:: Mary Daly: Gynäkologie ::
In Dalys Buch bin ich nun beim aufschlußreichen Kapitel über moderne Gynäkologie angekommen – hochtrabend als Frauenheilkunde bezeichnet. Wie irreführend dieser Begriff ist, war mir eigentlich schon länger klar, aber ich möchte gern wieder ein paar Gedanken mit Euch teilen.
Daly bezeichnet die moderne Gynäkologie als Versuch, die ontologisch (= im Kern ihres Seins) unreine Frau auszumerzen und die Gesellschaft von ihr zu reinigen. Sie führt an, daß die Gynäkologen im 19. Jahrhundert (und damals noch ausschließlich Männer) eine Krankheit erfanden, um nicht-dressierte Frauen lächerlich zu machen und ihnen ihre Eigen-Macht zu rauben: die Hysterie. Wie das Wort schon andeutet, bezieht sich diese fiktionale Krankheit auf die Gebärmutter (Hystera). Praktisch, denn da Männer keine Gebärmutter haben, können diese auch nicht hysterisch werden. Hysterische Frauen jedoch wurden und werden auf vielerlei Weisen mundtot gemacht und durch psychotherapeutische, soziale und chemische Mittel ruhiggestellt. Im Zweifelsfall entfernt(e) mann ihnen halt die Gebärmutter bzw. die Eierstöcke – kastrierte sie also. Tatsächlich wird diese Kastration auch heute noch in vielen Fällen angewandt, beispielsweise als Vorsorge (sic!) gegen mögliche Krebserkrankungen (welche oftmals durch den Einsatz der Antibabypille oder der Pille danach erst ausgelöst werden!), gegen Menstruationsbeschwerden, Stimmungsschwankungen etc.
Die hormonelle Manipulation an Frauen durch Antibabypille, die Pille danach und durch Hormonsubstituierung im Klimakterium (den Wechseljahren) betrachtet Daly ebenfalls als Versuch, bislang nicht dressierte Frauen gefügig zu machen und zu kontrollieren. Wie gefährlich diese Präparate sind – auch und vor allem in ihrer langfristigen Gabe – verschweigen Gynäkologen gern, loben jedoch deren Eigenschaften als Mittel gegen ungewollte Schwangerschaften, unreine Haut, schmerzhafte oder “zu heftige” Blutungen, Depressionen etc. Das Interessante ist ja, daß Frauen keine “Selbstzünderinnen” sind, also nicht aus heiterem Himmel schwanger werden, auch wenn uns die christliche Indoktrination anderes glauben machen will. Frauen werden schwanger, weil Männer in ihre Vaginas hineinejakulieren. Doch anstatt daß Männern eine sterilmachende Pille verschrieben wird, wird das Problem an die Frauen delegiert. Ich mutmaße einfach mal ins Blaue hinein, daß es die Pille für den Mann bereits in irgendeinem Hochsicherheitstresor eines Pharmakonzerns gibt (wahrscheinlich genau wie den Automotor, der mit Wasser fährt, im Tresor eines Ölkonzerns). Mit welcher Selbstverständlichkeit Männer und inzwischen auch die patriarchal vereinnahmten und dressierten Frauen davon ausgehen, daß es die Frau zu sein hat, die sich um Verhütung kümmert, finde ich kollossal. Ich wüßte zu gern, wie der Großteil der Männer darauf reagieren würde, wenn ihre Frauen ihnen verkünden würden, daß sie die Pille absetzen und daß fortan die Männer für die Verhütung – im Zweifelsfall durch Verzicht auf intravaginale Ejakulation – zuständig sind.
Ein weiterer Bestandteil der systematischen Be-Herr-Schung von Frauen durch die moderne Gynäkologie ist die Vorsorge. Im Durchschnitt geht frau einmal (manchmal zweimal) im Jahr zu einer gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung, bei der ihr auf dem Rücken liegend (= in Opferhaltung) nicht nur die Finger des Gynäkologen, sondern auch unterschiedliche Instrumente in die Vagina eingeführt und die Brüste abgetastet werden. Der Gynäkologe dringt damit in ihren intimsten Bereich ein. Durch die stillschweigende Selbstverständlichkeit, mit der Frauen dem Gynäkologen meist ab dem Zeitpunkt ihrer Menarche, also ihrer ersten Blutung, vorgestellt und ausgeliefert werden, wird den Frauen suggeriert: Ihr seid krank. Es bedarf der ständigen Kontrolle Eures Körpers. Euer Körper ist potentiell gefährlich und lauert nur darauf, Krebszellen zu entwickeln. Die Gynäkologen betrachten sich dabei meiner Meinung nach als heroische Kämpfer – wie Susun Weed es in ihrem Buch “HeilWeise” beschreibt. Daß ebendiese Konditionierung neben der maßlosen und unverantwortlichen Gabe von Hormonpräparaten einer der entscheidensten Faktoren für viele “weibliche Beschwerden und Erkrankungen” sind, wird bewußt verschwiegen. Die Pille ist maßgeblich an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt, doch anstatt ihre Verschreibung zu verbieten, werden Impfstoffe entwickelt, die frau vorgaukeln, gegen Krebs immun zu machen. Diese Lüge wird durch Gynäkologen weiterverbreitet und in Deutschland müssen junge Frauen zwischen 12 und 17 Jahren als Versuchskaninchen dafür herhalten. Wird also ständig suggiert, der Körper einer Frau sei ihr Feind, den es zu kontrollieren und ggf. auszumerzen gilt, wird sie diesen Glaubenssatz verinnerlichen. Ich glaube, darüber, daß Affirmationen einen deutlichen Effekt auf den gesamten Menschen haben, brauchen wir nicht mehr zu diskutieren. Das Praktische daran ist, daß sie, wenn es tatsächlich zu Leiden und Erkrankungen kommt, schon so vereinnahmt ist, daß sie sich ohne zu zögern oder zu zweifeln an die heroischen “Heiler” wenden wird – denn dann ist sie schon nicht mehr fähig, die tödlichen Mechanismen patriarchaler Medizin zu durchschauen.
