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:: Tales From The Nähtisch ::

Ungefähr seit Anfang des Jahres habe ich eine Nähblockade. Angefangen hat alles mit der unseligen Bernina, die ich nach etwa einer Woche entnervt zum Händler zurückbrachte, weil sie nicht mal imstande war, einfach nur geradeaus zu nähen. Etwas später habe ich mir die Pfaff Quilt Expression 4.0 gekauft und für manche Dinge ist sie spitze. Quilten klappt super; die Maschine ist kraftvoll und schnurrt wie eine Katze. Was ich hingegen nicht so brillant mit ihr finde, ist das ChainPiecing und das extrem punktgenaue Applizieren. Mir ist außerdem aufgefallen, daß das automatische Absenken des Nähfüßchens, das ja eigentlich einen Handgriff sparen soll und daher von vielen Quilterinnen als großartig empfunden wird, nix für mich ist. Denn so mikrometergenau wie mit der Hand kriege ich den Nähfuß automatisch halt nicht abgesenkt – und ja, für mich spielt das eine Rolle. Also habe ich das Nähen zwischen meinen beiden Pfaffs aufgeteilt. Meine alte Pfaffi für die feinen Arbeiten und das ChainPiecing und die neue Pfaffi für das Quilten und klassische Piecen. Zusammen sind sie echt unschlagbar. Eigentlich, denn an meiner Nähblockade hat das auch nichts geändert.

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Blockiert fühle ich mich auch und vor allem durch meinen großen Stash. Wenn man nicht regelmäßig näht und damit Stoff verbraucht, wirkt der Stash umso größer, finde ich. Irgendwie steht da auch der Anspruch hinter, etwas aus dem nicht gerade billigen Stoff machen zu wollen. Was, wenn der im Schrank vergammelt und ich nie wieder nähe? Sobald ich also meinen Stoffschrank öffne und mit diesen Bergen von Stoff konfrontiert werde, ist mein kreatives Hirn wie leergefegt. Mir fällt einfach nicht ein, was ich mal nähen könnte. Taschen hab ich genug, auf Tauschen habe ich zur Zeit im größeren Stil keine Lust. Sobald meine Gedanken an diesem Punkt angekommen sind, schließe ich den Schrank meist wieder und gehe Yoga machen *hüstel*  Ich hege die Vermutung, daß ich im Yoga auf das Wesentliche konzentriert bin, während mein Stoffschrank für mich das materialisierte Chaos ist. Nun ja. Ich dachte also, es wäre nicht schlecht, wenn ich anstatt mit den Stoffbergen mit den Stoffresten anfangen würde. Davon habe ich nämlich eine pralle Tüte voll. In einem wunderbar kreativen Buch habe ich vom “Therapeutic Stripping” gelesen, bei dem man zwar seine Klamotten anläßt, aber mehr oder weniger mindless Stoffstreifen aneinandernäht, wieder zerschneidet und anders zusammensetzt, bis man mit seinem Werk zufrieden ist. Im Buch sah es phantastisch aus. Und mein Ergebnis (s.o.) finde ich auch nicht übel. Aber es gefällt mir auch nicht. Was soll ich damit anfangen? Und – besonders wichtig – ich habe festgestellt, daß diese Art von Nähen mit enormem Chaos verbunden ist. Neben zig vorgeschnittenen Streifen und Fadenresten tummeln sich kleinste Restefitzelchen auf dem Nähtisch, der nach einer halben Stunde aussieht, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Der Prozeß war interessant, aber ich habe zwei Sachen über mich selbst gelernt: erstens gehe ich gern mathematisch-planvoll vor. Ich liebe es, wenn die kleinsten Teile zueinander passen und am Ende alle vorgeschnittenen Sachen aufgebraucht sind und ein großes Ganzes ergeben. Zweitens brauche ich Struktur, Ordnung und Disziplin an meinem Arbeitsplatz. Dieses wilde Durcheinander macht mich kribbelig. Im Grunde erledige ich alle meine Aufgaben auf diese Weise: mit Plan, Struktur, Ordnung und Disziplin. Wieso in aller Welt dachte ich, dieses Therapeutic Sripping wäre was für mich? So werde ich meine Reste sicher nicht los. Falls eine von meinen quiltenden Leserinnen Interesse an meiner Restetüte hat: bitte melden. Ich hätte gern für 80 g Stoff (= 1/2 m) 7,50 €. Bunt gemischt, reine Patchworkstoffe.

