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Archiv: Sonntag, 29. November 2009

:: Advent, Advent… ::

Mein erstes Adventswochenende war…durchwachsen. Immer noch Nebenhöhlen-Erkältungsterror (und dafür bin ich hier noch nicht mal angemessen bedauert worden *flunsch*), viel Haushalt, Grundsatzdiskussionen mit dem Filius, ein bißchen weihnachtliches Dekorieren – in Maßen, nicht in Massen -, ein Schwäneumzug und heute Abend auch endlich mal was richtig Schönes, nämlich eine Aufführung für Kinder (“Die kleine Hexe”) im Speyerer Museum. Mal sehen, vielleicht rollere ich die Woche mal über den Weihnachtsmarkt dort, mir ist so nach gebrannten Mandeln (und zwar andere als die in meinem Hals).

Durch die Erkältung habe ich die letzten vier Tage gar nix genäht, was mich in üblen Verzug gebracht hat, denn ich habe noch die Geschenke für drei Wichtelaktionen zu fertigen. Und irgendwas kaufen mag ich nicht. Den Adventskalender für Linus haben wir schon lang zusammen und heute Abend habe ich meinen Teil für den Erwachsenen-Adventskalender (klingt wie irgendwas Säuisches aus nem Versandhaus, das in neutraler Verpackung nach Hause geliefert wird, oder?) an meinen höchstselbst und eigens für diesen Zweck gepatchten Quilt drangekordelt. Stimmt, von dem hab ich noch gar kein Bild hergezeigt. Kommt die Tage.

Weihnachtsgeschenke bekommen dieses Jahr nur gaaaaaanz wenige Leute und einen Teil davon muß ich auch noch nähen. In der Nachtschicht, vermutlich. Während meiner Planung bin ich ins Grübeln gekommen und zwar zum Thema “(Weihnachts)geschenke und Bedürfnisbefriedigung”.

Ich sehe das so: wenn ich haargenau XY haben will, dann latsche ich los und kaufe es mir. Oder ich wünsche mir von mehreren Leuten Geld, falls es was Teures ist, und kaufe es mir dann. Mit (Weihnachts)Geschenken muß niemand meine Bedürfnisse befriedigen, weder innerhalb der Familie oder des Freundeskreises noch bei Wichtelaktionen. Ich finde es aber dennoch schön, wenn ich bei Geschenken spüre, daß derjenige, der mich beschenkt, es gern gibt und beim Aussuchen an mich gedacht hat.

Ja, und dann bin ich irgendwie traurig geworden. Ich habe in den letzten Jahren zu Weihnachten und zum Geburstag oder auch so zwischendurch einfach eine Menge Zeug geschenkt bekommen, bei dem ich mich fragte, ob das wirklich für mich sein kann. Zwei Sachen wurden mir sogar geschenkt, weil derjenige, der sie gab, sie eh noch auf dem Dachboden rumfliegen hatte. Und vielleicht bin ich ja zimperlich oder habe völlig überzogene Erwartungen, aber das enttäuscht mich schon. Ich habe sicherlich auch schon Geschenke gemacht, mit denen ich danebenlag, gar keine Frage. Aber gehört es nicht zum Schenken dazu, daß ich auf die Vorlieben und Abneigungen desjenigen achte, den ich beschenke? Was zum Geier will ich denn mit laktosehaltigen Keksen, Fimoknöpfen und dem ganzen anderen Geschepper, das ich hier unter “Abneigungen” vermerkt habe und das ich auch bei den Leuten, die nie in mein Blog reingucken, genauso präzise kommuniziere? *hmpf*

Enttäuscht bin ich auch davon, daß die Gegenseitigkeit offensichtlich immer mehr auf der Strecke bleibt. Ich gebe keine Geschenke, um möglichst viel zurückzubekommen – und das meine ich auch nicht. Aber ich finde es verletzend, wenn meine Geschenke (auch in Form von Energie / Zeit / Zuhören / Rat geben etc.) gern angenommen werden und dann selbst zu absolut präganten Momenten wie etwa unserem Einstand im neuen Haus, dem Tod unserer beiden Miezen und Co. nicht mal ne Postkarte drin ist.

Bin ich wegen dieser Gedanken nun raffgierig und undankbar?!

Amala Krähenfeder, 29.11.2009, 21:58 | Abgelegt unter: Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 7 Kommentare
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