Ein weiterer Themenkomplex, der dazugehört, ist die Menstruation. Menstruierende Frauen werden auch heute noch als unrein und unsauber betrachtet. Die Furcht vor dem Blut ist allgegenwärtig (ich lade meine Leserinnen ein, beim Abendessen ein Gespräch über die Menstruation zu beginnen und von den Reaktionen zu berichten). Im Patriarchat ist nur Wundblut, das im Kampf / Krieg vergossen wird, vom Makel des Unreinen befreit. Wir erinnern uns: das Patriarchat ist zutiefst lethal orientiert (siehe z.B. die Anbetung eines geschändeten Leichnams im Christentum). Menstruationsblut jedoch ist das einzige Blut, das ohne Wunde vergossen wird. Es erinnert frau an ihre potentielle Gebärmacht und an ihre enge Verbindung und Verbundenheit mit natürlichen Zyklen. Im Patriarchat ist die Schlußfolgerung, die zwigendermaßen folgen muß: Frauen müssen von ihrem eigenen Körper, ihrem Blut und ihrer Verbindung / Verbundenheit mit den Zyklen entfremdet werden, um sie unter Kontrolle zu bringen. Aus dieser Emtfremdung resultieren viele Probleme, die Frauen mit ihrer Menstruation haben: Schmerzen, Krämpfe, Depressionen, Angst davor, andere könnten das Blut entdecken oder riechen etc.
Das Patriarchat geht aber noch einen Schritt weiter. Einerseits soll frau sich für ihre Menstruation schämen, andererseits ist sie durch ihre Blutung und die oftmals damit verbundenen Leiden aber auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Ein Sechstel des weltweit produzierten Mülls rekrutiert sich aus Wegwerfprodukten zur sog. Monatshygiene (auch dieser Begriff ist suggestiv: mit diesen Produkten ist die fürchterliche Blutung hygienisch, ohne sie nicht). Die wenigsten Frauen wissen, daß Tampons lebensgefährlich sein können und daß bei jeder Verwendung kleine Produktreste in der Scheide verbleiben, was wiederum zu Entzündungen führen kann. Binden werden mit Terpenen bedampft, die Gebärmutterkontraktionen hervorrufen. In der Folge menstruiert frau heftiger, blutet also länger und stärker. Dadurch verbraucht sie mehr Hygieneartikel und kauft obendrein schmerzstillende und krampflösende Medikamente. Da frau aber bereits durch patriarchale Manipulation Angst und Ekel vor ihrem Mondblut hat, weist sie den Gebrauch von Stoffbinden oft als unhygienisch und eklig zurück.
25 Kommentare
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Alexis:
Super Beitrag oder Eintrag (oder wie auch immer man das beim Bloggen nennt)!!!!
Du sprichst da ein sehr interessantes Thema an, mit dem ich mich schon eine ganze Weile (und in den letzten Wochen wieder verstärkt) befasse.
Bei Rotermond.de wurde ja auch schon darüber geschrieben, wie das so ist… mit der blauen Flüssigkeit die blitzeblanke Sterilität suggerieren soll… und mehr noch indirekt das Gegenteil davon, nämlich Schmutz.Frauen sind gefährliche Drachenweiber, wenn sie menstruieren, so gefährlich, dass man sie in vielen Kulturen nach Einzug des Patriarchats zum Tabu erklärt hat.
Viele haben das total verinnerlicht.Ich nehme die Pille nicht. Hab sie mal genommen aber aus denen von dir bereits genannten Gründen tue ich es nicht mehr. Als ich mal vor längerer Zeit beim Arzt war (Hautarzt) da ich Haarausfall hatte, wollte er mir gleich mal Hormonpräparate und die Pille verschreiben. Ich habe das abgelehnt und er konnte gar nicht nachvollzeihen warum.
Als wäre die Pille die Lösung für alle Probleme. Du hast Pickel? Nimm die Pille!
Du hast miese Laune? Nimm die Pille!
Ebenso mein Gynäkologe.
-.-Aber es sind nicht nur die Ärzte.
Die Frauen selbst haben das schon total verinnerlicht.Fast alle Frauen HASSEN es hin zu gehen. Wie du schon sagst, man liegt hilflos als Opfer auf dem Rücken. Das ist erniedrigend.
Kennst du das Buch “Frauenkörper neu gesehen” aus dem Orlanda-Verlag? Es ist leider vergriffen. Aber es befasst sich mit feministischer Frauenheilkunde. Es geht darin u.a. darum Frauen beizubringen ihren Körper zu kennen und selbst zu beobachten.
Das Buch wurde ursprünglich von der Föderation der Feministischen Frauengesundheitszentren USA heraus gegeben. Von denen ist auch “das Tor ins Leben” von Grit Scholz.
Sehr interessantes Thema.
