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:: Advent, Advent… ::

Mein erstes Adventswochenende war…durchwachsen. Immer noch Nebenhöhlen-Erkältungsterror (und dafür bin ich hier noch nicht mal angemessen bedauert worden *flunsch*), viel Haushalt, Grundsatzdiskussionen mit dem Filius, ein bißchen weihnachtliches Dekorieren – in Maßen, nicht in Massen -, ein Schwäneumzug und heute Abend auch endlich mal was richtig Schönes, nämlich eine Aufführung für Kinder (“Die kleine Hexe”) im Speyerer Museum. Mal sehen, vielleicht rollere ich die Woche mal über den Weihnachtsmarkt dort, mir ist so nach gebrannten Mandeln (und zwar andere als die in meinem Hals).

Durch die Erkältung habe ich die letzten vier Tage gar nix genäht, was mich in üblen Verzug gebracht hat, denn ich habe noch die Geschenke für drei Wichtelaktionen zu fertigen. Und irgendwas kaufen mag ich nicht. Den Adventskalender für Linus haben wir schon lang zusammen und heute Abend habe ich meinen Teil für den Erwachsenen-Adventskalender (klingt wie irgendwas Säuisches aus nem Versandhaus, das in neutraler Verpackung nach Hause geliefert wird, oder?) an meinen höchstselbst und eigens für diesen Zweck gepatchten Quilt drangekordelt. Stimmt, von dem hab ich noch gar kein Bild hergezeigt. Kommt die Tage.

Weihnachtsgeschenke bekommen dieses Jahr nur gaaaaaanz wenige Leute und einen Teil davon muß ich auch noch nähen. In der Nachtschicht, vermutlich. Während meiner Planung bin ich ins Grübeln gekommen und zwar zum Thema “(Weihnachts)geschenke und Bedürfnisbefriedigung”.

Ich sehe das so: wenn ich haargenau XY haben will, dann latsche ich los und kaufe es mir. Oder ich wünsche mir von mehreren Leuten Geld, falls es was Teures ist, und kaufe es mir dann. Mit (Weihnachts)Geschenken muß niemand meine Bedürfnisse befriedigen, weder innerhalb der Familie oder des Freundeskreises noch bei Wichtelaktionen. Ich finde es aber dennoch schön, wenn ich bei Geschenken spüre, daß derjenige, der mich beschenkt, es gern gibt und beim Aussuchen an mich gedacht hat.

Ja, und dann bin ich irgendwie traurig geworden. Ich habe in den letzten Jahren zu Weihnachten und zum Geburstag oder auch so zwischendurch einfach eine Menge Zeug geschenkt bekommen, bei dem ich mich fragte, ob das wirklich für mich sein kann. Zwei Sachen wurden mir sogar geschenkt, weil derjenige, der sie gab, sie eh noch auf dem Dachboden rumfliegen hatte. Und vielleicht bin ich ja zimperlich oder habe völlig überzogene Erwartungen, aber das enttäuscht mich schon. Ich habe sicherlich auch schon Geschenke gemacht, mit denen ich danebenlag, gar keine Frage. Aber gehört es nicht zum Schenken dazu, daß ich auf die Vorlieben und Abneigungen desjenigen achte, den ich beschenke? Was zum Geier will ich denn mit laktosehaltigen Keksen, Fimoknöpfen und dem ganzen anderen Geschepper, das ich hier unter “Abneigungen” vermerkt habe und das ich auch bei den Leuten, die nie in mein Blog reingucken, genauso präzise kommuniziere? *hmpf*

Enttäuscht bin ich auch davon, daß die Gegenseitigkeit offensichtlich immer mehr auf der Strecke bleibt. Ich gebe keine Geschenke, um möglichst viel zurückzubekommen – und das meine ich auch nicht. Aber ich finde es verletzend, wenn meine Geschenke (auch in Form von Energie / Zeit / Zuhören / Rat geben etc.) gern angenommen werden und dann selbst zu absolut präganten Momenten wie etwa unserem Einstand im neuen Haus, dem Tod unserer beiden Miezen und Co. nicht mal ne Postkarte drin ist.

Bin ich wegen dieser Gedanken nun raffgierig und undankbar?!