Nach dieser Erfahrung dachte ich, ich sollte vielleicht versuchen, mal wieder an meinem Amish Circle Letter Quilt weiterzumachen. Im Sommer 2011 mußte ich pausieren, weil ich ein wenig zuviel an ihm genäht und mir dabei die Sehnen gereizt habe. Habe also zwei Blöcke von dem Quilt genäht, einen Appli- und einen PP-Block. Diese Form von Arbeit liegt mir mehr, nur daß meine Sehnen immer noch nicht mögen. Werde also maximal ein, zwei Blöcke in zwei bis vier Wochen schaffen. Das ist besser als gar kein Fortschritt, aber zu einem intensiven Nähen komme ich damit nicht zurück.

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Der nächste Gedanke: ich nähe einen supersimplen Gebrauchsquilt aus Quadraten, den ich freihandquilten werde. Ohne große Ansprüche auf Perfektion – ich habe das ja noch nie bei so einem großen Teil gemacht. Das Piecen ist herrlich geistfrei und beim Quilten habe ich viel Neues zu lernen. Ich habe mir sogar schon Machingers gekauft, also Quilthandschuhe, die beim Bewegen des Stoffs leicht daran haften. Besserer Grip beim Quilten. Mein Vorhaben scheitert derzeit an der Unlust, den Quilt zuende zu piecen, denn geschnitten sind die Teile schon.

Ich versteh’ die Welt nicht mehr. Diese Nähblockade ist echt ein harter Hund. Was macht Ihr bei solchen kreativen Durststrecken?

Amala Krähenfeder, 25.05.2013, 11:31 | Abgelegt unter: Zaubergarn & Sticheleien | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

:: Badisches Landesmuseum Karlsruhe ::

Museen berühren mich immer merkwürdig. Einerseits finde ich es großartig, wie viele Museen zu unterschiedlichen Themen es in Deutschland gibt und daß diese Sammlungen Kultur- und Natur”güter” aufbewahren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen, die andernfalls in irgendwelchen dubiosen Privatsammlungen verschwinden oder schlicht untergegraben würden. Andererseits kriege ich immer ein wenig Magengrimmen beim Gedanken daran, gerade vor einem toten Menschen zu stehen, der aus seinem Grab gezerrt wurde, wo er eigentlich ewige Ruhe finden wollte (Mumien), oder beim Betrachten von weiblichen Idolen, die aus wissenschaftlicher Ratlosigkeit zu Fruchtbarkeitssymbolen stilisiert werden. Hm. Und dann gibt es da noch die Abteilungen, die ich mir überhaupt nicht anschaue, wo ich mich schlicht verweigere: Waffensammlungen, Folterwerkzeuge, Nachbauten von Kriegsschauplätzen und Co. Mir dieses Recht zuzugestehen und damit meine humanistische (und dadurch arg tunnelblickartige) Bildung zu durchbrechen, hat übrigens ziemlich lange gedauert.

Bei unserem Ausflug ins Badische Landesmuseum steht für mich die Abteilung zu Ur- und Frühgeschichte im Fokus, denn ich bin auf der Suche nach Anregungen dafür, wohin die diesjährige Pilgerreise in der Heimat meinen Mann und mich führen soll. Im letzten Jahr, bei unserer ersten Pilgerreise, hatte ich den Eindruck gewonnen, daß es im Rheintal nicht besonders viele Spuren früher Siedlungen gäbe – ein Fehler, wie sich jetzt zeigt. So schade es ist, in den Orten weist nichts auf diese frühen Siedlungen hin (also keine Infotafeln, markante Straßennamen oder so), aber im Museum werden wir fündig. Ich wage jetzt sogar mal die Behauptung, daß das ganze Rheintal sich bei den Menschen der Michelsberger Epoche größter Beliebtheit erfreute – “hie isch gut ze lebbe!”. Hege fast die Vermutung, daß ich sogar beim Graben in unserem Garten noch Hinterlassenschaften der frühen Siedler finden könnte.

