schlampengoettin.de

Archiv: Mai 2010

:: Ein bissi Nostalgie ::

Mit 10 oder 12 habe ich angefangen, Elton John zu hören – vermutlich weil eine seiner CDs im Regal meiner Eltern stand. Cry to heaven, Shoot down the moon und verstörenderweise Benny and the jets waren meine drei Faves, bevor meine Vorlieben sich mit 13, 14 in Richtung seiner schmachtenden Lovesongs verschoben *hihi*

Obligatorisch auch Terry Jacks / Seasons in the sun und Scott McKenzie / San Francisco.

Unvergessen The Doors, vor allem Riders on the storm, Light my fire und The end.

The Rolling Stones / Paint it black.

Ah, ich geh noch ein paar mehr ausbuddeln…

Amala Krähenfeder, 15.05.2010, 22:46 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 5 Kommentare

:: Warum ich lieber nähe ::

Ich bin in den letzten Wochen und Monaten oft gefragt worden, wieso ich mich aus den meisten heidnischen Foren zurückgezogen habe. Die Antwort lautet: weil ich lieber nähe. Ich weiß nicht, wie viele Stunden meiner kostbaren Lebenszeit ich damit vergeudet habe, in heidnischen Internetforen unterwegs zu sein. Viiiiiel, vermutlich. Für an Anfang oder zum Kontakteknüpfen über die Stammtisch-Rubriken finde ich die Foren prima, aber die Eigendynamik, die sie entwickeln, finde ich spooky.

Ich hab gar keine Lust, das im Einzelnen darzulegen, weswegen ich mir vier Punkte rausgreife, die mir auf den Keks gehen (ich müßte richtiger sagen: gingen):

  • mich nerven Admins und Mods, die meinen, in ihrem Forum sei ihre Meinung das Maß aller Dinge. Logischerweise müssen sie darauf achten, daß die Gesetze und die guten Sitten gewahrt bleiben, aber wann immer es Richtung Selbstbeweihräucherung und Mundtotmachung derer, die anderer Meinung sind, geht, kriege ich das kalte Kotzen. Besonders arm finde ich Menschen, die ihre eigene Meinung nur dadurch aufwerten können, indem sie die der anderen in den Kakao ziehen oder lächerlich machen.
  • mich nerven Menschen, deren Internet-Ich von ihrem RealLife-Ich um 180° abweicht. Ich habe noch nie so viele Selbstdarsteller auf einem Haufen gesehen wie in heidnischen Foren. Da werden Menschen, die im RL nicht mal in der Lage sind, ihrem Partner klarzumachen “okay, das Heidentum ist nicht dein Weg, aber ich trag mein Pentagramm trotzdem” zu obercoolen, oberheidnischen Tonangebern, Erleuchteten oder was auch immer gerade gefragt und chic ist. Ich kann Windbeutel einfach nicht ausstehen (es sei denn, sie sind mit Kirschen gefüllt und passen auf einen Dessertteller)
  • ich hasse Grüppchenbildung. Ich brauche und will keinen Clan, keinen Coven, keinen Zirkel, keinen Vorturner, keine Oberpriesterin und auch sonst nix. Diesen ganzen patriarchalen Hierarchiekram hab ich gefressen.
  • meiner Erfahrung nach folgt der Identifizierungs- und Emanzipationsphase in puncto persönliche (heidnische) Entwicklung früher oder später die Spaltung. Und mit dem Abschied, dem Loslassen ist oft auch eine Menge Gegeifer und Gehetze verbunden. Freilich nimmt jeder für sich in Anspruch, to-tal individuell und tolerant zu sein, aber wehe, du vertrittst (am besten noch mit echten Argumenten) eine non-konforme Meinung…höhö.

Joa, das sind ein paar Gründe dafür, wieso ich nur noch in der Geistereiche aktiv bin. Hab gehört, da isses verträglich ;)

Amala Krähenfeder, 14.05.2010, 22:17 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 5 Kommentare

:: Dafür ::

Ich brauche keinen Vatertag. Ich brauche keinen Tag, an dem ich mir darüber bewußt werde, was für wertvolle Menschen meine Männer im Leben meines Sohnes sind.

Mit dem Begriff “Vater” habe ich, wie es mir heute scheint, die größte Zeit meines Lebens verdrehte Werte verbunden. Entweder der autoritäre, nichts gelten lassende Vater, vor dem das Kind sich winzig und unbedeutend fühlt. Oder der gleichgültige Vater, dem das Kind einfach wurscht war – ganz im Sinne des Vaters im Film Fierce Creatures: “Wie soll ich dir denn deine Kindheit versaut haben? Ich war doch nie da!”.

Und heute?