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Sonntag, 29. November 2009 und wurde abgelegt unter "Nach(t)denken". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

7 Kommentare

  1. Elisha:

    Da ich in erster Linie schenke um dem anderen eine Freude zu machen, schenke ich auch etwas, das man entweder gar nicht kaufen kann, oder aber etwas, was immer hinten anstehen muss, da vieles was man sich selber kauft wichtiger ist.
    Meine Freude über das Geschenk ist genauso groß, wie die des Empfängers. Manchmal ist die Auswahl gar nicht so schwer, besonders wenn man den anderen gut kennt (dafür aber das Herrichten), aber ab und an muss ich mir wirklich meinen Kopf zerbrechen um eine passende Idee zu haben. Schließlich will ich ja Freude bereiten und nicht nur irgendetwas abliefern.
    Außerdem liebe ich Päckchen packen.
    Ich verstehe Dich darum sehr gut!

    Liebe Grüße Elisha

  2. Niphredil:

    Ich erinner mich da auch an ein paar Geschenke bzw. Geschenkaktionen… ich hab auch schon etwas bekommen, was wohl 5 Jahre im Keller lag, denn es roch modrig und war noch dazu verstaubt. Respektlos finde ich das schon. Ich habe da echt gedacht, warum die Person nicht einfach nur sich mitgebracht hat? Wäre mir da lieber gewesen.

    Aber manche Leute haben Probleme damit auch Wünsche zu akzeptieren. Ich erinnere mich da an eine Cousine die sich für die Kinder ein paar Geschichts-CDs und Bettwäsche gewünscht hat. Wir waren die einzigen die eine Geschichts-CD gekauft haben.

    Ich hab auch schon 948545 Mal gesagt, dass ich nur Bio esse und dennoch bekomm ich an Ostern und Weihnachten tonnenweise Süßkram geschenkt was ich nicht esse. Zum Teil schenke ich das weiter (und zwar an diejenigen die mir das geschenkt haben) oder es landet eben im Müll… meine Geduld hat auch mal ein Ende.

    LG

  3. endlosfaden:

    Och nee aber auch, wie leitest du aus dem Bedüfnis nach Beziehungspflege denn Raffgier oder Undankbarkeit ab?
    Allerdings werden Geschenke oft ganz unterschiedlich bewertet, und vielleicht verbinden deine betroffenen Leute etwas ganz anderes damit oder können nur Gleiches mit Gleichem erwiedern?

    LG Endlosfaden

  4. Feona Malea:

    Also – ich hoffe mal, dass die Nebenhöhlen sich langsam bessern. Wenn du nen Schwung Energie brauchst – sag Bescheid. Ashmodai hat es ganz gut geholfen … deren ihre Nebenhöhlen sind auch dicht. Auch sehr gut geholfen hatte inhalieren mit Menthol. Es ist schon viel besser geworden. :)

    Das mit dem Beschenken kenne ich auch … und ich glaube nicht, dass du raffgierig etc. bist ;) Dann wäre ich das auch … und – nö … ich geh nur immer von mir aus, und das ist eher der Fehler ;)
    Ich erwarte zu viel

    guts Nächtle
    Feona

  5. Alruna:

    In meinem Freundeskreis kaufen wir uns nicht, was wir grade unbedingt haben wollen, sondern setzen es auf einen Wunschzettel für Geburtstag und Weihnachten. Diese Wunschzettel machen dann die Runde und jeder sucht sich je nach Lust, Laune und Geldbeutel etwas davon aus, was er schenken will und streicht es durch. Und nachdem der Wunschzettel oft jahrelang kursiert, ist es auch immer wieder eine echte Überraschung was man bekommt und es ist ganz sicher was, was einem gefällt. Und selber ist man auch sicher, dass es der anderen gefällt. Das hat sich bei uns ganz gut bewährt, nachdem die Geschmäcker und Neigungen doch oft sehr weit auseinanderklaffen. Vielleicht wäre das auch eine Idee für dich?

  6. Alruna:

    Apropos laktosehaltig:
    Ich habe neulich vegane Sahne aus Hafer und Rapsöl im Reformhaus entdeckt (lactosefrei, frei von Milchprodukten und von Soja), die sogar ganz annehmbar in Saucen schmeckt. Und eine Sojasahne, die man sogar aufschlagen kann.
    Kennst du die schon? Ich bin immer noch auf Abenteuer-Entdecker-Tour :-)

  7. Amala Krähenfeder:

    hallo alruna,

    die idee mit der wunschliste finde ich richtig gut – in der familie haben wir sowas bereits, aber vielleicht wäre es echt mal ne idee, das auch im freundeskreis einzuführen.
    andererseits lesen meine freunde auch mein blog, wo es nen wunschzettel und auch sehr ausführliche angaben über meine vorlieben und abneigungen gibt…

    ich glaube, diese vegane sahne kenne ich schon. allerdings vertrage ich laktosefreie, milchhaltige sahne durchaus (zumindest von einem hersteller…).

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