Während ich vor einer Vitrine mit schlichten Tonschüsseln stehe, deren Ränder mit einem Lochmuster dekoriert sind, passiert das, wofür ich Museumsbesuche schlicht liebe: ich versuche, mir diese Schüsseln im Alltag der Menschen vorzustellen, die hier vor mehreren Jahrtausenden gelebt haben. Wer hat sie gefertigt und dekoriert? Wer hat sie benutzt und wofür? Und wie kam es dazu, daß sie dann eines Tages zurückgelassen wurden, unter der Erde begraben, bis sie soviel später wiederentdeckt wurden? Tatsächlich sind es die Alltagsgegenstände, die mich in Museen am meisten faszinieren. Sie stellen eine Verbindung dar und holen die graue Theorie aus Geschichtsunterricht und Büchern in meine Realität. Unweigerlich frage ich mich, ob eines Tages jemand die Schüssel ausgraben wird, in der in meiner Küche das Obst aufbewahrt wird. Ob sie dann zu einem Kultobjekt erklärt wird, weil sie in der Mitte eine Spirale hat? Eins ist jedenfalls mal sicher: in meiner Heimat gibt es noch viel mehr Orte, die zu erpilgern lohnenswert ist, als ich bisher dachte <3

Im Museumsshop gibt es übrigens das großartige Buch über die Michelsberger Kultur für nur 25 €.

Zum Thema Barrierefreiheit: das badische Landesmuseum ist für ein so altes Gebäude erstaunlich barrierefrei. Zum Eingang führt eine gut befahrbare Rampe hoch. Die Eingangstüren sind leider ein wenig eng und offenbar ist nicht immer jemand mit einem Schlüssel zur Stelle, um auch noch den zweiten Flügel zu öffnen. Es gibt einen Aufzug und auch Behindertentoiletten, die – wieder durch ziemlich enge Türen – leider nicht so supereinfach zu erreichen sind, wenn man einen leicht überbreiten Rolli hat. Wie im Grunde in allen Museen sind auch hier die meisten Exponate für stehendes Publikum angeordnet, also immer schön den Hals recken ;) Das dem Museum angeschlossene Café ist barrierefrei erreichbar und von hier aus kommt man auch direkt nach draußen in den Schloßpark. Was mich wirklich gestört hat: man darf keine Taschen, die über 20 x 26 cm groß sind, mit in die Ausstellung nehmen, und Photographieren ist auch nicht gestattet.

Amala Krähenfeder, 24.05.2013, 13:24 | Abgelegt unter: Behinderung,Unterwegs | RSS 2.0 | TB | 2 Kommentare

:: Was will ich eigentlich?! ::

Am Morgen habe ich einen Brief von meiner Schwiegermutter im Kasten. Sie schreibt, daß sie ja sooo lange nix von uns (blöde Kuh – von mir, denn ich bin die Einzige, die diesen Zirkus noch mitmacht) gehört habe. Ach, was für ein Zufall. Da wird mein letzter Brief, in dem drinstand, daß weder mein Sohn noch mein Mann Lust auf Kontakt haben, wohl einfach abhanden gekommen sein. Man hat ja auch schon Pferde kotzen sehen.

Wenig später flattert mir eine Mail ins Haus, daß ich mit meiner Unterschrift helfen soll, irgendwelche Orang Utans zu retten. Mails, auf die ich warte, kommen hingegen nicht.

Später am Tag bin ich mit merkwürdigen Kommunikationsformen konfrontiert und wundere mich darüber, was manche Leute für ein Gespräch halten. Ich stecke in einer Situation, aus der ich nur mit viel Aufwand entkommen könnte, und zwinge mich daher, die letzten zehn Minuten auch noch auszuharren. Letztlich war’s zuviel, ich bin klapprig und habe Kopfschmerzen bekommen.

Beim Einkaufen würde ich gern etwas mitnehmen, in dem Palmöl drin ist. Herrje, die Orang Utans.

Und dann passiert’s. Ich fühl’s kommen. Die Welle, die ich reiten will, baut sich auf. Reißt mich mit.

Ich bin so wütend!!

Verdammt nochmal!

Ich habe keinen Bock mehr, meiner Schwiegermutter zu schreiben. Es gibt keinen Menschen auf diesem Planeten, der mir gleichgültiger wäre, und sie verdient nach dämlichen “Du bist eine schlechte Mutter, weil Du behindert bist”-Sprüchen (die ich natürlich gaaaaanz falsch verstanden habe….nein, die sie nie gemacht hat!) nicht mal mehr, daß ich überhaupt an sie denke. Und diese verdammten Orang Utans, die für Palmöl sterben! Orang Utans! Hier in den Vogelparks leben Fasane, die eine Vollmacke durch Hospitalismus haben, obwohl es in freier Wildbahn Fasane zu bewundern gibt. Palmöl, ist das echt mein Problem?! Ganz Baden ist voll von Rapsfeldern für “Bio-Sprit”, aber anstatt mit den Landwirten hier ins Gespräch zu kommen, soll ich die 2 Gramm Palmöl boykottieren, die in einem indischen Maisfladen drin sind. Und diese abgefuckte Weise, miteinander (nicht) zu kommunizieren! Nein, ich will nicht jeden Scheiß hören. Ich habe keine Lust auf das Gejammer von Leuten, die ernsthaft meinen, Heilung wäre etwas, das einem in den Schoß fällt und für das man nicht mal seinen eigenen Arsch in Wallung bringen muß. Gelaber und Lärm können auch übergriffig sein. Und das um mich herum, das ist MY FUCKING SPACE!

