schlampengoettin.de

Archiv: Februar 2010

:: Chinese Tea Party ::

In den letzten Tagen habe ich geniale Stöffchen bei meinem Lieblingspatchworkladen gefunden und gnadenlos zugeschlagen (ich finde, 14 Meter Stoff sind noch nicht obszessiv….aber nah dran…andererseits war das ja auch mein gesamtes Taschengeld für laaaange Zeit *g*). Unter anderem gab es eine neue Serie, die mit chinesischen Motiven (Teezubehör, Kois, Lampions, Glückskeksen etc.) bedruckt ist. Angefangen habe ich mal mit zwei recht ähnlichen Geldbörsen, die sich nur in Kleinigkeiten unterscheiden. Eine für mich, eine für eine liebe Menschin.

Schade, auf dem Bild erkennt man gar nicht die nette Blümchenstickerei am unteren Ende des Kartenfachs.

Jedenfalls werde ich – nachdem ich den Geburtstagsquilt für meinen Sohn und meinen Cinnamon-Quilt beendet habe – direkt noch einen Green-Tea-Quilt machen. Chinesische Motive = toll. Chinesische Politik = sub-toll.

So, jetzt geh ich mich wieder pflegen.

Amala Krähenfeder, 13.02.2010, 18:40 | Abgelegt unter: Zaubergarn & Sticheleien | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

:: Rollstuhl…once more ::

Endlich hab ich seit Oktober das Gefühl, daß sich was in die richtige Richtung bewegt: ein Arzt, der mich nicht mit “schonen Sie sich, schmieren Sie ne Creme drauf und schlucken Sie n Schmerzmittel” abspeist, ein Sanitätshausmitarbeiter, der zuhört und sich kümmern will, und ne osteopathische Begleitung. So. Jetzt muß ich nur noch diesen Röntgen-CT-MRT-Neurologen-Schmerzzentrum-Kram hinter mich bringen, meiner Kasse deutlich machen, daß ich nach fünf Monaten ohne Rollstuhl eeeeeecht wieder einen brauche, mit dem ich umgehen kann (der Frühling kommt!) - und meinem Körper begreiflich machen, daß ich einfach keinen Bock auf noch mehr chronische Schmerzen bei einem Magen habe, der nix mehr verträgt.

Besonders toll fand ich, daß ich nach 6 Jahren endlich mal nen ehrlichen Weißkittel gefunden habe, der unumwunden zugab, daß er Angst hat, mich mit Standardverfahren schlecht zu behandeln, weil ich kein Standardfall bin. Schön – so allmählich bilde ich mir was drauf ein, einer der beiden weltweit dokumentierten Fälle mit diesem Mist zu sein.

Solange das dauert, wird es hier weiterhin a weng ruhig bleiben. But I am still here.

Amala Krähenfeder, 12.02.2010, 13:08 | Abgelegt unter: Behinderung | RSS 2.0 | TB | 6 Kommentare

:: Richtig Scheiße… ::

…finde ich Lehrerinnen, die die Intelligenz meines Sohnes beurteilen sollen und dann – 8 Tage, nachdem sie mich im Rollstuhl gesehen und meine Behinderung wahrgenommen haben – einen Elternabend im 1. Stock ohne Aufzug abhalten. Da frag ich mich doch, wessen Intelligenz wir hier beurteilen sollten.

Amala Krähenfeder, 09.02.2010, 20:25 | Abgelegt unter: Behinderung | RSS 2.0 | TB | 5 Kommentare

:: Verlosung: and the winner is… ::

Am Abend hat mein Mann mir als Glücksfee-erich bei der Auflösung unserer Verlosung geholfen. Die Gewinnerin ist: Milena.

Herzlichen Glückwunsch, du Liebe! :) Die Geldbörse macht sich im Laufe der Woche auf den Weg in die Schweiz.

Allen anderen, die mitgemacht haben, sage ich ein herzliches Dankeschön.

Amala Krähenfeder, 07.02.2010, 22:11 | Abgelegt unter: Blogkram | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

:: Mary Daly II ::

Mary Dalys Buch “Gyn/Ökologie” schubst bei mir einiges an. Gerade lese ich die zweite Passage, in der es um das “Sado-Ritual-Syndrom” geht, wie sie es nennt. Dahinter verbirgt sich die systematische und oftmals verschleierte Gewalt, die Frauen weltweit im großen Stil angetan wird, wobei Daly die Mechanismen, die dabei angewandt werden, pointiert entlarvt. Ihr zufolge steckt vor allem die Besessenheit von Reinheit hinter diesen Sado-Ritualen: Frauen gelten als unrein und müssen daher ausgelöscht bzw. unter männliche Kontrolle gebracht werden. Die “Unreinheit der Frauen” besteht demnach nicht nur in ihrer Gebärmacht (Menstruation, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Stillzeit etc.), sondern auch in ihrer angeblichen minderen geistigen Fähigkeit (“Frauen können nicht so objektiv / wissenschaftlich denken wie Männern”, “Frauen sind Tratscherinnen” etc.). Um die Unterdrückung, Entmachtung und nicht selten die psychische und physische “Ausmerzung” von Frauen zu rechtfertigen, werden in vielen Fällen religiöse Begründungen gegeben. So sieht Daly in der jungfräulichen Empfängnis der Maria nichts anderes als eine Vergwaltigung, von der die Bibel auch noch behauptet, Maria habe in sie eingewilligt. Anders gesagt wird die Schuld für Gewalt gegen Frauen den Frauen zugeschoben. Diese müßten halt einsehen, daß sie die Wächterinnen der Tugend sein müssen, wo Männer doch eben einen “stärkeren Geschlechtstrieb” hätten. Daß Frauen jedoch oftmals aufgrund ihrer systematischen Er-Niedrigung (= Klein-Haltung) im patriarchalen System gar nicht in der Lage sind, Wächterinnen ihrer “Tugend” zu sein, wird gern verschleiert. Wie soll denn z.B. ein 12jähriges weibliches Kind, dessen weibliche Verwandte durch dieselbe Gewalt psychisch und physisch unter männliche Kontrolle gebracht wurden, der Vergewaltigung durch männliche Verwandte entgehen?

