:: Storybook-Quilt Blöcke I und II ::

Als vor zwei Jahren im PQF ein Aufruf zu einem Storybook-Quilt gemacht wurde, hätte ich gern mitgemacht, doch ich traute mir das damals einfach noch nicht zu (hatte da erst wenige Monate überhaupt genäht). Jetzt wurde das Projekt im PQF wiederbelebt und da habe ich spontan beschlossen, diesmal mitzumachen. Ich glaube, mein Handwerkszeug kann sich inzwischen einigermaßen sehen lassen ;)

Mein Storybook-Quilt wird aus 12 oder 16 Blöcken bestehen – so genau weiß ich das noch nicht. Die fertigen Blöcke möchte ich mit einem Sashing zusammenfassen und evtl. eine übergreifende Applikation oben auf dem Quilt machen, wie man das aus Buchabbildungen des Jugendstils kennt. Mal gucken.

Die ersten beiden Blöcke habe ich appliziert. Ich bin ja eine faule Sau und mache das nicht mit dem Satinstich, sondern unterlege die ganze Appli mit Vliesofix und ratter mit Geradstich drumrum. Vorteil: dadurch kann ich sehr feine Applis machen. Nachteil: ich werde darauf verzichten müssen, diesen Quilt alle drei Wochen fröhlich durch Waschmaschine und Trockner zu jagen. Da er aber eh ein Wandbehang sein wird, ist das wohl nicht weiter schrecklich. Außerdem kann ich dadurch ggf. auch mit Perlen und anderen Feinheiten arbeiten.

Die Story, die hinter meinem Quilt steckt….dazu schreibe ich jetzt mal nichts. Vielleicht könnt Ihr es ja erraten :)

Hier der erste Block:

Und hier der Zweite:

Wie so oft finde ich, daß die Farben suboptimal und nur näherungsweise dargestellt werden, aber mein Mann meint, das läge u.a. an der ätzenden Kalibrierung meines Laptopmonitors.

Amala Krähenfeder, 01.09.2010, 15:53 | Abgelegt unter: Zaubergarn & Sticheleien | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: EntScheidungen ::

Seit fast einem Jahr schlage ich mich nun mit einer hartnäckigen Entzündung herum. Laut Aussagen, die ich dazu im Netz gefunden habe, sollten ein paar Cortisonspritzen das alles in nur fünf, sechs Wochen richten. Warum dauert es bei mir so viele Monate?! Zu den Spritzen und Medikamenten kamen auch noch zig andere Therapien: Krankengymnastik, Massage, manuelle Therapie, Osteopathie, Homöopathie, Phytotherapie, Quark- und Kohlwickel, Reiki, schamanische Arbeit, Trauerarbeit – und nicht zu vergessen Schonung.

Mit kommt es so vor, als sei das Jahr 2010 an mir vorbeigerauscht, weil ich nur von Schmerzschub zu Schmerzschub gelebt habe, von Tablette zu Tablette, von Spritze zu Spritze. Ich habe angefangen, mich selbst zu bespitzeln (“tut es jetzt weh oder doch nicht? Tut es jetzt mehr weh als vorher?”) und zu beschneiden (kaum noch am Rechner, nicht soviel genäht,wie ich gern wollte, nicht so lange Ausflüge gemacht, wie ich gern hätte).

Durch dieses Verhalten bin ich in einen Teufelskreis gekommen, der meine Lebenslust stranguliert hat. Und die Schmerzen sind natürlich auch nicht dazu angetan, daß frau jubilierend durch den Tag tanzt.

Jetzt ist Schluß. Ende. Aus.

Die Nebenwirkungen der Tabletten haben mich in den Wahnsinn getrieben und nun habe ich sie abgesetzt. Mein Hirnstoffwechsel macht zur Zeit verdammt unlustige Dinge, aber das wird sich früher oder später einpendeln. Die Entzündung spüre ich noch immer – oder vielleicht ihre Folgen. Aber jetzt ist die Klappe gefallen. Wenn die Schmerzen je wieder so auflodern sollte, lasse ich mich operieren. Ich bin weder scharf auf einen weiteren Krankenhausaufenthalt, noch auf eine weitere Narbe oder die Zeit, die ich nicht an die Nähmaschine kann, weil ich erstmal rehabilitieren muß. Aber ich habe keinen Bock mehr, mein Leben als Jammertal zu empfinden. Wie heißt es noch? “Schmerz ist unumgänglich, Leiden optional”.

