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Archiv: Dienstag, 28. April 2009

:: Projekt: Schattenbücher ::

Seit einer Weile schon brüte ich über einer Idee, die mir vor etwa zwei Jahren gekommen ist, als ich anfing, Blogs zu lesen. Es ist so faszinierend, Tag für Tag mitzuverfolgen, was sich bei anderen tut, wie sie sich ent-wickeln, ihren Alltag meistern, welche Gedanken sie knüpfen. Besonders interessant sind für mich Blogs, deren Verfasserinnen (ich bin ehrlich: ich verfolge kein einziges Blog regelmäßig, dessen Autor ein Mann ist – warum weiß ich allerdings nicht) sich mit Spiritualität befassen. Es ist wunderschön, zu sehen, wie individuell die Wege sind, die wir gehen. Es gibt soviel zu entdecken und zu lernen, so viele Gedankenanstöße und Anregungen, Bilder und Ideen, Erfahrungen und Meinungen.

Nun bin ich ein Mensch, der zwar gern im Netz herumprotscht, aber eine meiner Leidenschaften ist und bleibt das handgeschriebene Wort. Ich liebe Papier! Das ist wohl auch der Grund, weswegen ich meinen “Spiri-Krams” nicht am Rechner verfasse, sondern nach wie vor ein klassisches Tagebuch bevorzuge, das übrigens einen Ehrenplatz bei mir hat – genau wie alle seine Vorgänger, und derer gibt’s einige. Vielleicht ist es ja ein bißchen verrückt, aber das Rascheln des Papiers, das Kratzen der Feder (oder auch mal des schnöden Tintenschreibers) und last but not least das Gefühl, etwas tatsächlich in den Händen zu halten, hat etwas zutiefst Befriedigendes für mich. Meeeeeeiiiiin Schatz! Und wenn ich mir so die Beiträge anderer in diversen Foren angucke, dann scheine ich wohl nicht die Einzige zu sein, der es so geht :)

Ja, und das brachte mich dann auf eine Idee: wäre es nicht toll, wenn man mit mehreren Leuten ein spirituelles Tagebuch schreiben würde? So richtig mit Papier? Den Begriff “Schattenbücher” habe ich gewählt, weil er wohl den meisten etwas sagt.

Ich hab lange hin- und herüberlegt, wie man das am besten organisieren könnte, erstens damit kein Teilnehmer Druck hat, in kurzer Frist etwas oder gar viel schreiben zu “müssen”, und zweitens um das damit verbundene Porto zu minimieren. Sind wir ehrlich: jeder, der mitmacht, möchte am Ende ein eigenes Buch in Händen halten, und wenn 20 Leute mitmachen und dementsprechend 20 Bücher an den Start gehen, dann schnellt das Porto für den versicherten Versand in astronomische Höhen – und obendrein kriegt das auch kein Mensch schreibtechnisch bewältigt.

Nein, dieses Projekt möchte ich insgesamt mit nur drei weiteren Leuten machen, von denen jeder die Bücher für drei Monate bei sich hat. Auf diese Weise bezahlt man nur ein Minimum an Porto und hat de facto drei Monate Zeit, etwas zu schreiben. Außerdem gefällt mir der Gedanke, daß etwas von mir ein Jahr auf Wanderschaft ist und voller Erfahrungen (im wahrsten Sinne des Wortes) zu mir zurückkommt. Mir scheint der großzügig bemessene Zeitraum von einem Vierteljahr auch deswegen sinnvoll, weil dann jeder der Teilnehmer zwei Jahreskreisfeste “abdeckt” und das Buch einen Jahreszyklus lang mit Erfahrungen und Beobachtungen gefüllt werden kann. Eine Runde Sache also :)

Sollten sich nur zwei weitere Leute finden, die dabei mitmachen möchten, hätte jeder die Bücher für vier Monate, so daß unterm Strich wieder ein Jahr Laufzeit herauskäme.

Auch über den Inhalt habe ich mir Gedanken gemacht. Freilich sind das hier nur Anregungen – wenn Euch etwas anderes einfällt, gern :)

  • Naturbeobachtungen (Wald, Garten, …) im Laufe des Jahres
  • Jahreskreisrituale bzw. Ideen dafür
  • Rituale und Ideen zu allen anderen Anlässen (sowohl im Lebenskreis [Schwangerschaft, Geburt, Namensgebung, Eheschließung, Geburtstage und Co.] als auch anderes [FrauenSpiri, Familienrituale, SchaMagisches, ...])
  • Rezepte
  • Gedichte / Lieder / Geschichten
  • Orakel
  • Buchvorstellungen
  • eigene Artikel über spirituelle / heidnische / naturreligiöse Themen
  • Zeichnungen und Bilder
  • Photos und Ausdrucke
  • Anleitungen und Anregungen für Kreatives
  • Gedanken formulieren
  • Begegnungen festhalten

Und das hier sind die Spielregeln:

