Archiv: April 2009
:: PatchworkOsterWichtelEi ::
Heute kam mein Osterwichtelpäckel vom Patchworkforum an
Und zwar aus Österreich von Juttaquilt, so daß es kein Wunder ist, daß es solange unterwegs war. Ich habe umwerfend schöne Sachen bekommen, aber wieder hatte ich das Gefühl, daß mein Geschenk weit von einem kleinen Osterei entfernt war. Seht selbst:

Leider sind die Farben bei Kunstlicht und Blitz nicht so gut getroffen – in natura sind sie viel strahlender und tiefer. Das Deckchen ist so wunderschön, daß ich es mit zu Mittsommer auf meinen Altar legen werde <3

Mit dem herrlichen Deckchen hätte ich mich bereits mehr als großzügig bewichtelt gefühlt, aber aus dem Paket kletterten auch noch eine superschöne kleine Tasche, ein Herz, zwei Stöffchen (ist das mit den Spinnen nicht der Hammer?
), eine Bienenwachskerze und zwei Tüten mit Nüssen, die es nicht mehr auf das Photo geschafft haben *flöt* Außerdem war eine niedliche Osterkarte dabei, die mein Sohn, das papierophilo Monsterchen, sofort geklaut hat
Auch dieses Bild ist etwas überbelichtet und die Farben bei weitem nicht so strahlend wie sie tatsächlich sind.
Liebe Jutta, du hast mir eine riesige Freude gemacht. Von Herzen DANKE dafür.
Allerdings muß ich sagen, daß die beiden Wahnsinnswichtelpakete, die ich zu Ostern bekommen habe, bei mir Gedanken über den Umfang dieser Wichteleien und auch Tauschaktionen allgemein ausgelöst haben. Der Wert von Handgemachtem läßt sich für mich per se nicht berechnen; allenfalls für die Rohstoffe könnte man einen Zahlenwert veranschlagen. Vielmehr geht es doch um Wertschätzung. Welchen Wert messe ich selbst dem bei, was ich gebe und was ich bekomme? Oft erhält man ja durch Wichteleien oder Tauschgeschäfte Dinge, die man selbst nicht herstellen kann. Für mich, die ich keinen blassen Dunst von Seifenherstellung, Perlendrehen oder komplizierten Strickmustern habe, sind diese Dinge unbezahlbar. Wenn ich mir teilweise die Preise für Handgemachtes bei DaWanDa angucke, dann frage ich mich, wie das gehen soll, wie das faire Preise für die Verkäufer/innen sein können. Und wie kann man dann bei Tauschgeschäften / Wichteleien aufrechnen, was man erhält und was man gibt?
Ich hab bisher nie das Gefühl gehabt, daß ich bei Tausch- oder Wichtelaktionen zu kurz komme, aber vielleicht liegt das auch allgemein in meiner Natur. Ich nehm die Dinge, wie sie kommen, und bin – glaube ich – ein einfacher, dankbarer Tauschpartner. Umgekehrt geht es mir doch sehr nah, wenn ich den Eindruck habe, daß mir Geiz unterstellt wird, weil ich zu einem vereinbarten Tausch nicht zig Add Ons dazupacke, sondern nur eine Kleinigkeit beilege, oder wenn ich nicht explizit nachfrage, was ich noch mitschicken könnte, sondern stillschweigend ein Extra zugebe. Für mich ist diese Thematik mit der Frage verbunden: wieviel ist mir genug? Womit bin ich zufrieden?
Was das Osterwichteln angeht, so bin ich wirklich komplett baff über den Umfang der Geschenke, die ich bekommen habe. Für mich persönlich sind Geburtstage und vielleicht noch Weihnachten Anlässe, zu denen es schon mal mehr geben kann, aber in der Regel bleiben die Präsente auch bei uns in der Familie und unter Freunden klein, jedoch ausgewählt und mit viel Liebe gemacht oder gekauft. Womöglich liegt das an meiner / unserer Einstellung zu Konsum im Allgemeinen. Ich weiß es nicht.
Ja, und jetzt mache ich mir ernsthaft Gedanken darüber, wie meine Tauschpartner meine Einstellung zu Wichtelgeschenken und Tauschbeigaben so finden – und ob ich womöglich den “allgemeinen” Anforderungen nicht entspreche
:: StoffSucht ::
Heute war ich das erste Mal seit Oktober bei meinem liebsten Stoffhändler. Und wie immer habe ich was gefunden. Aus diesem Stoffen hier werde ich mir eine weitere Tasche nähen:

