Archiv: Dezember 2009
:: JahresEndStöckchen ::
…drei Stunden vor Jahresende wird’s Zeit. Gemopst bei Feona.
Vorherrschendes Gefühl für 2009? Erst aufbrechen, dann ankommen.
2009 zum ersten Mal gemacht? Kein Blatt vor den Mund genommen.
2009 nach langer Zeit wieder getan? Gebadet.
2009 leider gar nicht getan? Gestrickt.
Wort des Jahres? Matrivival.
Zu- oder abgenommen? Abgenommen
Stadt des Jahres? Waghäusel.
Alkoholexzesse? Hier und da ein Mon Chérie. Hat gereicht.
Davon gekotzt? Nö.
Haare länger oder kürzer? Kürzer.
Kurz- oder weitsichtiger? Weitsichtiger.
Mehr oder weniger ausgegeben? Weniger.
Höchste Handyrechnung? Um die 3 €. Ich hasse telefonieren.
Krankenhausbesuche? Nope.
Verliebt? Sehr.
Getränk des Jahres? Darjeeling mit Kandis und Sahne. Wiesentaler Wasser.
Essen des Jahres? Tofu in Erdnußsauce. Soja”ente”. Tofu”fisch”. Lots of soy.
Most called persons? Niemand. Ich hasse telefonieren wirklich.
Die schönste Zeit verbracht mit? Meiner Familie. Mir selbst.
Die meiste Zeit verbracht mit? Mir selbst.
Song des Jahres? Hab ich nicht, aber Tool ist meine Band des Jahres.
CD des Jahres? Aenima von Tool.
Buch des Jahres? “Starke Mütter verändern die Welt” von Kirsten Armbruster. Und “Die zwölf wilden Schwäne” von Starhawk / Valentine.
Film des Jahres? Da gab’s keinen, der mich bewegt hat.
Konzert des Jahres? Auf keinem gewesen.
TV-Serie des Jahres? Sowas guck ich auch nicht.
Erkenntnis des Jahres? Die Mitte jeden Quilts ist endlich.
Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können: Schmerzen, Schmerzen, Schmerzen.
Nachbar des Jahres? Rechts neben uns. Die sind einfach süß.
Beste Idee / Entscheidung des Jahres: “ich mache das jetzt einfach!”.
Schlimmstes Ereignis? Ja, gab’s auch.
Schönstes Ereignis? Der Umzug.
2009 mit einem zwei Worten? Es wyrd.
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch!
:: Warum ausgerechnet Kräuter? ::
Ich war vielleicht fünf oder sechs Jahre alt, als ich den Gewürzschrank meiner Mutter erreichen konnte, wenn ich mir einen unserer Klappstühle heranzog. Wacklige Angelegenheit, aber ein zielstrebiges Kind schafft ja alles (und hat eine ganze Horde Schutzengel, natürlich). Von diesem Schränkchen ging ein seltsam-verheißungsvoller Duft aus, eine wilde Mischung aus Salbei, Pfeffer, Vanille und einigen anderen Kräutern und Gewürzen mehr, die ich nicht benennen konnte. Ich nahm ein Döschen nach dem anderen zur Hand, öffnete es und schnupperte daran. Manche Düfte fand ich zu bitter oder zu scharf, andere nichtssagend, aber manche lösten in mir wilde Assoziationen aus – übrigens weniger zu Gerichten, die meine Mutter zu kochen pflegte. Vielmehr schickten sie mich auf Reisen an Orte, die ich gar nicht kannte, die mir aber trotzdem vertraut schienen.
Meine Mutter war geduldig. Sie setzte mir einen großen Topf Wasser auf den Herd und während dieser vor sich hinblubberte, durfte ich Gewürze und Kräuter hineingeben, umrühren, schnuppern. Nachdem der halbe Gewürzschrank darin landete, war es ein echtes Hexengebräu und roch schaurig – aber spannend. Rückblickend würde ich sie gern fragen “sag mal, wieso hast du mir das erlaubt? Die Sachen müssen doch wirklich teuer gewesen sein”. Aber wahrscheinlich kenne ich die Antwort schon: weil es wichtig war. Diese Erfahrung war wichtig für mich und sie hat mich geprägt.