Ich will meine Ruhe. Ruhe vor Leuten, die mir einfach nur auf meine 400.000 Eier gehen oder mir mit Müll und Unsinn das Hirn zerschradeln. Ich will meine Ruhe vor Leuten, die nur abgreifen, was sie von mir brauchen können. Ich will mich auf meinen Lebensbereich fokussieren und endlich diesen Irrglauben ablegen, ich könnte die ganze Welt retten, wenn ich nicht mal die Muße habe, mich selbst vor Energievampiren zu retten. Und ich will diese verdammten Maisfladen!

Das ist auch Yoga, by the way.

Amala Krähenfeder, 22.05.2013, 19:55 | Abgelegt unter: Yoga | RSS 2.0 | TB | 13 Kommentare

:: 40 Tage Yoga, Teil 3 ::

40TageYoga

Tag 6 – die heutige Kriya (“Körperenergie in Winkeln”) hat mich richtig wütend gemacht. Ich habe mir zwar bewußt ein Set ausgesucht, das mich herausfordern würde, aber gleich bei der ersten Übung komme ich an meine Grenzen. Ich kann auf der Seite liegend mein eines Bein nicht im gewünschten Winkel anheben, weil der Muskel, den ich dafür bräuchte, amputiert ist. Also hebe ich mein Bein in einem etwas anderen Winkel an – und dennoch nervt mich das. Bei den nachfolgenden Übungen verschlechtert sich meine Laune rapide. Ich kann mich nicht auf den Fingerspitzen und Fersen balancierend aus dem Liegen hochdrücken. Ich habe keine Kraft, in der Kobra mit angewinkelten Knien so eine Art Liegestützen zu machen. Ich gebe zwar in jeder Übung mein Bestes, werde heute aber radikal mit dem Gefühl konfrontiert, einfach nicht gut genug zu sein. Und dann, während ich grantig und gefrustet einem zornigen Heulanfall entgegenübe, löst sich das einfach auf. Ich denke an Yogi Bhajan, der gesagt hat: es gibt keinen Stillstand, Du verbesserst Dich ständig. Tatsächlich hätte ich mich vor ein paar Wochen noch überhaupt nicht an so ein Set rangewagt. Vor einem Jahr war ich nicht mal fähig, ein paar Sekunden in Bauchlage zu ertragen. Wenn das kein Fortschritt ist! Am Ende sitze ich dümmlich grinsend in meiner Meditation und bin ganz wieder zuFRIEDEn mit mir selbst.

Tag 7 – heute ist es spät geworden, bis ich Zeit für Yoga gefunden habe. Ich mache ein paar einzelne Asanas, um ganz gezielt meinen verspannten Rücken zu lockern, sitze dafür länger in der Meditation. Ich spüre, daß sich Migräne anbahnt, und versuche, dem Unausweichlichen so gelassen wie möglich entgegenzusehen. Wird schon.

Tag 8 – am Morgen, direkt nach dem Aufwachen, war die Migräne da. Da hilft nur Tablette einwerfen und liegen bleiben. Ich schlafe noch drei Stunden und bin danach zwar verknackst und ein bißchen neben den Puschen, aber durch die gelassene Grundstimmung war der Anfall nicht so schlimm. Beim mittäglichen Frühstück wird dann noch mehr Gelassenheit von mir erwartet: mein Sohn hat mal wieder in sechs wachen Stunden keinen einzigen Tropfen getrunken und entgegen unserer Absprache kein Mathe gemacht. Ich spare mir jede Diskussion und ziehe einfach Familientaler* ab. Meine Partner gehen abends ins Kino und da mir selbst nicht der Sinn nach einem Film steht, mache ich Yoga. Die heutige Kriya (“wie Engel werden”) hat es faustdick hinter den Federn. Während ich auf meinen Yogahocker eindresche und “HAR!” chante, löst sich eine Menge und am Ende strahle ich selig vor mich hin.