Am Wochenende waren mein Mann und ich das erste Mal seit einem Jahr im Elsass – ich hatte mich nicht getraut, so lange im Auto zu sitzen. Es war einfach wunderschön. Während wir durch die kleinen Dörfchen zockelten, mußte ich daran denken, wie schwer es ist, aus diesem Teufelskreis von Schmerz und Angst auszubrechen. Wenn Du Gesellschaft hast, wirst Du abgelenkt, aber den Teufelskreis schleppst Du ja in Dir durch die Gegend, weshalb Du nicht weglaufen kannst. Also Flucht nach vorn.

Ich habe mir jetzt einen Mehrpunkteplan aufgestellt:

  1. kommen die Schmerzen wieder, fliegt das entzündete Organ raus
  2. ich gebe dem ganzen noch so lange Zeit, wie es mir meine Verbündeten angeraten haben
  3. diese Zeit nutze ich für alternative Therapien
  4. ich orientiere mich aus meinem inneren Jammertal nach außen in hoffentliche beglückende Erfahrungen (wird wohl dadurch erleichtert werden, daß ich Ende Oktober / Anfang November mein eigenes Auto bekomme)

Wahrscheinlich hat sich vom körperlichen Standpunkt aus nichts geändert. Aber ich weiß ja, wie wichtig die seelisch-psychische Disposition ist. Wenn ich die ändere, wird mein Körper wohl nachziehen.

Amala Krähenfeder, 31.08.2010, 13:00 | Abgelegt unter: Leben mit Behinderung | RSS 2.0 | TB | 7 Kommentare

:: Weil ::

Weil ich immer noch krank bin.

Weil es wahrscheinlich was Größeres ist.

Weil ich meine Zeit an der Nähmaschine verbringe.

Weil ich mich seltsam traurig und einsam fühle.

Weil ich weiß, daß es so nicht weitergeht.

Weil ich lieber lese.

Weil ich mich in mein Schneckenhaus verkrieche und Tee trinke.

…darum blogge ich zur Zeit etwas seltener.

Amala Krähenfeder, 25.08.2010, 19:44 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 13 Kommentare

:: Forumssampler Block 5 ::

Mein SnailTrail hat einen kleinen Nackenvorfall gehabt, aber ich lasse ihn nun so, wie er ist:

Amala Krähenfeder, 21.08.2010, 16:07 | Abgelegt unter: Forumssampler,Zaubergarn & Sticheleien | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: ZwischenZeit ::

In den letzten Tagen ist es hier ein bißchen still. Das graue Regenwetter hat mich auf den Weg nach innen gebracht, den ich dieses Jahr eher widerstrebend und zögerlich antrete. Nochmal vier Wochen Bullenhitze wären für mich willkommener gewesen als das Trommeln der Regentropfen auf meinem Dachfenster…

Da wird es Zeit für lauter schöne Dinge im Haus. Unser Garten hat den ersten Hoccaido hervorgebracht.

Wir haben fast eine Stunde lang andächtig seine Haut gestreichelt, seine Farbe und Form bewundert und uns ausgemalt, wie er wohl nach den Monaten der liebevollen Pflege schmecken und duften würde, bevor mein Mann das Messer schwingen durfte.

Luna konnte das TamTam nicht verstehen und machte es sich lieber auf den Wochenangeboten gemütlich.

Mit Kartoffeln, Knoblauch, einem Kräuterdressing und viel Käse wurde aus dem Hoccaido ein Gratin.

Ah! Wundervoll!

In der Nähstube wird auch fleißig gewerkelt, sogar das erste weihnachtliche Flickwerk für uns.

Heute befüllen wir Duftsäckchen mit Zitronenmelisse, Lavendel und was unser Garten sonst noch so hergeschenkt hat.

Durch die Zwölf wilden Schwäne befassen wir uns gerade mit den Ahnen – wieder einmal. Mir kommt es vor, als würde ich Zwiebelschicht für Zwiebelschicht von Zeit und Raum abtragen und allmählich wirklich begreifen, wer meine Ahnen waren, welchen Einfluß sie auf mich heute haben und wie ich bestimmte Dinge auflösen, andere in mein Leben integrieren kann.