Später wollte ich dann Botanikerin werden – ich wußte zwar nicht genau, was das sein sollte, aber es hatte was mit Pflanzen zu tun und das genügte mir. Ich lerne die lateinischen Namen sämtlicher Pflanzen aus einem Buch auswendig und nervte meine Biolehrerin damit, daß ich wußte, was Angiospermen sind, und sie nicht. Irgendwann kamen wir mal auf die Erbsen des Herrn Mendelsohn zu sprechen. Pflanzliches Erbgut zu verändern, schien mir Gaukelei, schwarze Magie. Es stand im krassen Gegensatz zu dem, was ich empfand, was sich mir offenbarte, wenn ich mit den Kräutern umging. Was mit dem Mönch begann, nimmt heute komplett absurde Formen an. Genverändertes Saatgut, das Pflanzen hervorbringt, deren Samen nicht keimen. Multiresistente Pflanzen, die nicht-genveränderte Pflanzen infiltrieren und verändern – mit welchem Ergebnis, wissen wir nicht. Wir wissen ja nicht mal, was passiert, wenn wir von diesen veränderten, schwarzmagischen Pflanzen essen… Was steckt dahinter, wem nutzt das? Natürlich nutzt es machtbesessenen, geldgeilen Menschen, die an der Spitze von Konzernen stehen, die Pflanzen manipulieren, die grobfahrlässig in die Schöpfung von Mutter Erde eingreifen. Ich frage mich, wie sich diese Menschen wohl fühlen, deren Reichtum auf dem Leid unzähliger Kleinbauern fußt. Ich vermute, großartig. Und wenn erst alle Kleinbauern und Landwirte weltweit von ihrem widernatürlichen Saatgut abhängig sind, dann geht’s denen wohl noch besser. Besonders interessant fand ich die Erkenntnisse eines Landwirts aus den USA, der seinen Rindern genveränderte Pflanzen fütterte. Wenige Monate nach der Futterumstellung wurden seine Kühe unfruchtbar. Er stellte das Futter erneut um, nämlich auf nicht-manipulierte Pflanzen. Wer rät, was passiert ist? [Das komplette Video gibt's in mehreren Teilen hier zu sehen]
Parallel zur Öffnung des (meiner Ansicht nach eh nur fiktionalen) Marktes für genmanipulierte Pflanzen passiert etwas sehr Erschreckendes: Angst vor Wildpflanzen entsteht. Ja, klar haben fromme Menschen schon seit vielen Jahren die gar schröcklichen psychoaktiven “Hexenpflanzen” gejagt und niedergetreten, wo immer sie sie fanden, aber ich spreche von einer Angst vor dem Kräutlein, das am Wegrand wächst oder im nicht-totgespritzten Garten. Besonders skurril war eine Begegnung, die ich mit meinem Sohn im Sommer hatte. Das Kind sitzt an einem Feldrand, rupft gedankenverloren und selbstzufrieden Spitzwegerich, Wiesensalbei und Löwenzahn, wobei hin und wieder ein Blättchen dessen, was er einwandfrei bestimmen kann, in den Mund wandert. Eine aufgebrachte Radfahrerin hält mit quietschenden Reifen neben uns. Wie ich denn sowas zulassen kann – daß mein Kind diese Unkräuter essen darf?! Ich war zu perplex für eine Antwort.
Ich glaube, Pflanzen suchen unsere Nähe. Diejenigen, die versuchen, einen englischen Rasen zu kultivieren, werden das aus leidvoller Erfahrung bestätigen können. Pflanzen folgen dem Menschen, bieten sich dar, wollen Kontakt. Unsere großen, großartigen Nährerinnen, unsere fürsorglichen Mütter. Je mehr du diese Nähe, diese Liebesbeziehung zuläßt, je offener du wirst, desto öfter werden dich die Pflanzen besuchen und manchmal auch rufen. Pflanzen lehren uns: alles, was du brauchst, ist direkt hier. Wir vergessen das zu oft. Wir sind zu abhängig von der Pharmaindustrie geworden. Vitamintabletten statt gesunder Ernährung, Antibiotika statt Inhalationen.
