schlampengoettin.de

Archiv: Sonntag, 6. Dezember 2009

:: Drei Milliarden 64 Millionen ::

Heute lese ich in “Starke Mütter verändern die Welt” von Kristen Armbruster: “Die norwegische Akademie der Wissenschaften hat errechnet: seit dem Jahr 3600 v.u.Z. bis heute fanden insgesamt 14513 Kriege statt. Dabei gab es drei Milliarden 64 Millionen Tote. [...] (Wollenschläger, zit. in Wolf: “Was war vor den Pharaonen?”, S.19)”.

Ich habe einem Kind das Leben geschenkt. Es kostet viel Zeit und erfordert eine Menge Achtsamkeit, Umsichtigkeit und vor allem Liebe, mein Kind aufzuziehen, es zu nähren, zu trösten, zu versorgen, zu fördern. Wie viele Mütter stehen hinter drei Milliarden 64 Millionen Kriegstoten und ungezählten Kriegsopfern, die vergewaltigt, mißhandelt, enteignet, entwürdigt, gefoltert, vertrieben und verletzt wurden und weiterhin werden? Was muten die Kriegsherren uns Müttern eigentlich zu!? Wenn es grad mal wieder in deren Pläne hineinpaßt, werden wir hochstilisiert als Produzentinnen des neuen Kanonenfutters und ansonsten wird uns das weggenommen, was wir lieben, was wir gehegt und gepflegt haben. Vielmehr noch, uns wird Verachtung zuteil, weil wir ja so schwach und hilfsbedürftig sind, nicht lebensfähig ohne die Männer, die seit mehreren tausend Jahren alles daran gesetzt haben, uns so klein und abhängig zu bekommen und zu halten. Und wenn eine wagt, ihren Mund aufzutun, dann wird sie gleich eine Spinnerin geschmipft, eine Kampfemanze, eine Männerhasserin, die sich in Hirngespinnsten von einer gewaltfreien Gesellschaft ergeht. Damit soll sie mundtot gemacht werden. Oh Mutter! Da muß eine ja ver-rückt werden!

“Matriarchat – aha! Da wollt ihr Frauen also mal den Spieß umdrehen und uns Männer unterdrücken!” wird einer da entgegengeschleudert. Und während mein Gegenüber sich diebisch darüber freut, so unglaublich scharfsinnig mein eigentliches Anliegen hinter meinen Worten von Konsensgesellschaft und Gewaltfreiheit entlarvt zu haben, werde ich ganz stumm und ziehe mich in mich selbst zurück und frage mich, ob der sich denn wirklich nur eine Gesellschaft denken kann, in der irgendwer irgendwen unterdrückt und be-herr-scht? Sind wir denn unfähig geworden, Frieden zu leben?

Ich schaue mir die Gestalten an, die erst kürzlich gewählt wurden, das Volk zu vertreten. Die professionellen, gutbezahlten Augenwischer. Es ist bestimmt gar nicht so einfach, dem Volk weiszumachen, man würde alles zu seinem Wohl tun, während man damit beschäftigt ist, die Menschen und das Land krankzumachen mit der Lüge von unbegrenztem Wachstum, vom unbegrenzten Vorhandensein von Energie. Glaub ja nicht, es wäre nicht genug Geld da, um unsere Kinder satt zu bekommen, um gute Schulen, ein faires Gesundheitssystem und eine Ökonomie des Friedens zu installieren! Das Geld ist da, aber es wandert in die Rüstung, in die Erforschung weiterer unheilbringender Massenvernichtungswaffen, in die Lagerung von atomaren Abfällen oder wird für unnützes Zeug auf den Kopf gehauen. Ja, und da es so gemacht wird, ist natürlich kein Geld da für die Dinge, die das Leben braucht und die es zum Leben braucht. Stell Dir nur mal vor, die 68.000 €, die die letzte Regierung kurz vor ihrer Abdankung für neue Luxusschreibgeräte ausgegeben hat, hätte man für was Sinnvolles verwendet. Shame on you! Und wer hat die eigentlich gewählt!? War das Absicht?

Oh Mutter! In mir bricht sich Zorn Bahn, den ich als gutes, braves Mädchen nicht fühlen durfte. Es heißt: Mädchen, die pfeifen, und Hühnern, die kräh’n, soll Mann beizeitigen den Hals umdreh’n. Aber ich lasse mir den Hals nicht so einfach umdrehen, lasse mir den Mund nicht mehr verbieten. Ich will auch nicht mehr brav und höflich sein. Ich will meinen Zorn kultivieren, damit er diese ganzen Lügen hinwegfegt, diesen ganzen kranken Mist aus meinen Adern rausspült. Ich will mich nicht mehr mit Fernsehen und Konsum unter- / unten halten lassen. Ich will wach sein und ich will meine Stimme wiederfinden und gebrauchen.

Amala Krähenfeder, 06.12.2009, 22:53 | Abgelegt unter: Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

:: Nikolaustag ::

Am Morgen mußte ich zuerst mit Linus danach gucken, ob der Nikolaus denn auch die Kekse und die Milch verputzt hat, die wir ihm in den Wintergarten gestellt hatten. Hat er. Sogar die Möhre für sein treues Rentier war bis auf einen Stummel aufgeknabbert. Dann erst durften wir unsere Strümpfe leeren. Müssen wir brav gewesen sein :mrgreen: Ich finde es immer sooo klasse, wenn die Familie nach dem Auspacken bei Tee und Frühstück zusammensitzt und jeder davon überzeugt ist, das beste Geschenk von allen bekommen zu haben *kicher* Mir hat der Nikolaus dieses Jahr ein Buch, ein Denkspiel und zwei Tüten voller Süßigkeiten gebracht. Auf daß mir die neue Hose bald nicht mehr passe!

Direkt im Anschluß ans Frühstück sind wir auf den Weihnachtsmarkt in einem Nachbardorf gefahren. Schööööön! Es gab natürlich eine Menge Stände mit Glühwein, Punsch und Fressalien, aber eben nicht nur. Und die meisten der Verkaufsstände boten Handarbeiten und Hausgemachtes feil. Bevor es wieder nach Hause ging, haben wir noch einen Abstecher zum Michelsberrig gemacht. Der Berg verzaubert mich immer wieder…

Heute durfte ich auch das Päckel von Grittli öffnen, das mir der Nikolaus schon vor ein paar Tagen gebracht hat: einen wunderschönen Taschenbaumler in “meinen” Farben, eine total liebe Karte und eine Schachtel mit laktose- und backtriebmittelfreien Mandelhörnchen (allein für die verdient Grittli einen Orden und gehört auf’s Ehrentreppchen ;) ). Vielen Dank, ich freue mich total!

nikolauswichteln

Und jetzt gerade höre ich meinen Männern zu, die in der Küche Brotteig kneten und Essen kochen, lasse mich von Luna anschmusen und freue mich auf einen gemütlichen Abend bei Tee und einem Stückchen ganz besonderen Apfelkuchen.

Wie war Dein Nikolaustag?

Amala Krähenfeder, 06.12.2009, 17:17 | Abgelegt unter: FamilienLeben,Täusche | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar
schlampengoettin.de läuft unter Wordpress 3.3.1
Anpassung und Design: Gabis WordPress-Templates, Weazel