* Familientaler sind eine familieninterne “Währung”. Mein Sohn kann sie sich verdienen, indem er kleine Aufgaben wie z.B. Katzenklos machen, sein Zimmer gründlich aufräumen, den Tisch decken etc. übernimmt. Ausgeben darf er sie dann für Goodies wie einen Film gucken (1 x die Woche), Süßigkeiten, gemeinsames Spielen mit uns Großen oder – wenn er eine bestimmte Anzahl angespart hat – für größere Aktivitäten wie einen Besuch im Spaßbad, im Kino oder so. Ausgeben muß er sie auch für Regelbrüche, beispielsweise wenn er nicht trinkt, seine Hausaufgaben nicht macht oder lügt. Diese Familientaler haben wir seit dem Sommer 2012 und für uns haben sie sich als einziges Belohnungssystem erwiesen, das nachhaltig funktioniert. Und: sie ersparen uns Großen eine Menge Gerede.

Tag 9 – ich habe mir eine Erkältung eingefangen, die sich gar nicht erst die Mühe machst, sich langsam zu steigern, sondern direkt mit dichten Nebenhöhlen, Naselaufen und Telefonsexstimme zur Sache kommt. Den Nachmittag verbringe ich im Museum, den Abend hänge ich matt auf meinem Kuschelsessel rum. Als ich mich so gegen 1 Uhr nachts in mein Zimmer zurückziehe, bin ich nur einen Moment lang versucht, Yoga Yoga sein zu lassen, bevor ich auf meinem Kissen sitze. Heute mache ich eine Kriya, um Streß loszulassen, und das intensive Atmen tut mir gut. Als ich gegen 1.45 Uhr ins Bett krabble, geht es mir besser als zuvor und ich schlafe zehn Stunden wie ein Murmeltier.

Tag 10 – Nase und Hals sind zu und ich fühle mich bleischwer und müde. Erkältet halt. Mein tägliches Yoga beginnt normalerweise mit 5 bis 8 km aktivem Radeln auf meinem Behindi-Heimtrainer, doch heute tun mir alle Muskeln weh und ich quittiere den Dienst am Gerät bereits nach 4 km. Subagh-Kriya, die ich heute machen will, kommt ohne Beinarbeit aus, so daß ich einfach mal hoffe, daß es wurscht ist, daß meine Beine noch nicht so 100%ig warm sind. Nach den üblichen Aufwärmübungen für den Oberkörper folgt dann das Set. Es ist anstrengend und bringt mich heute echt aus der Puste, aber wie immer beim Yoga tut das einfach nur wohl und sorgt für gute Laune. Die für mich allerhärteste Asana überhaupt – Shavasana / Totenhaltung = Entspannung – kriege ich heute spielend hin. Während ich einer Raag lausche, schlummere ich fast ein. Der Timer holt mich wieder zurück und ich fühle mich echt großartig. Später am Tag fragt mein Mann, der gerade Teewasser aufsetzt, ob er mir zusätzlich Inhalationswasser machen soll, denn eigentlich inhaliere ich bei jeder Erkältung zweimal am Tag, damit die Nebenhöhlen nicht nachhaltig in Mitleidenschaft gezogen werden. Erst jetzt fällt mir auf, was ich im Grunde schon wußte: durch das bewußte Atmen “verstopfen” meine Kanäle nicht mehr so rasch. Hach.

Amala Krähenfeder, 21.05.2013, 18:43 | Abgelegt unter: Yoga | RSS 2.0 | TB | 1 Kommentar

:: WochenendRückblick ::

[Wetter] Wir hatten doch tatsächlich einen Tag lang Mitte Mai, rundum war es wieder Anfang April.

[Gemacht] Mit meinem einen Mann im “Backhaus” gewesen, einem netten Biergarten in einer Aussiedler-öhm….siedlung. Einen Ort für meine nächste Pilgerreise in der Heimat entdeckt, der mich schwer fasziniert – ich werde berichten :) Mit der Familie im Badischen Landesmuseum gewesen (und dort im Café mit dem einen Mann Galgenmännchen gespielt^^). Viel in der Küche gewerkelt und neue Rezepte ausprobiert. Päckchen geschnürt und Briefe geschrieben. Dem anderen Mann beim Tapezieren zugehört. Photos zum Nachmachen rausgesucht. Tagebuch geschrieben.