Kirsten Armbruster schreibt in ihrem wunderbaren Buch “Starke Mütter verändern die Welt”, daß wir in einer Mangelgesellschaft leben. Wir haben immer weniger von allem. Weniger Vielfalt, weniger Auswahl. Das trifft nicht nur auf Kinder, Arbeitsplätze und Perspektiven zu, sondern auch auf Pflanzen und Kräuter. Viele alte Gemüse gibt’s einfach nicht mehr – sie waren zu bitter, zu langweilig, als “arme Leute”-Essen verpöhnt. Viele (Feld-)Früchte werden vernichtet, weil man sie dem Verbraucher (wer ist eigentlich der Verbraucher? Du oder ich oder – ?) angeblich nicht zumuten kann. Der Verbraucher kauft eben am liebsten Obst und Gemüse, das einer DIN-Norm entspricht. Gerade heute kamen wir an mehreren Feldern vorbei, auf denen Pastinaken und Karotten lagen. Sie waren “zu klein” und wurden untergepflügt. Ja, die Natur läßt nichts verkommen und die Erde freut sich. Aber der Erde hätten auch die Blätter dieser Wurzelgemüse gereicht und es gibt hier in der Region Menschen, die dankbar über das Gemüse gewesen wären.
Wenn ich mit Kräutern arbeite, wenn ich Tees und Gewürze mische, dann geht mir das Herz auf. Das ist Vielfalt, das ist Lebendigkeit. Ich empfinde eine tiefe Liebe zu den Pflanzen und mit ihnen zu kommunizieren, fällt mir leicht. Nicht selten kommt es inzwischen vor, daß ich bei einem Zipperlein auf genau das Kräutlein stoße (gestoßen werde), das ich brauche: durch einen Traum, durch ein Wort, das ich plötzlich im Kopf habe, durch das, was ich direkt vor mir habe. Ich weiß dann, daß ich geliebt und getragen bin. Ich fühle mich geborgen.
Darum Kräuter.
:: KTF-Adventskalender, 4. Woche & letzte Täusche in 2009 ::
An den letzten Tagen meines Adventskalenders hatte ich die folgenden Sachen darin:
- ein Halsreif mir Filzblüte
- ein Paar passende Ohrringe
- zwei Schlüsselanhänger
- ein paar Armstulpen (in natura violetter)
Vielen Dank, liebe Uli!
Mit Topaz habe ich ein herrliches Revontuli-Tuch gegen ein Teepaket ihrer Wahl getauscht (welches sie im Januar von mir erhalten wird):
Ist das nicht umwerfend schön? <3
Und mit Sturmblogger habe ich ebenfalls nochmal getauscht: das kleine Ilex-Patchwork-Deckchen gegen diesen gehäkelten Loop (der sich nur schwer für’s Photo einfangen ließ, aber wunderbar kuschlig und warm ist):
Vielen Dank auch Euch beiden!
:: Veränderungen ::
Die blogfreien Tage waren über weite Strecken komplett internetfrei. Ich habe die Zeit genutzt, um darüber nachzudenken, was mir mein Blog bedeutet, ob ich es weiterführen will (da ich das hier schreibe, ist es kein Geheimnis: die Antwortet lautet ja) und auf welche Weise.
Die letzte Frage beantworte ich zuerst. Als ich mein Blog begonnen habe, war mir selbst nicht so ganz klar, über welche Inhalte ich schreiben wollte. Ja, es sollte schon persönlich sein, aber kein Seelenstrip. Ich bezweifle, daß ich diesem meinem Anspruch immer genügt habe. Nun habe ich direkt eine Konsequenz daraus gezogen und rund 200 Artikel, die bislang öffentlich waren, gesperrt. Die Unterseiten “Amala”, “Wunschzettel”, “Vorlieben & Abneigungen” und “Wanna Do” habe ich gelöscht. Mein Blog hat täglich zwischen 250 und 300 Leser – und damit verändert sich unweigerlich die Rezeption, die es erfährt. Anfangs war es möglich, über sehr persönliche Dinge zu schreiben, weil nur eine handvoll Menschen hier mitlas. Das ist jetzt anders. Mein Leben ist nichts Öffentliches. Wenn ich mein Blog nun durchbrowse, kommt es mir fast wie eines von vielen unpersönlichen Näh- oder Tauschblogs vor. Ob ich das auf Dauer so betreiben will, ist bereits jetzt für mich fraglich. Als mein Tagebuch mag ich es nur bedingt betrachten, denn dafür fühle ich mich Papier deutlich mehr verbunden als einem virtuellen Blog.
