Archiv: Freitag, 27. November 2009

:: MomentAufnahme ::

Am späten Nachmittag waren wir heute bei unserer Mühle, Getreide kaufen. Auf dem Rückweg – es läuft gerade Eulogy von Tool – fängt Linus an, aus voller Kehle zu singen: “Gottes Liebe ist so wunderbar, Goooottes Liiiiiiebe ist soooo wu-hun-der-ba-ha-har groooooooß!”. Passenderweise singt Mr. Keenan grad “Get off your fucking cross, we need the fucking space to nail the next fool martyre”. Schön.

Ich bin ja neugierig und so will ich von Linus wissen: “Wer is’n eigentlich Gott?” – “Der wohnt im Himmel.” Ah ja, das hätte ich noch selbst wissen können. Ich bohre also weiter: “Und was macht der so?” – “Der guckt auf uns runter.” – “Sieht der uns denn auch im Auto?” – “Klar, der hat doch ne Lampe: die Sonne”. Ich glaube, daß es jetzt an der Zeit ist, theologisch spitzfindig zu werden, und frage: “Aber was macht der denn dann nachts?”

Die verblüffende Antwort: “Na, da benutzt er ne Taschenlampe!”.

Willkommen in der schönen Welt des katholischen Kindergartens :twisted:

Amala Krähenfeder, 27.11.2009, 18:20 | Abgelegt unter: Family | RSS 2.0 | TB | 6 Kommentare

:: Kriegsfilm ::

Da ich gerade mal wieder die Rüsselpest habe (ja, natürlich will ich bedauert werden!), habe ich viel Zeit für Sachen, zu denen ich sonst nicht komme. Zum Beispiel lesen. Oder DVDs gucken. Eben alles, was frau auf ihrem Kuschelsessel so tun kann, wenn sie keine Lust hat, an der Nähmaschine zu sitzen.

Gestern Abend habe ich mir dann mal ein bißchen “Bildung” angetan und nach all den Jahren, in denen ich mich verweigert habe, “Der Soldat James Ryan” geguckt. Der Film ließ mich in seltsam nörgeliger Stimmung zurück, die nur begrenzt etwas mit vereiterten Nebenhöhlen zu tun hat. Ich weiß schon, daß ich mit meiner Meinung zu Kriegshelden so manchem Mitmenschen auf den Schlips trete. Und trotzdem finde ich es schizophren, erst in den Krieg zu ziehen und dann völlig überrascht zu tun, wenn Leute umkommen. Ich meine – niemand kann doch ernstlich denken, das Zusammenbauen, Reinigen und Bedienen von Waffen diene in der “Ausbildung an der Waffe” nur dem Zeitvertreib. Nur ums mal gemacht zu haben. Weil schon alle Klos geputzt waren. Oder so. Und daß wir das Ganze heute als Wehr- und nicht mehr als Kriegsdienst bezeichnen, ist meiner Ansicht nach nichts als Augenwischerei.

Ich frage mich, ob ich mich sicherer fühle, weil Deutschland über moderne Waffensysteme und über Menschen verfügt, die diese bedienen können. Habe ich den Eindruck, daß mir das Stabilität und Freiheit schenkt? Nein, eigentlich nicht. Der Gedanke daran hinterläßt bei mir im Gegenteil ein Gefühl von Unsicherheit und Angst. Wer eine Waffe besitzt, könnte dazu verführt werden, sie zu benutzen – aus welchem Grund auch immer. Es geht mir nicht darum, Küchenmesser abschaffen zu wollen, weil man damit ja potentiell auch jemanden verletzen oder sogar töten könnte. Der eigentliche Zweck von Küchenmessern ist die Zubereitung von Speisen. Der eigentliche Zweck von Waffen ist das Töten.

Amala Krähenfeder, 27.11.2009, 14:32 | Abgelegt unter: Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare
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