[Genäht] Nüscht! Ich habe zur Zeit eine absolute Nähblockade. Bis auf eine kleine Sache sind alle Fremdprojekte abgeschlossen und anstatt mich nun mit Elan auf meine eigenen Sachen zu stürzen, sitze ich vor meinen Stoffbergen und denke: ich kann nicht. Ich will nicht. Ich geh Yoga machen / lesen / Kartoffeln schälen. Seit Januar habe ich damit zu tun, was echt schlechtes Timing ist, weil da meine neue Nähmaschine eingezogen ist. An der liegt es übrigens nicht; ich verwende sie im Wechsel mit meiner alten Pfaffi, und gemeinsam sind sie ein Dreamteam. Hege den Verdacht, daß es vielleicht an meinem großen Stash liegen könnte *kopfkratz*

[Bewegt] Radeln und Yoga. Davon erzähle ich die Woche im Zuge von Karmis 40-Tage-Challenge genauer.

[Gehört] Satnam Kaur. Nick Cave. Harry Potter und der Feuerkelch. VNV Nation. Diorama. Tool.

[Gelesen] Bernhard Kegel: Der Rote. Maya Fiennes: Yoga For Real Life.

[Gesehen] Scream. Dabei bin ich schrecklich nostalgisch geworden, denn den habe ich mit 17 im Kino geguckt. Hach, war ich mal jung!

[Getrunken] Leitungswasser. Beuteltee (!) – ich habe ja gesagt, daß ich allmählich verzweifle. Cola im Biergarten.

[Gegessen] Ratatouille mit Basmati. Einen famosen Nudelsalat. Spargelcremesuppe. Kalamata-Oliven. Biryani. Galia-Melone. Ein Stückel Fudge aus Canterbury, aber mei, ist das süß o.O Potato Wedges. Ein mondänes englisches Frühstück. Spargel mit Salzkartoffeln und Hollandaise. Salätchen.

[Gedacht] Ich nehme wahr, daß auf mich wieder mal massive Veränderungen zukommen. Wie eine Welle, die man erst nur ganz zart spürt und von der man doch weiß, da man das Meer an diesem Küstenabschnitt gut kennt, daß sie heftig werden wird. Und was werde ich tun? Die Welle voll ausreiten, natürlich. Ich habe keine Angst mehr.

[Gefreut] Darüber, daß ich in einem Kreis von Frauen, die ich sehr schätze, ganz offen über Dinge reden konnte, die mir arg auf der Leber liegen. Küßchen, Ihr Lieben!

[Geärgert] Über denselben Kackscheiß wie schon viel zu oft. Ermüdend, das. Außerdem habe ich mir offenbar eine Nebenhöhlengeschichte  zugezogen. Das war überflüssig.

[Gelernt] Noch einmal und immer wieder: ich kann andere nicht ändern. Aber mich schon.

[Gekauft] Eigentlich nur den üblichen Wochenendeinkauf. Mit einer bescheidenen 350ml-Flasche Tabasco für mich :mrgreen: Und eine Winzigkeit im Museum – nicht für mich.

[Dankbarkeit] Für viele stille Momente ganz allein mit mir. Ich komme gut mit mir aus.

[Spirituelles] Meditiert, Mantras gesungen und ganz behutsam begonnen, die zweite Pilgerreise zu planen.

[Und sonst so?] Ich habe neue Entrümpelungspläne gefaßt. Zittert, Ihr Schränke!

[Ausblick auf die RestWoche] Das Kind hat Pfingstferien und ich habe einen Zahnarzttermin. Ich finde, das paßt sehr gut zusammen.

Amala Krähenfeder, 20.05.2013, 18:34 | Abgelegt unter: Allgemein | RSS 2.0 | TB | 4 Kommentare

:: And The Winner Is… ::

Erstmal vielen Dank für Euer lieben Bloggeburtstagswünsche :) Ich habe dann heute wieder random.org die Auslosung machen lassen. Ergebnis: 13. Und das ist Milena :) Liebe Milena, herzlichen Glückwunsch! Nach den Feiertagen schicke ich das Packerl auf den Weg.

[Ich weiß, daß Ihr alle es hinbekommt, die Graphik von random.org bei Euch einzufügen - ich krieg' das nicht hin]

Amala Krähenfeder, 18.05.2013, 15:19 | Abgelegt unter: Blogkram | RSS 2.0 | TB | 12 Kommentare

:: 40 Tage Yoga, Teil 2 ::

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Wie angekündigt, mache ich nun also jeden Tag die Kriya, die mich gerade anspricht. Mit dabei waren diese Woche u.a. ein Set für die Anregung des Verdauungsfeuers, eins zur Vorbereitung auf die Meditation und eins dafür, kristallklar zu werden.