Was bedeutet mir mein Blog also? Es ist eines von verschiedenen Fenstern zur Welt für mich. Wie es bei Fenstern eben so ist, kann man es auch verdunkeln (indem man Artikel sperrt oder durch ein Paßwort schützt) oder eben schließen. Die Erfahrung, mich ein paar Tage konsequent aus meinem eigenen Blog fernzuhalten, hat mir gutgetan. Sie hat mir deutlich gemacht, daß mein Blog definitiv Teil meines Lebens ist, aber daß ich nicht will, daß der falsche Eindruck entsteht, die “anonyme Masse” hätte einen exklusiven Zugang zu mir. Diesen gab es hier definitiv niemals und den wird es auch in Zukunft nicht geben. Um diese Illusion zu vernichten, habe ich eben vieles für die Öffentlichkeit unzugänglich gemacht. Mein Blog war und ist außerdem Teil meines persönlichen Netzwerks. Ich bin zu bequem und auch zu desinteressiert für Seiten wie wkw & Co., und mein Online-Tagebuch macht es mir in dieser Hinsicht einfach. Ich hoffe, daß das auch durch veränderten Content erhalten bleibt.
In den letzten anderthalb Jahren habe ich viel Zeit und Energie in meine Blog-Artikel gesteckt und ich habe trotz meiner Tendenz, mit anderen aneinanderzurasseln, das gute Gefühl, es sei nicht umsonst oder vergeblich gewesen. Und obendrein hat es mir ja auch Spaß gemacht, vor allem wenn ich ein Feedback bekam. Zur Zeit fühlt es sich für mich jedoch nicht mehr stimmig an, so viel Zeit und Energie hier (und auch in diversen Internetforen) anzubringen, denn beides fehlt mir dann an anderen wichtigen Stellen. Ob sich das wieder ändert, kann ich noch nicht absehen – wird sich zeigen.
Unterm Strich heißt das: ich möchte, daß mein Blog erhalten bleibt und ich möchte es weiterführen, werde mir aber in Zukunft genauer überlegen, was ich schreibe und ob ich die Zeit und Energie wirklich gern gebe.
Ja, und noch etwas: ich habe den Papierkorb entdeckt. Und werde ihn benutzen.
:: Closed ::
In den letzten Wochen hat mich das Internet einfach nur frustriert. Daß wir hier indirekte Kommunikation betreiben, in der wichtige Informationen durch das Fehlen von Gestik, Mimik, Stimmtimbre und Co. nicht vermittelt werden können, ist mir klar. Aber es nervt mich, wenn Kommunikation durch den offensichtlichen Unwillen meiner Gesprächs”partner”, präzise zu lesen und sich präzise mitzuteilen, unmöglich gemacht wird. Es nervt mich, wenn ich mit Totschlagargumenten mundtot oder lächerlich gemacht bzw. als inkompetent hingestellt werden soll. Es langweilt mich inzwischen ziemlich, als (Achtung, das sind Zitate!) “frustrierte Zicke”, “Männerhasserin”, “Christenhasserin” und anderes betitelt zu werden, nur weil o.g. Gesprächs”partner” keinen Bock auf eine echte Diskussion haben oder zu einer solchen nicht fähig sind.
Zur Zeit fühlt es sich für mich so an, als könnte ich nicht mal über Schneefall schreiben, ohne daß sich direkt irgendwer (oder irgendwer stellvertretend für irgendwen anders) von mir auf die Zehen getreten, provoziert, diskriminiert oder sonstwie unangenehm berührt fühlt. Vielleicht bringen die Themen, die ich in meinem Blog und gelegentlich auch in Foren anschneide, es eben mit sich, daß ich nicht mit jederman Liebkind bin.
Ich werde darüber nachdenken, ob ich mein Blog weiterführen möchte. Und falls ja, auf welche Weise. Ich habe keine Lust, daß die Schlampengöttin fortan nur noch für sweet-but-rubbish-Content herhalten muß, denn das würde mich auf Dauer sicher nicht befriedigen. Umgekehrt habe ich nicht den Anspruch, meine Lesern nur noch zu stressen.
Hier ist erstmal dicht.
