Archiv: Freitag, 5. März 2010

:: FrühjahrsKur ::

In meinem Weltbild ist der Mensch an sich nicht dreckig, vergiftet oder sowas – Vergiftungen (des Geistes, der Seele oder des Körpers, sofern frau da überhaupt trennen mag und kann) zieht er sich zu, mMm meist durch ungefilterten Konsum, z.B. von Nahrungs-, Genuß- oder Suchtmitteln etc. Insofern habe ich Probleme mit der Auffassung vom reinigungs- und entschlackungsbedürftigen Menschen, der offenbar in Frauenzeitungen, Apotheken und Reformhäusern massenhaft auftritt. Vielleicht ist das wie mit den plattgefahrenen Wildtieren: die finde ich meistens auch entweder direkt neben der Schnellstraße – oder gar nicht.

Jedenfalls ereilt mich meist im Frühjahr, so um diese Zeit jetzt herum, der Wunsch, ein paar Tage ganz besonders achtsam mit mir selbst und der erwachenden Natur zu sein. Fasten darf und will ich nicht, also habe ich mir schon vor etlichen Jahren eine Art Frühjahrskur ausgetüfelt, die mir einfach guttut. Jeden Tag esse ich mehrere Mahlzeiten, deren Basis vollwertiges Getreide bildet. Naja, ich geb zu, daß meine Mahlzeiten eigentlich immer so aussehen, aber in der Regel mache ich mir nur für den Zeitraum dieser “Kur” die Arbeit, mir zweimal täglich frischen Getreidebrei zu kochen bzw. Frischkornbrei anzusetzen. Normalerweise tut’s unser Vollkornbrot. Mit Obst, Gemüse, Kräutern und Gewürzen wird ergänzt, wobei ich wie immer Saisonales und Regionales bevorzuge. Ich trinke nun weniger Schwarz- und mehr Kräutertee und jede Menge Wasser, insgesamt so an die vier Liter täglich.

Für die nächsten Tage sieht mein Speiseplan so aus (morgens – mittags – abends):

  • Freitag: Mischbrot oder Frischkornbrei. Lauchquiche mit Weizenboden. Dinkelbrei mit Birnen.
  • Samstag: Mischbrot oder Frischkornbrei. Gemüsekuchen vom Blech mit Weizenboden und Fenchel. Dinkelbrei mit Birnen.
  • Sonntag: Mischbrot oder Frischkornbrei. Vollkornlasagne mit Kohlraben. Dinkelbrei mit Äpfeln und getrockeneten Aprikosen.

Zum Frühstücksbrot gibt’s z.B. Sonnenblumenstreich, Sojawurst oder Käse; zum Abendessen gehört Frischkost wie Salat oder Rohkost und der abendliche Brei wird noch mit Zimt oder anderen Gewürzen gepimpt. Ist mir auch ganz egal, ob Entschlackungsgurus das große Zittern vor Käse haben – ne Scheibe pro Tag tut mir gut :)

Eine, die selbst eine Familie hat, weiß, daß sie definitiv dann am wenigsten Ruhe hat, wenn sie sich vorgenommen hat, eine Zeit lang (und wenn’s auch nur wenige Tage sind) besonders viel Muse für sich selbst zu haben. Sowas nehme ich mir also direkt gar nicht erst vor, sondern freue mich umso mehr, wenn mir einfach Zeit zuteil wird. Ich lese viel, höre Musik, entzünde mir meine heißgeliebte Duftlampe, gehe in den Garten, wecke die Kräuter auf, nähe und träume.

Ganz allmählich komme ich bei mir selbst an, öffne mich immer weiter für das Außen, wie die KroKüsse in unserem Garten.

Macht noch eine von Euch sowas?

Amala Krähenfeder, 05.03.2010, 20:19 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare
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