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Archiv: Donnerstag, 5. November 2009

:: Armut und Knödel ::

Heute Nachmittag waren mein Ehe-Weazel, unser Filius und ich einkaufen. Normalerweise tu ich mir das ja nicht an, denn erstens hasse ich es, so lange im Rollstuhl eingepfercht zu sein, und zweitens empfinde ich diesen Konsum-Overload unseres mördergroßen Einkaufszentrums als Angriff auf mein Hirn. Aber heute wollte ich trotzdem mit, denn wir hatten eine wichtige Mission: eine gemeinnützige Stiftung hatte im Kindergarten Broschüren ausgelegt, die eine Aktion betreffen, bei der man einen Karton mit Lebensmitteln und Spielsachen für ein Kind in Osteuropa packt. Zu Weihnachten. Ja, ich weiß, daß wir solche Kisten auch für Kinder direkt hier in der Nachbarschaft packen könnten. Aber irgendwie ist Kind gleich Kind und immerhin haben unsere Kinder hierzulande wenigstens mal ne medizinische Grundversorgung *seufz* Also schön, wir haben hoffentlich schöne, leckere und nützliche Sachen gekauft.

Am Abendbrottisch kommt Linus dann auf das Thema Armut zurück. Seine verblüffend einfache Lösung dieses Problems: “Wenn ich groß bin, dann reise ich dahin und hole das Kind, für das unser Paket ist, einfach hierher zu uns. Dann kann es mit uns essen und bei uns wohnen”. Ich muß schmunzeln, gebe aber zu Bedenken: “Und was ist mit den anderen armen Kindern? Und den armen Erwachsenen?”. Er denkt nach und will dann wissen: “Warum sind die eigentlich so arm?”. Mir liegt auf der Zunge ‘weil wir so reich sind’, aber ich will einen Fünfjährigen ja nicht mit radikalen Gedanken infiltrieren. Also sage ich: “Ja…hm….weißt du, eigentlich haben wir genug auf der Welt. Genug zu essen und so. Aber es gibt ein paar wenige Leute, die raffen alles an sich und wollen nicht teilen. Das ist so, als wenn ich einen großen Topf Knödel koche und jedem von euch dann nur einen halben abgebe und dann die restlichen 16 Knödel selbst esse”. Ich kann in seinem Gesicht lesen, daß so viel Ungerechtigkeit ja kaum zu fassen ist. Und ich denke an den Garten unserer Nachbarn. Sie beackern nur ein paar Quadratmeter, aber im Sommer haben sie uns trotzdem massenweise Gemüse geschenkt. Ja, es ist genug da, aber es ist falsch verteilt. Am Ende versuche ich, Linus von Hilfe zur Selbsthilfe zu erzählen und davon, daß es Menschen gibt, die sich für andere einsetzen und denen andere politische Systeme vorschweben als die bestehenden. Ich weiß nicht, ob er das schon versteht, aber ich habe begriffen, daß ich hier die Chance habe, nicht noch so einen raffgierigen, kapitalgläubigen, egozentrischen, patriarchösen Mann heranzuziehen…

Ich hoffe, es gelingt.

Mich macht diese Ungerechtigkeit immer sprachlos und wütend.

Amala Krähenfeder, 05.11.2009, 20:56 | Abgelegt unter: FamilienLeben,Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare

:: Stöckchen ::

Ashandra hat mir ein Stöckchen zugeworfen :) Here we go:

Sechs Namen, auf die Du hörst:

  1. Amala
  2. Frau Krähenfeder
  3. Mama
  4. Spätzchen

Hm, sind nur vier.

Drei Dinge, die Du gerade trägst:

  1. buntes Seidenhalstuch
  2. schwarze Hose
  3. graue Lieblingsstrümpfe, von Milena Bettmümpfeli gestrickt

Drei Dinge, die Du Dir wünschst:

  1. Gesundheit
  2. einen Wannenlift
  3. ein Auto!

Drei Dinge, die Du gestern, gestern Nacht und heute getan hast:

  1. genäht
  2. geschrieben
  3. gekocht

Zwei Dinge, die Du heute gegessen hast:

  1. laktose- und backtriebmittelfreie Schokowaffeln aus meiner Lieblingsmühle
  2. Knödel mit Pilzrahm und Chicorée

Zwei Leute, mit denen Du zuletzt telephoniert hast:

  1. mein Mann
  2. äääääääääääääh…..das ist lange her. Ich hasse telephonieren :(

Zwei Dinge, die Du morgen tun wirst:

  1. nähen
  2. schreiben

Ich bin wohl nicht so einfallsreich….

Drei Lieblingsgetränke:

  1. Darjeeling mit Kandis und Sahne
  2. unser Leitungswasser
  3. Jasmintee zum Essen

Wer mag, kann sich das Stöckchen schnappen :)

Amala Krähenfeder, 05.11.2009, 20:42 | Abgelegt unter: Blogkram | RSS 2.0 | TB | 5 Kommentare
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