Archiv: Donnerstag, 22. Mai 2008
Achte auf deine Worte…
Neulich waren mein Mann und ich in der Stadt. In Wuppertal gibt es die bautechnisch gesehen katastrophalen CityArkaden, ein riesiges Einkaufszentrum mit gerade mal drei Aufzügen, von denen aber nur zwei tatsächlich bis zu den Parkhäusern hochfahren. Zur Stoßzeit sind die Aufzüge also gerammelt voll. Wer dann noch mit Kinderwagen oder wie ich mit Rollstuhl unterwegs ist, hat per se erstmal die Arschkarte gezogen. Glotzen klappt eigentlich ganz prima, aber wer erwartet, daß die Zweibeiner, wie ich die Menschen bezeichne, die keinerlei Gehhilfen brauchen, mal ein wenig Rücksicht üben oder vielleicht sogar die Treppen nehmen, damit ich nicht 13 Minuten (ich habe auf die Uhr geguckt!) auf einen halbwegs leeren Fahrstuhl warten muß, der irrt. Oder glaubt noch an den Osterhasen.
Nachdem ich also x volle Fahrstühle vorbeiziehen lassen mußte, kam endlich einer, in dem sich nur eine Familie mit zwei Kindern, eins davon im Kinderwagen, befand. Ich wollte gerade hineinrollen, als die Mutter ihre etwa 6jährige Tochter an die Hand nahm, zurückzog und sagte: “Paß auf, da kommt ein Rollstuhl.”
Da kommt ein Rollstuhl?! Also, zunächst mal kommt da ein Mensch. Wer es präziser haben möchte: da kommt eine Frau. Und daß die zufällig im Rollstuhl sitzt, ist zwar nicht zu übersehen, aber es ändert auch nichts an der Tatsache, daß ich deutlich mehr bin als mein Beinersatz! Ich wüßte zu gern, was die Frau gefühlt hätte, wenn ich mich zu meinem Mann umgewandt und gesagt hätte: “Schatz, paß auf, fahr der Adipositas nicht über die Füße”…
Erinnert sich noch jemand an den folgenden Spruch: “Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden deine Taten. Achte auf deine Taten, denn sie werden dein Karma”?