Schöne Nacht noch! -
Amala Krähenfeder:
für frauen interessante und wichtige bücher nicht zu veröffentlichen bzw. nicht neuaufzulegen ist mmn auch eine form des mundtotmachens. wenn frau verschiedener sprachen mächtig ist, kann sie teilweise auf ausgaben anderer idiome ausweichen, wie etwa bei dem im artikel angesprochenen buch “heilweise” von susun weed (engl. titel: “healingwise”). daß da allerdings ein ekklatanter mißstand besteht, ist wohl nicht von der hand zu weisen…
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iellenithil:
hallolo liebes,
hmmmm, ich traue mich fast gar nicht, aber ich schreib doch:
ich nehme die pille wieder, nachdem ich sie ein jahr lang nicht genommen habe. nun muss ich sagen, dass ich unter einer vererbten hormonstörung leide. ich habe mich auch (wieder einmal, gibt ja immer wieder neue erkenntnisse) informiert und genauso viele studien ‘für’ als auch ‘wider’ der einnahme gefunden. ich nehme sie also wieder und bin froh drum. denn ‘mit’ läuft mein hormonhaushalt endlich wieder ‘normal’ ab und ich erkenne mich in mir selbst endlich wieder (ohne ging es mir echt schlecht und einen adäquaten ersatz hab ich nicht gefunden). frau kann nicht über einen kamm geschehrt werden. für mich ist die pille mein freund – echt…
ich hasse es nicht zur gynäkologin zu gehen. in meiner familie gab es fälle von krebs und ich gehe zur ‘vorsorge’ (in ein paar jahren werde ich auch regelmäßig zur darmkrebsvorsorge gehen), damit möglichst früh erkannt wird, wenn es mich auch treffen sollte. ich empfinde es nicht als opferhaltung (und meine gyn hat einen hypermodernen untersuchungsstuhl in poppigem sonnengelb), die hände meiner gyn sind sehr sanft und die speks sind immer schön angewärmt. das ganze ist nicht unangenehmer als jeder andere arztbesuch auch (abgesehen von zahnärzten – das sind pöse menschen
)…vllt. bin ich auch ein sonder-exemplar und umgebe mich mit weiteren sonder-exemplaren, aber menstruationsblut ist kein tabuthema. männer hören sehr interessiert zu, wenn von abläufen des weiblichen körpers gesprochen wird (“echt, ist ja spannend…” und das ist ehrlich gemeint).
was ich wahrnehme ist, dass körperlichkeit von frauen und männern mit skepsis und abwehr betrachtet wird. sprich: der eigene körper wird allgemein als feind betrachtet, den es zu kasteien gilt. er ist eine maschine und hat zu funktionieren. ich verbinde das mit der leistungsgesellschaft, in der alles was nicht profitabel ist oder profitabel eingesetzt werden kann, ‘bah’ ist und ausgetauscht gehört. das prangere ich an…
ich fürchte, dass ich deine überzeugungen an dieser stelle nicht teilen kann.
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Amala Krähenfeder:
moin schätzeken

schön, was von dir zu hören.
also, mir geht’s mit meinen gedanken zu dalys buch nicht darum, alle frauen (oder alle männer) über einen kamm zu scheren. ich hoffe einfach mal, daß menschen, die mein blog regelmäßig lesen, schon mitbekommen, daß ich nix von plattitüden halte. in meinen augen ist die krebsvorsorge bei “familiärer vorbelastung” was völlig anderes als die standardvariante, die jede frau trifft, unabhängig ihrer individuellen geschichte. -
Inghinn:
Interessanter Beitrag. Zum Thema hormonale Verhuetung kommt mir regelmaessig die Galle hoch… ich hab auch mit Anfang 20 die Pille genommen, und es bitter bereut. Als erstes hat sie mich meine Libido gekostet, was mir allerdings erst nach ein paar Jahren klar geworden ist. Es ist ein viel verschwiegener Fakt, dass die Pille diese Wirkung hat, und dass bei den meisten Frauen auch nach dem Absetzen der Pille der Sexualtrieb nicht mehr auf ein normales hoch geht. Auch eine Form der Unterdrueckung, oder? Als naechstes habe ich dank der Pille ein Thrombo-Embolie bekommen, an der ich fast gestorben waere. Das Thrombose-Risiko bei der Pille sollte ja inzwischen hinreichend bekannt sein, aber wen juckt das schon? Mir wird’s echt richtig schlecht, wenn ich hier die neueste TV-Kampagne zum Thema Verhuetung sehe. Gezielt an Teenager gerichtet, Pille, Hormonstaebchen, Spirale… von Kondomen keine Rede. Und dann wird das ganze noch als Selbstbestimmung und Aufklaerung verkauft. Ich selbst bin inzwischen sterilisiert, aber ich bin sicher, dass die Hormonpraeparate die ich jahrelang geschluckt habe im Namen meiner ‘sexuellen Befreiung’ irreparable Schaeden angerichtet haben. Ganz zu schweigen von den ganzen Hormonen die wir alle taeglich durch verseuchtes Trinkwasser zu uns nehmen.
Und Menstruation… was fuer ein Tabu. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie traurig ich am Tag meiner ersten Periode war, und wie angewidert. Inzwischen ist mir klar, dass es ein Tag der Freude haette sein koennen/sollen, aber damals war es fuer mich das Ende der Welt. Und das noch zu einer Zeit als es hiess, Frauen sollten waehrend der Periode nicht baden oder duschen, keine Haare waschen etc. – da ist sie wieder, die ‘Unhygiene’. Es ist schon erstaunlich, wie tief diese Angst vor Menstruation bei Maennern sitzt. Mein Mann wuerde mir im Leben keine Tampons kaufen, wenn sie auf der Einkaufsliste stehen, der ekelt sich absolut vor dem Thema.
Ach ja und zur Gynaekologie – ich bin auch so lange ich in Deutschland gelebt hab regelmaessig zur Vorsorge gegangen und fand’s ok. Ich bin nicht gegen Gynaekologie per se, allerdings gibt’s diese ‘Vorsorge’ hier nicht, zum Gynaekologen wird man hier ueberwiesen, wenn es Probleme gibt und die meisten Frauen die ich hier kenne haben auch mit ueber 50 noch nie im Leben einen Frauenarzt gesehen und die Sterberate ist hier auch nicht hoeher als in Deutschland. Meine Schlussfolgerung daraus ist, dass Gynaekologie eine= riesiger, profitabler Wirtschaftszweig ist.