Mir fällt auf, daß ich mir nach meinem Urlaub – bei dem ich mir ja gar nicht so wirklich sicher war, ob ich ihn kräftemäßig “schaffen” würde – deutlich mehr zutraue. Beispielsweise habe ich Übungen, bei denen man sich hinkniet oder hinten überlehnt wie bei der Katze-Kuh- und der Kamel-Übung, bisher total ungern gemacht, weil ich Angst hatte, daß ich dabei hinfallen oder mich verletzen könnte. Ich komme durch meine Behinderung ja nicht auf den Boden runter und muß sowas dann auf dem Bett bzw. meinem Yogahocker machen. In dieser Woche kamen solche Asanas mehrfach vor und auch wenn ich manche von ihnen für meine speziellen Bedürfnisse abwandeln mußte, so habe mich doch endlich getraut – und es war toll! In Dankbarkeit und mit einem Schmunzeln denke ich an Yogi Bhajan, der sinngemäß sagte: “es gibt keinen Stillstand: Du verbesserst Dich ständig”.

Meine Meditation macht mir nach wie vor großen Spaß, fühlt sich einfach wohlig an. Ich verbinde sie jetzt mit der englischen Version des “So Purkh” und merke, daß ich dabei wunderbar auf das Wesentliche fokussieren kann. Außerdem entdecke ich ständig neue interessante Impulse in diesem Gebet.

Ich habe ja schon oft darüber geschrieben und auch jetzt gerade merke ich es wieder deutlich: ich muß keinen Widerstand überwinden, um täglich Yoga zu machen und zu meditieren. Im Gegenteil, wenn ich mal einen Tag nicht dazu komme (Migränetage sind z.B. prädestiniert dafür), dann fehlt es mir schrecklich. Vor meinem Urlaub gab es eine Woche, wo ich aus gesundheitlichen Gründen drei Tage hintereinander kein Yoga machen konnte. Am vierten Tag kamen mir dann bei der Einstimmung die Tränen, weil es sich so gut anfühlte und ich es so sehr vermißt hatte. Im Gegensatz dazu stehen Meditations- und Visualisierungsübungen, die ich jetzt eigentlich für ein Spiri-Projekt machen sollte, wenn es nach den Autoren ginge. Oh mei, dazu kriege ich mich einfach nicht motiviert, weil ich ständig denke, wie viel effektiver ich Kundalini-Yoga finde…ähem.

Amala Krähenfeder, 17.05.2013, 12:49 | Abgelegt unter: Yoga | RSS 2.0 | TB | Keine Kommentare

:: Shit Kundalini Yogis Say ::

Nachdem ich heute bei der Wilden Wölfin ein Video zu “Shit Yogis Say” gesehen habe, mußte ich doch mal gucken, ob es das auch für Kundalini-Yoga gibt. Gibt es! Hier!

“My teeth are so white? There’s a kriya for that!” *lol*

Amala Krähenfeder, 16.05.2013, 23:13 | Abgelegt unter: Yoga | RSS 2.0 | TB | 8 Kommentare

:: Naad-Yoga ::

Gestern Abend waren mein Mann und ich auf dem Naad-Yoga-Konzert, das Prof. Surinder Singh mit seinem Ensemble im Karlsruher Schloß gegeben hat. Zunächst mal war ich etwas überwältigt von den Menschenmassen, die sich dort einfanden. Die Organisatorin erzählte, daß sie sowas auch noch nicht erlebt habe; ich vermute, das lag wohl an den Stichworten “indisch” und “Yoga” in der Ankündigung – das ist ja gerade sehr “in”.

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Zu Beginn erklärte Prof. Singh, daß die Musik, die wir im Folgenden hören würden, nicht dem Entertainment diene, sondern dem Innertainment: Kontaktaufnahme mit dem Selbst, mit der eigenen Seele (betretenes Schweigen bei einigen *lol*). Die Raags gehen auf das 5. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zurück und sind dazu geschaffen worden, um bestimmte Gefühls- und Seelenzustände zu evozieren. Die Musik führt dabei die Emotionen und mit ihnen die Seele in die entsprechenden Stimmungen hinein, so daß diese sich tatsächlich manifestieren. Über diesen Zusammenhang, so erklärte er weiter, könne Heilung stattfinden – dazu müsse man sich allerdings vollkommen auf die Musik einlassen, den Verstand abschalten, die Augen schließen und das Herz öffnen.