Irgendwie eine ZwischenZeit – zwischen drinnen und draußen, zwischen Sommer und Herbst, zwischen hier und da.

Amala Krähenfeder, 18.08.2010, 12:25 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 5 Kommentare

:: Rezeptbuchhülle ::

In den kleinsten Dingen steckt am meisten Arbeit. Rund 8 Stunden hat diese Rezeptbuchhülle in Anspruch genommen – und es hat viel Spaß gemacht :)

Amala Krähenfeder, 15.08.2010, 11:57 | Abgelegt unter: Zaubergarn & Sticheleien | RSS 2.0 | TB | 13 Kommentare

:: Konsum & Mangel ::

Seit ich mit den 12 wilden Schwänen arbeite, wundere ich mich ja eigentlich nicht mehr über die ganzen Synchronizitäten, in die ich so reinstolper. Jedenfalls habe ich gerade in dem Buch etwas gelesen, daß die Revoluzzerin in mir sehr toll fand. Starhawk / Valentine zitieren den Dalai Lama (den ich jetzt nicht so prickelnd finde, aber das ist ein anderes Thema), der 1999 mal sagte, daß beten und meditieren nicht ausreiche – wer die Welt ändern wolle, müsse handeln. Und dann las ich heute bei Alexis von Gedanken über Konsumverzicht. Hach ja, und jetzt muß ich dazusenfen :)

Die ernüchternde Wahrheit direkt am Anfang: es ist mir nicht möglich, auf Konsum in dem Umfang zu verzichten, wie ich es gern würde. Bis vor Beginn meiner Behinderung wollten mein dato einer Mann und ich auf einem Subsistenzhof leben, gern auch in einer größeren Gemeinschaft, sofern mensch da Raum und Zeit für sich gehabt hätte. Ich sah mich da schon als Biogärtnerin mit Fingernägeln, bei deren Anblick meine Oma Leberzirrhose bekommen hätte, und als Schneiderin, als Strickerin, als Nachtwache-für-Alte-Kranke-und-Kinder-Schieberin. Alles im Sinne davon, daß jede/r tut, was sie / er eben kann und sich so konstruktiv in die Gemeinschaft einbringt.

2005 war’s dann aus mit dem Traum. Mit einer Gehbehinderung krauche zumindest ich nicht mehr im Gemüsebeet herum. Außerdem veränderte sich unser Leben durch das Dazukommen von Mann Nummer 2, die Ansprüche, Wünsche und Bedürfnisse änderten sich. Heute fände ich das Experiment Subsistenzgemeinschaft immer noch spannend, aber ich bin vielleicht auch ein bissel desillusioniert: ich bin für eine große Gemeinschaft (= mehr als 6 Leute) nicht gemacht. Das ist auch okay so :) Mehr als ein Experiment wäre es wohl nicht.

Heute versuchen wir, viele Dinge umsetzen, die für uns auch an einer solchen Gemeinschaft wichtig gewesen wären. Dieses Jahr haben wir einen kleinen Gemüsegarten angelegt, der nächstes Jahr noch erweitert werden soll. Es ist schon enorm, wie viel ein Garten abwirft, der vielleicht nur 3 x 4 Meter mißt. Wir vermahlen unser Korn selbst, backen selbst Brot und anderes Gebäck, wir sammeln und verarbeiten Wildkräuter und -früchte. Ich nähe viel, Schönes und Nützliches, und wenn frau nähen kann, kann sie auch defekte Kleidung wieder richten oder ausrangierte, zu klein gewordene Sachen wiederverWERTen. Stricken kann ich ja leider nicht mehr (und das fehlt mir nach wie vor ganz doll), aber ich tausche öfters mal Genähtes oder Kulinarisches gegen Strickwaren. Überhaupt finde ich es ganz wichtig, Dinge selbstzumachen, anstatt sie zu konsumieren. Konsum heißt Abhängigkeit (von Öffnungszeiten, von Lieferungen, von Herstellern, von Geld, …), während Selbermachen für mich Ermächtigung bedeutet. Wenn ich etwas selbermachen will, muß ich mir Wissen und KnowHow aneignen, ich muß darüber lesen, anderen zuhören und es ausprobieren.

