöckchen an meiner Designwand hängen und mich locken).
Der Oktober ist aber bei aller Arbeit auch ein Monat der Auf- und Loslösung. Ich bin erst jetzt in 2010 angekommen, den “Rest” des Jahres habe ich nicht wirklich erlebt (ich fühlte mich eher gelebt). Ich wollte Pfirsichmarmelade mit Blüten einkochen, was ich – wie so viele andere schöne Dinge – nicht getan habe. Ich hatte ja jetzt seit letztem Oktober mit meiner Dauerschmerz-Arie zu tun, die sich endlich löst. Jetzt finde ich Zeit, in den Herbstsegnungen zu schwelgen: Pilze, Kürbisse, Weintrauben, Zwiebeln genau wie Nebel, Sonnenschein, Regen und gemütliche Kuschelnachmittage mit Tee und Büchern. Beeindruckt bin ich davon, wie sich zur Zeit Konflikte wie von selbst zu lösen scheinen. Selbst wenn ich auf Krawall gebürstet bin, lösen sich Probleme ohne viel Zutun. Da kann ich ganz entspannt bleiben. Herrlich! Übrigens habe ich das Gefühl, daß ich insgesamt viel relaxter geworden bin. Ich frage mich, woran das liegt?!
Spirituell ist der Herbst ja genau “meine” Zeit. Am Wochenende fand ich mich an einer Quelle wieder, wo ganz spontan und ungeplant ein wunderschönes Ritual vollzogen wurde. Ich habe viele Ideen für die kommenden Jahreskreisfeste und vor allem auch Lust, diese zu feiern. Ich genieße die nebligen Abende, den kalten Wind und die goldene Sonne (wenn sie mal durch die Wolken spitzt).
Neulich, bei der Lektüre der 12 wilden Schwäne, ist mir aufgegangen, daß diese mich jetzt seit dem Sommer 2009 begleiten. Wenn ich den Außenpfad durchgearbeitet habe, möchte ich das Buch nochmal am Streifen lesen und in seiner Gesamtheit bedenken. Angefangen haben wir mit rund 30 Menschen, jetzt ist der “harte Kern” auf etwa vier Leute zusammengeschmolzen. Zunächst hatte ich das sehr bedauert, aber inzwischen freue ich mich über die Verbundenheit und auch über das sehr persönliche Level, das wir miteinander gefunden haben.
So, ich gehe jetzt mal Tee kochen
Laßt es Euch gutgehen!
:: Frauen im Kongo protestieren ::
Im Kongo gehen die Frauen auf die Straße und protestieren gegen Massenvergewaltigungen. Artikel dazu hier.
Die Tatsache, daß sich Frauen erheben, läßt mich Mut schöpfen und hoffen, daß es immer mehr Frauen geben möge, die Unrecht wahrnehmen, es kommunizieren und danach handeln.
Was mich stört, ist die sprachliche Vaporisation der Frauen in dem Artikel. In der Überschrift sind es noch “Frauen”, die protestieren, aber im Text wird davon gefaselt, daß “Zivilipersonen” und “Menschen” vergewaltigt worden seien.
:: Halloweenwichteln ::
Diese tollen Sachen habe ich von Astrid / fischerin41 im PQF bekommen: eine Tasche, zwei Log-Cabin-Topflappen, eine niedliche Kerze, etwas Süßes und eine tolle Mini-AMC. Vielen Dank, Astrid, ich freue mich sehr
Für fischie habe ich ein Halloween-Portemonnaie und ein Hexen-PP-Nadelkissen genäht (von dem ich kein Bild gemacht habe). Dazu gab es etwas Hüftgold. Ich hoffe, es hat ihr gefallen
:: Wochenrückblick ::
Jetzt ist’s zwar schon Montag, aber egal.
Gehört: ein bißchen Harry Potter. Sonst nicht so viel, ich mag momentan lieber Stille.
Gelesen: Die zwölf wilden Schwäne. Und mit meinem Sohn: Ein Drachenfreund für Linus von Patricia Schröder.
Getan: am Adventskalender für meine Wichteline genäht, ziemlich maniacmäßig. Gekocht und gebacken. Einen Ausflug gemacht. Zum ersten Mal den Kachelofen angefeuert. In Isis Schattenbuch geschrieben.
Nicht getan: telephoniert. Einen Brief geschrieben.
Getrunken: vor allem Leitungswasser und ein bißchen Darjeeling.
Gegessen: angerösteter Wirsing mit Mandelsauce. Kartoffelgratin. Fenchelsuppe mit Linsen und Curry. Veggie-Burger mit Pommes. Was muß, das muß.
Gelernt: ein bißchen was über mein Schattenselbst. Und: zuviel nähen tut mir inne Augen weh. Mäh!
Gemocht: Schmusestunden mit meinen Katzen. Mich in meinem Bett unter zwei Decken verkrümeln. Liebe Post bekommen – ganz viel sogar.
Nicht gemocht: die Kälte.
Geärgert: eigentlich nicht.
Gedacht: an meine Freundin Claudi, die viel zu weit wegwohnt. An viel Kreatives und neue Projekte.
Gekauft: einen Regenschirm.
:: Vollwertige Käsecracker ::
125 g Butter mit 1 Ei schaumig schlagen. In einem anderen Gefäß 250 g frischgemahlenen Weizen mit 1 1/2 TL Kräutersalz, 1 TL Cayennepfeffer, 1 TL Knoblauchpulver, 1 TL Thymian und 1 TL Paprikapulver edelsüß mischen. 80 g Käse (wir haben jungen Gouda genommen, aber Hartkäse ist sicherlich auch lecker) fein reiben. Käse und Mehlmischung unter die Butter-Ei-Masse mengen. Mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten, diesen zu einer Kugel formen. In Zellophanfolie verpackt zwei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.
Aus dem Teig eine Schlange von 4 cm Durchmesser formen und diese in etwa 4 mm dicke Scheiben schneiden. Mit verquirltem Ei bestreichen und auf jeden Cracker einen Hauch feingemahlenes Salz geben.
Bei 200° C 15 min. backen.
Ganz phantastisch mit Kräuterfrischkäse bestrichen.











