:: Weihnachtsmarkt aus RollstuhlPerspektive ::
Gestern waren wir in Speyer auf dem Weihnachtsmarkt. Nachdem ich ja jetzt ein LandEi bin und nur selten in eine größere Stadt komme, ist es immer wieder faszinierend, wie wuselig es dort ist. Allerdings empfinde ich es dort als ziemlich relaxed, sogar wenn viel los ist. Vorbildlich finde ich die Stadt auch in Sachen Barrierefreiheit. Viele Geschäfte haben entweder direkt eine Rampe montiert, können eine solche in wenigen Sekunden an ihre Treppenstufe(n) anlegen oder verfügen, wenn sie zur Einkaufsstraße hinaus nur eine Treppe haben, über einen rolligeeigneten Seiteneingang. Und viele günstig gelegene Behindertenparkplätze gibt’s auch (die lobenswerterweise auch nicht von Nichtbehinderten zugeparkt werden). Drei Daumen hoch!
Am Nachmittag war der Weihnachtsmarkt mäßig besucht. Bunte Lichter, die trötenden Hupen des Kinderkarussells und eine wilde Duftwolke nach Bratwurst, Paradiesäpfeln und Lebkuchen begleiteten uns auf unserem Weg die Stände entlang.

Das Bild zeigt eigentlich ganz gut meine Perspektive aus dem Rollstuhl heraus. Ja, nach ner Stunde Weihnachtsmarkt hat man definitiv Nackenschmerzen
Das einzige Manko in Sachen Barrierefreiheit waren Kabelabdeckungen, die für Rollis und Kinderwagen doch sehr steil waren, aber meist konnte man diese ganz gut umfahren, indem man einen anderen Weg nahm.
Zufälligerweise bin ich über einen Laden “gestolpert”, der mir noch nie aufgefallen ist, obwohl ich schon so oft an ihm vorbeigegurkt bin, nämlich ein Klamottengeschäft für große Größen. Dort hat mein persönliches Weihnachtswunder stattgefunden, ich hab nämlich auf Anhieb eine passende, superbequeme und warme Hose gefunden. Woar. War auch bitternötig! Auf dem Nachhauseweg haben wir bei einem Hofverkauf gehalten und Spitzkohl, Pastinaken und hausgemachte Bärlauchnudeln eingekauft. Obwohl ich schon über ein halbes Jahr hier lebe, staune ich immer wieder darüber, wie stark sich die Gemüse, die man hier bekommt, von denen, die in Wuppertal im Supermarkt angeboten werden, unterscheiden. Sowas Gutes hat man da einfach nicht kaufen können.
Heute wird mein Schattenbuch für die nächsten drei Monate zu mir zurückkehren. Ich bin schon sehr gespannt auf die bisherigen Einträge von Feuerseele und Corvina – und ich freue mich, daß es während der dunklen Zeit und der Rauhnächte bei mir ist.
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