Liebe Gruesse,
Nicole -
ena:
Ein Hoch auf das Internet, und danke für deinen tollen Artikel

Ohne ersteres wäre ich wohl viel später oder auch nie über Themen wie ‘Natürliche Familienplanung’, ‘Stoffbinden’ usw. gestolpert. Ich bin wirklich froh, diese ganzen VerBRAUCHsgüter nicht mehr zu brauchen! Und nebenbei entwickelt frau eine ganz neue, selbstbewusstere Einstellung zu sich selbst- und der Gesellschaft. Aber genau das scheint offensichtlich nicht gewollt zu sein.
Mit deinem Beitrag hast du mich jetzt neugierig auf Mary Daly gemacht, sie spricht scheinbar viele Themen an, die mir momentan unter den Nägeln brennen…glg, ena
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centaurea:
Amala, ich finde es toll, dass Du soviel aus dem Buch hier aufgreifst! Ich finde es sehr interessant und hat mir schon einige Denkanstöße gegeben- danke dafür
Thema “ekliges Menstruationsblut”: ich weiß nicht wer und in welchem Zusammenhang es war, aber es ging um eine Tampon- oder Bindenwerbung im Fernsehen. Ich weiß nicht, ob das heute noch so ist, aber zu der Zeit war es “in”, mittels Testflüssigkeit zu zeigen wie schön viel in die Binde bzw. den Tampon reingeht. Und eine Person ließ einen Kommentar in die Richtung “iiiiihhhh, diese Testflüssigkeit dann auch noch…” los- was zeigte, dass allein der Anblick von Testflüssigkeit geschweige denn die Vorstellung von echtem (Menstruations-) Blut die Person wohl ganz schummerig werden ließ… Ich fand das seltsam.
Noch so eine kuriose Sache zum Thema Ekel sind Tampons mit Applikator…- wtf?? Kann man sich jetzt nicht mal mehr den Finger benutzen? Ich hab mir sagen lassen, dass dieser Trend aus den USA kommt- wen wundert´s.Dass mit den Terpenen wusste ich noch gar nicht! Und wäre auch nicht auf sowas gekommen. (Inzwischen denke ich, dass ne kleine Verschwörungstheorie an den allermeisten Stellen gar nicht so weit hergeholt ist
).
Ich denke inzwischen darüber nach dieses MoonCup-Dingen auszuprobieren- auch wenn mir bei dem Gedanken mit ein Silikondingen reinzuschieben nicht viel wohler ist als beim Gedanken an ein Tampon…
Und Stoffbinden… ich glaub dafür bin ich dann doch zu bequem (Thema waschen)… und möchte meine Regel dann doch nicht so… hmm, allgegenwärtig haben
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Geisterwesen:
Also manche der Ansichten von der Autorin kann ich nicht verstehen und sind mir zu radikal feministisch.
Ich hab mich sehr lange gegen die Pille gewehrt, dann kam ein kleiner Unfall und die Pille danach und ab da hab ich sie genommen.
Allerdings nehme ich sie wirklich nur wenn ich einen Partner hab.Also momentan ein Jahr pillenfrei und vorher waren es auch schon mal 2 Jahre.
Ich geh nicht ungern zum Gyn, da wir zwar in der Familie an sich keinen Krebs haben (soweit ich weiß), ich aber Menschen mit Krebs kenne, bei denen in der Familie keine Vorbelastung war. Momentan ist es eher Faulheit, da ich es nicht wie sonst mit dem Pillenrezept verbinde…….aber ich sollte wohl auch mal wieder hin.
Das Frauen als unrein angesehen werden geht nur einigen Männern so. Frauen unter sich sehen das nicht so. Kenn ich zumindest in meinem Bekanntenkreis nicht. Und ich hatte auch schon Partner, die überhaupt keine Probleme damit hatten und es nicht alsekelig oder unrein empfanden.
Das ist meine Erfahrung und deshalb find ich die Ansichten des Buches wirklich extrem. Die Frau ist meiner Meinung nach sehr frustriert und will solche vermeindlich patriachalen Strukturen zwanghaft finden.Liebe Grüße
Geistlein -
Bodecea:
Huhu,
ich finde mich auch eher in dem wieder, was iellenithil schrieb. Meine FrauenärztINNEN waren bisher immer sehr sanft und vorsichtig und respektvoll, und so ein Riesentabu sind die Tage nach meiner Erfahrung auch nicht.
Wobei ich anmerken möchte, dass es ja generell in unserer Gesellschaft eher verpönt ist, sehr viel über seine Körperfunktionen zur reden, ob nun Männer oder Frauen; Männer erzählen ja in geselliger Rune auch selten detailreich von ihrem Ejakulat
.Natürlich gibt es Punkte, wo ich mit Daly übereinstimme; grade das unreflektierte Verschreiben von Hormonen oder die misogynen Ansichten der Ärzte des 19.Jhds. Damals gab es ja auch hier in Europa Genitalverstümmelungen!
Andererseits gibt es “Hysterie” schon lange nicht mehr als psychologische Kategorie. Das heißt jetzt (geschlechtsneutral) “histrionisch”.
Aber andererseits, z. B. bei Hormonen – ich habe als junges Mädel auch die Pille genommen, und ganz ehrlich, bevor frau mit 16 vom ersten Freund gleich ein Kind bekommt oder aber sich drauf verlassen muss, das ER seine Pille, so es sie gäbe, schluckt (und Kondome sind halt nie 100% zuverlässig) – dann lieber die Pille. Ein halbwegs angstfreier und selbstbestimmter Einstieg ins Sexualleben ist ja auch was wert.
Mir ist Dayle da zu einseitig und schwarz-weiß-denkerisch.
