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Archiv: Sonntag, 4. Oktober 2009

:: Frust mit Stoff ::

Heute war ja der Stoffmarkt Holland in Mannheim. Ich dachte, es wäre eine tolle Idee, mir dort ein bißchen (und diesmal meine ich das wörtlich) Stoff zu kaufen. Schon als wir von der Autobahn kamen, standen wir im Stau. Dieser zog sich kilometerlang quer durch die (tut mir leid, Ihr mitlesenden Mannheimer:) häßliche Innenstadt. Mannheim ist ein prima Beispiel dafür, wie belästigend und verschandelnd moderne Architektur und Kunst sind, finde ich. Einen Parkplatz zu finden, war schier unmöglich, zumal alle Behindertenplätze, an denen wir vorbeikamen, (bis auf zwei glorreiche Ausnahmen) von Leuten ohne Parkausweis belegt waren. Echt, was ist daran eigentlich so schwer? Die Leute waren genervt und gereizt, hupten, schrien, drängelten – ich kam mir vor wie in einem Moloch. Was ich nämlich bei der Anfahrt noch nicht wußte: Mannheim hatte heute verkaufsoffenen Sonntag und da waren gefühlte 3 Milliarden Menschen im Kaufrausch. Interessant, aber in sechs Monaten bin ich voll zum Land-Ei mutiert. Ich hab richtig Platzangst gekriegt. Kurz vorm Ziel brummten meinem Mann und mir die Schädel und wir brachen frustriert ab. Ich glaube auch nicht, daß es ohne Kuhfänger Sinn gemacht hätte, mich im Rolli über den Stoffmarkt zu quälen, wo zwar viele Frauen extrem “buntig” und süß drauf sind, aber null Sozialkompetenz haben. Ich erinnere mich an den letzten Stoffmarkt im April… Stattdessen sind wir in ein schnuckliges kleines Diner nach Heidelberg gefahren und haben versucht, zu relaxen. Dem Stoffmarkt in Ludwigshafen geb ich vielleicht noch ne Chance – ansonsten bestell ich mir das Zeug eben im Internet.

Der zweite Frust mit Stoff betrifft mein Patchwork-Wandbild, das ich hier zum Verkauf angeboten habe. Vielleicht bin ich ja eine Obermimose, aber ich hätte mir schon gewünscht, daß wenigstens ein paar wenige Kommentare abgegeben werden, denn meiner bescheidenen Meinung nach ist der Wandbehang so ziemlich das Aufwendigste und Genialste, was ich je genäht habe. Es hätten sich nicht zehn potentielle Käufer um das Teil schlagen müssen, aber mehr als ein Kommentar meines Ehemannes wäre schon fein gewesen. Ich probiere auch, das Desinteresse am Kauf des Behangs für mich in Relation zu setzen. Hab ich den Preis zu teuer anberaumt? Wohl kaum. Allein das Material liegt bei rund 20 € und ich habe 10 Stunden dran genäht. 40 € ist, wenn man einen fairen Lohn für’s Machen haben möchte, schon voll der Witz. Ich denk dann an so manche Sachen bei DaWanDa, wo ich mir echt an den Schädel fassen muß, daß jemand für ein lieblos hingekrakeltes Bild im Format von 20 x 20 cm ebenfalls 40 € ausgibt oder für ein Mini-Kosmetiktäschle 18 €. Was ist eigentlich los? Sind 40 € für den Behang zu billig? So nach dem Motto “billig taugt nicht”? Oder kauft man heute lieber lieblose Plastik-Massenware?

*MOTZ*

Amala Krähenfeder, 04.10.2009, 19:03 | Abgelegt unter: Zaubergarn & Sticheleien | RSS 2.0 | TB | 8 Kommentare
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