Ich beobachte sie, wenn sie es nicht merken (zumindest glaube ich das). Wie sie mit meinem Sohn am Abendbrottisch sitzen und über Raketenantriebe und Neutronen fachsimpeln. Wie sie ihn versorgen, wenn er mal krank ist, ihm über den Kopf streicheln und ihn zudecken. Wie sie ihn dazu animieren, Dinge selbst zu schaffen und sie sich zuzutrauen. Wie sie ihm etwas vorlesen oder ihm im Garten Pflanzen zeigen. Wie sie ihm schwimmen beibringen. Und ich belausche sie. Wie der Klang ihrer Stimmen dem ganzen Haus Wärme schenkt und mit welcher Achtsamkeit sie miteinander kommunizieren. Wie sie erklären, unermüdlich – alles.

Dafür halte ich heute inne. Und sage danke.

Danke, daß Ihr die Väter meines Sohnes seid.

Amala Krähenfeder, 13.05.2010, 18:26 | Abgelegt unter: FamilienLeben | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

:: 2. SchlampenGeburtstag ::

Ende des Monats feiert die Schlampengöttin ihren zweiten Geburtstag – Anlaß genug, sich Papierhütchen aufzusetzen, Luftschlangen um alle Lampen zu winden und einen kalorienreichen Kuchen zu backen :) Aber wie schon letztes Jahr möchte ich auch diesmal ein kleines GiveAway machen.

Jede, die hier bis zum 20.5.10 einen Geburtstagsglückwunsch hinterläßt, hat die Chance, das kleine Fliegenpilz-Täschli zu gewinnen, das ich so dekorativ in meinen Tomaten drappiert habe. Wer diese Aktion auf seinem Blog verlinkt, wandert zweimal in den Lostopf.

Viel Glück :)

Amala Krähenfeder, 11.05.2010, 14:39 | Abgelegt unter: Blogkram | RSS 2.0 | TB | 21 Kommentare

:: Wo geht’s hier zum Sinn des Lebens? ::

Mein ontologischer Philosophielehrer aus der 12. Klasse wäre restlos begeistert, daß Frau Krähenfeder mit 32 Jahren endlich auch mal auf den Trichter kommt, sich die Frage nach dem Lebenssinn zu stellen. Oder anders zu stellen als bisher. Bis jetzt habe ich immer gedacht, der Sinn des Lebens bestünde darin, das Leben nach den ureigenen Maßstäben sinn-voll zu gestalten.

Vielleicht ereilt mich ja jetzt die vielbeschworene MidLifeCrisis, von der meine Tante immer behauptet hat, Frauen kriegten sie mit etwas über 30 und Männer mit etwas über 40. Mist!

Nicht daß ich es nicht genösse, viel Zeit für mich selbst zu haben. Einen acht-Stunden-Job außer Haus würde ich vermutlich nach zwei Tagen schmeißen, weil er mir zu viel Zeit fressen würde, die ich zum Nähen, Lesen und Rumgammeln brauche (ich darf das offiziell anerkannt, weil ich zu kaputt zum Arbeiten bin, obwohl es sicher ne Menge Arbeitgeber gäbe, die mich und meine Behinderung mit Kußhand einstellen würden). Ich glaube auch nicht, daß ein Job der Sinn des Lebens sein kann, zumindest nicht für mich.

Vielleicht bin ich grad einfach unzufrieden. Diese bescheuerte Schulter-Arm-weiß-der-Geier-Geschichte zieht sich nun seit Oktober und ich kann immer noch nicht wieder richtig am Rechner arbeiten. Ich habe kein Auto und bin den ganzen Tag ans Haus gebunden. Ja, okay, im Herbst krieg ich mein Auto, aber es ist fraglich, ob ich es mit diesem Schulter-Arm-Gedöne wirklich mal länger als bis zum Bäcker anner Ecke fahren kann. NARF!

Vieles, was ich gern machen würde, wird nicht funktionieren. Nie wieder. Das ist der Moment, wo ich mir eingestehe, daß ich mich NIE-NIE-NIEMALS mit der Behinderung abfinden werde und auch NIE aus tiefstem Herzen sagen werde: es ist okay, behindert zu sein. Jaja, es ist meine Entscheidung, ob ich damit ewig rumhadere oder es annehme. Aber da Annehmen keine Option ist, hadere ich wohl einfach noch ein bißchen.

Ach, ich weiß auch nicht.

Geh ich halt nähen.

Amala Krähenfeder, 11.05.2010, 11:45 | Abgelegt unter: Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

:: Links aktualisiert ::

Heute habe ich mal ein paar Links aus meiner Liste der Blogs, die ich mitlese, entfernt. Die meisten davon, weil ich sie nicht mehr mitlesen konnte (“das Blog existiert nicht”…und das sagen mir vor allem Blogspot-Blogs. Vielleicht hat das System ja was gegen mich?). Falls eine Rat weiß, immer gern her damit.

Wenn jemand findet, daß er ungerechterweise auf meiner Linkliste fehlt (weil sein Blog doch erreichbar ist, weil er mich verlinkt hat oder aus anderen Gründen), bitte hier melden :)

Amala Krähenfeder, 10.05.2010, 19:09 | Abgelegt unter: Blogkram | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

:: Schamagische Tasche ::

Diese Tasche wurde aus einem Windmühlenkreuz genäht (Anleitung aus einer älteren Patchwork-Magazin-Spezial). Die einzelnen Blöckchen habe ich direkt auf Baumwollvlies gepatcht. Inspiriert von den vier Jahreszeiten in all ihrem Facetten. Für meine schamagischen Sachen. Fliegenpilz inclusive.