Bodecea
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Amala Krähenfeder:
ich denke, es sollte nicht außer acht gelassen werden, daß dalys buch, das ich hier derzeit immer mal wieder thematisiere, 1978 das erste mal erschienen ist, in den usa. es ist also schon über 30 jahre alt – und dafür mmn verdammt aktuell.
@ geisterwesen: daß frauen als “unrein” angesehen werden, kann mmn nicht auf “einige männer” beschränkt werden. für mich sind mit dieser fixierung auf die weibliche unreinheit z.b. auch themenkomplexe wie weibliche kastration und beschneidung, die betrachtung der schwangerschaft als krankheit / die verbannung der gebärenden in op-säle und viele andere dinge — kurz: sämtliche versuche, frauen physisch, psychisch und emotional zu lenken, zu manipulieren und zu brechen verbunden. daly nennt das übrigens den “sado-ritual-komplex”, zu dem die folgenden aspekte gehören:
1. besessenheit vom reinheits-gedanken (“das unreine muß ausgelöscht werden”)
2. auslöschung von verantwortlichkeit für die greuel, die durch den reinheitswahn verübt werden
3. ausbreitung der greueltaten durch appell an “moralische” werte
4. benutzung der frauen als sündenböcke und alibi-folterknechte (dazu schrieb ich schon was zum thema füßeeinbinden: die frauen werden dazu dressiert, sich gegenseitig greuel anzutun)
5. zwanghafte ordnungsliebe und fixierung auf kleinste details, um die aufmerksamkeit von den taten abzulenken (stattdessen fixierung auf das, was “sich gehört” und “was man tut”)
6. legitimierung von verhaltensweisen, die zu anderen zeiten an anderen orten nicht denkbar wären (= wetterwendische, willkürliche wertsetzung)
7. legitimation der greuel durch die “objektive”, patriarchale wissenschaft und die diffamierung feministischer forschungenunter punkt 7 würde ich jetzt auch z.b. die aussage einordnen, daly sei frustriert.
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LindiPekel:
Hi,
also ich muss zugeben ich finde auch das die Periode oft als Unrein bezeichnet wird, oder algemein dinge die Frauen und deren Körperpflege angehen…
Auch sind die Männer oft der meinung wieso Kondom?, Frauen haben die Pille zunehmen, und nein ich schere nicht alle über einen Kamm aber ich kenne viele die so denken in meinem Alter…ich habe mit der Pille nur auf drengen meines damaligen Freundes genommen, nun nehme ich sie immer noch…
Nur habe ich früher nie Unterleibsschmerzen bekommen bei meine Regel nun ja nun ist es dank Pille anders geworde…Gynäkologen… davor hatte ich angst bis zu meinem ersten Besuch, damals ist meine schwester mit gekommen und ich habe mich geweigert mich untersuchen zu lassen, da mein Körper mir gehört und niemand da was zusuchen hat…
Ich hasse es heute noch dahin zu gehen, ich fühle mich ausgeliefert egal wie Nett meine Ärztin ist und egal wie gut es da aussiht, beruigen tut mich das alles nicht… -
Alexis:
Ah haha… ich finde es z.B. sehr lustig, dass Feministinnen, die eine gewisse Radikalität an den Tag legen, sofort als frigide, lesbisch oder sexuell frustriert bezeichnet werden.
Und ganz oft auch von Frauen.
Das ist jetzt nicht gegen dich, Geisterwesen, gerichtet.
Es fällt mir nur ganz oft auf.
Wenn Männer radikal sind, wird das meist als Stärke, Rebellentum, Pionierarbeit und Mut bezeichnet. Wenn Frauen anfangen alles in Frage zu stellen, dann sind sie verrückt.
Ich möchte nicht pauschalisieren, auch wenn das in meinem ersten Post vielleicht so rüber kam.
Ich kann nur von meinem Umfeld sprechen bzw. von den Ärzten mit denen ich zutun hatte.Thema Menstruation:
Die meisten Frauen in meinem Umfeld empfinden ihre Menstruation als sehr lästig. Sie reden nicht gerne darüber, ausser vielleicht über die für sie damit verbundenen Schmerzen.
Es ist etwas, das ganz schnell weg gehen soll, das sie einschränkt und behindert. Und wenn sie es wagen sich in dieser Zeit zurück zu ziehen oder biestig zu sein, haben sie auch noch ein schlechtes Gewissen deswegen.Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Männer manchmal damit sogar weniger Probleme haben. Gerade im Bereich Sexualität. Aber vielleicht liegt diese Erfahrung daran, dass die Männer in meinem Umfeld zu einem großen Teil Wicca, Heiden oder sonstige magisch arbeitende Leute sind, die sich bereits mit dem Thema auseinander gesetzt haben.
Thema Medizin:
Also die männlichen Gynäkologen mit denen ich es bisher zutun hatte, waren alle sehr… wie soll ich das jetzt sagen… hm… nicht unfreundlich, nicht grob. Aber irgendwie immer… hm… jeder wollte mir die Pille aufschwatzen. Wenn ich auch nur im entferntesten an NFP dachte, wurde ich schon ausgelacht. Genau das war es… ich wurde immer wie ein dummes kleines Mädchen behandelt. Und ich empfand es als anmaßend, dass mir ein Kerl sagen wollte, was für mich als Frau am besten ist. Wie ich mich weiblicher fühle. Z.B. wegen meiner Haut.
Ich hatte eine Zeit lang auch eine weibliche Gynäkologin, die war aber genauso. Man hat das Gefühl, sie werden von der Pharmaindustrie gesponsert. Für jede verschriebene Pille gibts einen Bonus oder so.
