Archiv: Mittwoch, 15. April 2009
:: PatchworkOsterWichtelEi ::
Heute kam mein Osterwichtelpäckel vom Patchworkforum an
Und zwar aus Österreich von Juttaquilt, so daß es kein Wunder ist, daß es solange unterwegs war. Ich habe umwerfend schöne Sachen bekommen, aber wieder hatte ich das Gefühl, daß mein Geschenk weit von einem kleinen Osterei entfernt war. Seht selbst:

Leider sind die Farben bei Kunstlicht und Blitz nicht so gut getroffen – in natura sind sie viel strahlender und tiefer. Das Deckchen ist so wunderschön, daß ich es mit zu Mittsommer auf meinen Altar legen werde <3

Mit dem herrlichen Deckchen hätte ich mich bereits mehr als großzügig bewichtelt gefühlt, aber aus dem Paket kletterten auch noch eine superschöne kleine Tasche, ein Herz, zwei Stöffchen (ist das mit den Spinnen nicht der Hammer?
), eine Bienenwachskerze und zwei Tüten mit Nüssen, die es nicht mehr auf das Photo geschafft haben *flöt* Außerdem war eine niedliche Osterkarte dabei, die mein Sohn, das papierophilo Monsterchen, sofort geklaut hat
Auch dieses Bild ist etwas überbelichtet und die Farben bei weitem nicht so strahlend wie sie tatsächlich sind.
Liebe Jutta, du hast mir eine riesige Freude gemacht. Von Herzen DANKE dafür.
Allerdings muß ich sagen, daß die beiden Wahnsinnswichtelpakete, die ich zu Ostern bekommen habe, bei mir Gedanken über den Umfang dieser Wichteleien und auch Tauschaktionen allgemein ausgelöst haben. Der Wert von Handgemachtem läßt sich für mich per se nicht berechnen; allenfalls für die Rohstoffe könnte man einen Zahlenwert veranschlagen. Vielmehr geht es doch um Wertschätzung. Welchen Wert messe ich selbst dem bei, was ich gebe und was ich bekomme? Oft erhält man ja durch Wichteleien oder Tauschgeschäfte Dinge, die man selbst nicht herstellen kann. Für mich, die ich keinen blassen Dunst von Seifenherstellung, Perlendrehen oder komplizierten Strickmustern habe, sind diese Dinge unbezahlbar. Wenn ich mir teilweise die Preise für Handgemachtes bei DaWanDa angucke, dann frage ich mich, wie das gehen soll, wie das faire Preise für die Verkäufer/innen sein können. Und wie kann man dann bei Tauschgeschäften / Wichteleien aufrechnen, was man erhält und was man gibt?
Ich hab bisher nie das Gefühl gehabt, daß ich bei Tausch- oder Wichtelaktionen zu kurz komme, aber vielleicht liegt das auch allgemein in meiner Natur. Ich nehm die Dinge, wie sie kommen, und bin – glaube ich – ein einfacher, dankbarer Tauschpartner. Umgekehrt geht es mir doch sehr nah, wenn ich den Eindruck habe, daß mir Geiz unterstellt wird, weil ich zu einem vereinbarten Tausch nicht zig Add Ons dazupacke, sondern nur eine Kleinigkeit beilege, oder wenn ich nicht explizit nachfrage, was ich noch mitschicken könnte, sondern stillschweigend ein Extra zugebe. Für mich ist diese Thematik mit der Frage verbunden: wieviel ist mir genug? Womit bin ich zufrieden?
Was das Osterwichteln angeht, so bin ich wirklich komplett baff über den Umfang der Geschenke, die ich bekommen habe. Für mich persönlich sind Geburtstage und vielleicht noch Weihnachten Anlässe, zu denen es schon mal mehr geben kann, aber in der Regel bleiben die Präsente auch bei uns in der Familie und unter Freunden klein, jedoch ausgewählt und mit viel Liebe gemacht oder gekauft. Womöglich liegt das an meiner / unserer Einstellung zu Konsum im Allgemeinen. Ich weiß es nicht.
Ja, und jetzt mache ich mir ernsthaft Gedanken darüber, wie meine Tauschpartner meine Einstellung zu Wichtelgeschenken und Tauschbeigaben so finden – und ob ich womöglich den “allgemeinen” Anforderungen nicht entspreche