:: Weihnachten….hier ::
Heute Nachmittag sind mein Mann und ich in einer wichtigen Mission aufgebrochen: Äpfel kaufen. Als ich noch in Wuppertal gelebt habe, hätte ich wohl nie gedacht, daß es so kompliziert sein könnte, ein bißchen Obst einzukaufen, aber damals kannte ich auch nur das, was es eben in einem städtischen Supermarkt so gibt, nämlich Obst, das zig Normwerten entspricht, wie auf dem Ei gepellt ausschaut – und das garantiert unreif oder geschmacksneutral verkauft wird.
Im September hatte ich sozusagen meine Apfel-Erleuchtung. Auf dem Heimweg aus dem Elsass haben wir bei einem Obstbauern in der Pfalz einen Sack voller kleiner, keinen Normwerten entsprechenden Äpfel gekauft. Glückseligkeit! So gute Äpfel hatte ich in 32 Lebensjahren noch nicht gegessen. Neulich dann hat mein Mann eine Kiste mitgebracht, die er von einem Zusammenschluß von Obstbauern in der näheren Umgebung erstanden hat. Enttäuschend. Für die Sorte viel zu säurehaltig, kein bißchen mürbe, einfach nur sauer und fad. Um das Obst nicht wegwerfen zu müssen, habe ich daraus Apfelkuchen mit Dinkel-Mürbeteig, Haselnußmarzipan, Vanillepudding und diversen Gewürzen gebacken und einen riesigen Topf Mus werde ich aus dem Rest auch noch kochen.
Aber trotzdem wollte ich Äpfel haben, von denen man auch spät am Abend einen essen kann, ohne direkt Sodbrennen zu bekommen. Daher also unser Ausflug heute. In der Südpfalz gibt es Orte, an denen alle zwei Meter Verkaufsstände aufgebaut sind. Hier bekommt man Obst und Gemüse direkt vom Erzeuger. Und ich bin ehrlich: nicht einmal die Öko-Sachen waren in der Stadt von so guter Qualität. Heute haben wir einen Obstbaumeister gefunden, auf dessen Hof neben Äpfeln auch Birnen, Mirbellen, Pfirsiche, Himbeeren und allerlei mehr angebaut wird [und wenn im Mai die Pfirsichsaison begonnen hat, werde ich ihn spätestens erneut heimsuchen und dann Pfirsichmarmelade einkochen, bis mein Vorratsschrank platzt...]. Wir hatten ein sehr nettes Gespräch über seinen Hof und seine Produkte und am Ende verließen wir ihn mit 6 Kilo Äpfeln im Gepäck.
Einen Teil davon haben wir nun an unseren wunderbar nach Harz duftenden Tannenbaum gehängt – nach den Feiertagen wird er geplündert und ich werde dann wohl nochmal so einen Kuchen backen. Und den anderen Teil esse ich direkt. Kein Wunder, daß die nordischen Götter durch Äpfel verjüngt werden. Irgendwie hat mir diese Apfel-Odyssee ins Gedächtnis gerufen, wie wichtig diese Frucht für unsere Vorfahren war, als Vitamin-C-Quelle, die einen gesund durch den langen, dunklen Winter brachte.
Auf dem Rückweg sind wir durch Kandel gekommen, wo an den Adventswochenenden “Christkindlesmarkt” ist. Es war komplett leichtsinnig, diesen Markt bei gefühlten -15° C ohne Schlupfsack und Sitzkissen zu besuchen (das lag nämlich beides wohlverstaut auf der warmen Ofenbank daheim…) und ich habe auch nur 10 Minuten ausgehalten. Aber es war so wunderschön….das meine ich, wenn ich an Weihnachtsmarkt denke. Viele Handarbeiten bzw. handwerklich hergestellte Sachen (Töpferwaren, Genähtes, Krippen + Figuren, Gestricktes, außergewöhnliche Dekorationen, hausgemachte (Kartoffel)Lebkuchen und vieles mehr), kaum Freß- oder Glühweinbuden, nicht so überlaufen, nicht so kommerziell – und dazu die gemütliche Altstadtatmosphäre zwischen dem Katzenkopfpflaster und den prächtigen Fachwerkhäusern. Einfach umwerfend. Ich hätte gern Photos mitgebracht, aber mir sind ehrlich die Finger abgefroren.