Es gibt in der ganzheitlichen (feministischen) Frauenheilkunde sehr viel bessere Methoden von Untersuchungen, die für die Patientin angenehmer sind. So ein Gyn-Stuhl ist absolut nicht nötig. Genauso bei der Geburt. Es ist für eine Frau eine Zumutung im Liegen zu gebären, umringt von fremden Menschen, in sterilen, uniformen Klamotten. Im Hocken ist es viel einfacher und nutzt zudem die Schwerkraft. Die Frau wird dadurch einem enormen Stress ausgesetzt, die die Schmerzen bei der Geburt verstärken, da sie verkrampft und nervös ist.
Natürlich geht es manchmal nicht anders. Dann nämlich, wenn Komplikationen zu erwarten sind.
Es gab Zeiten, da war eine gebärende Frau von ihren Schwestern, Freundinnen, Mutter, Tanten, Cousinen umgeben, die ihr beistanden und sie beruhigten.
Aber eine Geburt wird wirklich als Krankheit gesehen, als etwas ekliges das wegzusperren gilt.
Aber es bessert sich. Zumindest ein wenig. Eine gewisse Art von Aufklärung geht durch die Massen. Und auch das Gegenteil davon.Ich habe letzt in einem Forum zu dem Thema den Beitrag einer Frau gelesen, bei der es mich gegruselt hat. Sie sah es als Feminismus, ihr Kind per Kaiserschnitt zu bekommen, zu einem festgelegten Termin, damit ihre Vagnia nicht ausleiert. Das war ihr Argument. Am liebsten hätte sie das Kind vermutlich von einem Roboter austragen lassen, wenn es das schon gäbe. Ja, solche Frauen gibt es auch.
Das ist in meinen Augen kein Feminismus. Das ist nur das Fortführen von patriarchalen Ängsten und Tabus. -
Amala Krähenfeder:
das mit der radikalität seh ich wie du, alexis. mann darf das, während frau unterstellt wird, männerfeindlich, zickig oder sonstwas zu sein.
mich erinnert das wieder an den satz “nicht-dressierte frauen sind für patriarchale menschen häxlich”
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Geisterwesen:
Also was andere Kulturen angeht kann ich nicht mitreden und schließe sie auch jetzt mal aus meiner Meinung aus. Das dort Frauen mehr unterdrückt werden als in der westlichen modernen Welt ist offensichtlich. Stichwort Beschneidung etc.
Aber ich bin auch ein Mensch, der sich mit Menschen umgibt, die keine Probleme mit sowas haben. Objektivität hin oder her. Ich kann für meine kleine Welt nur aus meiner Erfahrung berichten. Weil ich trotzallem finde, das dieses Buch verallgemeinert was in meiner Welt nicht so ist. Sicher hab ich auch schon andere Männer kennengelernt, aber halt nicht unbedingt die Mehrheit. Mag auch sein, das die aus anderen Gründen nicht der Typ Mensch sind, die ich gern näher kenne.
Ich finde daher diese anprangernde Wortwahl des Buches nicht gut. Als gäbe es nur solche Männer und keine ausnahmen. Gut das mag auch an dem 30 Jahre alten Buch liegen, denn wenn ich mir Oswald Kolle Filme anschaue, kann ich auch nur mit dem Kopf schütteln.
Alles klingt so als hätte die Frau die ganze Welt als Feind.@Alexis: Meine erste Gynäkolgin sollte Schlachter werden. Grauenhaft. Nichts vorgewärmt und sehr brutal und ruppig. “Frau K. Sie sagen ja Beschied, wenns weh tut.” *brrrr*
Jetzt bin ich bei einem Mann und alles ist bestens, er schwatzt einem nichts auf und erklärt einem ausführlich die Nebenwirkungen.
So kann es auch gehen. -
Geisterwesen:
Achja und wenn ich mal ein Kind bekomme und nicht wie meine Ma auf Kaiserschnitt angewiesen bin, dann will ich es mit einer Hebamme zu Hause das Kind bekommen. Und der Vater hält gefälligst meine Hand, damit ich sie zerquetschen und ihn verfluchen kann *g*
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LindiPekel:
Hi,
ich wieder
Ehm ich habe auch festgestelt das es mit Mädchen teilweiße echt schwer ist über sowas zu reden, andere Posaunen es wieder laut rum, mache Jungs sind da auch sehr Interresiert und wollen wiessen wie es als Frau ist, aber andere Ekeln sich alleine bei dem Gedanken…Wen man gute Freundinen hat mit denen kann man darüber reden, ich habe einer Freundin nicht selten was erklärt was sie nicht verstand, sie hatte sich nie damit bescheftigt oder erzehlt bekommen was ihm ihrem Körper zu der Zeit der Regel passiert, ich habe es ihr dan eben erklert… Damit sie auch weiß was los ist, das erleichtete ihr den Umgang mit ihrer Regel, ich selber entfinde sie nicht wirklich als Lästig…
ich denke es kommt auch darauf an wie man aufgewackzen ist, ob man al Mädchen nun unter Männern oder nur unter Frauen aufweckst wird da auch noch unterschiede machen (meine Erfahrung)
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iellenithil:
nochmal hallolo!
yep, ich war so busy in letzter zeit, aber langsam wird’s besser… doch das gehört gar nicht hierher
ich hab heute mal n leerlauf genutzt und n büschn was von und über m. daly gelesen. nu ja, du schreibst ja auch, dass das buch ’78 auf den markt kam und ausserdem in den usa und m.d. entstammt ja einer irisch-katholischen einwandererfamilie. sie wird das buch entsprechend ihren erfahrungen geschrieben haben. ich bin ja erst die zweite generation in einer schlesisch-katholischen familie und ich kenne daher den radikalen fundi-katholizismus, dessen sexualmoral und frauenbild einfach mittelalterlich sind. ich kann, glaube ich, ein stück weit nachvollziehen, inwiefern sie das geprägt hat.
diese moral und sichtweise auf frauen hat sich jahrhunderte lang nahezu unverändert gehalten. doch ich finde, gerade in der zweiten hälfte des vergangenen und dem ersten jahrzehnt des aktuellen jahrhunderts hat sich aber eine menge positives getan. jede frau kann 2010 entscheiden wo und wie sie ihr kind zur welt bringt, eine verbannung in op-säle sehe ich z.b. nicht.
gerade in der modernen gynäkologie findet der brückenschlag zu einer natürlichen, individuellen & ganzheitlichen sichtweise statt. ich kenne nur wenige solcher horrorstories.