Wenn nicht immer alles verfügbar ist, muß ich mir Gedanken über Vorratshaltung machen, über die Lagerung von mitunter Verderblichem, über ökologische Schädlingsbekämpfung, über maßvollen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen und auch über das Teilen. Da ein Mensch – da sogar eine große Familie – nicht alles herzustellen vermag, woran Bedarf besteht, brauche ich meine Sozialkompetenz, meine Netzwerke, um zu wissen, an wen ich mich wenden kann, wer etwas produziert, das ich nicht selbst herstellen kann.

Vor einer Weile packte mich der Gedanke des “ForGiving”, formuliert von Geneviève Vaughn. Kurz gesagt stellt sie die These auf, daß Tauschhandel immer ich-orientiert ist: ich hoffe, daß ich bei einem Tausch mehr bekomme, als ich gebe. Ich gucke allein auf meine Bedürfnisse, auf meine Wünsche und auf ihre Befriedigigung. Beim absichtslosen Schenken hingegen bin ich Du-orientiert. Ich schenke Dir etwas, weil ich es so empfinde, daß ich genug habe und daß ich gut versorgt bin, z.B. durch die Großzügigkeit von Mutter Erde oder durch die Mitversorgung durch andere Schenker. Wenn ich in dieser Geisteshaltung lebe, habe ich keine Angst mehr vor Mangel, davor zu kurz zu kommen. Vaughn sagt, daß der Kapitalismus, wie wir ihn jetzt leben, uns zwar vorgaukelt, daß wir jede Menge haben (Auswahl, es ist immer alles da, alles Bedürfnisse werden jederzeit befriedigt), aber daß wir tatsächlich alle verarmen: es gibt immer weniger Unterschiedliches (nur noch wenige Großkonzerne anstatt kleiner, unabhängiger Tante-Emma-Läden; kaum noch alte Gemüse- oder Obstsorten; …). Das Gefühl, daß wir in einer Gesellschaft leben, die gern vorspiegelt, individuenfreundlich zu sein, letztlich aber Angst vor Divergenz hat, hab ich übrigens schon seit meiner Kindheit. Anders = schlecht, angsterregend, abschreckend, fürchterlich, häxlich.

Der Gedanke daran, als göttingegebenen Zustand gut versorgt zu sein, ist in meinen Augen revolutionär. Das merkst Du schon daran, daß die Menschen argwöhnisch und skeptisch sind, wenn frau ihnen einfach etwas schenkt oder bei einem Tauschhandel nicht bis zum Umfallen feilscht, sondern gleich sagt “damit bin ich zufrieden”. Die Frage ist für mich: was können wir tun, damit wir keine/n (Angst mehr vor) Mangel haben?

Ich glaub, dazu fällt jeder was ein…

Amala Krähenfeder, 12.08.2010, 15:03 | Abgelegt unter: Nach(t)denken | RSS 2.0 | TB | 6 Kommentare

:: Noch eine Tasche ::

…aber nicht für mich :)

Amala Krähenfeder, 11.08.2010, 15:01 | Abgelegt unter: Tauschgeschäfte | RSS 2.0 | TB | 8 Kommentare

:: IndianSummer-Tasche ::

…jetzt kann der Herbst kommen :)

Amala Krähenfeder, 05.08.2010, 22:03 | Abgelegt unter: Zaubergarn & Sticheleien | RSS 2.0 | TB | 5 Kommentare

:: Forumssampler, Block 4 in 3 Versionen ::

Der 4. Block des Forumssamplers (Disappearing NinePatch) ist fertig geworden. Da ich mich diesmal nicht recht entscheiden konnte, was die Farbwahl betrifft, habe ich ihn gleich dreimal genäht.

Variante 1, in Weiß, Blau und Rot. Hierbei gefällt mir der Eindruck, daß zwei Blüten übereinanderschweben:

Variante 2 in Blau und Rot:

Variante 3 in Weiß, Blau, Rot und Grün. Das Grün finde ich an sich ganz schön, aber irgendwie habe ich mich wohl darauf eingeschlossen, den ganzen Sampler ausschließlich in Weiß, Blau und Rot zu nähen, so daß ich diesen Block wohl für ein anderes Projekt nehmen werde:

Und dann nochmal alle bisher genähten Blöcke auf einmal:

Amala Krähenfeder, 04.08.2010, 19:57 | Abgelegt unter: Forumssampler,Zaubergarn & Sticheleien | RSS 2.0 | TB | 3 Kommentare
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