Und jetzt sitze ich auf meinem Kuschelsessel vor dem Kamin, in dem die Scheite knackend zu Glut zerfallen, auf meinen Füßen schlummert Luna und einen großen Pott Tee samt Apfelkuchen habe ich gerade eben auch noch verdrückt. Es duftet nach Holzfeuer, Harz, Äpfeln, geriebener Zitronenschale, Muskatblüte und Getreide. Draußen sind’s -18° C und meine Dachrollos sind festgefroren – darum werde ich mir gleich mal eine Schlafbrille nähen, denn ich mag nicht um 8 Uhr von der Dämmerung geweckt werden. Vielleicht nähe ich auch noch zwei, drei Goodies für liebe Menschen, dann kann ich mir dabei noch ein bißchen mein aktuelles Hörbuch vorlesen lassen. Wenn ich auf die Terrasse hinaustrete, kann ich die Feuer in den Kaminen der Nachbarhäuser brennen hören. Der Schnee glitzert im spärlichen Licht, das von unserem Tannenbaum in den Garten fällt.
So fühlt sich Weihnachten an…hier. Und bei Dir?
:: PW-Deckchen mit Sturmblogger getauscht ::
Dieses Patchwork-Deckchen macht sich morgen auf die Reise zu Melli-Sturmblogger:

Und dafür bekomme ich einen naturfarbenen Häkel-Loop von ihr.
Vielen Dank für unseren neuerlichen Tausch, Melli!
:: Stammtischgründung Karlsruhe, Speyer, Heidelberg und Co. + Umland? ::
Mein Mann und ich suchen nette Menschen, die Lust haben, sich gelegentlich zu treffen und auszutauschen. Wer weiß – womöglich entsteht bei gegenseitiger Sympathie und dem “richtigen Flow” auf Dauer ja sogar ein regelmäßiger Stammtisch? Wenn die Chemie stimmt, können wir uns auch vorstellen, gemeinsam die Jahreskreisfeste und andere Rituale zu feiern, zu trommeln / rasseln, Tarot- oder Runenabende zu machen und derlei mehr.
Besonders schön fänden wir es, wenn sich vor allem Freiflieger melden würden, unabhänging ihrer Richtung. Wir selbst sind auch Freiflieger
Da wir aus dem Karlsruher Norden kommen und mobil sind, böten sich z.B. folgende Orte an: Karlsruhe, Bruchsal, Speyer, Germersheim, Hockenheim, Mannheim, Schwetzingen und Heidelberg, jeweils plus Umland.
Hat jemand Lust auf ein erstes Treffen im Januar?
:: Ilex-Patchwork-Decke ::
Quasi nebenher ist diese Decke im klassischen Nine-Patch-Muster entstanden:

Wie so oft bin ich mit der Photoqualität nicht zufrieden (falls einer meiner Männer das liest: ich brauche eine neue Kamera! *g*). Obwohl das Rot auch in natura leuchtend ist, ist es nicht so tomatig!
Die Decke liegt jetzt auf meinem Yul-Altar mit Yul-Böckchen und allerlei Bienenwachskerzen.
Und jetzt geh ich nen Yul-Scheit basteln.
:: KTF-Adventskalender, 2. Woche ::
Auch in dieser Woche hat Uli-Glasfilz mir lauter schöne Dinge eingepackt:

- 2 Stücke Honigseife
- 2 Stücke Kaffeeseife
- ein paar Ohrringe
- 3 Haargummis (da ich Haarschmuck nicht so mag, werde ich wohl die Blüten zum Nähen verwenden)
- eine Buchhülle mit Notizbuch
- ein paar wunderschöne gezogene Kerzen
- 4 Filzäpfel
Da die Filzäpfel bereits in meinem Hexenbesen hängen und ich verpeilt habe, sie extra zu photographieren, kommt hier ein Bild von Luna – im Hintergrund der mit Ulis Sachen geschmückte Besen. Die roten Punkte sind die Äpfel *gg*:

Außerdem hat Uli mir für’s lange Warten ein Fliegenpilz-Windlicht geschenkt, von dem ich leider noch kein Photo gemacht habe. Kommt aber demnächst.
Vielen Dank


