Archiv: Dienstag, 25. August 2009
:: Sieh mein großes Werk! ::
Dieses Zitat aus “Cast Away” mit Tom Hanks halte ich heute durchaus für angebracht. Ich habe nämlich etwas geschafft, das ich mir selbst nicht wirklich zugetraut habe. Im Patchworkforum gibt es eine Aktion, die “die Reise zum Mittelpunkt unserer Restekisten” heißt. Wie der Name schon sagt geht es darum, die stoffigen Restbestände aufzubrauchen (oder wie Realisten meinen: zu reduzieren). Jeden Monat gibt es ein neues Projekt, das man bis Ende des Monats genäht haben sollte, und für den August stand eine Krabbeldecke auf dem Plan. Nun ja, jedenfalls stand sie auch auf dem Plan, denn Frauen mit größeren Restekisten konnten sogar einen ganzen Quilt nähen.
Eine Krabbeldecke brauche ich nun Göttin sei Dank nicht mehr. Kurzerhand habe ich mich dazu entschlossen, eine Tischdecke zu nähen, nachdem ich beim letzten Besuch etwas beschämt feststellen mußte, daß die einzige weiße Tischdecke, die ich besitze – übrigens ein Erbstück meiner Mama und vielleicht sogar meiner Omi – total fleckig ist. Vermutlich Saucenflecken von 1984 oder so
Dann habe ich außerdem bemerkt, daß ich keine Reste habe, die große genug wären, einen NinePatch zu nähen. Also habe ich wieder umdisponiert und einfach von jedem Fitzel Stoff etwas zugeschnitten (nachdem ich die Maße von cm auf Inches umgerechnet hatte…ich weiß auch nicht, mit Inches zu nähen fällt mir deutlich leichter, das Maß ist gefälliger), bis ich genug beisammen hatte. Besonderes Lob verdient an dieser Stelle mein Mann Haigal, der mir beim Zuschnitt fleißig geholfen hat
Insgesamt habe ich etwa 12 Tage an der Tischdecke genäht. Und heute habe ich das erste Binding meines Lebens gemacht, nachdem ich mich bisher immer darum gedrückt hatte, weil mir das so kompliziert erschien. Ich muß sagen, mit dieser Anleitung, die ich schon mal verlinkt hatte, klappt es hervorragend. Das Binding wird sauber und präzise.
Ja, und jetzt bin ich stolz wie eine nur sein kann
Pada!

Die Tischdecke hat ein Endmaß von 40 x 40” und besteht zum Teil aus Reststoffen meines Xmas-Candy-Quilts (dem ich nun, nach vielen Monaten, in denen ich mich nicht daran wagte, endlich auch ein Binding verpassen werde *gg*), aber obwohl sie weihnachtliche Stoffe enthält, ist sie kein bißchen “saisonal”. Ich staune eh darüber, wie gut Stoffe, von denen ich eigentlich gedacht hätte, daß sie nicht zusammenpassen, harmonieren.
Das Top habe ich übrigens direkt auf besagte fleckige anno-dazumal-Tischdecke gequiltet, so daß diese nun die Rückseite bildet. Ich hätte es nicht über’s Herz gebracht, dieses Erbstück in den Müll zu werfen. Das ist doch wohl mal Reycling von seiner schönste Seite