  1. Jeder der Teilnehmer geht mit einem Blankobuch an den Start.
  2. Das Buch darf DIN A 6 bis DIN A 4 Format haben, liniert, kariert oder komplett blanko sein.
  3. Die Bücher werden ausschließlich versichert verschickt.
  4. Die Bücher sind pfleglich zu behandeln. Niemand möchte Kaffeeränder, Wasserschäden, herausgerissene Seiten oder sowas in seinem Exemplar wiederfinden. Auch wäre es schön, wenn man die Einträge später auch lesen könnte (so von wegen Leserlichkeit der Handschrift *flöööt*).
  5. Über den Verbleib der Bücher soll regelmäßig eine Kommunikation über E-Mail stattfinden. Aus diesem Grund bitte ich als Organisatorin zu Beginn darum, daß mir alle Teilnehmer ihre gültige Adresse, ihre E-Mail-Adresse und ihre Telefonnummer geben, für den Fall der Fälle. Sollten sich die Kontaktdaten ändern, bitte ich um Mitteilung der Neuen!
  6. Bei vier Teilnehmern verbleiben die Bücher drei Monate, bei drei Teilnehmern vier Monate bei jedem, bevor sie an den Nächsten weitergeschickt werden.
  7. Zu Beginn des Projekts werden wir ausmachen, in welcher Reihenfolge die Bücher von einem zum anderen wandern. Wenn wir uns darauf nicht einigen können (z.B. weil zwei Leute denselben Jahreskreisabschnitt haben möchten), entscheidet das Los über die Reihenfolge, in der die Bücher wandern.
  8. Demjenigen, der den ersten Abschnitt übernimmt, werden die Bücher zu Beginn von allen Teilnehmern getrennt zugeschickt, im späteren Verlauf sollen sie gemeinsam wandern.
  9. Die Termine, zu denen die Bücher verschickt werden sollen, werden wir zu Beginn des Projekts festlegen, so daß jeder wirklich genug Vorlaufzeit für die Planung hat.
  10. Eine Seitenzahl, die in der Zeit, in der die Bücher bei einem Teilnehmer sind, geschrieben werden soll, möchte ich nicht festlegen. Menge und Inhalt liegen im persönlichen Ermessen. Ich jedoch fände zwei Seiten in drei / vier Monaten etwas mager, 100 Seiten zuviel. Es soll schließlich allen Freude machen, sowohl denen, die gerade schreiben, als auch denen, die es später lesen.
  11. Die Beiträge können handschriftlich oder am Computer verfaßt (und dann ausgedruckt und eingeklebt) werden. Ich habe diesen Punkt in die Regeln aufgenommen, weil ich nicht weiß, wie meine Sehnenentzündung vier Bücher bewältigt. Bei der Wahl des Schreibmittels (Tinte, Kulli, …) soll darauf geachtet werden, daß dahinterliegende Seiten nicht beschädigt werden.
  12. Die Beiträge können von Buch zu Buch variieren, müssen es aber nicht. Das möchte ich gern im Ermessen desjenigen belassen, der die Bücher gerade bei sich hat.
  13. Der Letzte, der die Bücher hat, behält sein eigenes. Wir können darüber reden, ob jeder Teilnehmer dem Letzten auf der Liste Geld für versichertes Porto überweist, damit für diesen kein Mehraufwand an Porto entsteht. Wenn wir uns darauf nicht einigen können, erkläre ich mich bereit, daß der Letzte auf der Liste mir die Bücher (außer seinem eigenen) zuschickt und ich dann die Portokosten auf mich nehme, um die beiden anderen Bücher an ihre Besitzer zurückzuschicken.

Ich habe versucht, so wenige Regeln wie möglich, aber soviele wie nötig zu formulieren. Ich denke, wer schon mal an Forenaktionen wie Wichteln und so teilgenommen hat, weiß, warum…

Wer Interesse an diesem Projekt hat, möge sich bitte per Mail bei mir melden unter amala ät schlampengoettin punkt de.

Ich setze voraus, daß die Leute, die sich melden, sich darüber im Klaren sind, daß dieses Projekt ein Jahr in Anspruch nehmen wird und ein Gemeinschaftswerk ist. Ich setze auch voraus, daß diejenigen, die sich melden, engagiert und verantwortlich mit diesem Projekt umgehen. Natürlich weiß niemand, wie sich die nächsten zwölf Monate entwickeln werden. Sollte es die Situation nötig machen, z.B. durch Krankheit, Unfall oder so, daß ein Teilnehmer aussteigen muß / möchte, wird sich ein Weg finden. Absolutes NoGo ist für mich jedoch, wenn solche Dinge oder auch Frust, Probleme beim Versand (z.B. der Finanzierung), Probleme beim Schreiben / Füllen der Bücher, Ideenlosigkeit, Antriebslosigkeit etc. nicht kommuniziert werden. Man kann über alles reden und für alles gemeinsam einem Weg finden, aber wenn die Bücher bei irgendwem aus Lustlosigkeit im Schrank vergammeln und die Anderen darüber nicht informiert werden, finde ich das unmöglich. Ich würde mir wünschen, daß die Leute, die sich melden, das genauso sehen. Nur so werden wir alle größtmögliche Freude an unserem Gemeinschaftsprojekt haben.

Ich hoffe, daß Euch meine Idee gefällt, und daß sich drei Leute finden, die dieses Projekt mit mir zusammen umsetzen möchten :)

Die Edit: mir ist noch was eingefallen, das ich vergessen habe. Ich hab hier vorgeschlagen, daß immer alle drei bzw. vier Bücher zusammen reisen, um Porto zu sparen. Evtl. wäre es ja auch eine Idee, vorausgesetzt, alle wären bereit, höhere Portokosten in Kauf zu nehmen, daß alle Bücher getrennt voneinander reisen. So hätte jeder Teilnehmer immer nur ein Buch zu füllen und jeder hätte jeden Abschnitt des Jahreskreises.

Amala Krähenfeder, 28.04.2009, 15:35 | Abgelegt unter: Kreatives Chaos | RSS 2.0 | TB | 17 Kommentare
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