schlampengoettin.de

Archiv: Samstag, 26. Dezember 2009

:: Veränderungen ::

Die blogfreien Tage waren über weite Strecken komplett internetfrei. Ich habe die Zeit genutzt, um darüber nachzudenken, was mir mein Blog bedeutet, ob ich es weiterführen will (da ich das hier schreibe, ist es kein Geheimnis: die Antwortet lautet ja) und auf welche Weise.

Die letzte Frage beantworte ich zuerst. Als ich mein Blog begonnen habe, war mir selbst nicht so ganz klar, über welche Inhalte ich schreiben wollte. Ja, es sollte schon persönlich sein, aber kein Seelenstrip. Ich bezweifle, daß ich diesem meinem Anspruch immer genügt habe. Nun habe ich direkt eine Konsequenz daraus gezogen und rund 200 Artikel, die bislang öffentlich waren, gesperrt. Die Unterseiten “Amala”, “Wunschzettel”, “Vorlieben & Abneigungen” und “Wanna Do” habe ich gelöscht. Mein Blog hat täglich zwischen 250 und 300 Leser – und damit verändert sich unweigerlich die Rezeption, die es erfährt. Anfangs war es möglich, über sehr persönliche Dinge zu schreiben, weil nur eine handvoll Menschen hier mitlas. Das ist jetzt anders. Mein Leben ist nichts Öffentliches. Wenn ich mein Blog nun durchbrowse, kommt es mir fast wie eines von vielen unpersönlichen Näh- oder Tauschblogs vor. Ob ich das auf Dauer so betreiben will, ist bereits jetzt für mich fraglich. Als mein Tagebuch mag ich es nur bedingt betrachten, denn dafür fühle ich mich Papier deutlich mehr verbunden als einem virtuellen Blog.

Was bedeutet mir mein Blog also? Es ist eines von verschiedenen Fenstern zur Welt für mich. Wie es bei Fenstern eben so ist, kann man es auch verdunkeln (indem man Artikel sperrt oder durch ein Paßwort schützt) oder eben schließen. Die Erfahrung, mich ein paar Tage konsequent aus meinem eigenen Blog fernzuhalten, hat mir gutgetan. Sie hat mir deutlich gemacht, daß mein Blog definitiv Teil meines Lebens ist, aber daß ich nicht will, daß der falsche Eindruck entsteht, die “anonyme Masse” hätte einen exklusiven Zugang zu mir. Diesen gab es hier definitiv niemals und den wird es auch in Zukunft nicht geben. Um diese Illusion zu vernichten, habe ich eben vieles für die Öffentlichkeit unzugänglich gemacht. Mein Blog war und ist außerdem Teil meines persönlichen Netzwerks. Ich bin zu bequem und auch zu desinteressiert für Seiten wie wkw & Co., und mein Online-Tagebuch macht es mir in dieser Hinsicht einfach. Ich hoffe, daß das auch durch veränderten Content erhalten bleibt.

In den letzten anderthalb Jahren habe ich viel Zeit und Energie in meine Blog-Artikel gesteckt und ich habe trotz meiner Tendenz, mit anderen aneinanderzurasseln, das gute Gefühl, es sei nicht umsonst oder vergeblich gewesen. Und obendrein hat es mir ja auch Spaß gemacht, vor allem wenn ich ein Feedback bekam. Zur Zeit fühlt es sich für mich jedoch nicht mehr stimmig an, so viel Zeit und Energie hier (und auch in diversen Internetforen) anzubringen, denn beides fehlt mir dann an anderen wichtigen Stellen. Ob sich das wieder ändert, kann ich noch nicht absehen – wird sich zeigen.

Unterm Strich heißt das: ich möchte, daß mein Blog erhalten bleibt und ich möchte es weiterführen, werde mir aber in Zukunft genauer überlegen, was ich schreibe und ob ich die Zeit und Energie wirklich gern gebe.

Ja, und noch etwas: ich habe den Papierkorb entdeckt. Und werde ihn benutzen.

Amala Krähenfeder, 26.12.2009, 16:39 | Abgelegt unter: Blogkram | RSS 2.0 | TB | 5 Kommentare
schlampengoettin.de läuft unter Wordpress 3.3.1
Anpassung und Design: Gabis WordPress-Templates, Weazel