Das Konzert begann mit dem MulMantra. Als Prof. Singh “Ek Ong Kar” sang, war meine Fassung erstmal dahin und mir kamen die Tränen. Das MulMantra begleitet mich seit Beginn meiner Yoga-Zeit und bedeutet mir wahnsinnig viel (ich trage es auch als Schmuckstück). Hach. Zwischen den Raags erläuterte Prof. Singh das Anliegen der einzelnen Stücke und erzählte davon, daß es Musik und das Lächeln seien, was alle Menschen über ihre Emotionen miteinander teilen können, wo doch all die unterschiedlichen Sprachen, die weltweit gesprochen werden, und alle Bewertungen, die durch Sprache stattfinden, eher dazu dienen, voneinander zu trennen. Ich persönlich war während der Konzerts immer zwischen Augen auf und Augen zu hin- und hergerissen, denn einerseits wollte ich den Künstlern gern beim Spielen ihrer Instrumente zusehen (ok, und die Reaktion der anderen Zuhörer beobachten^^), andererseits beförderte mich die Musik aber absolut nach innen.

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Nach der Pause und weiteren wunderschönen und meditativen Raags forderte Prof. Singh das Publikum auf, mitzusingen (das Mantra “Nirinjan”). Was für ein Erlebnis! Das Trennende verschwand und alle schwangen im Einklang mit der Musik und dem Mantra. Es war total bewegend und hat mein Herz zum Singen gebracht.

Noch zwei persönliche Bemerkungen: Prof. Singh erzählte davon, daß er vor 20 Jahren einen schrecklichen Unfall gehabt habe, nach dem er mehr tot als lebendig gewesen sei und die Ärzte ihn schon aufgeben wollten. Doch dann sei ihm Gnade gewährt worden: er wurde geheilt und würde sein gesundes, glückliches Leben heute in vollen Zügen genießen.  Tatsächlich bemerkte ich, daß er gehbehindert ist. Auch das hat mich unglaublich berührt, denn im Grunde hat er da ja meine Geschichte erzählt – auch ich fühle mich heute glücklicher und gesünder als vor Krankheit und Behinderung.

Ja, und dann waren mein Mann und ich schon wieder am Auto, als ich angesprochen wurde, ob ich Amala sei. Auf mein verdutztes “öhm, ja?” sagte mein Gegenüber “meine Freundin liest Dein Blog!” *gacker* Liebe Elster, die Überraschung war gelungen; ich glaube, ich habe absolut dümmlich aus der Wäsche geguckt…! *lol*

Zum Thema Behinderung: der Gartensaal des Schlosses Karlsruhe ist nur über die Biergarten-Terrasse barrierefrei zu erreichen. Ein Behindertenklo, das von dort aus barrierefrei erreichbar wäre, habe ich nicht gesehen. Aber die Mitarbeiter sind sehr hilfsbereit.

Amala Krähenfeder, 16.05.2013, 12:15 | Abgelegt unter: Behinderung,Unterwegs,Yoga | RSS 2.0 | TB | 6 Kommentare

:: BlogGeburtstag & Verlosung ::

Fünf Jahre ist mein Blog nun alt; im Mai 2008 habe ich mit dem Schreiben begonnen. Auch wenn die ganz alten Einträge in mein virtuelles Tagebuch nicht mehr verfügbar sind, so erinnere ich mich doch noch gut daran, worum es am Anfang ging: Stricken, Spirituelles und Familienkram. Das Stricken mußte ich leider aufgeben und an dessen Stelle ist das Nähen getreten, und meine Spiritualität hat sich in diesen fünf Jahren sehr verändert, aber insgesamt, glaube ich, blogge ich noch so ziemlich über dasselbe.

Mein Blog wäre nichts ohne Euch, meine Leserinnen, und ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich ganz herzlich bei Euch zu bedanken – ganz besonders bei all jenen, die meinen Blogalltag durch ihre Kommentare und Mails versüßen. Ihr seid die Besten!

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Unter allen, die mir zum fünften Bloggeburtstag einen Gruß dalassen, verlose ich ein kleines Packerl, das ich für Euch in England geschnürt habe (Ihr dachtet doch nicht, ich bringe Euch nichts mit, oder? :) ): einen fancy Notizblock, einen Fenstersticker mit der englischen Flagge und eine vegane Gewürzmischung für Bombay Potatoes. Die Aktion endet am Freitagabend (17.5.) um Mitternacht und ausgelost wird am Wochenende.

Viel Glück!

Amala Krähenfeder, 15.05.2013, 16:14 | Abgelegt unter: Blogkram | RSS 2.0 | TB | 19 Kommentare
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