Mein Resteberg schrumpft. Allerdings sehr langsam. Göttin sei Dank.

Amala Krähenfeder, 09.05.2010, 20:14 | Abgelegt unter: SchaMagisches,Zaubergarn & Sticheleien | RSS 2.0 | TB | 4 Kommentare

:: MuttertagsWichteln ::

Im KTF gab es ein Muttertagswichteln. Zum Muttertag an sich stehe ich ja sehr kritisch, aber Wichteln ist immer gut (ich würde auch zum Nicht-Geburtstag wichteln….vielleicht wäre das ja mal eine Idee *g*).

Von Simone (Kittycat) habe ich diese schönen Perlen in meiner Lieblingsfarbe violett bekommen:

Ich glaube, Simone hatte das Ganze als Kette losgeschickt und obwohl alles gut verpackt war, kam es so an. Tut der Schönheit der Perlen aber keinen Abbruch.

Für Traute hatte ich ein Giraffenkissen (PaperPiecing) genäht und dazu gab es noch ein afrikanisches Gewürz:

Ich hoffe, es gefällt :)

Amala Krähenfeder, 09.05.2010, 14:24 | Abgelegt unter: Täusche | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: Kulturtasche ::

Ich bin ja so stolz auf mich. Seit Anfang April nähe ich mit Stoffresten. Sieht man mal von den paar Metern Stoff für ein neues Quiltprojekt ab. Und von den wenigen Meterchen Rückseitenstoff für Kissen. Naja, und von den anderthalb Metern Stoff für meinen ersten PaperPiecingQuilt. Aber abgesehen davon habe ich wirklich nur Reste vernäht. Gurtband, Reißverschlüsse und Klingen gelten doch nicht als Stoff, richtig?

Für Andrea – falls sie ihr gefällt – ist diese Kulturtasche entstanden. Leider sind die Farben nicht so schön abgelichtet worden; in natura viel strahlender und freundlicher (da mußt du mir bitte einfach mal glauben *g*). Jedenfalls bedeutet jeder einzelne der für dieses Täschli verwendeten Stoffe etwas Besonderes für mich. Der Mohnstoff war der erste Stoff, den ich überhaupt hier in der neuen Heimat gekauft habe (als ich noch nicht wußte, daß es die neue Heimat werden würde). Es sind Stoffe vom Geburtstagsquilt meines Sohnes und von anderen Quiltprojekten enthalten. Stoffe von Lieblingstaschen. Heilungsstoffe (ja, sowas gibt’s!). Stoffe, die mich in Trancereisen geführt haben. Stoffe, mit denen meine Familie frühstückt. Ich konnte mir nichts Schöneres, Bedeutungsvolleres für eine liebe Freundin vorstellen. Ich hoffe, du magst es…?

Genäht direkt auf Flauschebaumwollvlies, mit Blümchen gequiltet.

Amala Krähenfeder, 08.05.2010, 22:16 | Abgelegt unter: Zaubergarn & Sticheleien | RSS 2.0 | TB | 6 Kommentare

:: Amala goes M.D. ::

Ich bin bescheuert. Ich hätte damals Medizin studieren sollen. Dann würde das Haus, in dem ich lebe, mir gehören, und ein dickes Auto obendrein. Und dreimal im Jahr würde ich drei Wochen Urlaub All-In an den schönsten Orten der Welt machen. Ich hätte vier genervte Sprechstundenassistentinnen und pro Patient im Durchschnitt 2 Minuten (dann muß man sich auf niemanden einlassen, es bleibt komfortabel unpersönlich). 80 % aller akut auftretenden Probleme verschwinden binnen drei Wochen eh von selbst. Wenn nicht, speise ich die Leute mit Schmerzmitteln ab und delegiere die Verantwortung an Kollegen anderer Fachrichtungen weiter. Je unwahrscheinlicher, desto besser. In hartnäckigen Fällen werfe ich Antibiotika drauf oder diagnostiziere was Psychosomatisches – das klingt immer gut und trifft in vielen Fällen vermutlich sogar zu. In meiner Freizeit texte ich Wandplakate für mein Wartezimmer, sowas wie “Arztpraxen sind in ihrem Bestand hochgradig gefährdet. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Landtagsabgeordneten”. Das suggeriert den Patienten direkt, daß es erstens eine Art gottgleiche Gnade ist, daß ich sie empfange, und zweitens daß ich im Grunde auch nur eine arme Sau bin, der die Hände gebunden sind.

Ja, ich bin bescheuert. Ich habe nicht Medizin studiert. Und trotzdem erkläre ich meinem Orthopäden, was er auf meinen MRT-Bildern sieht.

Zum Auswachsen, das.

Amala Krähenfeder, 06.05.2010, 22:01 | Abgelegt unter: Behinderung | RSS 2.0 | TB | 6 Kommentare
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