Archiv: Juli 2010
:: Spiritualität ::
Irgendwie fällt es mir schwer, über Spirituelles zu schreiben. Spiritualität ist etwas so Persönliches, fast schon Intimes, daß ich vieles, was für mich dazugehört, definitiv nicht mit der Öffentlichkeit teilen will. Gleichsam lese ich gern in anderen Blogs darüber, wenn Frauen aus ihrem SpiriNähkästchen plaudern.
Seit fast einem Jahr arbeiten ein paar Interessierte, denen ich mich angeschlossen habe, das Buch “Die zwölf wilden Schwäne” von Starhawk / Valentine durch. Das Buch hat mir schon wirklich gute Impulse und interessante Übungen beschert. In unserem geschützten Schwäne-Bereich fällt es mir inzwischen leicht, offen über meine Erkenntnisse, Erfahrungen und Ansichten zu schreiben, was wohl auch daran liegt, daß die anfänglich aus knapp 30 Personen bestehende Gruppe auf deutlich weniger Aktive geschmolzen ist. Da lernt man sich eben kennen.
Vielleicht fällt es mir auch deswegen so schwer, über explizit Spirituelles zu schreiben, weil für mich Spiritualität und Alltag zusammengehören und sich gegenseitig durchdringen. Das Bad muß eh geputzt werden, ob ich es nun genervt mache oder voller guter Gedanken und in dem Gefühl, damit einen Dienst an der Gemeinschaft zu leisten. In meinen Augen sind Alltagssachen wie das Kind versorgen, Einkaufen, Kochen, Nähen, sich mit Freunden treffen etc. wichtige spirituelle Dimensionen. Und wirklich gut wird’s nur, wenn ich mich nicht dazu zwingen muß, “spirituell” zu sein, sondern meine eigene Gemütsverfassung immer wieder behutsam Richtung heiter und gelassen korrigiere.
Viele Jahre dachte ich, Spiritualität sei, wenn man Jahreskreisfeste feiert, Rituale macht, chantet und sowas. Heute denke ich, das ist nur ein Teil der Spiritualität, zumindest wie ich sie lebe und leben möchte. Meine Spiritualität empfinde ich durchaus auch als politisch, als kritisch, nervenaufreibend, frustrierend und allerlei mehr – eben weil sie immer da ist, ein fester Teil meines Lebens. Meine Spiritualität lebe ich nicht in einem abgeschotteten, “sicheren” Licht-und-Liebe-Raum aus. Ich glaube ja, wer erkannt hat, daß alles mit allem verbunden ist, kann nicht untätig auf dem Sofa hocken bleiben.
:: Noch mehr nicht für mich :) ::
Diese Kulturtasche ist ein Geschenk für die Frau eines Exkollegen meines Mannes. Ich hoffe, sie gefällt ihr
Und dieses Dosenhäuschen-Utensilo wandert mit dem blauen Wanderpaket mit:
Als Ausgleich werde ich mich heute und am Wochenende mal zwei meiner eigenen Sachen widmen…
:: Forumssampler, Block 2 ::
Heute im Schweiße meines Angesichts fertig geworden:
Da ich es definitiv nicht mit Dreiecken habe, habe ich mir kurzerhand ein PaperPiecing draus gebastelt.
Geht doch
:: Tropisches Wochenende ::
In Nordbaden hatten wir diesmal ein tropisches Wochenende. So tropisch, daß sich sogar die weiße Fliege bei uns im Garten breitgemacht hat. Aber da wird Mrs. Genocide nicht mitspielen. Muahahaha!
Samstag habe ich nicht Fußball geguckt, aber dank unserer Nachbarschaft war ich trotzdem immer auf dem neusten Stand. Stattdessen habe ich neue Nähprojekte geplant, denn ans Nähen selbst war Freitag und Samstag nicht zu denken – wäre direkt am Stoff festgeklebt *wäh*. Aber heute Mittag ging es wieder
Nachmittags waren wir ein bissel unterwegs, denn ich wollte unbedingt meine neue Kamera ausprobieren. In Brühl hat uns dann ein Mordsregenguß überrascht, dem dieses Bild zu verdanken ist:
Ach ja, und dieses hier auch:

Vielleicht findet Ihr das jetzt nicht so spannend, aber ich schwelge gerade in der Bildqualität *g*.
Bei uns hat es natürlich nur drei Tropfen geregnet, die das Waschküchenfeeling noch verstärkt haben. Aber dafür konnten wir Kamille ernten und Schmetterlinge beobachten.
