Archiv: Montag, 2. November 2009
:: Samhain-Nachlese ::

Gerade habe ich meine Blogrunde hinter mir. Ich find’s toll, zu lesen, was Ihr alle an Samhain gemacht habt – und was für gruselige Kürbisfratzen Ihr geschnitzt habt. Unser Ahnenfest war sehr ruhig und festlich – genau so, wie ich es mir gewünscht hatte. Wir hatten ein mondänes Mahl, haben den Ahnen Speisen vor die Tür gestellt, einen Kürbis geschnitzt und bei Kerzenschein ein orakeliges Familienritual gefeiert.
Gestern war ich mit meinem Mann ein bißchen unterwegs, Richtung Heidelberg – Neckargemünd – Aglasterhausen. Der erste November war trübe, diesig und ungemütlich, also im Grunde perfekt, um sich abends vor dem warmen Kachelofen einzuschnurgeln.
Zur Zeit steht meine Welt ein bißchen still. Viel Energie fließt in kreative Projekte und manchmal fühlt es sich an, als würde ich vor einem Korb mit lauter Wollresten sitzen, die ich entwirren möchte und muß. Nur allmählich bekomme ich den Überblick und habe auch nicht wirklich Lust, mich um Kontrolle zu bemühen. Lieber lasse ich es fließen, lasse es geschehen. Wyrd schon.
Außerdem stelle ich mir gerade mal wieder die Frage nach Freundschaft. Offenbar bin ich ein Mensch, der die Distanz durchaus zu schätzen weiß. Nicht weil ich nicht bereit wäre, verbindlich zu sein und mich zu kümmern, sondern weil sie mir Zeit und einen freien Kopf schenkt. Ich glaube, ich habe mich zu oft in den Problemen anderer verloren, habe mich einwickeln und fesseln lassen. Für Freunde bin ich dazu bereit, aber nicht für lose Bekanntschaften. Als mir das klar wurde, habe ich mich arschlochmäßig gefühlt, aber so langsam begreife ich, daß das eine Form von Selbstliebe ist, die ich damit praktiziere. Ja, und wenn mir der Wunsch nach der einen engen Freundin nicht erfüllt wird, dann bleibt es eben dabei, daß ich nur Stippvisiten im Leben anderer mache und ganz bei mir bleibe.