Die Mechanismen der Kleinhaltung von Frauen reichen Daly zufolge aber noch tiefer. Nachdem die Frau physisch und psychisch gebrochen wird, nachdem ihr durch ihr direktes Umfeld und durch die Gesellschaft, in der sie lebt, suggeriert wurde, daß sie an ihrer Mißhandlung selbst die Schuld trägt, wiederholt sich der Vorgang durch die angeblich “objektive” Wissenschaft. So wird z.B. bis heute behauptet, daß Millionen von chinesischen Frauen ihre Füße freiwillig brechen und bandagieren ließen / lassen, weil sie diese Verkrüppelungen eben schön fanden / finden und ja auch den Männern gefallen wollten / wollen. Daß diesen Frauen in dem gesellschaftlichen System, in dem sie leb(t)en, jedoch keine andere Wahl blieb / bleibt, wird nicht berichtet. Daß diese Frauen aufgrund der Verkrüppelungen das Haus nicht verlassen konnten (und demnach keinerlei Vorstellung davon hatten, daß die Verkrüppelung ihrer Füße eben nicht normal ist) und vollständig von den Vorgaben der Männer bzw. der bereits durch patriarchale Mechanismen gebrochenen Frauen abhingen, wird nicht erwähnt. Aber es muß ziemlich praktisch sein, wenn die Opfer nicht mal mehr weglaufen können.

Ich muß in diesem Zusammenhang an Vaginalliftings, Zehenverkürzungen, Brustvergrößerungen und sowas denken – OPs, von denen so viele Frauen immer noch behaupten, diese ja nur für sich selbst machen zu lassen. Frauenverkrüppelung passiert mMn direkt hier.

Amala Krähenfeder, 06.02.2010, 16:30 | Abgelegt unter: Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 11 Kommentare

:: RollstuhlNot ::

Ich denk, kaum jemand, der nicht im Rolli sitzt, kann das nachvollziehen, aber mir ist grad nach Urschrei zumute.

UUUUUUAAAAAARRRRRRRRRRGGGGGGGHHHHHHHHNNNNNAAARRRFFFFFF!!!!!!!!!!!!!!!!

Der schönste E-Fix nutzt js nix, wenn frau mit dessen Joystick-Bedienelement nicht klarkommt. Und jetzt geht der inzwischen so gewohnte und nervende Marathon schon wieder los: Sanitätshaus, Gutachten, Verordnungen, brabra. Ich stell mich mal auf einen rollstuhlfreien Frühling im Hausinneren ein.

Liebe Göttin, bitte verzeih mir meinen spontanen Anfall von Raffgier, aber könntest Du bitte mal so ca. 10.000 € aus legalen Quellen zu mir fließen lassen, die nur für meinen neuen Rolli sind und nicht andernorts böse Löcher reißen? Dankeschön.

Ansonsten nehm ich zu Ostern auch gern n Paar funktionstüchtiger Beine (ruhig mit Behaarung und Cellulite, ich bin da nicht so pingelig).

Amala Krähenfeder, 04.02.2010, 16:58 | Abgelegt unter: Behinderung | RSS 2.0 | TB | 4 Kommentare

:: Mary Daly ::

“[...] Zum Beispiel das Klischee “Sie hat keinen Sinn für Humor”, das Männer auf jede Frau anwenden, die ihnen Angst macht (…) Nach patriarchalen Regeln ist es durchaus folgerichtig, daß diese Waffe besonders gegen die witzigsten Frauen verwendet wird, die man als ‘scharfzüngig’ abtut.” – Mary Daly.

Mit der Lektüre ihres Buchs “Gyn/Ökologie” lösen sich grad ein paar Knoten bei mir. Ich fange an, bestimmte Begegnungen in meinem Leben besser zu verstehen, teilweise sogar zu durchschauen. Manches Verhalten scheint mir auf einmal furchtbar langweilig und berechenbar.

Mir geht auf, daß es fast unmöglich ist, über Frauen zu sprechen, Frauen in den Mittelpunkt der eigenen Betrachtungen zu stellen, frauenfokussiert zu denken und zu fühlen, ohne daß einer früher oder später der Stempel “MÄNNERFEINDLICH” aufgedrückt wird.

Wenn’s nicht so traurig wär, würde ich das einfach weglachen…

Amala Krähenfeder, 02.02.2010, 16:08 | Abgelegt unter: Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 6 Kommentare
schlampengoettin.de läuft unter Wordpress 3.3.2
Anpassung und Design: Gabis WordPress-Templates, Weazel