*klammer auf* zum thema menstruations-artikel. binden fand ich immer unbequem zu tragen, weshalb ich ziemlich schnell zu tampons umgestiegen bin – einfach und unkompliziert. die ersten ein bis zwei mal habe ich die mit ‘rakete’ benutzt, weil ich unsicher war, ob ich das teil auch richtig plaziere. ich hatte mich, bevor ich mit 12 das erste mal meine mens bekam, nicht viel mit meinem innenleben beschäftigt. ich hab dann irgendwann mal gefunden, dass ich keinen bock mehr hab, ständig tampons kaufen zu müssen; und ausserdem: die umwelt, blablabla… da hab ich diesen cup ausprobiert. das war ein totales fiasko, die handhabung erforderte nahezu sportliche höchstleistungen und schmerz-üble verrenkungen, er sass nicht richtig und drückte, darüber hinaus hat er sich unterwegs selbstständig gemacht und ich hab ihn fast verloren. ich bin in den nächsten drogeriemarkt und hab tampons gekauft und den blöden cup auf der toilette direkt weggepfeffert. nee, ich bleib bei tampons. einfach und unkompliziert – ich finde es auch gar nicht schlimm auf der roten welle zu surfen(höchstens manchmal ein wenig unbequem, ob der begleiterscheinungen), aber ich feiere das jetzt auch nicht jeden monat. ich würde sagen, sie ist eine recht positive konstante in meinem leben. allerdings kenne ich niemanden, der durch die benutzung von tampons krank geworden ist, dennoch weiss ich, dass es fälle gibt (steht ja auch in den beipackzetteln). doch das wir reihenweise dran krepieren, sehe ich nicht. *klammer zu*
ich glaube, dass m.d. vor 30 jahren pionierarbeit geleistet hat, die respektiert werden und anerkennung finden sollte – in einem gewissen rahmen. mir persönlich sind einige thesen für die heutige zeit zu radikal. radikalität ist immer weniger was für mich, weil da oft eine un-entspanntheit mitschwingt, die ich persönlich für kontraproduktiv halte. ich befasse mich aus beruflichen gründen mit dem frausein in dieser unserer gesellschaft und kümmere mich gerade um die vom leben gebeutelten. selbstverständlich geht es um themen wie selbstbild, -wert und würde. m.d. wirkt auf mich… hm, vorwurfsvoll und extrem wütend. ich könnte das sogar nachvollziehen und sicherlich halte ich es für gut, mich vor manipulation, z.b. meines selbstbildes zu hüten (und ich versuche auch andere darauf aufmerksam zu machen). doch ich habe gelernt, das wut ‘ein schlechter ratgeber ist’ und jemandem vorwürfe zu machen, selten zu etwas konstruktivem führt. vllt. tu ich mich deswegen mit m.d. schwer. ihre radikalität & vehemenz erscheint mir für die heutige zeit eher unangemessen, weil ich durchaus eine positive entwicklung sehe, welche auch in betracht gezogen werden muss. wir sind aber selbstverständlich mitten drin in einem prozess, der auch weitergeführt werden muss. und natürlich wird er von uns frauen geführt werden (im sinne von anführen, wie auch anleiten).
vollkommen ablehnen muss ich, dass sie die Forderung nach einer reduktion der männer auf 10% der menschlichen rasse für “keine schlechte idee” gehalten haben soll (wenn ich davon ausgehe, dass z.b. wikipedia keinen unsinn schreibt). ich hab unsere brüder nicht abgeschrieben, ich glaube an ihre lern- und entwicklungsfähigkeit. denn ich glaube an deren mütter, schwestern & gefährtinnen…
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centaurea:
zum Thema “Geburt = eklig” fallen mir einige Diskussionen ein, die ich zum Thema Stillen hatte. Ich glaube zwar, dass es wieder mehr “in” geworden ist zu stillen, aber es ist doch unglaublich wie manche sich dagegen wehren. Und ich frage mich: mit welchem plausiblen Grund? Von der Ästhetikfrage mal angesehen (“hilfe- meine Brust könnte danach hängen!”), hab ich da hanebüchene Sachen gehört, die in die Richtung gehen, dass Stillen eklig wäre. Auch von Leuten, die allein den Anblick stillender Frauen eklig finden… Ich denk mir da nur, nackte Titten in der Werbung sind nicht nur ok, sondern sogar gern gesehen. Aber WEHE, wenn die weibliche Brust öffentlich dazu genutzt wird, wofür sie von der Natur gedacht war…
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Bodecea:
Nachtrag – dass das Buch aus einem solchen Hintergrund stammt (geschrieben, als ich ein Kleinkind war, und in einem ganz anderen Milieu als meinem liberalen atheistischen Elternhaus), erklärt natürlich einiges. Aber vieles hat sich, Göttin sei Dank, seit dem verändert.
Ich selbst bin nur einmal eher eine dekonstruktivistische denn eine radikale Feministin, und herumzublubbern, eine “Entseuchung” der Menschheit von den Männer wäre fein:
Question: The proportion of men must be reduced to and maintained at approximately ten percent of the human race. What do you think about this statement?