Und die hier werden vielleicht zu einem Tauschobjekt verarbeitet:

Morgen wird auch endlich mein Nähplatz geliefert *hibbel* Habe jetzt seit Februar nicht mehr genäht
:: Spargelgeschnargel ::

Ich lebe im Land der schnurgeraden, langen Straßen, im Land der Sonne und im Land des Spargels. Die badische Spargelstraße verläuft vor meiner Haustür. In der Nachbarschaft hat es mehrere Spargelbauern, die das Königsgemüse in den Hügelreihen ziehen, die genauso lang und gerade sind wie die Straßen. Manche Felder sind mit weißen oder schwarzen Planen bedeckt. Hier und da liegen vereinzelt Enten- oder Fasanenpaare auf den Hügelreihen und lassen sich von unten und oben gleichermaßen das Gefieder wärmen. Walnußgroße Hummeln brummen träge in der Mittagsglut, wenn man in der Querstraße Spargel direkt vom Erzeuger kauft. Abends ist das Gemüse so frisch, daß man an der Schnittstelle nur wenig abschneiden muß. Beim Schälen spritzt der Saft über die Finger und unwillkürlich denke ich an Freyr und an Dagda, an all die Fruchtbarkeitsgötter mit den großen Penissen, die den Schoß der Mutter Erde befruchten. Gierig schlürfe ich den Spargel in mich hinein. Endlich wieder frische Nahrung, süßer, saftiger Spargel. Noch nie in meinem ganzen Leben hat er so gut geschmeckt wie hier, aus der Heimaterde. Sinnesfreude pur.
Ich weiß, daß Ihr auf Bilder von unserem neuen Heim wartet. Gebt uns noch etwas Zeit, bitte, wir sind ein bißchen vom vielen Räumen und Machen lädiert. Bilder wird es geben, das ist versprochen.
:: OsterWichtelEi ::
Beim Osterwichteln vom Kreativtauschforum wurde ich von Miri mehr als reich beschenkt.
Miri weiß, daß ich für mein Leben gern Marmelade einkoche, und so hat sie mir Stoffauflagen für die Einmachgläser bestickt. Sind die nicht wunderschön?

Dieses Utensilo wird demnächst auf meinem Nähplatz wohnen und mein Sammelsurium an Garn und Kleinigkeiten beinhalten. Man beachte die genialen Fliegenpilz-Ostereier

Im Utensilo drin warteten herrliche Dinge aus Miris Seifen- und Cremeküche. Im Einzelnen: die Seifen “White Witch”, “Black Coffee”, “Solivo”, “Rosenkonfetti” und “African Tea”, wobei ich gar nicht entscheiden kann, welche am besten duftet, zweimal Bodybutter, einmal Calendula-Handcreme (bereits probiert – die Textur ist sagenhaft und sie zieht richtig schnell ein!), einmal Baderosen und einen Lippenpflegestift (ebenfalls schon probiert, total lecker). Nicht auf dem Bild sind zwei Riegel Badeschokolade, denn die sahen irgendwie so aus, als müßten sie dringend in den Kühlschrank…

Aber das war immer noch nicht alles
Diese üppig bestickte Handtasche und eine ebenfalls bestickte Grußkarte waren auch noch in dem Päckel:

Miri, du hast mir damit eine riesige Freude gemacht und ich kann es gar nicht erwarten, alles auszuprobieren
Vielen Dank, du hast meinen Geschmack zielsicher getroffen (könnte ja auch daran liegen, daß wir schon so oft getauscht haben *flööööt*).
:: ZwischenStandsMeldung ::
Wir sind gut im neuen Heim angekommen. Das Haus ist ein absoluter Traum, den wir uns jetzt allmählich mit dem Inhalt von insgesamt etwa 180 Umzugskisten einrichten.
Wie es sich gehört, sind wir nicht nur komplett groggy, sondern auch noch verschnupft und erkältet, aber egal – es wyrd.
Ich melde mich ausführlicher, sobald wir etwas Land in Sicht haben.
Bis hoffentlich bald
:: Ich bin dann mal weg ::
120 Umzugskisten. Die Möbel auseinandergenommen. Kochen auf einer Zweierplatte, die auf der Spülmaschine steht. Kein fließendes Wasser mehr in der Küche. Reisetaschen gepackt, Proviant inclusive. Ein Buch. Drei Rätselhefte. Ein Brachiosaurus auf dem Wohnzimmertisch. Die Reise in mein neues Leben.
Ich bin bereit.
Bis die Tage, Freunde.