Sammelt eigentlich noch jemand von Euch Kräuter für Heilanwendungen? Die Kamille jedenfalls wird mich zusammen mit Salbei und Salz im Winter gegen Nebenhöhlenvereiterungen unterstützen
Ich werde ja öfter gefragt, ob ich die Kräuter und Gewürze für meine Mischungen selbst sammle. Nein, das tu ich nicht. Die Kräuter, die ich selbst sammle, sind ausschließlich für den Bedarf meiner Familie und mir selbst. Die Kräuter für Gewürze und Tees beziehe ich im Fachhandel, was bedeutet, daß sie rückstands- und wirkstoffkontrolliert sind.
Wir haben jetzt eine riesige Schüssel voller Radieschen geerntet und die Zucchini wachsen, während man daneben stehen bleiben kann. Es berührt mich olle Stadtmenschin so sehr, wie vital der Garten ist, und mit wie wenig Aufwand sich bereits etwas anbauen läßt. Jedenfalls will ich darüber noch viel mehr lernen und es auch umsetzen.
Heute mußte ich an meine Kindergarten- und Schulzeit denken. Mich hat es unglaublich fasziniert, wenn wir von indigenen Kulturen oder auch von der Steinzeit hörten. Ich dachte: wow, die konnten bzw. können noch viel mehr selbstmachen, die waren / sind nicht so hilflos wie wir, wenn mal der Strom ausfällt. In der Grundschule haben wir in einer Projektwoche aus Lederresten und Bändern eine Tasche selbstgenäht – das hat mich nachhaltig beeindruckt. Ich möchte noch viel mehr Fähigkeiten erwerben, noch viel mehr lernen und umsetzen, um nicht so abhängig von moderner Technik, Patriarchalmedizin und Co. zu sein. Selbstmachen statt konsumieren.
Wie war Euer Wochenende?
:: Noch eine WichtelKulturTasche ::
Wahrscheinlich werde ich dieses und nächstes Jahr alle meine Wichtelkinder mit Kulturtaschen beglücken. Mich lassen sie gerade jedenfalls nicht los.
Diesmal war die Vorgabe: braun-rosa. Mit Innentasche.
Und ich hab mir selbst immer noch keine genäht.
Hach ja.
:: Blaues Wanderpaket ::
Wieder einmal war das blaue Wanderpaket bei mir zu Besuch. Ausgesucht habe ich mir die folgenden schönen Sachen:
- Filzdeckchen (das paßt genial auf meinen Altar!) und Filzsternschale von kleine Schnecke
- Stoffblüte von Lillibelle
- Stickkarte von Yogibär
Vielen Dank Euch dreien
Auffüllen werde ich das Paket mit einer Kulturtasche und einem Dosenhäuschen-Utensilo.
:: Neue Kamera ::
Eine gute Sache daran, einen Ehemann zu haben, der leidenschaftlich gern photographiert: er nimmt mein Gejammer wegen der schlechten Bildqualität meiner Kompaktkamera ernst. Und nachdem er mir mitleidsvoll zugehört hat, rumpelte mir gestern ein Paket aus Fronkraisch ins Haus. Inhalt: meine neue Nikon Coolpix P100. Die ist nämlich in Frankreich billiger als hierzulande und ausnahmsweise vergesse ich mal meinen “regional einkaufen”-Vorsatz. Naja. Mit etwas gutem Willen könnte man Frankreich als regional bezeichnen, ist ja schließlich umme Ecke.

Ich bin eine Frau, der technische Details nix sagen. Ich muß Sachen ausprobieren, die bitteschön einfach handzuhaben und praktisch sein sollen, dann bin ich glücklich.
Und jetzt bin ich glücklich!
Eine Kompaketkamera lieferte nicht die nötige Schärfentiefe und eine Spiegelreflex ist mir zu aufwendig vom Bedienen her. Ich bin Patchworkerin, keine Photographin. Meine Kamera soll die Sachen, die ich nähe und die mir so im Alltag begegnen, in Szene setzen, aber ich habe keine Lust, mich um Belichtungszeiten oder gar einen Objektivwechsel zu kümmern. Und meine Nikon ist dafür perfekt.
Übrigens soll niemand sagen, eine neue Kamera könnte nicht das gesamte Leben umkrempeln. Ich bin heute 5 Stunden vor meiner Zeit aufgestanden, um die Zucchiniblüten, die sich über Nacht geöffnet haben, zu knipsen. Und wachgeblieben!
Und jetzt gehe ich mir ein mondänes sehr-früh-Stück machen.