MD: I think it’s not a bad idea at all. If life is to survive on this planet, there must be a decontamination of the Earth.
ist menschenverachtend, sonst nichts. Wenn MD einen Staat gegründet hätte nach ihren Ideen – da hätte ich nicht leben wollen.
Übrigens – diese gefährlichen Tampons gab es früher mal in den USA, das Problem war, dass sie aus Chemiefasern gemacht wurden, die zu gesundheitlichen Problemen führten. was wir hier heute kaufen, ist aus Baumwolle und unbedenklich.
Ich denke, so ein Bch wie von MD müsste man für hier und heute kritisch durcharbeiten und vieles verwerfen und relativieren.
Bodecea
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Topaz:
Ich habe eure Diskussion hier voller Interesse verfolgt, danke für das Input… ich habe mich durch mein Studium viel mit feministischer Linguistik beschäftigt, und von da kommt man dann natürlich auch schnell in andere Bereiche hinein… ich denke, viele Vorurteile gründen einfach auf Unwissenheit und mangelnde Selbstreflexion. Vieles wird einfach übernommen weil es schon immer so war. Zum Teil ist es aber auch wirklich schwierig, seine Überzeugungen im Alltag umzusetzen, weil man immer wieder auf Widerstände stößt. Glücklicherweise habe ich einen Mann, der sehr “weiblich” denkt und meine Gedanken immer mit großem Interesse wahrnimmt und auch umzusetzen versucht. Ich konnte ihn zum Beispiel von einer Hausgeburt überzeugen, obwohl er große Angst davor hatte (er ist Arzt). Die weiblichen Mitglieder meiner Familie waren alle dagegen, von meiner Oma musst ich mir unglaubliche Vorwürfe anhören, ich sei verantwortungslos usw. Lustigerweise hat mein (männlicher und sehr technisierter) Gynäkologe gar nichts dazu gesagt, obwohl ich von anderen Frauen und meiner Hebamme wusste, dass er findet, die Geburt gehöre in die Hand eines Arztes…! Aber wahrscheinlich hat er gemerkt, dass ich mich da auf keine Diskussion einlasse
Zum Thema Schwangerschaft kann ich euch übrigens ein tolles Buch empfehlen, es heißt “Schwangerschaft – Mythos & Wirklichkeit”. Kein Ratgeber, sondern ein sehr spirituelles Buch mit wundervollen Fotos, bei dem ich immer weinen muss, weil es so genau wiedergibt, was ich auch empfunden habe.
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Amala Krähenfeder:
@ bodecea: ich denke auch, daß vieles, was daly schreibt, nicht losgelöst von ihrer biographie und von der zeit, in der sie es geschrieben hat, betrachtet werden kann bzw. sollte. für mich ist ihr buch “gyn/ökologie” das erste, was ich überhaupt von ihr lese – bin also weder eine daly-expertin noch identifiziere ich mich mit ihr. ich empfinde es nur so, daß vieles, worüber sie vor 30 jahren schrieb, auch heute noch aktuell ist.
daß tampons (auch baumwoll-tampons) kleine rest in der scheide belassen, habe ich jedoch nicht aus dalys buch, sondern aus dem buch “menstruation” von dagmar-margotsdotter-fricke, welches 2000 oder 2004 erschienen ist (weiß es aus dem kopf nicht mehr). tampons sind mmn grundsätzlich also nicht per se unbedenklich.
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2Wölfe:
Es gibt aber auch – für die grün-liebende Frau – die Mooncup. Find ich super, benutze ich seit Jahren.
Und übrigens: Die Pille für den Mann gibt es auch schon seit Jahren. Ich werd mal irgendwann googlen, wie das Präparat heißt. Das es kein echter Kerl nimmt (oder das zugibt) ist nochmal eine andere Sache…
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2Wölfe:
Okay, ich muß mich korrigieren – die Forschung wurde irgendwann eingestellt, jetzt aber wohl wieder aufgenommen und laut diesem
http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4414229,00.html
Artikel soll die Männerpille in 2 Jahren auf dem Markt sein.Das eigentlich interessante ist, daß ich selbst beim Lesen mich geschüttelt habe bei dem Gedanken, einem Mann so etwas anzutun. Und dann gedacht habe: Na toll, was tust Du Dir denn selber schon seit Jahren an? Das Implanon. Ganz toll. Und ich kann es auch nicht erwarten, das Ding loszuwerden. Aber welche echte Verhütungsalternative gibt es schon, wenn die Regel nicht regel-mäßig kommt, sondern wann sie will?
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centaurea:
@ 2Wölfe:
das ist ja der Hohn- es wird behauptet, dass
es ja sooooooo viele Verhütungsmethoden gibt… JAAAja und davon sind ca. 90 % hormonabsiert, alles klar. -
Norwiga Kunna:
Den Göttern sei Dank, habe ich mich nach meiner dritten Schwangerschaft jetzt gegen die Pille entschieden. Sie macht mich fett, meine Libido läßt extrem nach und ich bin noch launischer als ich’s eh schon bin *lach*
Im mOment verhüten wir mit Kondom, sparen aber auf einen operativen Eingriff bei meinem Mann. Er hat damit kein Problem, sich um die Verhütung zu kümmern und das Mens-Blut hat für ihn auch nix negatives ans sich. Er war bei allen Geburten dabei und hat auch keine Scheumich zu berühren, wenn ich blute. *gg*Was die Vorsorgeuntersuchungen betrifft, bin ich mit einer super Ärztin gesegnet. Sie nimmt sich Zeit, ist furchtbar lieb und vorsichtig. Auch fühle ich mich bei ihr nicht als Opfer. Ich kann sagen, daß ich gerne zur Vorsorge gehe.
Liebe Grüße
Norwiga